Lästige Parasiten

Kriebelmücke: Aussehen der Bisse, Behandlung und Schutz

Sie wird meist erst bemerkt, wenn es zu spät ist: Die Kriebelmücke ist gerade einmal so groß wie der Kopf einer Stecknadel, ihre Bisse sind allerdings schmerzhaft und können mit starkem Juckreiz und Schwellungen einhergehen. Wie die Bisse aussehen und wie Sie sich am besten vor den Blutsaugern schützen, lesen Sie hier.

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© Getty Images/Henrik_L

Die Kriebelmücke zählt zu den heimischen Mückenarten und ist bei schönem, schwülwarmem Wetter aktiv. Neben Weidetieren befällt sie auch den Menschen. Vor allem in der Nähe fließender Gewässer können die Insekten zu einer Plage werden und den Aufenthalt im Freien unerträglich machen. Denn ihre Bisse lösen starken Juckreiz und andere Beschwerden aus.

Artikelinhalte im Überblick:

Insektenstiche an Bildern erkennen

Was sind Kriebelmücken?

Die Kriebelmücke (Simuliidae) ist ein grau bis schwarz gefärbtes, zweiflügeliges Insekt, das mehr einer Fliege als einer Mücke ähnelt. Sie wird nur zwei bis sechs Millimeter groß, hat einen gedrungenen Körper und einen kleinen Kopf. Von den insgesamt zirka 2.000 Arten sind in Deutschland etwa 50 heimisch. Die Mücken sind vor allem zwischen Mai und September unterwegs und halten sich in der Nähe von Bächen oder Flüssen auf, da die Weibchen vorrangig an fließenden Gewässern brüten. Kriebelmücken sind gute Flieger, weshalb sie auch kilometerweit von den Brutgewässern entfernt angetroffen werden können.

Normalerweise haben es Kriebelmücken insbesondere auf Wildtiere abgesehen. Auch Weidetiere wie Kühe oder Pferde sind beliebte Opfer, da sie eine große Angriffsfläche bieten. Als Wirte kommen aber ebenso Vögel und Menschen infrage. Kriebelmücken treten häufig in Massen auf und stellen eine starke Belästigung für Tiere und Menschen im Freien dar.

Kriebelmücke: Biss oder Stich?

Kriebelmücken ernähren sich von Nektar aus Blüten. Allerdings benötigen die Weibchen vor und nach der Begattung eine Blutmahlzeit, um Eier legen zu können. Auch wenn umgangssprachlich häufig von einem Kriebelmückenstich gesprochen wird: Kriebelmücken stechen nicht, sie beißen. Mit ihren scharfen Mundwerkzeugen reißen sie die Haut auf. Anschließend lecken die "Poolsauger" das austretende Blut aus der kleinen Wunde auf.

Das Gemeine: Menschen bemerken den Biss in der Regel erst, wenn die Insekten längst fort sind. Kriebelmücken fliegen den Menschen geräuschlos an und injizieren mit dem Biss ein spezielles Eiweißgemisch. Neben Stoffen, die die Blutgerinnung hemmen, sind betäubende Substanzen enthalten, die dafür sorgen, dass die Parasiten ihre Blutmahlzeit ungehindert beenden können.

Kriebelmücken: Folgen der Bisse

Kriebelmücken beißen bevorzugt an dünnhäutigen, gut durchbluteten Körperstellen. Häufig befinden sich Kriebelmückenstiche daher an Kopf, Armen und Beinen. Zu den typischen Symptomen gehören:

  • Kleiner Blutpunkt an der Bissstelle
  • Eintretende Schmerzen nach wenigen Minuten, dann starker Juckreiz
  • Kleine erbsen- bis linsengroße Knötchen, die sich zu eitrigen Bläschen entwickeln
  • Schwellung der Haut, die sich auf ganze Gliedmaßen (zum Beispiel dem Bein) ausbreiten kann
  • Ein bis zwei Zentimeter große Hautrötung (Erythem) um den Stich
  • Bluterguss (manchmal)
  • Anstieg der Körpertemperatur (bei Kindern)

Wie gefährlich ist der Biss einer Kriebelmücke?

Die Symptome von Kriebelmückenstichen sind sehr unangenehm, in der Regel ist ihr Biss aber nicht gefährlich und es sind auch keine Spätfolgen zu befürchten. Allerdings kann es bei einigen Menschen aufgrund von den im Speichel enthaltenen Substanzen, die beim Blutsaugen in die Wunde injiziert werden, zu einem akuten anaphylaktischen Schock kommen. Bei einer solch schweren Form der allergischen Reaktion besteht Lebensgefahr. Es muss unverzüglich der Notruf verständigt werden.

Zudem können durch das Kratzen Bakterien in die Wunde gelangen und es kann im schlimmsten Fall zu einer Blutvergiftung (Sepsis) kommen. Bei sehr starken Schwellungen oder wenn sich ein roter Streifen in der Nähe der Einstichstelle bildet, sollten Betroffene eine*einen Ärztin*Arzt aufsuchen. Das Gleiche gilt, wenn Symptome wie Fieber, Schüttelfrost oder Kreislaufprobleme auftreten.


Kriebelmücken als Krankheitsüberträger

Bisher ist nicht bekannt, dass in Deutschland heimische Kriebelmücken Krankheiten übertragen. Forschende konnten jedoch mittlerweile auch in Stechmücken Erreger der Lyme-Borreliose nachweisen. Die Krankheit, die hauptsächlich von Zecken übertragen wird, kann zu Symptomen wie Hautausschlägen (Wanderröte), Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen führen. In schweren Fällen sind Gelenk- und  Herzmuskelentzündungen möglich. Ob Kriebelmücken aber tatsächlich bei der Verbreitung von Borreliose eine Rolle spielen, ist derzeit noch nicht bekannt.

In tropischen und Subsahararegionen Afrikas sind Kriebelmücken zudem Überträger der Flussblindheit (Onchozerkose). Bei dieser Erkrankung siedeln sich Fadenwürmer im Körper von Infizierten an. Die Larven werden über das Blut von Kriebelmücken verbreitet, da die Insekten beim Blutsaugen infizierter Menschen die Larven mit einsaugen und anschließend an eine gesunde Person weitergeben. Die Onchozerkose ist eine der häufigsten Ursachen für Erblindung in Subsahara-Afrika.

Was hilft bei einem Biss der Kriebelmücke?

Betroffene eines Kriebelmückenbisses sollten trotz starkem Juckreiz nicht an der Bissstelle kratzen. Dadurch kann sich die Wunde infizieren und die Wundheilung verzögert sich. Stattdessen empfehlen sich folgende Maßnahmen gegen die Beschwerden:

  • Kühlen: Die juckende Stelle sollte mit einem Kühl-Roller, kaltem Wasser oder Eis gekühlt werden. Dadurch bilden sich Schwellungen zurück und Juckreiz wird gelindert. Aber Vorsicht: Eis nie direkt auf die Haut auflegen, um Erfrierungen zu vermeiden. Unterwegs kann es helfen, etwas Spucke auf den Stich zu geben, da die Verdunstung der Flüssigkeit auf der Haut ebenfalls einen kühlenden Effekt hat.

  • Desinfizieren: Offene Wunden sollten mit klarem Wasser gereinigt und anschließend mit einem Spray zur Wund-Desinfektion behandelt werden, um Bakterien und andere Erreger abzutöten.

  • Salben: Salben und Gele mit Kortison oder antiallergischen Substanzen aus der Apotheke sind ebenfalls geeignete Mittel bei Kriebelmückenstichen. Die enthaltenen Wirkstoffe mindern die Wirkung von Histamin, das für Juckreiz und Quaddelbildung verantwortlich sind.

  • Hausmittel: Bewährt haben sich beispielsweise Umschläge mit Essigwasser, eine aufgeschnittene Zwiebel oder zerriebene Blätter des Spitzwegerichs.

Wichtig: Bei einer bakteriellen Entzündung reichen Hausmittel nicht mehr aus. Bessern sich die Beschwerden in den nächsten Tagen nicht, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Unter Umständen kann dann die Einnahme von Antibiotika notwendig sein.

Tipps zur Vorbeugung von Kriebelmückenstichen

Dass Kriebelmücken zu ihren Wirten finden, hat mehrere Gründe. Zum einen werden sie von dem Kohlendioxid angelockt, das beim Ausatmen ausgestoßen wird. Zum anderen empfinden sie Substanzen im menschlichen Schweiß (zum Beispiel Ammoniak, Harn- oder Milchsäure) als anziehend. Um sich vor Kriebelmücken zu schützen, ist es daher empfehlenswert, regelmäßig zu duschen, um den Schweiß zu entfernen.

Darüber hinaus können weitere Maßnahmen vor Kriebelmücken schützen:

  • Insektengitter am Fenster und Moskitonetze über dem Schlafplatz anbringen
  • Helle Kleidung tragen, da diese Mücken weniger anlocken
  • Lange Kleidung anziehen, da Kriebelmücken nicht durch die Stoffe stechen können
  • Insektenschutzmittel verwenden (besten Schutz bieten Mittel mit dem Wirkstoff DEET)
  • Fließende Gewässer, Weiden und Pferdekoppeln meiden

Zudem können einige ätherische Öle dazu beitragen, Kriebelmücken fernzuhalten. Die Insekten mögen beispielsweise keine Düfte von Zitrusfrüchten, Lavendel, Eukalyptus oder Zedernholz. Die ätherischen Öle können auf die Haut aufgetragen oder in eine Duftlampe gegeben werden. Auch Duftkerzen mit entsprechenden Gerüchen sind im Handel erhältlich.

Die besten Hausmittel gegen Mückenstiche
Beratender Experte
Frau Lucia Cremer

Kinderkrankenschwester und frühkindliche Entwicklungsbegleitung

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