Fruchtbarkeit und Zeugung

Duphaston bei Kinderwunsch und Beschwerden in den Wechseljahren

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Duphaston ist ein künstlich hergestelltes Hormon, das vor allem zur Behandlung von unerfülltem Kinderwunsch eingesetzt wird. Eine Einnahme sollte gründlich überlegt sein, da die Wirkung des Medikaments umstritten ist und unangenehme Nebenwirkungen auftreten können.

Mutter hebt Baby in die Luft
©Getty Images/Westend61

Artikelinhalte im Überblick:

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Was ist Duphaston?

Duphaston stammt aus einer Gruppe weiblicher Geschlechtshormone – den sogenannten Gestagenen. Der eigentliche Wirkstoff des Medikaments heißt Dydrogesteron. Dabei handelt es sich um ein künstlich hergestelltes Hormon, das dem körpereigenen Hormon Progesteron sehr ähnlich ist.

Zu den Anwendungsgebieten von Duphaston zählen:

Duphaston dient der Behandlung von Zyklusstörungen, die auf einen Progesteronmangel zurückzuführen sind. Der Wirkstoff soll den Zyklusverlauf normalisieren und die Voraussetzungen für eine Schwangerschaft schaffen. Zudem kann Duphaston, meist in Kombination mit einem Östrogen, bei Wechseljahresbeschwerden zum Einsatz kommen.

Duphaston bei unerfülltem Kinderwunsch

Progesteron wird normalerweise in der zweiten Zyklushälfte zwischen dem Eisprung und der nächsten Monatsblutung gebildet. Zusammen mit dem Geschlechtshormon Östrogen regt Progesteron den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut an. Beide Hormone sorgen dafür, dass die befruchtete Eizelle ein gutes Nährkissen in der Gebärmutter vorfindet, in das sie sich einnisten kann. Bleibt eine Schwangerschaft aus, bildet sich der Gelbkörper, der während des Eisprungs entstanden ist, wieder zurück. Die Konzentration von Progesteron fällt dadurch ab und die Monatsblutung setzt ein.

Liegt eine Gelbkörperschwäche vor, wird zu wenig Progesteron gebildet und es kommt zu Zyklusstörungen. Zudem verhindert ein Progesteronmangel den reibungslosen Aufbau der Gebärmutterschleimhaut – und damit das Einnisten einer befruchteten Eizelle. Da Duphaston ähnlich wie Progesteron wirkt, kann es einen Progesteronmangel ausgleichen. Das hilft beispielsweise Frauen, deren Kinderwunsch bisher unerfüllt blieb.

Duphaston bei Wechseljahresbeschwerden

Neben der Produktion von Östrogenen nimmt bei Frauen in den Wechseljahren auch die Bildung des Gelbkörperhormons Progesteron sukzessive ab. Die hormonelle Veränderung kann zu verschiedenen Beschwerden führen. So leiden viele Frauen unter anderem an

Führen diese zu einer starken Beeinträchtigung der Lebensqualität, kommt eine Hormonersatztherapie (HRT) infrage, bei der der Hormonmangel mithilfe künstlicher Hormone ausgeglichen wird. Da Östrogene das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut anregen, wird die Therapie meist mit der zusätzlichen Anwendung von Gestagenen wie Dydrogesteron kombiniert. Dadurch kann das Risiko für Krebserkrankungen der Gebärmutterschleimhaut verringert werden.


Die Wirkung von Duphaston ist umstritten

Progesteron ist mittlerweile fester Bestandteil bei der Behandlung von unerfülltem Kinderwunsch. Ziel der sogenannten assistierten Reproduktionstherapie ist es, die Gelbkörperphase nach dem Eisprung und das Einnisten der befruchten Eizelle zu unterstützen. Eine Studie hat gezeigt, dass mithilfe des oral verabreichten Wirkstoffes Dydrogesteron eine ähnlich hohe Schwangerschaftsrate wie mit vaginalem Progesterongel erreicht werden kann. Untersuchungen, die sich explizit mit den Vor- und Nachteilen von Duphaston bei Kinderwunsch beschäftigen, fehlen aber bisher. Auch die Datenlage bezüglich Endometriose, Regelschmerzen oder Wechseljahresbeschwerden ist sehr mangelhaft.

Vor allem in Hinblick auf mögliche Nebenwirkungen von Duphaston sollte eine Einnahme des Medikaments gut abgewogen werden. Auch persönliche Voraussetzungen sollten in die Entscheidung für oder gegen Duphaston miteinbezogen werden.

Nebenwirkungen von Duphaston

Duphaston kann die Leberwerte beeinflussen und zu Leberschädigungen führen. Mögliche Anzeichen, die unverzüglich ärztlich abgeklärt werden sollten, sind eine dunkle Verfärbung des Urins, eine helle Verfärbung des Stuhlgangs oder gelb verfärbte Augen (Hinweis auf Gelbsucht). Zudem können folgende Nebenwirkungen auftreten:

Darüber hinaus kann Duphaston zu unreiner Haut und fettigen Haaren führen. Auch berichten einige Frauen von einer erhöhten Berührungsempfindlichkeit der Brüste.

Treten allergische Reaktionen auf wie Schwellungen von Gesicht und Rachen auf, die zu Schwierigkeiten beim Atmen führen, sollte die Einnahme unverzüglich unterbrochen und ärztliche Hilfe gesucht werden.

Wann darf Duphaston nicht eingenommen werden?

Duphaston darf in folgenden Fällen nicht eingenommen werden:

  • Bluthochdruck (da Gestagene den Blutdruck zusätzlich steigern können)
  • Lebererkrankungen
  • einem Tumor, dessen Wachstum durch Gestagene gefördert wird (zum Beispiel einem Meningeom)
  • Krebserkrankungen der Brust oder der Eierstöcke in der Vergangenheit
  • Vaginalblutungen unbekannter Ursache

Außerdem eignet sich Duphaston nur eingeschränkt für Menschen mit Blutgerinnungsstörungen, Übergewicht und für Raucher*innen. Für sie besteht eine erhöhte Thrombosegefahr. Besondere Vorsicht ist zudem für Frauen mit Epilepsie geboten: Sie müssen unter der Wirkung von Duphaston verstärkt mit Krampfanfällen rechnen. Für weitere Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage oder fragen Sie Ihre*n Apotheker*in.

Darüber hinaus ist eine Behandlung mit Duphaston nicht für stillende Mütter und Schwangere geeignet, da noch keine ausreichenden Erfahrungen zur Anwendung bekannt sind. Auch sollte die Einnahme anderer Medikamente (etwa zur Behandlung von Epilepsie oder HIV-Medikamente) mit einer*einem Ärztin*Arzt besprochen werden, um unerwünschte Wechselwirkungen zu vermeiden.

Wie wird Duphaston eingenommen?

Duphaston ist erst für Frauen ab 18 Jahren zugelassen und unterscheidet sich je nach Anwendungsgebiet:

Bei Zyklusstörungen und -beschwerden:

In der Regel nehmen Frauen mit Kinderwunsch 10 bis 20 Milligramm Duphaston pro Tag jeweils in der zweiten Zyklushälfte ein. Zwei bis drei Tage nach der letzten Filmtablette kommt es üblicherweise zu Blutungen, die zwei bis vier Tage andauern kann. Die Behandlung wird meist zunächst drei Monate durchgeführt. Dann soll eine Pause erfolgen und überprüft werden, ob der Zyklus auch ohne medikamentöse Unterstützung normal verläuft.

Bei Beschwerden in den Wechseljahren:

Frauen nach der Menopause nehmen Duphaston in Kombination mit Östrogen ein. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten. Entweder beide Hormone werden von Anfang an gemeinsam eingenommen. Alternativ kann aber auch ein Zyklus imitiert werden: In diesem Fall werden zunächst 21 Tage lange nur Östrogenpräparate verwendet, in den letzten 10 bis 14 Tagen des Zyklus kommen dann zusätzlich Gestagene zum Einsatz.

Da die Arzneimittel müde machen, ist es empfehlenswert, sie erst abends einzunehmen. Richten Sie sich bezüglich Einnahme und Dosierung immer an die genauen Vorgaben ihrer*ihres Ärztin*Arztes.

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Beratender Experte
Frau Dr. Barbara Grüne

Fachärztin für Gynäkologie u. Geburtshilfe

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