Bakterien greifen Zähne an

Karies – schmerzhafte Löcher im Zahn

Karies ist eine Erkrankung der Zähne, die weltweit sehr häufig vorkommt. Der Hauptverursacher ist das Bakterium Streptococcus mutans. Es verwandelt Zucker aus der Nahrung in aggressive Säuren, welche die Zähne angreifen. Eine zuckerreiche Ernährung und schlechte Zahn- und Mundhygiene begünstigen die Bildung von Karies. Die Zahnkrankheit lässt sich an Verfärbungen, dem typischen "Loch im Zahn" und Zahnschmerzen erkennen. Die Behandlung fällt umso schonender aus, je früher der Zahnarzt die Karies entdeckt. Der Zahnerkrankung können Sie wirksam vorbeugen.

Zahnschmerzen
Zahnschmerzen sind das wichtigsten Anzeichen für Karies.
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Karies ist eine Erkrankung der Zähne, die den Zahnschmelz, das Zahnbein (Dentin) und die Zahnwurzel schädigen kann. Sie entwickelt sich nicht von heute auf morgen, sondern schrittweise. Die Verursacher von Karies sind Bakterien namens Streptococcus mutans. Das Wort Karies stammt aus dem Lateinischen: "caries" bedeutet so viele wie "Morschheit" oder "Fäulnis", was den Zustand eines kariösen Zahns ganz gut beschreibt. Früher hieß Karies deshalb auch Zahnfäule.

Ist Karies ansteckend?

Karies ist eine bakterielle Infektionskrankheit und damit ansteckend. Sie wird von Mensch zu Mensch über den Speichel übertragen. Oft stecken sich schon kleine Kinder mit den Bakterien an, etwa wenn Eltern ihren Sprössling küssen oder den Schnuller ablecken und ihn anschließend in den Kindermund stecken.

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Das Bakterium Streptococcus mutans verwandelt den Zucker aus Nahrungsmitteln und Getränken durch ihren Stoffwechsel in aggressive Säuren, allen voran in Milchsäure. Diese attackieren zunächst die äußerste Schicht der Zähne, den Zahnschmelz, und entkalken (demineralisieren) ihn. Außerdem produzieren Kariesbakterien einen dünnen, klebrigen Biofilm, der auf den Zähnen haftet, die sogenannte Plaque. Dieser enthält neben den Keimen noch Speichel und Nahrungsreste. Die Plaque bietet ideale Bedingungen für Kariesbakterien, um sich zu vermehren. Bei einer unbehandelten Karies dringen die Bakterien in das Zahnbein ein und zersetzen den Zahn von innen heraus –  es entstehen die typischen Karieslöcher. Breitet sich die Karies weiter in Richtung Zahnwurzel aus, hilft nur noch eine Wurzelbehandlung oder das Ziehen des Zahns.

Karies ist eine Volkskrankheit

Karies ist weltweit verbreitet und kommt in nahezu allen Bevölkerungsschichten vor. Zahnärzte schätzen, dass bei Erwachsenen zwischen 35 und 44 Jahren im Schnitt 15 Zähne mit Karies befallen sind. Oft haben diese Zähne eine Füllung oder Krone. Im schlimmsten Fall fehlen sie aufgrund der fortgeschrittenen Karies ganz.

Dagegen kommt Karies heute bei Kindern und Jugendlichen weitaus seltener vor. Ein Grund ist, dass Eltern verstärkt auf vorbeugende Maßnahmen wie regelmäßiges Zähneputzen und Besuche beim Zahnarzt achten. Dennoch leidet etwa jedes dritte zwölfjährige Kind unter Karies oder deren Folgen, beispielsweise Füllungen oder fehlenden Zähnen. Karies befällt sogar schon die Milchzähne und selbst Babys können betroffen sein. Schuld sind hier oftmals Trinkflaschen mit zuckerhaltigen Getränken, an denen die Kinder den ganzen Tag über nuckeln.

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Das Kariesrisiko ist individuell unterschiedlich. Es hängt unter anderem von der Zusammensetzung des Speichels ab. Ist der pH-Wert des Speichels niedrig (saurer Bereich), ist das Risiko für Karies größer Denn der Speichel kann die schädlichen Säuren im Mund nicht ausreichend neutralisieren. Auch die Menge des Speichels, die ein Mensch produziert, die Ernährung (viel Zucker und Süßigkeiten) und mangelnde Mundhygiene spielen eine Rolle bei der Kariesentstehung.

Diese Symptome kennzeichnen Karies

Karies entsteht nicht von heute auf morgen, sondern entwickelt sich schrittweise. Die Erkrankung kann einen Zahn oder mehrere Zähne befallen. Primärkaries bedeutet, dass die Karies neu an einem zuvor noch nicht befallenen und unbehandelten Zahn auftritt. Aber auch an bereits therapierten Zähnen, etwa unter Füllungen oder Kronen, kann sich erneut Karies entwickeln. Zahnärzte nennen dies Sekundärkaries.

Je nach Stadium der Zahnerkrankung treten unterschiedliche Symptome auf. Was wohl fast jeder kennt, sind Zahnschmerzen. Meist ist die Karies in diesem Fall schon weiter fortgeschritten. Insgesamt unterscheiden Zahnärzte verschiedene Kariesstadien. Im Anfangsstadium lässt sich die Zahnkrankheit mit Fluoridierungsmaßnahmen oft noch rückgängig machen.

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Typische Karies-Symptome sind:

  • weiße Flecken (white spots) auf dem Zahn im Anfangsstadium; Mineralien werden aus dem Zahn gelöst (Entkalkung) und der Zahnschmelz wird porös; eine Behandlung mit Fluoriden wirkt dem entgegen.

  • dunkle Verfärbungen, wenn sich in die weißen Stellen Farbstoffe einlagern, aufgerauter Zahnschmelz (der Zahnarzt bleibt mit der Sonde in den Unebenheiten hängen)

  • Loch im Zahn

  • Zahnschmerzen, wenn die Karies das unter dem Zahnschmelz liegende Zahnbein (Dentin) erreicht hat, Entzündungen im Zahnmark

  • Empfindlichkeit der Zähne gegenüber süßen, kalten oder heißen Speisen; heftigere Zahnschmerzen; meist sitzt die Zahnkaries dann tiefer, die Zahnwurzel ist entzündet (Wurzelentzündung) und es folgt eine Wurzelbehandlung.

Am besten gehen Sie regelmäßig zweimal im Jahr zur Kontrolle zu Ihrem Zahnarzt. Er kann Karies meist schon im Anfangsstadium aufspüren, so dass sie sich nicht innerhalb des Zahns weiter ausbreitet oder andere Zähne befällt. Je früher die Behandlung stattfindet, desto glimpflicher geht sie in der Regel aus.

Karies: Ursachen und Risikofaktoren

Damit Karies entstehen kann, müssen mehrere Faktoren zusammenspielen. Die Hauptursache von Karies sind die Bakterien Streptococcus mutans und ihr für die Zähne schädlicher Stoffwechsel. Sie setzen Zucker, die ein Mensch über die Nahrung aufnimmt, in Säuren um. Diese greifen zunächst den äußeren Zahnschmelz an. Es erfolgt eine Entkalkung (Demineralisierung). In diesem Stadium lässt sich die Karies oft noch durch Fluoridierungsmaßnahmen (Remineralisierung) rückgängig machen. Später kann die Karies auf weitere Teile des Zahns übergreifen, etwa auf das darunterliegende Zahnbein (Dentin), das Zahnmark (Pulpa) oder die Zahnwurzel. Auch andere Zähne können in Mitleidenschaft gezogen werden.

Zahnbelag als Kariesursache

Die Bakterien bilden einen klebrigen Zahnbelag (Biofilm), der auf den Zähnen haften bleibt, und in dem sie sich gut vermehren können. Dieser Zahnbelag, der aus Bakterien, Speichel und Nahrungsrückständen besteht, heißt auch Plaque. Wichtig ist, schädlichen Biofilm regelmäßig beim Zahnarzt entfernen lassen.

Risikofaktor Zucker

Menschen, die viel Zucker essen, erhöhen ihr Kariesrisiko. Große Mengen stecken in Süßigkeiten wie Schokolade, Kuchen, Torten oder Bonbons, aber auch in Lebensmitteln, in denen Sie den Zucker nicht gleich vermuten, zum Beispiel in Senf oder Ketchup. Noch wichtiger als die Menge an konsumiertem Zucker scheint die Häufigkeit zu sein, mit der die Bakterien tagsüber eine "Zuckerladung" bekommen. Essen Sie also lieber einmal am Tag Süßes statt den ganzen Tag über Bonbons zu lutschen. Putzen Sie sich anschließend gut die Zähne. Gleiches gilt für den Konsum von Lebensmitteln, die viel Säure enthalten, zum Beispiel Zitrusfrüchte. Auch sie setzt den Beißern zu. Mit dem Zähneputzen sollte man hier jedoch mindestens eine halbe Stunde warten (siehe unten).

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Mangelnde Mundhygiene

Viele Menschen pflegen ihre Zähne nicht ausreichend oder falsch. Eine schlechte Mundhygiene macht aber die Zähne anfälliger für Karies. Zahnärzte empfehlen Folgendes als Kariesschutz:

  • Putzen Sie Ihre Zähne mindestens zweimal pro Tag, am besten nach dem Essen und vor dem Zubettgehen. Wenn Sie säurehaltige Lebensmittel gegessen haben, sollten Sie mit dem Zähneputzen mindestens eine halbe Stunde abwarten. Die Säuren greifen den Zahnschmelz an. Die dabei gelösten Mineralien kann der Körper jedoch nach kurzer Zeit wieder aufbauen. Putzt man vorher die Zähne, wird dieser Prozess gestört. Regelmäßiges Zähneputzen senkt auch die Zahl der Bakterien im Mund.
  • Die verwendete Zahnpasta sollte Fluoride enthalten, die sich in den Zahnschmelz einlagern.
  • Auch Zahnzwischenraumbürsten, Zahnseide und Mundspülungen helfen den Zähnen, gesund zu bleiben.
  • Ein Muss sind regelmäßige Zahnarztbesuche und die Entfernung harter, zäher Zahnbeläge (Plaque), in denen die Kariesbakterien sitzen. Ratsam ist eine Professionelle Zahnreinigung (PZR).

Speichelzusammensetzung

Speichel ist ein wahres Multitalent, das bei der Kariesentstehung eine schützende Wirkung haben kann. Die Zusammensetzung dieser Flüssigkeit im Mund ist von Mensch zu Mensch verschieden. Im Speichel befinden sich Mineralstoffe, die sich in den Zahnschmelz einlagern, ihn härten und so Karies entgegenwirken. Auch neutralisiert der Speichel Säuren, die den Zahn angreifen könnten, und wirkt antibakteriell. Speichel verflüssigt die aufgenommene Nahrung und sorgt dafür, dass sie schneller aus dem Mund abtransportiert werden kann. So bleiben weniger Nahrungsreste an den Zähnen haften. Achten Sie also auf eine ausreichende Speichelproduktion, zum Beispiel indem Sie zuckerfreien(!) Kaugummi kauen.

Familiäre Faktoren

Karies tritt in manchen Familien gehäuft auf, obwohl die Zahnkrankheit nicht vererbbar ist. Vielmehr vermuten Experten, dass ähnliche Gewohnheiten beim Essen (zum Beispiel viel Zucker) und die gleiche mangelnde Mund- und Zahnhygiene die Gründe sind. Eltern sind in diesen Punkten Vorbilder für ihre Kinder.

Andere Risikofaktoren

Manche Zahnbereiche sind besonders anfällig für Karies. Dazu gehören kleine Furchen (Fissuren) und Grübchen auf der Zahnoberfläche, die Flächen zwischen den Zähnen, freiliegende Wurzeln und der untere Teil der Zahnkrone am Übergang zum Zahnfleisch. Diese sollten Sie besonders gut putzen und reinigen.

Karies: Diagnose auf den ersten Blick

Ein Tipp vorab: Gehen Sie nicht erst zum Zahnarzt, wenn Sie Zahnschmerzen haben – dann hat sich die Karies oft schon ausgebreitet. Suchen Sie besser freiwillig zweimal im Jahr Ihren Zahnarzt auf.

Die Diagnose "Karies" kann ein Zahnarzt meist auf den ersten Blick anhand der typischen Verfärbungen und Löcher in den Zähnen sowie eventueller Zahnschmerzen stellen. Mit einem Spiegel untersucht er zunächst alle Zähne auf dunkle Verfärbungen, sie gelten als Hinweis auf Karies. Mit einer speziellen Sonde, einem spitzen Instrument, prüft er die Oberfläche der Zähne. Bei Unebenheiten bleibt er mit der Sonde hängen.

Röntgenuntersuchung

Eine Röntgenuntersuchung zeigt, welche Zähne von Karies betroffen sind und welches Ausmaß die Zahnkrankheit hat. Die Karies kann zum Beispiel nur den Zahnschmelz betreffen, aber auch Zahnbein (Dentin), -mark oder -wurzel. Der Zahnarzt sieht auf dem Röntgenbild auch, ob sich unter Füllungen, Inlays oder Kronen sowie zwischen den Zähnen Karies gebildet hat. Die Therapie hängt davon ab, wie stark der Zahn von der Karies angegriffen und zerstört ist.

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Karies-Behandlung: Bohren, Füllungen, Zahnersatz

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Karies zu behandeln. Mit dem unangenehmen Bohrer haben wohl viele Menschen schon einmal Bekanntschaft gemacht. Aber es gibt weitere Optionen.

Fluoride bei beginnender Karies

Bei einer beginnenden Karies zeigen sich auf der Zahnoberfläche weiße Flecken (white spots). Im Anfangsstadium lassen sich die Zähne eventuell mit Fluoriden remineralisieren. Eingesetzt werden zum Beispiel Fluoridgele, die der Zahnarzt auf den betroffenen Zahn aufstreicht.

Karies wegbohren

Mit Hilfe eines Bohrers entfernen Zahnärzte die angegriffene Zahnsubstanz soweit wie nötig. Dabei versuchen sie, die gesunde Zahnsubstanz möglichst zu schonen und zu erhalten. Die Therapie mit dem Bohrer empfinden die meisten Patienten als schmerzhaft. Eine örtliche Betäubung des betroffenen Zahns ist sinnvoll. Die Kariesentfernung mittels Laser oder chemischer Substanzen ist noch in der Erprobung – sie wird noch nicht routinemäßig in der Zahnarztpraxis angewendet. Die Krankenkassen übernehmen auch nicht die Kosten dafür. Die Techniken sollen aber weitgehend schmerzfrei sein. Auch entfällt das unangenehme, kreischende Geräusch des Bohrers, das viele als beängstigend und nervtötend empfinden.

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Zahnfüllungen

Nach dem Wegbohren der Karies füllen Zahnärzte das entstandene Loch wieder auf. Es gibt verschiedenen Füllungsmaterialien, deren Auswahl vom zukünftigen Belastungsgrad, ästhetischen Ansprüchen und Wünschen, aber auch vom Geldbeutel des Patienten abhängt. Der Zahnarzt bringt die jeweilige Füllung in das Loch ein und härtet sie dort aus.

Ausführliche Informationen zu verschiedenen Zahfüllungen, Vor- und Nachteilen sowie Kosten erfahren Sie hier.

  • Amalgam: Das silberfarbene, weiche und kostengünstige Amalgam eignet sich für ausgedehnte Füllungen im nicht sichtbaren Seitenbereich; Amalgam gilt trotz seines Quecksilbergehaltes immer noch als gesundheitlich unbedenklich. Der Einsatz ist in der Zahnmedizin erlaubt. Trotzdem hat das EU-Parlament jetzt eine Verordnung beschlossen, nach der Zahnärzte ab Juli 2018 kein Amalgam mehr bei Schwangeren, Stillenden und Jugendlichen unter 15 Jahren als Zahnfüllung einsetzen dürfen. Ausgenommen sind medizinisch notwendige Fälle.

  • Kunststoffe (Komposite): Das Material ist zahnfarben und stopft Löcher in Front- und Schneidezähnen oder großflächige Löcher.

  • Keramik: Keramik-Füllungen unterscheiden sich in Struktur und Farbe kaum von den eigenen Zähnen, sie sind gut verträglich und auch sehr stabil.

  • Gold: Füllungen aus Gold werden hierzulande nur noch selten verwendet, auch aus ästhetischen Gründen; ein Vorteil ist aber, dass sie sehr lange halten.

  • Glasionomerzement und Kompomere: Mit diesen Materialen werden hauptsächlich kariöse Milchzähne versorgt oder Zahnersatz-Materialien befestigt. Sie eignen sich nur als provisorische Füllung für eine Übergangszeit, denn die Materialien sind nur begrenzt haltbar. Auch halten sie meist dem Kaudruck beim Essen nicht lange Stand.

Inlays für ausgedehnte Löcher

Neben den "normalen" Füllungen gibt es sogenannte Einlagefüllungen (Inlays), die ein Zahntechniker im Labor anfertigt und der Zahnarzt dann in einem Stück in das Loch platziert. Solche Inlays sind allerdings vergleichsweise teuer.

 

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Wurzelkanalbehandlung

Hat sich die Karies auf die Zahnwurzel und das Zahnmark (Pulpa) ausgebreitet, ist eine Wurzelbehandlung nötig.  Der Zahnarzt entfernt entzündetes Gewebe und spült Bakterien aus dem Wurzelkanal. Dieser wird im Anschluss mit einer Füllung verschlossen. Die Wurzelbehandlung ist ohne Narkose nicht erträglich. Aber so lässt sich der geschädigte Zahn oft noch retten.

Zahnersatz

Manchmal sind die Kariesschäden so groß, dass eine Füllung nicht mehr möglich ist. Dann müssen verschiedene Formen von Zahnersatz wie Brücken, Kronen, Prothesen oder Implantate Abhilfe schaffen.

  • Kronen oder Teilkronen: Der Zahnarzt schleift den Zahn ab und ummantelt ihn vollständig mit einer Krone. Sie lässt sich aus verschiedenen Materialien wie Keramik, Kunststoff oder Metall fertigen – je nach Anspruch. Die Teilkrone umhüllt den Zahn nicht vollständig, sondern stabilisiert nur Teilbereiche der Zahnkrone.

  • Brücke: Manchmal ist der Zahn so schwer geschädigt, das der Zahnarzt in nicht erhalten kann und ihn ziehen muss. Auch eine Parodontitis oder Unfälle können zum Zahnverlust führen. Die Zahnlücke lässt sich mithilfe einer Brücke schließen. Dabei werden ein oder mehrere künstliche Zähne an bestehenden Zähnen befestigt. Eine Brücke kann also auch mehrere Zähne ersetzen.

  • Zahnimplantate sind kleine Stifte, die fest im Kiefer verschraubt werden (künstliche Zahnwurzeln, "Dübel"). Einige Wochen später, wenn das Implantat eingeheilt ist, wird darauf eine Krone befestigt.

  • Prothese/Teilprothese: Dieser künstliche Zahnersatz wird nicht fest im Gebiss verankert, sondern lässt sich herausnehmen, zum Beispiel abends vor dem Schlafengehen.

Karies vorbeugen mit der richtigen Zahnpflege

Es gibt viele Möglichkeiten, wie Sie Karies effektiv vorbeugen können. An einigen Punkten können Sie selbst ansetzen, zum Beispiel an der Ernährung und einer guten Mund- und Zahnhygiene. Aber auch regelmäßige Besuche beim Zahnarzt, der Karies frühzeitig erkennen kann, oder die Entfernung der Plaque auf den Zähnen, gehören zu einer guten Prophylaxe. Dass diese wirkt, zeigt die sinkende Zahl an Kindern und Jugendlichen, die heute Karies entwickeln.

Zweimal im Jahr zum Zahnarzt!

Gehen Sie vorsorglich zweimal pro Jahr zu Ihrem Zahnarzt – nicht erst dann, wenn Sie Zahnschmerzen haben. Entdeckt er Karies im Rahmen der Kontrolluntersuchungen rechtzeitig, sind die Schäden am Zahn meist weniger groß und die Behandlung fällt deutlich schonender aus. Im Frühstadium der Karies lassen sich die Zähne manchmal noch mittels Fluoridierung remineralisieren. Sagen Sie Ihrem Zahnarzt auch, wie Sie Ihre Zähne pflegen. Vielleicht gibt es weitere Maßnahmen, wie Sie Ihre Zahngesundheit verbessern und Karies vorbeugen können.

Gute Zahn- und Mundhygiene

Eine gründliche Zahn- und Mundpflege sind das A und O des Kariesschutzes:

  • Richtig Zähne putzen! Putzen Sie Ihre Zähne mindestens zweimal am Tag gründlich mit einer Zahnbürste, bei der die Borsten noch nicht abgenutzt sind. Tauschen Sie diese öfters aus, sonst lässt die Reinigungswirkung nach. In der Putzwirkung sind manuelle, klassische elektrische (mit rotierendem Bürstenkopf) sowie Schallzahnbürsten in etwa gleich gut. Schrubben Sie Ihre Zähne aber nicht, sondern putzen Sie diese richtig (Anleitung vom Zahnarzt oder Gebrauchsanleitung bei elektrischen Geräten). Vielen fällt das Putzen mit den elektrischen Varianten leichter.

  • Putzen Sie sich vor allem vor dem Schlafengehen die Zähne und essen oder trinken Sie anschließend nichts Zuckerhaltiges mehr. So sind Ihre Zähne die ganze Nacht geschützt.

  • Zahnpasta: Es gibt mittlerweile unzählige Zahnpasten mit unterschiedlichen Inhaltsstoffen. Achten Sie darauf, dass die Zahnpasta Fluoride enthält. Zahnpasten aus dem Biomarkt fehlen diese oft. Auch sollten Zahnpasten nicht zu viele Stoffe enthalten, die den Abrieb fördern (vor allem Weißmacherzahnpasten!), sie schaden dem Zahnschmelz.

  • Zwischenraumbürsten (Interdentalbürsten) und Zahnseide: Nahrungsreste bleiben oft in den Zahnzwischenräumen und an den Zahnhälsen nahe dem Zahnfleisch hängen. Reinigen Sie diese deshalb regelmäßig (am besten täglich) mit Zahnseide und Zwischenraumbürsten. Beide Hilfsmittel für die Zähne gibt es zum Beispiel in Drogerien oder im Internet.

Zahngesunde Ernährung als Kariesschutz

Auch über die richtige Ernährung können Sie Karies vorbeugen. Nehmen Sie möglichst wenig Zucker über Lebensmittel und Getränke zu sich. Essen Sie lieber nur einmal am Tag Süßes und lutschen Sie nicht den ganzen Tag zuckerhaltige Bonbons. Die Kariesbakterien freuen sich weniger über die Menge des Zuckers, sondern vielmehr über deren Dauerzufuhr. Vorsicht ist auch bei verstecktem Zucker geboten, zum Beispiel in Fruchtsäften, Fertigmüsli oder Honig.

Trinken Sie außerdem viel Wasser. Das spült Ihren Mund, entfernt Zucker und Speisereste und regt die Speichelproduktion an. Wichtig ist dies vor allem nach dem Verzehr säurehaltiger Speisen, zum Beispiel Obst. Falls Sie zuckerhaltige oder saure Getränke konsumieren: Spülen Sie nicht Ihren Mundraum damit, sondern schlucken Sie die Flüssigkeiten direkt hinunter.

Tipp! Es gibt heute viele Süßigkeiten und Lebensmittel, die Zuckerersatzstoffe beinhalten. Diese Zuckeraustauschstoffe schädigen die Zähne nicht. Greifen Sie also besser zu zuckerfreien Bonbons oder Kaugummis.

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Fluoride gegen Karies

Eine ausreichende Fluoridzufuhr gilt als gute Kariesprophylaxe. Fluorid ist in zahlreichen Zahnpflege-Produkten enthalten, beispielsweise Zahnpasta und -gels, Lacken und Mundspülungen. Auch manche Lebensmittel sind mit Fluor angereichert, etwa Speisesalz.

Produkte mit Fluoriden sind entweder frei verkäuflich oder der Zahnarzt trägt sie auf. Fluorid dürfen Sie allerdings nicht überdosieren. Vor allem bei Kindern ist besondere Vorsicht geboten. Lassen Sie sich über die richtige Anwendung und Dosierung von Ihrem Zahnarzt beraten.

Fissurenversiegelung

Die Oberfläche von Zähnen ist oft zerklüftet und besitzt viele Rillen und Vertiefungen (Fissuren), in denen sich Bakterien gut einnisten können. Mit der Zahnbürste kommt man an diese Stellen oft nicht gut hin. Eine Fissurenversiegelung kann gesunde Zähne vor Karies schützen. Der Zahnarzt verschließt die Fissuren meist mit einem Kunststoff. Die Fissurenversiegelung bleibt sieben bis zehn Jahre wirksam. Bei Kindern zwischen sechs und 18 Jahren übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die Maßnahme.

Professionelle Zahnreinigung

Eine Professionelle Zahnreinigung (PZR) kann Karies ebenfalls vorbeugen. Speziell ausgebildete Prophylaxehelferinnen rücken jedem einzelnen Zahn in mehreren Arbeitsschritten zu Leibe: Sie entfernen harte und weiche Zahnbeläge, polieren, fluoridieren und geben Tipps zur Zahn- und Mundpflege. Sie zeigen Ihnen beispielswiese, wie Sie Zahnseide und Interdentalbürsten richtig anwenden. Nicht alle gesetzlichen Krankenkassen bezahlen eine Professionelle Zahnreinigung – fragen Sie am besten vorher nach. Viele beteiligen sich aber an den Kosten. Für eine PZR müssen Sie mit 80 bis 100 Euro rechnen. Je nach Zahnzustand empfehlen Zahnärzte die professionelle Zahnreinigung alle sechs Monate.

Zehn Fehler beim Zähneputzen

Autor:
Letzte Aktualisierung: 13. April 2017
Durch: sw
Quellen: Bundeszahnärztekammer (http://www.bzaek.de/), Abruf: 10.12.2014 Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (http://www.kzbv.de/), Abruf: 10.12.2014 Rafael da Silveira Moreira (2012). Epidemiology of Dental Caries in the World, Oral Health Care - Pediatric, Research, Epidemiology and Clinical Practices, Prof. Mandeep Virdi (Ed.), ISBN: 978-953-51-0133-8, InTech, Available from: http://www.intechopen.com/books/oral-health-care-pediatric-research-epidemiology-and-clinical-practices/epidemiology-of-dental-caries-in-the-world Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch, De Gruyter. 266. Auflage 2014 Weber, T.: Memorix Zahnmedizin. Thieme Verlag. Stuttgart 2010

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