Fruchtbarkeit & Zeugung

Wann ist der Eisprung? Wichtige Symptome und wie man ihn berechnet

Der Eisprung (medizinisch: Ovulation) ist genau der Zeitpunkt im weiblichen Zyklus, an dem einer der beiden Eierstöcke eine reife Eizelle in den Eileiter freisetzt. Der Eisprung äußert sich anhand typischer Symptome und lässt sich grob mithilfe der Temperatur berechnen.

Entspannte Frau
Hormone lösen den Eisprung aus.
Getty Images/Goodshoot RF

Während der ersten Hälfte des weiblichen Zyklus reift die Eizelle im Eierstock heran. Dabei umgibt sie eine Art Hülle, der sogenannte Follikel (Eibläschen). Ist die Eizelle reif, platzt der Follikel auf und der Eierstock stößt die Eizelle in den Eileiter. Von dort wandert sie durch den Eileiter Richtung Gebärmutter. Der Eisprung tritt einmal pro Zyklus auf und wird durch Hormone gesteuert. Hormone sind Botenstoffe, die in verschiedenen Drüsen des Körpers gebildet werden. Über das Blut gelangen sie zu den Zielorganen und lösen dort bestimmte Reaktionen aus. Bei einem Eisprung sind hauptsächlich die Hormone Östrogen und LH (luteinisierendes Hormon) beteiligt.

Vor dem Eisprung produzieren die Eierstöcke vermehrt Östrogen. Östrogen ist dafür verantwortlich, dass der Gebärmutterschleim dünnflüssig und somit durchlässig für die Spermien wird. Gleichzeitig regt es die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) an, LH ins Blut abzugeben. Ein Eisprung kann jedoch nur stattfinden, wenn die Konzentration von LH im Blut einen Maximalwert erreicht. Etwa zehn bis zwölf Stunden nachdem die LH-Konzentration auf diesen Wert gestiegen ist,  löst das Hormon dann den eigentlichen Eisprung aus.

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Was passiert nach dem Eisprung?

Nach dem Eisprung wandert die reife Eizelle durch den Eileiter Richtung Gebärmutter. Die Reste des aufgeplatzten Follikels (Eibläschen) verbleiben dabei im Eierstock. Aus diesen bestimmten Zellen entsteht nach dem Eisprung der Gelbkörper, der in den darauffolgenden Tagen das Hormon Progesteron (Gelbkörperhormon) ausschüttet.

Progesteron hat eine wichtige Funktion. Das Hormon bereitet die Gebärmutter nach dem Eisprung auf eine Schwangerschaft vor, indem es die Beschaffenheit der Gebärmutterschleimhaut verändert. Diese verdickt sich und lagert vermehrt Nährstoffe an. Zudem bilden sich kleine Verästelungen der Blutgefäße, welche die Gebärmutterschleimhaut stärker durchbluten.

Wenn die Eizelle nach dem Eisprung befruchtet wird, nistet sie sich in der Gebärmutterschleimhaut ein und bildet kurze Zeit danach das Hormon HCG (Human-Choriongonadotropin). Das Schwangerschaftshormon HCG bewirkt, dass der Gelbkörper weiterhin Progesteron produziert und die neu aufgebaute Gebärmutterschleimhaut erhalten bleibt.

Kommt es nach dem Eisprung nicht zu einer Befruchtung der Eizelle, zerfällt der Gelbkörper. Infolgedessen sinkt der Progesteron-Spiegel im Blut und die Gebärmutterschleimhaut baut sich langsam ab. Dieser Prozess dauert etwa 14 Tage und endet mit Einsetzen der monatlichen Regelblutung.

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Wann im weiblichen Zyklus findet der Eisprung statt?

Der weibliche Zyklus umfasst die Zeitspanne zwischen dem ersten Tag der aktuellen Regelblutung und dem ersten Tag der folgenden Regelblutung. Ein Zyklus kann zwischen 21 und 35 Tage dauern, im Durchschnitt beträgt er jedoch 28 Tage. Der Eisprung ereignet sich immer 14 Tage vor der nächsten Monatsblutung. Die Zyklustage vor dem Eisprung können dabei von Frau zu Frau variieren und auch zwischen den einzelnen Zyklen unterschiedlich lang sein. Wann der Eisprung genau eintritt, richtet sich also danach, wie lange Ihr individueller Zyklus dauert. Bei einem durchschnittlichen Zyklus von 28 Tagen wäre das genau in der Mitte, nämlich nach 14 Tagen.

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In der ersten Hälfte des Zyklus reift die Eizelle im Eierstock heran. Ist sie voll entwickelt, findet der Eisprung statt – die Frau ist fruchtbar. An den Eisprung schließt sich die zweite Zyklushälfte an. In dieser Phase bildet der Gelbkörper das Hormon Progesteron und sorgt so dafür, dass sich die Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung der Eizelle vorbereitet. Findet keine Befruchtung statt, wird die unbefruchtete Eizelle zusammen mit der abgestoßenen Gebärmutterschleimhaut als Regelblutung ausgeschieden.

Der Zeitpunkt, wann der Eisprung im Zyklus erfolgt, hängt nicht nur von den jeweiligen Hormonen ab, sondern auch von äußeren Einflüssen, zum Beispiel

  • Stress
  • Zeitverschiebungen
  • Klimaänderungen
  • psychische Belastung
  • starkes Über- oder Untergewicht
  • Drogen- oder Medikamentenmissbrauch.

Warum verändert sich die Körpertemperatur beim Eisprung?

Die menschliche Körpertemperatur liegt bei durchschnittlich 36,6 Grad Celsius. Während die körpereigene Temperatur in der ersten Phase des weiblichen Zyklus konstant bleibt, sinkt sie kurz vor dem Eisprung um etwa 0,1 Grad Celsius. Das hängt mit dem sprunghaften Anstieg von LH (luteinisierendes Hormon) im Blut zusammen. Die meisten Frauen spüren diese Temperaturschwankung jedoch nicht.

Etwa ein bis zwei Tage nach dem Eisprung kommt es zu einem Anstieg der Temperatur um bis zu 0,5 Grad Celsius. Grund dafür ist das Hormon Progesteron, das der Gelbkörper nach dem Eisprung im Eierstock produziert. Dieses Hormon lässt die körpereigene Temperatur ansteigen. In der zweiten Hälfte des Zyklus bleibt die Temperatur nach dem Eisprung solange erhöht, bis sich der Gelbkörper zurückgebildet hat und kein Progesteron mehr ausschüttet. Mit Einsetzen der Regelblutung sinkt die Temperatur dann wieder in den Normalbereich.

Wie viele Tage dauert ein Eisprung?

Ein Eisprung dauert nicht mehrere Tage, sondern läuft innerhalb von wenigen Sekunden bis Minuten ab. In dieser Zeit platzt das Eibläschen (Follikel) auf und der Eierstock stößt die reife Eizelle in den Eileiter. Nach dem Eisprung wandert die Eizelle durch den Eileiter bis zur Gebärmutter. Wenn die Eizelle nicht befruchtet wird, stirbt sie in den darauffolgenden 24 Stunden ab.

Wie lange nach dem Eisprung ist man fruchtbar?

Nach dem Eisprung ist die Frau für etwa 24 Stunden fruchtbar. Dieser kurze Zeitraum hängt mit der geringen Überlebenszeit der Eizelle zusammen. Kommt es nicht zu einer Befruchtung, stirbt die Eizelle innerhalb von maximal 24 Stunden ab. Die Spermien können jedoch bis zu drei Tage im weiblichen Körper überleben. Daher kann die Frau auch dann schwanger werden, wenn sie drei Tage vor dem Eisprung mit ihrem Partner schläft, zum Zeitpunkt des Eisprungs aber keinen Geschlechtsverkehr hat.

Für Ihre Kinderplanung empfiehlt es sich deshalb, drei Tage vor, während und kurze Zeit nach dem errechneten Eisprung mit Ihrem Partner zu schlafen. So können Sie die Chancen einer Schwangerschaft deutlich erhöhen. Wenn Sie hingegen eine Schwangerschaft verhindern möchten, sollten Sie in diesem Zeitraum auf ungeschützten Geschlechtsverkehr verzichten.

Wie kann ich meinen Eisprung berechnen?

Mithilfe der Basaltemperaturmethode können Sie den Zeitpunkt Ihres Eisprungs berechnen. Das ist sowohl für die Empfängnisverhütung als auch für einen Kinderwunsch entscheidend. Die Basaltemperaturmethode funktioniert wie folgt: In der Phase des Zyklus bis zum Eisprung bleibt die Körpertemperatur der Frau konstant. Ein bis zwei Tage nach dem Eisprung steigt die körpereigene Temperatur jedoch um bis zu 0,5 Grad Celsius. Dieser Temperaturanstieg ist mit einem Thermometer messbar und gibt daher einen Hinweis darauf, wann in etwa der Eisprung stattgefunden hat.

Um Ihren Eisprung genau zu berechnen, müssen Sie  einige Dinge beachten:

  • Messen Sie Ihre Körpertemperatur regelmäßig während des Zyklus und notieren Sie die Messergebnisse. Es ist ratsam, die Temperatur immer zur gleichen Tageszeit zu messen, damit die Ergebnisse vergleichbar sind.

  • Der Zeitpunkt des Eisprungs kann von Zyklus zu Zyklus variieren. Beobachten Sie den Anstieg Ihrer Körpertemperatur daher über mehrere Zyklen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wann Ihr Eisprung ungefähr einsetzt.

  • Achten Sie auf äußere und innere Einflüsse, die das Messergebnis verfälschen können. Dazu gehören zum Beispiel Infekte mit Fieber, Schlafmangel, Alkoholkonsum und fiebersenkende Arzneimittel wie Paracetamol.

Ihr monatlicher Zyklus hilft Ihnen zudem dabei, den Eisprung zu berechnen. Bei fast allen Frauen vergehen zwischen Eisprung und dem ersten Tag der nächsten Regelblutung 14 Tage. Der Temperaturanstieg erfolgt daher meistens 14 bis 16 Tage vor der darauffolgenden Menstruation.

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Lifeline/Wochit

 

Wie finde ich heraus, ob ich einen Eisprung habe?

Viele Frauen bemerken ihren Eisprung zumeist nicht. Gelegentlich können jedoch verschiedene Symptome auftreten, die auf einen bevorstehenden Eisprung hinweisen. Anhand der folgenden Anzeichen können Sie erkennen, ob Sie einen Eisprung haben:

  • Dünnflüssiger, glasig bis milchiger Ausfluss (Gebärmutterschleim), der zwischen den Fingern lange Fäden zieht
  • Anstieg der Körpertemperatur um bis zu 0,5 Grad Celsius
  • Schmerzen im Bereich des Eierstocks
  • Spannende, angeschwollene Brüste
  • Gesteigerte Libido
  • Leichte Blutungen

Wenn Sie sich nicht ganz sicher sind, können Sie einen Eisprung auch mit einem Ovulationstest aus der Apotheke nachweisen. Dieser Test bestimmt die LH-Menge im Urin. Ist die LH-Konzentration erhöht, deutet dies auf einen Eisprung hin.

Wie verwende ich einen Eisprungkalender?

Ohne Eisprung ist eine Befruchtung der Eizelle nicht möglich. Daher spielt der Eisprung sowohl bei der Verhütung als auch bei der Kinderplanung eine entscheidende Rolle. In Ihrem persönlichen Eisprungkalender können Sie verschiedene Daten notieren, die Ihnen bei der Kinderplanung oder der Verhütung helfen können. Auf diese Weise können Sie Ihren Eisprung besser einschätzen und somit Ihre Kinderplanung oder Verhütungsmethode anpassen. Folgende Angaben sollten Sie sich regelmäßig in Ihren Eisprungkalender aufschreiben:

  • Monatsblutung vom 1. bis zum letzten Tag
  • Jeweilige Zykluslänge
  • tägliche Messung der Körpertemperatur
  • Farbe und Beschaffenheit des Gebärmutterschleims (zur Erinnerung: glasiger Gebärmutterschleim, der zwischen den Fingern lange Fäden zieht, ist ein Anzeichen für einen Eisprung)
  • Besonderheiten wie Erkrankungen, Zwischenblutungen, Schichtdienst etc.

Bitte beachten Sie, dass der Eisprungkalender keine zuverlässige Methode zur Empfängnisverhütung ist, da es bei jeder Frau zu natürlichen Zyklusschwankungen kommen kann. Wenn Sie sicher verhüten möchten, greifen Sie am besten auf Verhütungsmittel wie Kondome oder die Antibaby-Pille zurück.

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