Süßkram aus der Natur

Felsenbirne: So lecker ist das fast vergessene Wildobst

Sie zieren Stadtparks und den Speiseplan: Felsenbirnen. Trotzdem trauen sich nur Insider an die Sträucher und ihre violetten Früchte. Viele halten sie für giftig – und darin steckt sogar ein Körnchen Wahrheit. Wir verraten, warum sich die Ernte des Wildobsts trotzdem lohnt und wie man die Felsenbirne sicher erkennen kann!

felsenbirne
Die leuchtende Färbung der Felsenbirnen schreckt viele ab. Schade drum – die Wildfrüchte schmecken ein bisschen wie Marzipan, was der Pflanze den Namen "Pralinenbaum" eingebracht hat.
© iStock.com/fotogaby

Ein bisschen wie Heidelbeeren, aber mit dezenter Marzipan-Note: So schmecken Felsenbirnen. Ihre harten Kerne sind leicht bitter. Unter Wildobst-Kennern gilt die Frucht als Geheimtipp – ob frisch geerntet, zu süßem Brotaufstrich oder Saft verarbeitet.

Ist die Felsenbirne giftig oder gesund?

Viele kennen die Früchte jedoch gar nicht oder meiden sie, weil sie die Felsenbirne für giftig halten. Ein Körnchen Wahrheit steckt darin sogar: Die Samen im Fruchtfleisch der Felsenbirnen enthalten genau wie Apfelkerne giftige Blausäure-Glykoside (cyanogene Glykoside). Sie werden in geringer Menge freigesetzt, falls man die Samen zerkaut.

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Die meisten Kerne und somit Giftstoffe werden unverdaut wieder ausgeschieden. Beim Verzehr größerer Mengen kann es zu Verdauungsproblemen kommen, ernsthafte gesundheitliche Folgen sind nicht zu befürchten.

Im Gegenteil: In Maßen tragen Felsenbirnen wie jedes Obst zu einer gesunden Ernährung bei. Sie liefern zum Beispiel sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide und Gerbstoffe, außerdem Mikronährstoffe wie Vitamin C. 100 Gramm Felsenbirnen enthalten rund 85 Kilokalorien (kcal).

Einige Inhaltsstoffe der Felsenbirne und ihre Wirkungen:

  • Flavonoide halten die Gefäße geschmeidig und das Herz gesund.
  • Mineralstoffe wie Magnesium, Kalzium und Eisen unterstützen den Schlaf, eine normale Nervenfunktion und Muskeltätigkeit.
  • Unverdauliche Ballaststoffe wie Pektin sättigen, ohne Kalorien zu liefern, und unterstützen so das Abnehmen sowie die Verdauung.
  • Gerbstoffe werden in der Naturmedizin eingesetzt, um Entzündungen im Mund- und Rachenraum zu bekämpfen.
felsenbirne reif und überreif
Zier- und Nutzgehölz in einem: Im Frühjahr begeistern die Blüten der Felsenbirne Hobbygärtner, im Sommer ihre Früchte und im Herbst die Färbung der Blätter.
© iStock.com/zamury_m

Daran erkennen Sie Felsenbirnen

Wer unsicher ist, ob es sich um Felsenbirnen handelt, kann sich an folgenden Merkmalen orientieren: Die Früchte

  • erinnern an Heidelbeeren,
  • sind etwa erbsengroß (rund ein Zentimeter im Durchmesser) und
  • rötlich-violett bis blau-schwarz gefärbt.
  • Im helleren Fruchtfleisch finden sich vier bis zehn kleine Samen.

Felsenbirnen mögen aussehen wie Beeren, gehören jedoch – wie zum Beispiel auch die Aronia – zu den Apfelfrüchten, die wiederum zu den Kernobstgewächsen zählen. Sie kommen inzwischen aber vor allem als Ziersträucher zum Einsatz, als Obstlieferant sind die Sträucher hierzulande in den Hintergrund gerückt. In Kanada hingegen gibt es noch Plantagen der dort Saskatoon genannten Frucht.

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Lifeline/Wochit

Warum heißt die Felsenbirne so?

Die Bezeichnung Felsenbirne rührt möglicherweise von ihrem süßen Aroma her, vielleicht aber auch von den weißen Blüten, die denjenigen der Birnbäume ähneln. Aus demselben Grund kennt man die Felsenbirne auch als Edelweißstrauch. Den Felsen tragen die Büsche im Namen, weil sie auf kargen Böden gedeihen. Außerdem ist aufgrund ihres Marzipanaromas der Begriff Pralinenbaum geläufig.

In manchen Gegenden heißt die Felsenbirne dagegen Korinthenbaum, denn man kann die Früchtchen trocknen und wie Rosinen zum Beispiel ins Müsli streuen sowie unter den Quark oder Joghurt rühren. Auf Creme-Desserts und Kuchen machen sich frische Felsenbirnen gut. Diese halten sich einige Tage im Kühlschrank, ein Überangebot kann man einfrieren, zu Saft, Gelee oder Likör verarbeiten.

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Felsenbirnen versüßen zum Beispiel Müsli, Gebäck und Milchprodukte.
© iStock.com/HeikeRau

Rezept für Felsenbirnen-Marmelade

Aufgrund des hohen Pektingehalts und ihres Mandelaromas eignen sich Felsenbirnen für süße Brotaufstriche wie Marmelade und Gelee. Für dieses simple Rezept müssen Sie die Früchte nur waschen und grob zerkleinern.

Zutaten für etwa drei Gläser:

  • 500 Gramm Felsenbirnen
  • 250 Gramm Gelierzucker
  • eine halbe Zitrone

Zubereitung: Die Früchte und den Zucker unter Rühren aufkochen, den Saft einer halben Zitrone zugeben und etwa fünf Minuten weiter erhitzen. Randvoll in saubere Gläser füllen, Schraubdeckel darauf und nach dem Abkühlen beschriften. Variation: Wer eine Marmelade ohne Kerne will, kann die Samen mit einem Sieb zurückhalten oder aus ihrem Saft ein Gelee machen.

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Aus Felsenbirnen lässt sich kinderleicht Marmelade oder Gelee herstellen.
© iStock.com/KatharinaRau

Felsenbirne im Garten pflanzen: Was muss man wissen?

Die Gattung "Felsenbirne" (Amelanchier, übersetzt "Äpfelchen") fasst etwa 25 verschiedene Pflanzenarten zusammen. Die Echte oder Europäische Felsenbirne (Amelanchier ovalis) ist bei uns heimisch. Weil sie jedoch leicht Mehltau bekommt, finden sich in Parks inzwischen vermehrt andere Sorten wie die Kanadische Felsenbirne (Amelanchier canadensis) und die Kupfer-Felsenbirne (Amelanchier lamarckii).

Die häufigste in Deutschland erhältliche Zuchtform heißt Ballerina-Felsenbirne. Das anspruchslose Gewächs verträgt einen halbschattigen bis sonnigen Standort und übersteht auch Frostperioden. Pflanzen sollten Sie die Büsche im Frühjahr oder Herbst.

Im April blühen die einige Meter hohen Sträucher üppig-weiß bis cremefarben und treiben kupferrote Blätter aus, im Frühsommer reifen die Früchte heran. Man kann sie – wie ihr weiterer englischer Name Juneberry vermuten lässt – bis etwa Ende Juni ernten. Auch Vögel lassen sich Felsenbirnen schmecken, weshalb man die Büsche im eigenen Garten am besten mit einem Netz schützt.

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