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So verbessern Sie Ihre Menschenkenntnis

Wir alle verfügen über eine gewisse Menschenkenntnis. Allerdings ist diese stark durch Sympathien und Vorurteile beeinflusst. Verbessern Sie Ihre Menschenkenntnis.

So verbessern Sie Ihre Menschenkenntnis
Menschenkenntnis trainieren Sie am besten im Umgang mit Menschen
© iStock.com/Yuri_Arcurs

Jeder Mensch besitzt eine mehr oder weniger gute Menschenkenntnis aufgrund seiner Erfahrungen. Diese intuitive Menschenkenntnis nimmt im Laufe des Lebens ständig zu. Ihre Menschenkenntnis trainieren Sie also am besten im Umgang mit Menschen durch genaues Beobachten. Achten Sie auf Mimik, Gestik, Sprechweise und den Körperausdruck Ihrer Mitmenschen. Erleben Sie Signale des Ausdrucks bewusst und mit offenen Augen und Ohren, um Ihre Sinne für die Nuancen zu schärfen.

Studieren Sie mimische Reaktionen auch bei Interviews im Fernsehen, um Ihre Menschenkenntnis zu schulen. Hier können Sie Personen beobachten, die sich sachlich mitteilen wollen oder auch versuchen, ihre wirkliche Meinung zu verstecken und deshalb diplomatisches Geschick entwickeln. Achten Sie auf die sparsamen, aber verräterischen Anzeichen der Mimik, Gestik und Stimme. Gibt sich der Interviewte optimistisch, neutral oder erkennen Sie eine leichte Depression? Zeigen sich Symptome von Nervosität und Unsicherheit durch unmotivierte Bewegungen der Hände wie Kopfkratzen, Wangenstreichen, Fingertrommeln? Ist die Wortwahl spontan, engagiert oder abwägend, langsam, vorsichtig? Aus diesen Merkmalen können Sie interessante Rückschlüsse darauf ziehen, ob Sie Vertrauen haben können oder vorsichtig sein müssen.

Versagen von Menschenkenntnis: Sympathien können täuschen!

Die Menschenkenntnis unterliegt vielen Täuschungsmöglichkeiten und Irrtümern. Man fällt auf diese Täuschungen leicht herein, weil sie unbewusst verlaufen. So funktioniert zum Beispiel der sogenannte "Halo-Effekt". Wenn Ihnen ein Mensch besonders sympathisch ist, dann neigen Sie dazu, ihm viele positive Eigenschaften zuzuschreiben. Umgekehrt sehen Sie eine unsympathische Person in ihrem gesamten Charakterbild negativer. Sympathiegefühle beeinträchtigen also unsere Menschenkenntnis.

Eine weitere große Fehlerquelle bei der Beurteilung anderer Menschen sind Vorurteile. Man hält Künstler für leichtlebig, Professoren für zerstreut und Studenten für politisch linksstehend. Vorurteile über Körpermerkmale lassen sich etwa auf folgende Aussagen reduzieren: Schöne Frauen sind dumm; eine hohe Stirn lässt auf Intelligenz schließen; eine Hakennase deutet Kühnheit an; wulstige Lippen zeigen Sinnlichkeit. Diese Vorurteile sind zwar bequem einfach, aber irreführend und haben weniger mir Menschenkenntnis zu tun.

Versagen von Menschenkenntnis: Die projektive Täuschung

Eine sehr verbreitete, heimtückische Fehlerquelle ist die "projektive Täuschung". Man neigt dazu, in eine Person, die einer bereits bekannten Person durch ihr Aussehen oder ihre soziale Position ähnlich ist, verwandte Eigenschaften hineinzusehen. Die Eigenschaften der bekannten Person werden in die ähnliche, aber fremde Person "projiziert". Ein Beispiel: Herr Schmidt begegnet auf einer Einladung dem fünfzigjährigen Herrn Bambach, der aufgrund seiner Figur und seines Gesichtsausdrucks einem ehemaligen Chef gleicht, mit dem sich Herr Schmidt jedoch nicht gut verstand, weil er zynisch und autoritär war. Herr Schmidt betrachtet Herrn Bambach sehr skeptisch und vermeidet eine Unterhaltung, weil er in Herrn Bambach die Eigenschaften "zynisch und autoritär" hineinprojiziert. Herr Bambach ist jedoch sehr freundlich und überhaupt nicht autoritär. Hier hat Herrn Schmidts Menschenkenntnis aufgrund der "projektiven Täuschung" versagt.

Tipps: So verbessern Sie Ihre Menschenkenntnis

1. Beurteilen Sie fremde Menschen nicht vorschnell. Lassen Sie sich Zeit zum besseren Kennenlernen und Beobachten, erst dann können Sie Menschenkenntnis individuell einsetzen.

2. Achten Sie bei Gesprächen auf die unbewussten Signale der Mimik, Gestik, Stimme und Sprechweise, um Ihre Sinne zu schärfen.

3. Machen Sie sich frei von Vorurteilen, indem Sie jeden fremden Menschen zunächst neutral sehen.

4. Passen Sie besonders auf, wenn Sie eine Person sympathisch oder unsympathisch finden, denn Sie unterliegen der Gefahr, eine graue oder rosarote Brille zu tragen.

5. Wenn Sie jemanden unsympathisch finden, sollten Sie diese Person aufmerksam studieren, um herauszufinden, warum Sie dieses Gefühl haben.

6. Wenn Sie jemand an eine andere Person erinnert, müssen Sie Ihre Urteile besonders unter Kontrolle halten, damit Sie keine falschen Eigenschaften in die Person hineinprojizieren. Denn das hat weniger etwas mit Menschenkenntnis zu tun.

7. Versuchen Sie nicht, in fremden Personen bestimmte "Typen" zu sehen, denn dadurch wird Ihre Beurteilung zu stark vereinfacht.

8. Machen Sie sich klar, dass jeder Mensch ein individuelles Wesen mit unverwechselbaren Gefühlen und Eigenschaften ist, die Sie nicht auf den ersten Blick erfassen können.

9. Versuchen Sie nicht nur herauszufinden, wie ein Mensch ist, fragen Sie auch nach den Gründen für sein Verhalten.

10. Wenn Sie einige Erfahrungen und Erlebnisse einer Person kennen, wissen Sie mehr über ihr Weltbild und können ihr Verhalten besser verstehen. Versuchen Sie, Persönlichkeitsstrukturen und den Charakter zu verstehen. Dann können Sie Ihre Menschenkenntnis auch in optimale Menschenbehandlung umwandeln.

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