Akut, subakut, chronisch

Schilddrüsenentzündung: Drei Formen der Thyreoiditis

Eine Schilddrüsenentzündung kann vielfältige Auswirkungen auf den Körper haben. Erfahren Sie hier, welche Ursachen die Thyreoiditis hat, wie Ärzte sie diagnostizieren und welche Therapien es gibt.

Arzt
Eine Entzündung der Schilddrüse macht sich vor allem durch plötzliches Fieber und Halsschmerzen bemerkbar.
(c) Stockbyte

Eine Schilddrüsenentzündung (Thyreoiditis) betrifft die Schilddrüse, ein kleines etwa fünf Zentimeter großes schmetterlingsförmiges Organ unterhalb des Kehlkopfs. Frauen erkranken häufiger an Schilddrüsenentzündungen als Männer. Die Krankheit tritt bei ihnen meist zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr auf.

Es werden verschiedene Formen der Schilddrüsenentzündung unterschieden, die – jede für sich – ein vollständig eigenes Krankheitsbild darstellt:

  • akute Thyreoiditis
  • subakute granulomatöse Thyreoiditis de Quervain
  • chronische lymphozytäre Thyreoiditis (Hashimoto, Morbus Basedow)

Symptome der Schilddrüsenentzündung

Die akute Thyreoiditis beginnt plötzlich mit Fieber und Schmerzen im Bereich der Schilddrüse. Es kann dort zu einer Schwellung der Lymphknoten kommen.

Auch die subakute Schilddrüsenentzündung macht sich durch Fieber bemerkbar. Die Betroffenen fühlen sich sehr müde und abgeschlagen. Es entstehen oft Schmerzen im Bereich der Schilddrüse, die wandern oder sich auf Ohren und Kiefer ausbreiten können. Gelegentlich verläuft die subakute Schilddrüsenentzündung auch schmerzfrei.

Bei den chronischen Schilddrüsenentzündungen macht sich Morbus Basedow durch Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion bemerkbar. Es kann beispielsweise zur Steigerung der Herzschlagfrequenz, hohem Blutdruck, starkem Schwitzen und der Bildung eines Kropfs kommen. Als typisch gilt auch das Hervortreten der Augäpfel. Da sich die Symptome erst nach und nach schleichend einstellen, werden sie oft lange nicht als Schilddrüsenerkrankung wahrgenommen, sondern dem Alltagsstress zugeschoben.

Bei der Hashimoto-Thyreoiditis zeigt sich eine Schilddrüsenunterfunktion, der zunächst eine Überfunktion vorausgehen kann. Die Unterfunktion kann sich durch Symptome wie beispielsweise gesteigertes Kälteempfinden, ein Druckgefühl am oder im Hals oder auch einen veränderten Menstruationszyklus äußern.

Familiäre Häufung der chronischen Thyreoiditis

Die akute Schilddrüsenentzündung tritt sehr selten auf. Zu den Verursachern zählen Viren und Bakterien, die beispielsweise bei einer Mandelentzündung von ihrem ursprünglichen Infektionsort über das Blut weitergetragen werden. Auch Traumen oder Bestrahlungen bei der Behandlung von Tumoren können diese Form der Schilddrüsenentzündung auslösen.

Die subakute Schilddrüsenentzündung tritt häufig plötzlich im Anschluss an eine Viruserkrankung der Luftwege auf. Auch eine genetische Veranlagung kann Ursache dieser Erkrankung sein.

Die chronische Schilddrüsenentzündung ist eine Autoimmunerkrankung und die häufigste Form der Schilddrüsenentzündung. Aus ungeklärter Ursache bildet der Körper des Betroffenen Antikörper, die die Schilddrüse schädigen. Diese Form der Erkrankung tritt familiär gehäuft auf. Oft besteht ein Zusammenhang zwischen der Schilddrüsenentzündung und Haarausfall (Alopezie) oder der Weißfleckenerkrankung der Haut (Vitiligo).

Untersuchungen, die Schilddrüsenentzündung erkennen lassen

Da bei einer Schilddrüsenentzündung auch andere Ursachen für die Beschwerden vermutet werden können, sind verschiedene Untersuchungen notwendig, um die Erkrankung eindeutig zu diagnostizieren.

Bluttest

Ein Bluttest kann Aufschluss darüber geben, ob im Blut Schilddrüsenantikörper vorhanden sind. Daneben kann auch der Spiegel bestimmter Schilddrüsenhormone gemessen werden, um festzustellen, ob eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse vorliegt.

Ultraschall-Untersuchung

Im Rahmen einer Ultraschall-Untersuchung der Schilddrüse kann der Arzt feststellen, ob die Schilddrüse vergrößert oder verkleinert ist oder ob sich Knoten gebildet haben und die Funktion des Organs beeinträchtigt ist.

Szintigraphie

Bei einer Szintigraphie werden schwach radioaktive Stoffe in den Bereich der Schilddrüse eingebracht. Die Stoffe sammeln sich im Gewebe an und können nach einer Betrachtung durch eine spezielle Kamera auf Entzündungsherde hinweisen.

Gewebeentnahme

Daneben ist es möglich, nach einer Gewebeentnahme (Biopsie) die gewonnene Gewebeprobe genauer unter dem Mikroskop zu betrachten und auf Basis der Untersuchungsergebnisse eine Diagnose zu stellen.

Behandlung der Thyreoiditis

Wurde die akute Schilddrüsenentzündung durch Bakterien ausgelöst, kann dies durch die Gabe von Antibiotika behandelt werden. Eiternde Abszesse können in einem operativen Eingriff geöffnet und entfernt werden.

Die subakute Schilddrüsenentzündung heilt in den meisten Fällen nach wenigen Monaten von alleine wieder ab. Linderung bei Schmerzen und Entzündungen wird durch die Gabe von Acetylsalicylsäure erreicht. Wenn die Entzündung besonders schwer ist, kann der Arzt sie durch die Gabe von Kortison behandeln.

Die Hashimoto-Thyreoiditis lässt sich nicht ursächlich behandeln. Da sich bei den meisten Betroffenen eine Schilddrüsenunterfunktion einstellt, muss diese durch die Gabe von Schilddrüsenhormonen behandelt werden.

Bei Morbus Basedow wird die übermäßige Hormonproduktion der Schilddrüse durch die Gabe von Thyreostatika gedrosselt. Diese Medikamente hemmen die Funktion der Schilddrüse.

Akute Form der Schilddrüsenentzündung klingt rasch wieder ab

Die Beschwerden der akuten und der subakuten Thyreoiditis klingen nach der Gabe von Medikamenten in der Regel nach kurzer Zeit wieder ab. Betroffene müssen nicht mit Folgeerkrankungen rechnen.

Die subakute Schilddrüsenentzündung klingt nach einigen Wochen oder auch Monaten in den meisten Fällen spontan ab. Die chronische Hashimoto-Schilddrüsenentzündung zerstört das Gewebe des Organs meist anteilig oder vollständig und führt zu einer Unterfunktion. Betroffene müssen lebenslang Hormone einnehmen.

Schilddrüsenentzündung kann man nicht vorbeugen

Da eine Schilddrüsenentzündung oft erblich bedingt ist oder zu den Autoimmunerkrankungen mit unbekannter Ursache zählt, lässt sich ihr auch nicht vorbeugen. Durch eine rechtzeitige Diagnose durch einen Arzt und die Einnahme von Medikamenten können Symptome und Folgen einer Schilddrüsenüberfunktion oder Schilddrüsenunterfunktion gemindert werden. Infektionen sollten rechtzeitig behandelt werden, um der Entstehung einer Schilddrüsenentzündung vorzubeugen.

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