Impfcheck nicht vergessen

Reiseimpfungen für einen sorgenfreien Urlaub

Rechtzeitig Arztbesuch einplanen

Reiseimpfungen für einen sorgenfreien Urlaub
Wer eine Fernreise plant, sollte sich rechtzeitig über nötige Impfungen informieren.
(c) Getty Images/iStockphoto

Impfungen gehören zu den effektivsten Schutzmaßnahmen vor Erkrankungen. Deswegen unbedingt pünktlich über notwendige Reiseimpfungen informieren.

Die Deutschen sind ein reiselustiges Volk. Rund fünf Millionen Deutsche zieht es durchschnittlich alljährlich in die Ferne. An Medikamente oder Impfungen haben vermutlich jedoch nur die wenigsten gedacht. Darauf lässt zumindest eine Umfrage der Techniker Krankenkasse (TK) schließen. Gerade mal ein Viertel der Deutschen würden sich demnach vor einer Fernreise gegen alle Krankheitserreger schützen lassen, die im Reiseland ein Thema sind. Die Mehrheit der Reisefreudigen würde sich nur dann impfen lassen, wenn das Erkrankungsrisiko im Reiseziel besonders hoch ist. Jeder zehnte Befragte gab an, sogar gänzlich auf den Extra-Reiseimpfschutz verzichten zu wollen.

Petra Rudnick, Ärztin der Allgemeinmedizin bei der TK erläutert: „Damit der Traumurlaub nicht zum Albtraum wird, sollten sich Fernreisende vor ihrem Urlaub umfassend über die Gesundheitsgefahren im Reisegebiet und notwendige Reiseimpfungen informieren.“ Reisemediziner und Tropeninstitute oder die Krankenkassen beraten gern über die am Reiseziel notwendigen Impfungen.

Viele Urlauber unterschätzen die Gefahren

Viele Urlauber wissen zu wenig über die Gefahren, die gerade in entlegenen Reisegebieten bestehen können. Krankheiten wie Hepatitis, Typhus und Tollwut etwa kommen in Afrika, Asien und Südamerika viel häufiger vor als in unseren Breiten. Ein Impfcheck und gegebenenfalls Auffrischimpfungen sollten also besonders bei Reisen ins außereuropäische Ausland zum Pflichtprogramm gehören.

 

Je nach Reisegebiet wird der Nachweis über bestimmte Impfungen auch bei der Einreise verlangt. Das gilt beispielsweise für die Gelbfieberimpfung: Sie muss unter anderem in Angola, Benin, Burkina Faso, Kamerun, Kongo, Niger, Ruanda und Sierra Leone bei der Einreise nachgewiesen werden.

Aber auch für einen Urlaub in harmlose Gegenden wie Bayern oder Tirol kann ein spezieller Impfschutz sinnvoll sein. Süddeutschland und Österreich zählen beispielsweise zu den Risikogebieten für die durch Zecken übertragene Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME). Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt daher eine FSME-Impfung für diese Regionen. Weiter spielt die Reiseart eine Rolle. So sind Rucksacktouristen, die in abgelegenen Gebieten unterwegs sind, gefährdeter, an Infektionen zu erkranken als Pauschaltouristen.

Möglichst frühzeitig mit dem Impfen anfangen

Generell sollte der Impfschutz möglichst langfristig vor der Abreise geplant und rechtzeitig von einem reisemedizinisch qualifizierten Arzt überprüft werden. Mindestens sechs Wochen vor der geplanten Reise, besser früher, sollte Reiselustige der Gang zum Hausarzt oder Reisemediziner führen, um den Impfstatus checken zu lassen und Informationen über eventuelle zusätzliche Impfungen einzuholen. Denn während bei manchen Reiseimpfungen nur ein Termin nötig ist, bedarf es bei anderen mehrere Spritzen, die nach einem festen Zeitplan gegeben werden. Zu bedenken ist auch, dass der volle Impfschutz oft erst eine gewisse Zeit nach der Impfung eintritt. Bei der Gelbfieberimpfung sind dies beispielsweise zehn Tage. Außerdem kann es notwendig sein, zwischen den unterschiedlichen Impfungen mehrwöchige Pausen einzulegen, da in bestimmten Fällen Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Wirkstoffen auftreten können. Im Idealfall sollte die letzte Spritze etwa vier Wochen vor Abflug bewältigt sein, damit sich der Körper erholen kann.

Reiseimpfung auch vor Last-Minute-Reisen möglich

Aber auch Kurzentschlossene müssen nicht auf Infektionsschutz verzichten. In vielen Fällen ist eine "last-minute"- Reiseimpfung besser als gar keine Immunisierung. So können Auffrischungsimpfungen gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten auch kurzfristig noch verabreicht werden und bieten Schutz, wenn der bestehende Impfschutz veraltet oder nicht mehr ausreichend ist. Auch manche Reiseimpfungen, für die erst ein Grundschutz aufgebaut werden muss, können und sollten im Notfall auch noch direkt vor der Abreise erfolgen. Dazu gehören etwa Impfungen gegen Hepatitis A, Typhus, Meningokokken und Grippe. Generell gilt: Lieber Last Minute impfen lassen, als gänzlich ungeschützt zu verreisen.

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LAKThüringen

Reiseimpfungen werden von vielen Krankenkassen übernommen

Reiseimpfungen schützen effektiv vor zahlreichen Erkrankungen und ihren mitunter verheerenden Folgen. Daher übernehmen viele Krankenkassen inzwischen die anfallenden Kosten. Auf der Seite des Centrums für Reisemedizin können sich Versicherte darüber informieren, welche Krankenkasse Reiseimpfungen und andere reisemedizinische Vorsorgemaßnahmen wie etwa die Malariaprophylaxe übernimmt.

Urlaubsplanung nutzen, um den Impfstatus zu kontrollieren

Ob jung oder alt: Die Reiseimpfung ist in jedem Lebensabschnitt wichtig. Unabhängig von den länderspezifischen Impfungen sollte jeder alle Immunisierungen erhalten haben, die der aktuelle Impfkalender der STIKO für sein Alter vorsieht. Mit den Jahren geraten Impfungen oftmals in Vergessenheit. Erwachsene können eine bevorstehende Urlaubsreise daher besonders gut nutzen, um ihren Impfstatus zu kontrollieren und Auffrischimpfungen vornehmen zu lassen. Da ihr Immunsystem nachlässt, ist es speziell für ältere Menschen wichtig, sich vor einer Fernreise gegen Infektionen impfen zu lassen.

Der Impfausweis gehört übrigens ins Reisegepäck. So wissen die Ärzte vor Ort im Notfall, welcher Impfschutz besteht oder ob eine Reiseimpfung vergessen wurde.

Autor: Lifeline
Letzte Aktualisierung: 13. August 2013
Quellen: Ständige Impfkommission, des Robert-Koch-Instituts, der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit, Techniker Krankenkasse

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