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Risikofaktoren für einen Schlaganfall

Risikofaktoren für einen Schlaganfall
Ein hohes Alter und familiäre Vorbelastung sind Risikofaktoren für einen Schlaganfall.
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Ein hohes Lebensalter, eine familiäre Vorbelastung und das Geschlecht sind Risikofaktoren für einen Schlaganfall. Diese Risikofaktoren sind kaum beeinflussbar, daher sind eine konsequente Vorsorge und ein gesunder Lebensstil besonders wichtig.

Das Lebensalter ist ein hoher Schlaganfall-Risikofaktor. Etwa die Hälfte der Schlaganfälle ereignet sich in der Altersgruppe der über 70-Jährigen, denn das Schlaganfall-Risiko steigt mit zunehmendem Alter deutlich an. Das Risiko verdoppelt sich ab dem 55. Lebensjahr mit jedem weiteren Lebensjahrzehnt. Dennoch können auch jüngere Menschen einen Schlaganfall erleiden - z.B. wenn familiäre oder Lebensstil-bedingte Risikofaktoren vorliegen.

Vererbung gehört ebenfalls zu den Risikofaktoren. Das Risiko einen Schlaganfall zu erleiden ist erhöht, wenn in der Familie bereits ein Schlaganfall aufgetreten ist. Dies gilt besonders, wenn bei den Eltern oder Geschwistern zusätzlich Erkrankungen wie Bluthochdruck, Störungen der Blutgerinnung, Herzerkrankungen, Diabetes mellitus oder Fettstoffwechselstörungen bekannt sind. Ist das der Fall, sind Vorsorgeuntersuchungen besonders wichtig!

Tatsächlich gehört auch das Geschlecht zu den Risikofaktoren. Männer haben ein deutlich höheres Schlaganfall-Risiko als Frauen. Während Männer besonders im mittleren Lebensalter einen Schlaganfall erleiden, sind Frauen meistens in einem späteren Lebensabschnitt betroffen. Schlaganfälle verlaufen bei Frauen daher häufig schwerer als bei Männern. Ursache hierfür sind unspezifische Symptome wie Bewusstseinsstörungen, Schmerzen, Missempfindungen oder Verwirrtheit. Anzeichen, die nicht sofort auf einen Schlaganfall schließen. So dauert es oft länger, bis ein Schlaganfall als solcher erkannt und entsprechend behandelt wird. Frauen sterben häufiger an den Folgen.

Die Risikofaktoren beeinflussen zudem den Krankheitsverlauf bei einem Schlaganfall. Frauen leiden im späteren Lebensalter zunehmend unter Herzrhythmusstörungen, die sich am häufigsten durch Vorhofflimmern bemerkbar machen. Das Vorhofflimmern fördert die Bildung von Blutgerinnseln im Herzen, die sich ablösen können, große Blutgefäße im Gehirn verstopfen und zu einem "kardioembolischen" Schlaganfall führen. Meistens sind größere Hirnbereiche betroffen, was die Chance auf ein komplett unabhängiges Leben nach dem Schlaganfall meist deutlich verringert. Nur jede zweite Schlaganfall-Patientin kann innerhalb von drei Monaten nach der Entlassung aus dem Krankenhaus ihre Alltagsaktivitäten wieder vollständig aufnehmen, bei Männern sind es dagegen rund 70 Prozent.

Autor: Verena Horsthemke
Letzte Aktualisierung: 08. September 2010
Quellen: Goldstein, LB, Adams, R, Alberts, MJ, Appel, LJ, Brass, LM, Bushnell, CD, Culebras, A, DeGraba TJ, Gorelick, PB, Guyton, JR, Hart, RG, Howard, G, Kelly-Hayes, M, Nixon, JV, Sacco, RL: Primary Prevention of Ischemic Stroke. A Guideline From the American Heart Association/American Stroke Association Stroke Council: Cosponsored by the Atherosclerotic Peripheral Vascular Disease Interdisciplinary Working Group; Cardiovascular Nursing Council; Clinical Cardiology Council; Nutrition, Physical Activity, and Metabolism Council; and the Quality of Care and Outcomes Research Interdisciplinary Working Group. Stroke (2006); 37: 1583-1633, American Heart Association. Nolte CH, Müller-Nordhorn J, Jungehülsing GJ, Rossnagel K, Rich A, Klein M, Willich SN, Villringer A (2005): Symptome, Risikofaktoren, Ätiologie von transitorisch ischämischer Attacke und Schlaganfall. Der Nervenarzt (2005); 76: 1231-1238, Springer Verlag, Heidelberg. Gorelick PB (2009): Primary Prevention of Stroke. Circulation (2009); 118: 904-906, American Heart Association.

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