Wenig Nebenwirkungen

Candesartan: Mittel bei Bluthochdruck und Herzinsuffizienz

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Candesartan ist ein rezeptpflichtiges Medikament, das den Blutdruck senkt und als Tablette eingenommen wird. Es hilft auch bei Herzinsuffizienz. Lesen Sie hier alles zu Wirkung, Nebenwirkungen, Kontraindikation und Dosierung.

candesartan
Candesartan wirkt schon in geringer Dosierung oft gut gegen Bluthochdruck und ist meist gut verträglich.
© Getty Images/thianchai sitthikongsak

Candesartan gilt als Blutdrucksenker, der nur wenige Nebenwirkungen hat. Besonders der trockene Husten, den manche Menschen durch ACE-Hemmer bekommen, tritt hier eher selten auf. Candesartan gehört zur Gruppe der Sartane. Es blockiert die Angiotensin-II-Rezeptoren. Dadurch ist weniger Angiotensin II im Körper verfügbar. Angiotensin II sorgt für die Verengung der Gefäße und steigert den Blutdruck. Candesartan erweitert die Gefäße und reduziert den Blutdruck. Der Wirkstoff wird im Magen-Darm-Trakt aufgenommen. Der Vorteil von Candesartan ist, dass die Wirkstoffmenge im Blut über einen langen Zeitraum hinweg konstant bleibt, sich aber auch nicht in größeren Mengen im Körper ansammelt.

Im Überblick:

Die größten Risikofaktoren für Herzinfarkt

Wie schnell wirkt Candesartan und wann soll man es einnehmen?

Candesartan wirkt schon in sehr geringer Dosierung. In der Regel beginnt eine Therapie mit Candesartan 8 mg. Damit sollen Nebenwirkungen durch einen starken Abfall des Blutdrucks vermieden werden. Diese Dosis wird oft auch eingesetzt, um den Effekt langfristig zu erhalten. Bei Bedarf verschreibt der Arzt nach frühestens zwei Wochen eine höhere Dosis, etwa Candesartan 16 mg. Menschen mit schwarzer Hautfarbe benötigen häufig eine etwas höhere Dosierung, ebenso Menschen, die an Herzinsuffizienz leiden. Maximal dürfen 32 mg Candesartan pro Tag verabreicht werden.

Betroffene nehmen einmal am Tag eine Tablette Candesartan zu einem gleichbleibenden Zeitpunkt ein. Dabei können sie wählen, ob sie das Medikament morgens, mittags oder abends schlucken, zu einer Mahlzeit oder ohne, am besten allerdings mit einem Glas Wasser. Nach etwa drei bis vier Stunden beginnt Candesartan zu wirken. Wegen der lang anhaltenden Wirkung reicht eine Tablette am Tag. Wer sich nach der Einnahme müde oder schwindelig fühlt, sollte sich nicht ans Steuer setzen und auch keine sonstigen Maschinen führen.

Nebenwirkungen von Candesartan

Durch den sinkenden Blutdruck kann bei manchen Menschen, die Candesartan einnehmen, ein Schwindelgefühl auftreten. Weitere mögliche Nebenwirkungen sind:

  • Kopfschmerzen
  • Atemwegsinfekte
  • Hyperkaliämie (Überschuss an Kalium im Blut), insbesondere bei Herzinsuffizienz
  • Störung der Nierenfunktion (Symptome: Wasseransammlung in den Beinen, geringe Harnausscheidung)
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Allergische Reaktion mit Hautrötung

Achtung: Wenn nach einer Einnahme von Candesartan die Haut rot wird und juckt und gleichzeitig das Herz zu rasen beginnt oder Sie Atemnot verspüren, sollten Sie sofort einen Notarzt kontaktieren. Denn in seltenen Fällen kann ein allergischer Schock auftreten, der zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen kann.

Wechselwirkungen mit NSAR und Lithium

Unter der Einnahme von Candesartan, sollte mit zusätzlichen Schmerzmitteln aus der Gruppe der NSAR vorsichtig umgegangen werden. Denn einerseits sinkt dadurch die Wirkung von Candesartan, andererseits besteht die Gefahr, dass die Niere überlastet wird. Typische Medikamente der NSAR-Gruppe sind Ibuprofen, Acetylsalicylsäure, Diclofenac oder Naproxen. Zurückhaltung ist auch geboten bei allen Medikamenten, die den Kaliumspiegel im Blut beeinflussen. Denn auch Candesartan greift in den Kaliumhaushalt ein. In Zusammenhang mit dem zur Stimmungsstabilisierung verwendeten Lithium besteht das Risiko, dass die giftige Wirkung von Lithium erhöht wird. Gemeinsam mit dem Blutdrucksenker Aliskiren steigt das Risiko für einen Schlaganfall. Vorsichtig sollten auch Menschen mit Herz-, Leber- oder Nierenproblemen sein sowie solche, die gleichzeitig ACE-Hemmer einnehmen. Hier muss der Arzt sorgfältig Nutzen und Risiken abwägen.

Kein Candesartan in der Schwangerschaft!

Während der Schwangerschaft und auch in der Stillzeit wird von der Einnahme von Candesartan abgeraten. Bei einer beidseitigen Nierenarterienstenose (Verengung der Arterien, die die Nieren versorgen), einer schweren Lebererkrankung oder einer Gallestauung sollte Candesartan ebenfalls nicht eingenommen werden. Kinder ab einem Jahr und Jugendliche können Candesartan vom Arzt verschrieben bekommen.

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