Neuere Präparate erhöhen das Risiko stärker

Thromboserisiko: So wird die Pille noch sicherer

Das perfekte Verhütungsmittel ist sicher, unkompliziert, hat keine Nebenwirkungen – und existiert in dieser Form leider noch nicht. Viele Frauen nehmen die Pille, die aktuell allerdings wegen möglicher Gesundheitsgefahren in der Diskussion steht. Mit diesen Tipps wird die Einnahme noch sicherer.

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Millionen Frauen in Deutschland verhüten mit der Pille. Neben der Geburtenkontrolle erhoffen sich viele von den Präparaten auch eine schönere Haut und eine gute Figur. Diese Nebeneffekte werden vor allem neueren Pillen nachgesagt – die jedoch das Thromboserisiko stärker erhöhen als ältere Pillen.
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Wollen Frauen aus Angst vor Thrombose die Pille nicht oder nicht mehr weiter nehmen, sollten sie mit ihrem Frauenarzt die Alternativen besprechen. Neben dem Kondom gibt es weitere Verhütungsmittel, die dann infrage kommen.

Zudem erhöhen nicht alle Anti-Baby-Pillen das Thromboserisiko in gleichem Maß: Besonders stark lassen es neuere Pillenpräparate klettern, solche der dritten und vierten Generation. Wer bisher eine solche Pille eingenommen hat, kann bei erhöhter Thrombosegefahr also auch auf eine sicherere Pille der älteren Generation ausweichen.

Alternativen zur Pille: Welche Verhütung kommt für mich infrage?

Verhütungsmethode und Thromboserisiko

"Das Thromboserisiko ist geringer bei den sogenannten Minipillen, die nur ein Gestagen enthalten und kein Östrogen", erklärt Christian Albring, Präsident des Berufsverbands der Frauenärzte (BVF). Die sogenannten Mikropillen sind hingegen ein Kombinationspräparat und enthalten beide Hormone. Auch Hormonspiralen enthalten nur Gestagene und haben laut Albring ein sehr geringes Thromboserisiko. "Ganz ohne Thromboserisiko ist die Kupferspirale, die den Vorteil hat, nur in der Gebärmutter zu wirken", so der Experte. 

Wenn überhaupt, trete eine Thrombose in den ersten Monaten der Einnahme auf, betont Albring. "Wenn eine Frau ihre Pille bereits ein Jahr oder länger eingenommen hat, dann ist das Thromboserisiko fast nicht mehr erhöht, und ein Wechsel oder ein Absetzen ist nicht angebracht." Wer trotzdem auf eine andere Pille umsteigt, sollte dazwischen keine Pause einlegen. "Denn nach der Pillenpause steigt das Thromboserisiko wieder so hoch an, als würde sie mit der Pillen-Einnahme von vorn beginnen."

Risikofaktoren für eine Thrombose neben der Pille

Wenn eine Frau mit der Pille verhüten will, gelten Übergewicht, Rauchen oder ein Alter über 35 als zusätzliche Risikofaktoren. "Wir würden dann nicht sagen, dass die Frau die Pille auf keinen Fall nehmen soll, wenn sie weiterhin eine zuverlässige Verhütung braucht und zum Beispiel eine Spirale, Kondom oder natürliche Verhütung nicht infrage kommt", erläutert Albring. "Aber das Thromboserisiko ist in diesen Fällen dauerhaft höher, so dass Frauenärzte ungern eine Pille oder eine andere Verhütungsmethode mit kombinierten Hormonen verordnen."

Frühe Symptome einer Thrombose ernst nehmen

Nicht zuletzt sollten Frauen sich aber auch darüber im Klaren sein, dass eine Thrombose sich nicht plötzlich über Nacht entwickelt. Fast immer gibt es Vorzeichen: "Einseitige, etwas muskelkaterähnliche Schmerzen und Spannen in der Wade oder Schmerzen auf der Innenseite der Oberschenkel zur Leiste hin." Derartige Beschwerden sollten Frauen so früh wie möglich abklären lassen.

Aktuell beschäftigt sich nach jahrelangen zivilrechtlichen Auseinandersetzungen in den USA erstmals auch ein deutsches Gericht mit einer möglichen Gesundheitsgefahr durch die Anti-Baby-Pille "Yasminelle". Das Landgericht im baden-württembergischen Waldshut-Tiengen verhandelt die Klage einer Frau gegen den börsennotierten Chemie- und Arzneimittelkonzern Bayer mit Sitz in Leverkusen, welcher die genannte Pille vertreibt.

Mythen übers Verhüten

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Letzte Aktualisierung: 28. Dezember 2015

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