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Prämenstruelles Syndrom (PMS) – quälende Tage vor den Tagen

Ein prämenstruelles Syndrom trifft viele Frauen. Die Tage vor den Tagen werden für sie zur echten Qual. Die Brüste spannen und schmerzen, Sie fühlen sich aufgedunsen und leiden unter wechselnden Stimmungen. Die Ursachen des PMS sind nicht genau geklärt. Aber das Auf und Ab der Hormone spielt eine wichtige Rolle. Das prämenstruelle Syndrom lässt sich mit pflanzlichen Mitteln behandeln. Auch eine gesunde Ernährung und Sport sind wirksam. Tröstlich ist: Nach der Menopause verschwinden auch die PMS-Symptome.

Frau sitzt auf Bett und ist bedrückt
Das prämenstruelle Syndrom PMS tritt vor allem bei Frauen über 30 auf. Seine Ursachen sind hormoneller Natur. PMS ruft Symptome wie Übelkeit, Stimmungsschwankungen und Schmerzen hervor.
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Die Tage vor den Tagen sind für viele Frauen die reinste Qual. Das prämenstruelle Syndrom (PMS) verursacht eine Vielzahl körperlicher und seelischer Beschwerden, die dem weiblichen Geschlecht ordentlich zusetzen können. Depressive Verstimmungen, Reizbarkeit sowie Spannungsgefühl und Schmerzen in den Brüsten sind nur einige der unangenehmen Symptome des PMS.

PMS quält viele Frauen

Das PMS zählt zu den häufigsten gynäkologischen Problemen. Es betrifft vor allem Frauen ab dem 30. Lebensjahr. Etwa 75 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter berichten von Beschwerden vor der Menstruation. Rund ein Viertel von ihnen hat mit dem prämenstruellen Syndrom zu kämpfen und bei etwa fünf Prozent sind die Symptome so schwer ausgeprägt, dass ihre Lebensqualität entscheidend beeinträchtigt wird.

Die Symptome können so heftig ausfallen, dass manche Frauen sich nicht mehr in der Lage fühlen zu arbeiten und ihren Alltag zu bestreiten. Die besonders schwere Form des PMS bezeichnen Gynäkologen als prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS) oder prämenstruelle Dysphorie. Das Wort "dysphorisch" bedeutet übersetzt "gereizt, angespannt". PMDS ist seit dem Jahr 2000 als eigenständige Erkrankung anerkannt.

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    Als wären Regelbeschwerden nicht schon genug: auch die Tage vor den Tagen werden oft unerträglich. Finden Sie heraus, ob Ihre Beschwerden Ausdruck des prämenstruellen Syndroms (PMS) sind.

Eine wesentliche Rolle beim PMS spielt die Achterbahnfahrt der Hormone während des Menstruationszyklus. Das hormonelle Durcheinander im weiblichen Körper kann mehr als 150 Symptome hervorrufen, die Störung ist also sehr komplex. Nicht immer treten in jedem Zyklus die gleichen Beschwerden auf und auch ihre Stärke kann von Monat zu Monat variieren. Die unangenehmen Symptome tauchen immer in der zweiten Hälfte des Menstruationszyklus auf, also zehn bis 14 Tage, bevor die Regelblutung beginnt. In den ersten beiden Tagen der Menstruation klingen sie wieder ab – um dann im nächsten Monat von Neuem einzusetzen.

Das PMS lässt sich mit verschiedenen pflanzlichen Mitteln behandeln. Auch ein gesunder Lebensstil und Entspannungstechniken lindern die Symptome.

Ursachen des PMS noch immer unklar

Die genauen PMS-Ursachen sind bis heute noch nicht abschließend erforscht. Ärzte wissen also nicht, warum die einen Frauen ein PMS entwickeln, während andere davon verschont bleiben. Klar ist jedenfalls, dass es „die eine“ Ursache für das PMS nicht gibt, sondern mehrere Faktoren zusammenspielen. Das PMS wird als Fehlfunktion angesehen, deren Ursachen vermutlich in den Hormonen, im Nervensystem und in der Psyche liegen. So können seelische Belastungen (Stress, Streit in der Familie) sowie der Lebensstil (Alkohol, Koffein, Rauchen, Bewegungsmangel) ein PMS eventuell begünstigen. Auch bestehende Krankheiten, zum Beispiel der Schilddrüse, oder Schlafstörungen haben einen negativen Einfluss.

Hormonelle Schwankungen sind am PMS beteiligt

Fest steht, dass es einen Zusammenhang zwischen der zweiten Zyklushälfte nach dem Eisprung und dem Auftreten der Symptome vor Einsetzen der Menstruation gibt. In dieser Zyklusphase produziert der Körper verstärkt das Gelbkörperhormon Progesteron (Gestagen), während er die Ausschüttung des Hormons Östrogen drosselt. Ärzte vermuten, dass der Körper von Frauen mit PMS oder PMDS verstärkt auf die Hormonschwankungen und das Ungleichgewicht der Hormone Östrogen und Progesteron reagiert. Zudem lässt das Hormon Prolaktin, das der Körper in der zweiten Zyklushälfte vermehrt ausschüttet, die Brüste mitunter schmerzhaft anschwellen. Auch scheint der Nervenbotenstoff Serotonin, der als "Glücksbotenstoff" gilt, beteiligt zu sein. Nach dem Eisprung sinkt dessen Konzentration im Körper stetig, um kurz vor Beginn der Regel dann ganz extrem abzufallen.

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PMS-Symptome – Körper und Psyche leiden mit

Das prämenstruelle Syndrom geht mit körperlichen und psychischen Beschwerden einher. Nicht jede Frau verspürt alle der gelisteten Symptome in der gleichen Ausprägung. Bei etwa fünf Prozent sind die Beschwerden aber so groß, dass Alltag, Beruf und das soziale Leben erheblich beeinträchtigt sind. Ärzte sprechen von prämenstrueller dysphorischer Störung (PMDS).

Körperliche Symptome beim PMS

  • Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme), vor allem im Gesicht, an Augenlidern, Händen, Beinen, Füßen; Gefühl des „Aufgedunsenseins“
  • Schweregefühl in der Brust
  • vorübergehende Gewichtszunahme wegen der Wassereinlagerungen
  • Spannungsgefühle in der Brust
  • Schmerzen in Brust und an Brustwarzen bei Berührung
  • Bauchschmerzen, Unterleibsschmerzen
  • Appetitlosigkeit oder Heißhunger
  • Verdauungsstörungen: Völlegefühl, Blähungen, Verstopfung
  • Kopfschmerzen, selten Migräne
  • Rückenschmerzen
  • unreine Haut (Pickel bis hin zu Akne)

Psychische PMS-Symptome

In den Wechseljahren oder nach einer Schwangerschaft können PMS-Symptome verstärkt auftreten; manche Frauen haben in diesen Lebensabschnitten erstmalig mit einem PMS zu tun. Tröstlich ist vielleicht, dass das prämenstruelle Syndrom spätestens in der Menopause – der Phase nach der letzten Menstruation – wieder verschwindet.

Diagnose: wann zum Arzt bei PMS?

Frauen, die unter quälenden und hartnäckigen PMS-Symptomen leiden, sollten ihren Gynäkologen aufsuchen und sich beraten lassen. Das gilt vor allem, wenn das prämenstruelle Syndrom ihre Arbeitsfähigkeit, den Alltag und das soziale Leben beeinträchtigt. Nur ein Arzt kann feststellen, ob ihren Beschwerden tatsächlich ein PMS zugrunde liegt. Auch gilt es, andere Ursachen für die Symptome auszuschließen, zum Beispiel normale Wechseljahresbeschwerden oder Schilddrüsenerkrankungen. So befragt der Arzt Sie zunächst zu Ihren Beschwerden und Ihrer Krankengeschichte (Anamnese).

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Lifeline/Wochit

So lässt sich ein PMS behandeln

Die PMS-Behandlung hängt davon ab, welche Symptome eine Frau in welcher Stärke verspürt. Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die dem Körper und der Psyche helfen. Allerdings ist die Wirksamkeit von pflanzlichen Medikamenten, Nahrungsergänzungsmitteln und anderen Maßnahmen nicht ausreichend wissenschaftlich belegt oder die Ergebnisse in Studien waren widersprüchlich. Auch Sie selbst können einiges tun, um die PMS-Symptome zu lindern und in den Griff zu bekommen.

Medikamente gegen PMS

  • Hormonelle Verhütungsmittel verhindern den Eisprung.

  • Schmerzmittel wirken gegen Kopfschmerzen und Rückenschmerzen; eingesetzt werden Medikamente aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), zum Beispiel Ibuprofen, Naproxen oder Acetylsalicylsäure (ASS).

  • Entwässernde Mittel (Diuretika) wirken den Wassereinlagerungen entgegen.

  • Antidepressiva können Frauen mit starken depressiven Verstimmungen und Stimmungsschwankungen helfen. Eingesetzt werden meist Medikamente aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI). Frauen sollten sie aber erst einnehmen, wenn sie unter starken Beschwerden leiden und andere Therapien keinen Erfolg gebracht haben.

Pflanzliche Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel

  • Nahrungsergänzungsmittel wie Kalzium, Vitamin B6 oder Magnesium

  • pflanzliche Präparate aus Mönchspfeffer oder Nachtkerzenöl; manchen Frauen hilft Tigerlilie, Traubensilberkerze oder Alpenveilchen; Kombinationspräparate, die verschiedene Wirkstoffe enthalten, können ebenfalls sinnvoll sein.

  • Johanniskraut scheint bei psychischen Beschwerden wirksam zu sein.

Verhaltenstherapie

Dass bei PMS auch die subjektive Einstellung zum eigenen Körper eine Rolle zu spielen scheint, erklärt den Erfolg einer weiteren therapeutischen Maßnahme: der Verhaltenstherapie bei PMS. Sie hat sich in unterschiedlichen Studien als hilfreich erwiesen. Patienten lernen gemeinsam mit ihrem Therapeuten, negative Denkweisen und Verhaltensmuster aufzudecken und durch positive Maßnahmen und Gedanken zu ersetzen. So kann es Frauen gelingen, mit den PMS-Symptomen im Alltag besser zurechtzukommen.

Das können Sie selbst bei PMS tun

Frauen sollten sich selbst beobachten und ausprobieren, was ihnen gut tut. Denn ein Patentrezept gegen PMS, das allen Frauen gleichermaßen hilft, gibt es bislang nicht.

Einige Tipps für Frauen mit PMS:

  • Führen Sie am besten einen Menstruationskalender, in dem Sie die Beschwerden des PMS auf einer Skala einstufen und Besonderheiten notieren. Sie bekommen dadurch ein Gefühl dafür, welche Tage bei Ihnen die kritischen sind. Auch lässt der Kalender Rückschlüsse darauf zu, ob Therapien oder Änderungen Ihres Lebensstils erfolgreich sind.

  • Ernähren Sie sich kohlenhydratreich mit viel Obst und Gemüse (Vitamine, Mineralstoffe) sowie salzarm. Essen Sie auch nicht zu viele Süßigkeiten.

  • Verzichten Sie auf Alkohol, Zigaretten und Kaffee.

  • Bewegen Sie sich viel, am besten an der frischen Luft. Gut sind Ausdauersportarten wie Wandern, (Nordic) Walking, Schwimmen oder Radfahren. Sport hebt außerdem die Stimmung und ist gut fürs Gemüt.

  • Erlernen Sie eine Entspannungsmethode, zum Beispiel Yoga, Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung nach Jacobson.

  • Stellen Sie Ihren Alltag, soweit dies möglich ist, auf die zu erwartenden Symptome ein. Manchmal ist es auch gut, Angehörigen Bescheid zu sagen, wenn Krisentage bevorstehen. So haben diese vielleicht mehr Verständnis für Ihre Stimmungsschwankungen.

Nicht jede Frau mit PMS-Symptomen fühlt sich in ihrem Alltag beeinträchtigt. Viele lernen, mit den Beschwerden und den Einschränkungen entspannt umzugehen. Sie treiben Sport, ernähren sich gesund und halten sich in den Tagen vor den Tagen zu viel Stress vom Leib. Eine positive Einstellung zu sich selbst und ihrem Körper hilft ihnen, gut durch diese Zeiten zu kommen. Bei Frauen mit schweren Symptomen – also einer prämenstruellen dysphorischen Störung (PMDS) – können verschiedene Therapien die Beschwerden lindern. Sicher ist: Mit der letzten Regelblutung in den Wechseljahren, der Menopause, verschwinden die Beschwerden.

Kann man einem PMS vorbeugen?

Einem PMS vorbeugen können Sie nicht – auch weil die Ursachen noch immer nicht ausreichend erforscht sind. Entspannungsmethoden, eine gesunde Ernährung und viel Bewegung können die Symptome aber abschwächen.

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Autor:
Letzte Aktualisierung: 07. Mai 2017
Durch: sist
Quellen: Frauenärzte im Netz; Mayo Clinic, http://www.mayoclinic.org/diseases-conditions/premenstrual-syndrome/basics/definition/con-20020003 (Abruf: 30.3.2017); Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG), https://www.gesundheitsinformation.de/praemenstruelles-syndrom-pms.2112.de.html (Abruf: 30.3.2017)

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