Wie wird HIV übertragen?

HIV-Infektion und Aids

Krankheitslexikon-HIV-Infektion und Aids
Eine rote Schleife ist weltweit das Symbol der Solidarität mit HIV-Infizierten.
(c) Photodisc

Eine HIV-Infektion wird durch das Humane Immundefizienz Virus ausgelöst, wofür die Abkürzung HIV steht. Nicht jeder, der vom HI-Virus befallen ist, hat automatisch Aids, jedoch kann eine HIV-Infektion nach mehreren Jahren in die Krankheit Aids übergehen. Die Abkürzung Aids wiederum steht für Acquired Immuno Deficiency Syndrome, was übersetzt "erworbenes Immunschwäche-Syndrom" bedeutet.

Eine HIV-Infektion wird in erster Linie übertragen durch:

  • ungeschützten Geschlechtsverkehr
  • infizierte Blutprodukte
  • getauschtes, verunreinigtes Drogenbesteck

Jemand mit einer HIV-Infektion wird das als HIV-positiv bezeichnet. HIV-positive Menschen fühlen sich oftmals gesund – sind weder physisch noch psychisch angeschlagen. Ein Großteil der Infektionen verläuft zunächst komplett symptomfrei. Der Ausbruch der Krankheit Aids (Acquired Immuno Deficiency Syndrome) erfolgt erst Jahre nach der HIV-Infektion, ein Umstand, der die Verbreitung von HIV fördert, weil Betroffene oft lange nichts von ihrer Infektion wissen und so beispielsweise weiterhin ungeschützten Geschlechtsverkehr mit ihren Partnern haben.

Aids - eine Erkrankung des Immunsystems

Das HI-Virus befällt die T-Helferzellen, die für die Abwehr von Krankheitserregern zuständig sind, und bleibt zunächst über längere Zeit in den Zellen verborgen. Schließlich werden aber immer mehr Zellen zerstört und die Krankheit bricht aus. Die Zahl der T-Zellen im Blut ist dann von 8.000 bis 10.000 Zellen pro Milliliter Blut auf etwa 200 pro Milliliter abgesunken.

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Zwar ist Aids bislang nicht heilbar, doch gelingt es heute durch eine Reihe moderner Medikamente, den Ausbruch der Erkrankung zu verzögern und die Lebensqualität Aids-kranker Menschen zu verbessern. Die extreme Wandlungsfähigkeit des HI-Virus macht die Suche nach Medikamenten allerdings sehr schwierig. Jedoch ist Aids heutzutage behandelbar und Infizierte können oftmals noch lang mit der Krankheit leben.

Erste Aids-Fälle in 80er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts

Die ersten Aids-Fälle wurden Anfang der 80er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts bekannt: 1983 gelang dem Virologen Luc Montagnier vom Institut Pasteur in Paris die erstmalige Isolierung des HI-Virus. Über die Frage, woher das Virus kam, ist viel geforscht und noch mehr spekuliert worden. Als sicher gilt, dass das HI-Virus ein Abkömmling des SI-Virus (Simian Immunodeficiency Virus) ist, das Menschenaffen befällt.

In den vergangenen 20 Jahren hat sich Aids zu einer globalen Epidemie (Pandemie) mit enormen gesellschaftspolitischen Konsequenzen entwickelt. Mehr als 27 Millionen Menschen sind seit der Entdeckung des HI-Virus in den frühen 80er-Jahren gestorben. Jedes Jahr infizieren sich drei Millionen Menschen und über zwei Millionen erliegen Krankheiten, die durch ihr von der HIV-Infektion geschwächtes Immunsystems hervorgerufen werden. Dank der neuen antiretroviralen Therapien kann die Entwicklung von HIV im Körper jedoch gebremst werden.

Afrika bleibt die am stärksten von der Epidemie betroffene Region: dort werden 69 Prozent der Neuinfektionen gezählt. Mangelnde Aufklärung und kulturelle Barrieren erleichtern die Ausbreitung von Aids.

Deutschland: Knapp 80.000 Menschen haben eine HIV-Infektion

Jedes Jahr stecken sich bundesweit rund 3.400 Personen mit dem HI-Virus an. In Deutschland leben laut dem Robert Koch-Institut (RKI) rund 78 000 Menschen mit dem Aidserreger HIV und damit etwas mehr als im Jahr zuvor (Stand 2012). 14 000 von ihnen wissen jedoch nach Angaben des RKI nichts von ihrer HIV-Infektion. Zudem verzeichnet man seit einiger Zeit einen starken Anstieg der HIV-Infizierten in Osteuropa und Asien.

  • Mehr zu ersten Anzeichen einer HIV-Infektion lesen Sie direkt hier

13 Fakten über HIV und Aids

Autor:
Letzte Aktualisierung: 17. Februar 2014
Durch:
Quellen: aids-stiftung.de‎; welt-aids-tag.de; rki.de/DE/Content/InfAZ/H/HIVAIDS/hiv_node.html (2/2014)

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