Gynäkologische Erkrankungen

Prämenstruelles Syndrom (PMS)

20 bis 40 Prozent der Frauen leiden am PMS

Frau mit Nackenschmerzen
PMS tritt vor allem bei Frauen über 30 auf.

Die Stimmung im Keller, schmerzende Brüste, Kopf- oder Rückenschmerzen: Viele Frauen sind an den Tagen vor den Tagen nicht sie selbst. Der medizinische Fachbegriff: Prämenstruelles Syndrom (PMS).

Für 20 bis 40 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter beginnt jeden Monat etwa vier bis zehn Tage vor der Regelblutung eine Art Ausnahmezustand: Sie haben mit einem Komplex von körperlichen und psychischen Beschwerden zu kämpfen, der wissenschaftlich als Prämenstruelles Syndrom, kurz PMS bezeichnet wird. Betroffen kann jede gebärfähige Frau sein, wobei die PMS bevorzugt bei Frauen über Dreißig auftritt. Die Beschwerden verschwinden meist mit dem Einsetzen der Monatsblutung, sie können aber auch in dysmenorrhoeische Beschwerden übergehen, wie Schmerzen in Zusammenhang mit der Monatsblutung auch bezeichnet werden.

Art und Ausprägung der PMS kann von Frau zu Frau stark variieren, wobei von der Vielzahl möglicher Symptome meist nur einige wenige bei einer Frau auftreten, dies aber wiederkehrend immer wieder zum Zyklusende hin. Die Intensität der Beschwerden kann dabei wechseln. Laut WHO-Definition wird von einem Prämenstruellen Syndrom gesprochen, wenn wenigstens ein zyklusabhängiges Symptom vorliegt, die Beschwerden in mindestens zwei aufeinanderfolgenden Zyklen auftreten und im selben Zyklus ein beschwerdefreies Intervall von mindestens einer Woche in der ersten Zyklushälfte besteht.

Bei zwei bis fünf Prozent der betroffenen Frauen sind insbesondere die psychischen Symptome derart ausgeprägt, dass sie zeitweilig zu Arbeitsunfähigkeit führen und die sozialen, familiären und geschäftlichen Beziehungen belasten. Mediziner sprechen dann auch von einer Prämenstruellen Dysphorischen Störung (PMDS, dysphorisch = gereizt, angespannt).

Gewichtszunahme durch Wassereinlagerungen häufig

Das häufigste physische Symptom der PMS ist die Neigung zur Einlagerung von Wasser im Gewebe und zur Entstehung zyklischer Ödeme, insbesondere im  Bereich des Gesichts und der Augenlider. Aber auch an an Händen, Füßen und Beinen können diese Wassereinlagerungen sich bemerkbar machen. Die Wassereinlagerungen führen zu einem vorübergehenden Gewichtsanstieg. Typisch sind des Weiteren Spannungsgefühle und Schmerzen in der Brust beziehungsweise den Brustwarzen, Schmerzen, oft krampfartig, in Bauch und Unterleib, Verdauungsprobleme sowie Kopfschmerzen und Migräne. Weitere einschneidende Symptome sind psychischer Natur. Dazu gehören ein beeinträchtigtes Selbstwertgefühl, Verstimmtheit, Nervosität, Gereiztheit beziehungsweise Agressivität und die Neigung zu Depressionen. Bei etwa 20 Prozent der Frauen muss eine Behandlung eingeleitet werden.

In den Wechseljahren oder nach einer Schwangerschaft können PMS-Symptome verstärkt auftreten; manche Frauen sind in diesen Lebensabschnitten erstmalig mit dem Beschwerdekomplex PMS konfrontiert. Spätestens In der Menopause, wie die Lebensphase nach der letzten Menstruation bezeichnet wird, verschwindet das Prämenstruelle Syndrom.

Hormone  beeinflussen Psyche und Wohlbefinden

Was ein Prämenstruelles Syndrom hervorruft und warum manche Frauen so sehr darunter leiden und andere wieder gar nicht oder kaum, ist nicht abschließend erforscht. Fest steht, dass ein Zusammenhang zwischen zweiter Zyklushälfte nach dem Eisprung sowie dem Einsetzen der Menstruation und dem Auftreten der Symptome besteht. In dieser Zyklusphase wird das Gelbkörperhormon (Gestagen) Progesteron produziert, die Ausschüttung des Hormons Östrogen sinkt dagegen.

Das hat zu der Vermutung geführt, dass bei Frauen mit PMS oder PMDS der Körper verstärkt auf die Hormonschwankungen und das Ungleichgewicht der Hormone Östrogen und Progesteron reagiert. Vermutlich spiele aber mehrere Faktoren bei der Enstehung von PMS eine Rolle, darunter auch psychosoziale Belastungen sowie bestimmte Verhaltensmuster und Gewohnheiten. So deutet vieles darauf hin, dass beispielsweise Stress, Alkohol-, Nikotin- oder Coffeinkonsum und Bewegungsmangel  PMS-Symptome verstärken können. Auch bestehende Erkrankungen, zum Beispiel der Schilddrüse, oder Schlafstörungen können ein PMS negativ beeinflussen.

Bei Beschwerden zum Frauenarzt

Bei hartnäckigeren Symptomen für PMS, die in schweren Fällen sogar die Arbeitsfähigkeit kosten können, sollten die genauen körperlichen Ursachen abgeklärt werden. Der Gynäkologe ist hier ein geeigneter Ansprechpartner. Er kann abklären, ob tatsächlich ein Prämenstruelles Syndrom hinter den Beschwerden steckt und die nötigen Therapien einleiten.

Er misst den Hormonspiegel und verordnet gegebenenfalls natürliche Hormone, die das hormonelle Gleichgewicht wiederherstellen. Für Frauen, die vor allem von depressiven Verstimmungen und starken Stimmungsschwankungen betroffen sind, stellen Antidepressiva eine gute Behandlungsmöglichkeit dar.

Auch mit pflanzlichen Präparaten können die PMS-Beschwerden gelindert werden, zum Beispiel mit Wirkstoffen des Mönchspfeffers, der Tigerlilie, der Traubensilberkerze  oder Alpenveilchenextrakte. Kombipräparate mit verschiedenen Inhaltsstoffen können ebenfalls sinnvoll sein. Entkrampfende Medikamente können zudem die krampfartigen Unterleibsschmerzen lindern.

Patentrezept gegen PMS gibt es nicht

Da es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten gibt, sollten Frauen sich selbst beobachten und ausprobieren, was ihnen gut tut. Bisher ist es den Forschern nicht gelungen, ein Patentrezept gegen PMS zu entwickeln. Ein Menstruationskalender, in den die Beschwerden des PMS auf einer Skala eingestuft und Besonderheiten festgehalten werden, ist außerdem hilfreich. Sie bekommen dadurch ein Gefühl dafür, welche Tage bei Ihnen die kritischen sind. Stellen Sie Ihren Alltag, soweit dies möglich ist, darauf ein. Manchmal ist es auch gut, die Angehörigen von den bevorstehenden Krisentagen zu unterrichten.

Der Menstruationskalender lässt außerdem Rückschlüsse zu,  ob therapeutische Maßnahmen sowie Änderungen des Lebensstils Erfolg zeigen. So wird eine Umstellung der Ernährung auf kohlenhydratreiche und salzarme Nahrungsmittel empfohlen, dazu der Verzicht auf Alkohol, Zigaretten und Kaffee. Regelmäßige Bewegung kann ebenfalls PMS-Symptome lindern, ebenso Entspannungsmethoden wie beispielsweise Yoga oder Autogenes Training.

Dass bei PMS auch die subjektive Einstellung zum eigenen Körper eine Rolle zu spielen scheint, erklärt den Erfolg einer weiteren therapeutischen Maßnahme: der Verhaltenstherapie. Sie hat sich in unterschiedlichen Studien als hilfreich erwiesen.

Mehr zur Verhaltenstherapie bei PMS

Autor: Ruth Sharp
Letzte Aktualisierung: 21. Oktober 2013

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