Schlaganfall

Untersuchung bei einem Schlaganfall

Der Patient sollte innerhalb von zehn Minuten nach der Krankenhauseinweisung gesehen werden. Es folgt eine erste ärztliche Untersuchung des körperlich/neurologischen Status und das Routinelabor. Schnell wird das CT oder MRT durchgeführt, um die notwendige Schlaganfall-Therapie einzuleiten.

Abhören
Das Abhören der Lunge gehört zu einer der ersten Maßnahmen bei einem Verdacht auf Schlaganfall
Thinkstock

Die Untersuchung eines Schlaganfall-Patienten erfolgt auf zwei Arten: Die körperliche Untersuchung der Patienten durch den behandelnden Arzt und die Untersuchung mittels verschiedener diagnostischer Verfahren.

Der Schlaganfall-Patient sollte innerhalb von zehn Minuten nach der Krankenhauseinweisung durch einen Arzt gesehen werden. Eine erste körperliche Untersuchung und Befragung der Patienten ist die Grundlage weiterer Maßnahmen.

Die Untersuchung bei Verdacht auf Schlaganfall sollte folgende Maßnahmen umfassen:

  • Prüfung der Lungenfunktion durch Abklopfen und Abhören der Lunge

  • Überwachung der Atmung

  • Bestimmung der Sauerstoffsättigung im Blut durch ein Puls-Oxymeter

  • Blutabnahme und Bestimmung des Blutzuckers

  • Blutdruck- und Pulsmessung

  • Durchführung eines EKG

  • Untersuchung der Pupillenreaktion (Leuchten mit der Lampe in die Augen).

  • Auslösen der Muskelreflexe (mit dem Reflexhämmerchen)

  • Untersuchung von Berührungsempfindlichkeit, Gleichgewicht und Geschicklichkeit

  • Erkennen von Sprachstörungen

  • Einschätzung der geistigen Fähigkeiten

Die Anamnese ist ein Teil der Erstuntersuchung. Erfasst wird die medizinische Vorgeschichte eines Patienten So kann der Arzt sich einen Überblick über den Gesundheitszustand verschaffen und den Patienten kennenlernen.

Diagnostik in der Akutphase des Schlaganfalls

Viel Zeit ist bei Verdacht auf Schlaganfall nicht: Nach dem Erstgespräch und der körperlichen Untersuchung veranlasst der behandelnde Arzt weitere diagnostische Maßnahmen. Die wichtigste Untersuchung bei Verdacht auf einen Schlaganfall ist die Computertomographie (CT), welche unverzüglich nach Einweisung in das Krankenhaus durchgeführt werden sollte.

Computertomographie und Magnetresonanztherapie

Die Computertomographie ist ein computergestütztes Röntgenverfahren, das bei Schlaganfall angewandt wird. Das Prinzip der Untersuchung ist die Darstellung einer Körperregion in einzelnen Schichten. Aufgrund der Ableitung von Bildinformation aus unterschiedlichen Winkeln ergibt sich ein sehr bildlicher Eindruck der dargestellten Region. Im Gegensatz zur normalen Röntgentechnik können sogenannte Weichteilstrukturen, wie zum Beispiel das Gehirn, gut dargestellt werden. Mithilfe dieser Methode können die behandelnden Ärzte in der Regel zuverlässig einen Hirninfarkt von einer Hirnblutung unterscheiden. Zudem wird die Größe des vom Schlaganfall betroffenen Gehirnbezirkes bestimmt. Abhängig vom CT-Befund wird entschieden, ob der Patient ein Kandidat für die Lysetherapie ist.

Mit dem sogenannten "Perfusions"-CT (Durchblutungs-CT) können die verstopften Hirnarterien bei einem Schlaganfall genau geortet werden. Der entscheidende Vorteil dieser Untersuchung liegt in der Anwendung von speziellen Kontrastmitteln und der Auswertung der so gewonnenen CT-Bilder mittels einer zusätzlichen Software. Dem Patienten wird dazu ein Kontrastmittel in die Armvene gespritzt, das innerhalb weniger Sekunden in die Gehirnarterien gelangt. Gleichzeitig macht der Tomograph eine Serie von Aufnahmen im Gehirn und kann dabei den Fluss des Kontrastmittels genau verfolgen. Als Ergebnis erscheint auf dem Monitor ein farbiges Bild der Hirnregion. Je nach Durchblutung sind die Farben unterschiedlich. Das verschlossene Gefäß ist so deutlich zu erkennen.

Ist das CT allein bei einem Schlaganfall nicht aussagekräftig genug, wird eine Untersuchung im Magnetresonanztomographen (MRT, Kernspin) angeschlossen. Im Gegensatz zur Computer-Tomographie können bei der MRT betroffene Körperregionen dargestellt werden, ohne die Lage des Patienten zu verändern. Mit der MRT sind Ischämien in der hinteren Schädelgrube und besonders kleine Infarkte sind besser sichtbar. Ähnliches gilt für den Nachweis von intrazerebralen Blutungen. Nicht jedem Krankenhaus steht ein Kernspintomograph zur Verfügung, sodass in der Akutphase zunächst eine CT durchgeführt wird.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 20. August 2010
Quellen: Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN), Deutsche Schlaganfall Gesellschaft (DSG) (2008): Leitlinien zur Akuttherapie des ischämischen Schlaganfall 2008 (Aktualisierung Mai 2009). Download unter http://www.dgn.org/images/stories/dgn/leitlinien/LL2008/ll08kap_023.pdf am 15.03.2010. Schwarting S, Rocco A, Lichy C: Notfallmedizinisches Management von Patienten mit akutem Hirninfarkt oder TIA. Intensivmedizin (2009), online publiziert Dez. 2009. Download unter http://www.springerlink.com/content/r4q0888v5466837t/fulltext.pdf am 15.03.2010. Trenkler, J. (2008): Der akute ischämische Schlaganfall. Radiologie, online publiziert April 2008. Download unter http://www.springerlink.com/content/e07982144243657x/fulltext.pdf am 15.03.2010.

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