…wenn der Schlaf nicht kommen will

Homöopathie gegen Schlafstörungen

Wieder gefühlt die halbe Nacht wachgelegen und deshalb tagsüber gereizt, unkonzentriert und schlapp? Dann könnten Wirkstoffe aus der Natur helfen. Die Homöopathie bietet eine Reihe an Arzneimitteln, die schonend für einen besseren Schlaf sorgen.

Frau liegt im Bett und kann nicht Schlafen
Schlafstörungen sind weit verbreitet – mit Homöopathika lassen sie sich natürlich behandeln.
© iStock.com/monkeybusinessimages

Schlafstörungen sind ein echtes Volksleiden. Laut DAK-Gesundheitsreport aus dem Jahr 2017 sind 80 Prozent aller Erwerbstätigen in Deutschland davon betroffen. Aber auch viele Kinder und ältere Menschen leiden an Schlafstörungen. Die Gründe dafür können ganz unterschiedlich sein.

Artikelinhalte auf einen Blick:

Schlafprobleme können viele Ursachen haben

Häufig sind Stress und Sorgen die Ursache dafür, dass wir nachts wachliegen, stundenlang grübeln und deshalb nicht in den Schlaf finden. Darüber hinaus können äußere Faktoren, wie Lärm, Hitze, Kälte oder ein nicht optimal eingerichteter Schlafplatz für unruhige Nächte sorgen. Auch Schichtarbeit und Jetlag hindern uns am friedlichen Schlummern, weil durch die ungewohnten Zeiten die innere Uhr durcheinandergebracht wird.

Schlafstörungen können zudem die Folge von bestimmten Krankheiten sein. So gehen psychische Erkrankungen wie Angststörungen, Demenz oder Depressionen ebenfalls häufig mit Schlafstörungen einher. Auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Schmerzerkrankungen und Schlafapnoe mindern oftmals die Schlafqualität. Typisch sind Schlafstörungen in Zeiten hormoneller Umstellungen, wie sie etwa während der Wechseljahre, in der Pubertät oder auch bei einer Schwangerschaft auftreten. Bestimmte Medikamente sowie Drogen- und Alkoholmissbrauch können ebenfalls Schlafprobleme verursachen.

Homöopathie: 15 häufige Beschwerden und welche Arznei hilft!

Homöopathie gegen Schlafstörungen

Schlafstörungen treten also häufig als Folge oder Symptom einer anderen Ursache auf. Bevor man nun gleich zu chemischen Schlafmitteln greift, die dieses Symptom unterdrücken, sollte man zunächst versuchen die möglichen Ursachen ausfindig zu machen. Lassen sich die Gründe einfach erkennen, kann man versuchen diese so weit wie möglich auszuschalten.

Manchmal können bereits kleine Veränderungen echte Verbesserungen bringen. Das gilt vor allem dann, wenn die Schlafstörungen nur kurzfristig für wenige Tage auftreten. Unterstützend können homöopathische Arzneimittel eingesetzt werden, die regulierend wirken und den Körper besonders nebenwirkungsarm wieder ins Gleichgewicht bringen. Die entsprechenden Homöopathika werden dabei entsprechend der jeweiligen Ursache sowie den beobachteten Begleitsymptomen der Schlafstörung ausgewählt.

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Wichtig: Bei schweren Schlafstörungen, die über Wochen anhalten, sollte zur näheren Abklärung immer ein Arzt aufgesucht werden.

Schlafstörungen durch innere Unruhe

  • Argentum nitricum: Wenn Nervosität, Prüfungsangst oder Lampenfieber für Schlafprobleme sorgen, der Betroffene sehr unruhig ist, Angst hat zu spät zu kommen oder zu versagen, häufig über Durchfall klagt und sich im Bett ständig hin- und her wälzt, kann homöopathisches Silbernitrat regulierend wirken.

  • Ignatia: Bei akutem Kummer, wie etwa Liebeskummer, aber auch Verlust und Trauer sowie dem Gefühl von tiefer Enttäuschung, gilt Ignatia als passendes Arzneimittel. Der Patient leidet hier meist still, kann nicht einschlafen und hat das Gefühl, dass eine schwere Last auf die Brust drückt oder auch ein Kloß im Hals steckt.

  • Staphisagria: Schlafstörungen durch Ärger, Wut, Zorn und Empörung lassen sich schonend mit Staphisagria behandeln. Typischerweise treten hier neben den Schlafstörungen noch weitere psychovegetative Beschwerden auf, wie Bauch- und Magenschmerzen, nervöses Zittern oder auch eine Reizblase sowie bei Frauen eine Neigung zu Blasenentzündungen.

  • Aconitum napellus: Bei Alpträumen und schreckhaftem Aufwachen nach akuten belastenden Erlebnissen wie einem Verkehrsunfall, einer Naturkatastrophe oder einem Zimmerbrand hat sich die Gabe von Aconitum bewährt. Der blaue Eisenhut gilt in der Homöopathie als wichtiges Schockmittel. Typische Symptome, die für Aconitum bei Schlafproblemen sprechen sind Angst, starkes Herzklopfen, schneller Puls und starke Unruhe.

Schlafstörungen in den Wechseljahren

  • Sepia: Das große Frauenmittel Sepia kann auch bei Schlafstörungen in den Wechseljahren nebenwirkungsarme Hilfe bringen. Das gilt besonders, wenn die betroffene Person zusätzlich über Erschöpfung und Überforderung klagt

  • Cimicifuga: Ein- und Durchschlafprobleme in den Wechseljahren lassen sich gut mit Cimicifuga behandeln. Die Traubensilberkerze ist ein klassisches homöopathisches Arzneimittel zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden, da einige Inhaltsstoffe eine östrogenähnliche Wirkung haben.

Schlafstörungen durch Überarbeitung und Jetlag

  • Nux vomica: Andauernder Stress und Überarbeitung, häufig gepaart mit zu viel Kaffee, Nikotin und Alkohol können verhindern, dass man am Abend ausreichend runterkommt, um problemlos einschlafen zu können. Hier kann die Brechnuss schonende Hilfestellung geben.

  • Coffea: Wenn Überreizung, Lärmempfindlichkeit und freudige Erlebnisse dafür sorgen, dass die Person regelrecht aufgeputscht ist und deshalb der Schlaf gestört ist, spricht das für die Gabe von Coffea.

  • Cocculus: Zeitverschiebungen durch lange Flugzeiten, Schichtarbeit oder Nachtwachen von kranken Angehörigen stören den Schlaf-Wach-Rhythmus und führen häufig zu Jetlag. Obwohl die Person todmüde ist und sich völlig erschöpft fühlt, kann sie nur schwer einschlafen oder wacht bereits nach kurzer Zeit wieder auf und kann nicht durchschlafen, sodass sie sich am Tag übermüdet, schlapp und gereizt fühlt.

Schlafstörungen bei Kindern

  • Chamomilla: Wenn bei Kindern die ersten Zähnchen kommen, führt das oft zu schlaflosen Nächten. Häufig ist eine Wange rot und heiß. Der Säugling ist unruhig, weinerlich, gereizt, schreit und tritt und möchte ständig herumgetragen werden. Hier kann Chamomilla beruhigen und die Zahnungsschmerzen lindern.

  • Zincum: Zincum gilt als Arznei des Nervensystems. Leitsymptome sind Tagesmüdigkeit, ausgeprägte körperliche Unruhe, Schwindel und Kopfschmerzen. Es kann gut bei Schulkindern eingesetzt werden, die sich nachts im Bett hin und her wälzen und mit den Zähnen knirschen.

Komplexmittel gegen Schlafstörungen

Weil Schlafstörungen meist nicht als alleiniges Symptom auftreten, sondern häufig in Zusammenhang mit anderen Beschwerden vorkommen, kann es sinnvoll sein sich bei der Behandlung nicht auf ein Einzelmittel zu verlassen, sondern ein homöopathisches Komplexmittel anzuwenden. Dabei handelt es sich um harmonisch aufeinander abgestimmte Präparate, die mehrere unterschiedliche Einzelmittel in sich vereinen. Damit erweitert sich auch das Wirkspektrum.

Bewährte homöopathische Komplexmittel in Zusammenhang mit Schlafstörungen stehen zum Beispiel für Wechseljahresbeschwerden, Zahnungsbeschwerden bei Kindern sowie bei Unruhe- und Erschöpfungszuständen zur Verfügung.

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