Bei Nahrungsmittelallergie

Erste Hilfe beim allergischen Schock von Kindern

Kinder, die eine Anaphylaxie erleiden, benötigen oft eine weitere Adrenalin-Dosis. Das sollte bei der Zusammenstellung des Notfall-Sets berücksichtigt werden, so eine US-amerikanische Studie.

Empfehlungen für die Anaphylaxie bei Kindern
Adrenalin zur Selbstinjektion gehört in jedes Notfall-Set.

Jedes achte Kind, das wegen einer nahrungsmittelbedingten Anaphylaxie Adrenalin erhält, benötigt eine zweite Dosis. US-Forscher empfehlen daher: Kinder mit Anaphylaxie-Risiko sollten zur Sicherheit stets zwei Adrenalin-Dosen zur Selbstinjektion mit sich führen. US-Forscher haben die Krankenakten von 1255 Kindern durchgesehen, die wegen akuter allergischer Reaktionen auf Nahrungsmittel in eine Notfallambulanz gebracht wurden (Pediatrics online). Der häufigste Auslöser waren Erdnüsse bei 23 Prozent der Kinder, gefolgt von Nüssen und Milch.

Nur ein Drittel bekam die richtige Allergie-Behandlung

Etwa die Hälfte der Kinder hatte eine Anaphylaxie mit systemischen Reaktionen wie Hypotonie (etwa systolischer Blutdruck unter 90 mmHg bei Kindern über zehn Jahren) oder Atemnot. Von diesen Kindern hatten nur 31 Prozent bereits vor der Ankunft in der Notfallambulanz Adrenalin (s.c. oder i.v.) erhalten. Und einschließlich der Behandlung in der Ambulanz waren es lediglich 44 Prozent. Zwölf Prozent von diesen benötigten mehr als eine Dosis Adrenalin, und zwar meist innerhalb von einer Stunde nach der Erstbehandlung. Betroffen davon waren meist Kinder über zehn Jahre und solche, die von anderen Krankenhäusern zugewiesen worden waren.

Da ansonsten keine eindeutigen Risikofaktoren für einen gesteigerten Adrenalin-Bedarf bei einer Anaphylaxie  ermittelt werden konnten, empfehlen die US-Autoren, dass vorerst alle Kinder mit Risiko für eine nahrungsmittelbedingte Anaphylaxie, also solche mit positiver Eigenanamnese, zwei Adrenalin-Dosen mit sich führen sollten. In der Studie wurde lediglich 43 Prozent der Patienten bei der Entlassung aus der Klinik Adrenalin zur subkutanen Selbstinjektion beim allergischen Schock verordnet.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 19. Februar 2013
Quellen: Nach Informationen der Ärzte Zeitung

Reden Sie mit!

Sie möchten Informationen zu bestimmten Krankheitssymptomen oder wollen medizinischen Rat? Hier können Sie Ihre Fragen an unsere Experten oder andere Lifeline-Nutzer stellen!

Meistgeklickt zum Thema
Anaphylaktischer Schock: Was tun im Notfall?
Akute Folge der Allergie

Blaue Lippen, Blutdruckabfall - bei Anzeichen für allergischen Schock heißt es schnell handeln mehr...

Schnelle Linderung bei allergischem Juckreiz
Antihistaminika

Sogenannte Antihistaminika haben sich bei Allergien bewährt, um Symptome schnell und zuverlässig zu lindern. Sie können sowohl lokal (zum Beispiel Augentropfen) oder systemisch (zum Beispiel Tabletten)... mehr...

Mastzellstabilisatoren bei Allergien
Arzneimittel

Mastzellstabilisatoren können die Freisetzung von Histamin behindern und sollten aufgrund der Zeitspanne bis zum Einsetzen der Wirkung bereits vorbeugend – z.B. bei Heuschnupfen etwa zwei Wochen vor Beginn der... mehr...

Wie gut ist Ihr Medizinwissen?
Allergene lösen Allergien aus: Doch wieviele davon gibt es? Was schätzen Sie?
Fragen Sie unsere Experten!

Kostenlos. 24 Stunden täglich. Unsere Gesundheitsexperten beantworten Ihre Fragen.

mehr lesen...
Stichwortsuche in den Fragen und Antworten unserer Community

Durchstöbern Sie anhand der für Sie interessanten Begriffe die Beiträge und Foren in der Lifeline-Community.

Sie haben eine Frage zum Thema Allergie? Unser Experte steht Ihnen zur Verfügung!

mehr...
Newsletter-Leser wissen mehr

Der kostenlose Gesundheits-Newsletter

Hier bestellen...

Zum Seitenanfang