Kein oder seltener Eisprung

PCO-Syndrom: Männerhormone im Frauenkörper

Das PCO-Syndrom ist eine Funktionsstörung der Eierstöcke, die vor allem junge Frauen betrifft. Jede zehnte Frau in Deutschland hat das polyzystische Ovarialsyndrom. Die Ursachen sind noch unklar, aber die Frauen haben meist zu viele männliche Hormone im Blut. Und das hat Folgen: Unfruchtbarkeit, verstärkte Körperbehaarung, Akne und Zyklusstörungen. Auch die Seele und die Sexualität leiden mit. Das PCOS muss behandelt werden, nicht nur wegen eines unerfüllten Kinderwunsches. Es drohen schwere gesundheitliche Folgen.

Frau misst Temperatur
PCO-Syndrom: Der Eisprung findet selten oder nie statt.
(c) Stockbyte

Das polyzystische Ovarialsyndrom ist eine Funktionsstörung der Eierstöcke, die meist bei jungen Frauen auftritt. Gynäkologen nennen es auch Polyzystisches Ovarsyndrom, PCO-Syndrom, PCOS oder PCO. Eine ältere, aber immer noch gebräuchliche Bezeichnung ist Stein-Leventhal-Syndrom. Der Name geht auf die beiden Ärzte Irving Stein und Michael Leventhal zurück, die die Krankheit im Jahr 1935 erstmals beschrieben haben.

Die Eierstöcke von Frauen mit polyzystischem Ovarsyndrom sind oft mit vielen, nicht ausgereiften Eibläschen durchsetzt. Kennzeichnend ist, dass Frauen mit PCOS eine unregelmäßige Menstruation haben oder die Regel ganz ausbleibt. Meist lässt sich im Blut eine erhöhte Menge an männlichen Geschlechtshormonen nachweisen. Außerdem leiden die Frauen unter verstärkter, männlicher Körperbehaarung, Akne, Haarausfall und Übergewicht. Wie stark diese Veränderungen ausgeprägt sind, ist von Frau zu Frau verschieden. Das PCOS kann jedenfalls die Lebensqualität, Lebensfreude und Sexualität entscheidend beeinträchtigen. Viele Frauen trauen sich aufgrund ihres behaarten Erscheinungsbildes nicht ins Schwimmbad oder die Sauna; selbst bei heißen Temperaturen tragen sie Blusen und T-Shirts mit langen Ärmeln.

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PCOS ist häufiger Grund für Unfruchtbarkeit

Die genauen Ursachen des PCO-Syndroms sind noch unbekannt. Mediziner vermuten, dass die Gene an der Entstehung beteiligt sind, weil das PCOS in manchen Familien gehäuft auftritt. Die PCO-Behandlung hängt davon ab, wie ausgeprägt die Beschwerden sind und ob Frauen einen Kinderwunsch haben. Viele betroffene Frauen sind übergewichtig. So kann ein gesunder Lebensstil mit einer ausgewogenen Ernährung und viel Bewegung helfen.

Das polyzystische Ovarsyndrom ist eine der häufigsten Hormonstörungen bei Frauen. Ärzte schätzen, dass zwischen fünf und zehn Prozent der Frauen unter einem PCOS leiden. Internationale Studien gehen sogar von noch höheren Zahlen aus. In Deutschland hat wahrscheinlich jede zehnte Frau ein polyzystisches Ovarialsyndrom – das entspricht rund einer Million Frauen. Das PCOS tritt meist im gebärfähigen Alter zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr auf. In der Regel führt es zu Problemen mit der Fruchtbarkeit. Frauen haben erhebliche Schwierigkeiten, auf natürlichem Weg schwanger zu werden. Das PCOS ist ein häufiger Grund für Unfruchtbarkeit und unerfüllten Kinderwunsch.

Ursachen des PCO-Syndroms sind rätselhaft

Die genauen Ursachen des PCO-Syndroms sind noch immer weitgehend unklar. Bei der Entstehung sind wohl mehrere Faktoren am Werk, die den Energiestoffwechsel und Hormonhaushalt aus dem Lot bringen.

Gene und Hormone als Mitspieler

Vermutlich spielt aber die erbliche Veranlagung eine Rolle. Denn in manchen Familien ist nicht nur eine Frau vom PCOS betroffen. Ärzte wissen heute, dass das PCOS ein Hormon unterdrückt, welches die unreifen Eizellen in den Bläschen normalerweise zur Reifung anregt. Sie bleiben unreif und der Eisprung findet nicht statt. Außerdem können die Eierstöcke das männliche Hormon Testosteron, das auch der weibliche Körper bildet, nicht mehr ausreichend in Östrogen umwandeln. Dadurch wird der Körper geradezu mit männlichen Hormonen überschwemmt.

Insulinresistenz und Übergewicht

Zudem reagieren die Körperzellen weniger empfindlich auf das Blutzuckerhormon Insulin – es entsteht eine Insulinresistenz, die als Vorstufe für Typ-2-Diabetes gilt ("Prädiabetes"). Die Bauchspeicheldrüse schüttet immer mehr Insulin aus, um diese Unempfindlichkeit auszugleichen. So lassen sich im Blut erhöhte Zucker- und Insulinwerte nachweisen. Insulin ist aber nicht nur für einen normalen Blutzucker entscheidend, sondern hilft auch bei der Produktion männlicher Hormone und der Speicherung von Energie aus den Nahrungsmitteln in Fettdepots. Da die Energie nicht verbrannt wird, ist oft Übergewicht oder Fettleibigkeit (Adipositas) die Folge. Die Mehrzahl der Frauen mit einem polyzystischen Ovarialsyndrom leidet unter Übergewicht. Allerdings gibt es auch Frauen mit einem PCOS, die schlank sind und keine Insulinresistenz aufweisen. Übergewicht alleine kann also nicht der Grund für die Funktionsstörung der Eierstöcke sein.

Gefährlicher Tetra-Pack

Auch wiesen Forscher einen Zusammenhang zwischen dem PCOS und dem Metabolischen Syndrom nach. Darunter verstehen Ärzte den "Tetra-Pack" aus Übergewicht, Störung der Zuckerverwertung (Insulinresistenz), erhöhten Blutfetten und Bluthochdruck. Alle Faktoren zusammen beeinflussen über komplizierte Regelkreise wiederum die Funktion der Eierstöcke.

PCOS-Symptome – so erkennen Sie das polyzystische Ovarsyndrom

Ein PCOS macht sich durch verschiedene Symptome bemerkbar. Sie können in unterschiedlicher Anzahl und Stärke auftreten. Manche Frauen entwickeln nur schwache PCOS-Symptome, während diese bei anderen extrem ausgeprägt sind.

Mythen übers Verhüten

Häufige Beschwerden bei PCOS sind:

  • Zyklusstörungen: Frauen haben entweder eine seltene, unregelmäßige (Oligomenorrhoe) oder überhaupt keine Menstruation (Amenorrhoe).

  • erhöhte Mengen an männlichen Geschlechtshormonen im Blut (Hyperandrogenämie)

  • viele unreife Eisbläschen in den Eierstöcken

  • männliche Körperbehaarung: Ein verstärkter Haarwuchs zeigt sich vor allem an Brust, Bauch, Oberlippe und Kinn (Bartwuchs), Schamregion, Rücken oder Oberschenkeln. Ärzte sprechen auch von Hirsutismus.

  • Vermännlichung: Aufgrund der erhöhten Konzentration an männlichen Hormonen (Androgenen) setzen sich verstärkt männliche Merkmale statt weiblicher durch. Medizinisch heißt dieses Phänomen Virilismus. Es prägen sich männliche Geschlechtsmerkmale aus, zum Beispiel eine tiefe Stimme oder eine vergrößerte Klitoris, manchmal nimmt auch die Brustgröße ab.

  • Haarausfall (Alopezie), fettiges Haar

  • unreine, fettige Haut, Akne

  • oft Übergewicht oder Fettleibigkeit (Adipositas)

  • metabolisches Syndrom mit Übergewicht, hohen Blutzucker-, Blutfett- und Blutdruckwerten,

  • Unfruchtbarkeit, unerfüllter Kinderwunsch

  • psychische Beeinträchtigungen aufgrund des männlichen Erscheinungsbildes und bei vorhandenem, unerfülltem Kinderwunsch

Wie lässt sich das PCO-Syndrom feststellen?

Die PCOS-Diagnose kann nur ein Arzt stellen. Vertrauen Sie sich in jedem Fall Ihrer Gynäkologin oder Ihrem Gynäkologen an, wenn Sie Zyklusstörungen, verstärkten männlichen Haarwuchs und andere Anzeichen einer Vermännlichung bei sich feststellen.

Warum ein Arztgespräch wichtig ist

Am Anfang der Diagnostik steht immer ein ausführliches Gespräch zwischen Arzt und Patient. Er stellt Ihnen verschiedene Fragen zu Ihren Beschwerden und Ihrer Krankheitsgeschichte (Anamnese). Wichtig für den Arzt sind beispielsweise folgende Fragen:

  • Welche Beschwerden haben Sie zum Arzt geführt?

  • In welcher Häufigkeit und Stärke treten diese auf?

  • Wie hoch ist Ihr Gewicht? Haben Sie in der letzten Zeit zugenommen?

  • Sind bei Ihnen die Zuckerkrankheit Diabetes, Fettstoffwechselstörungen (etwa erhöhte Cholesterinwerte) oder Bluthochdruck bekannt?

  • Ist Ihre Menstruation regelmäßig oder bleibt sie ganz aus? Wenn ja: seit wann?

  • Gibt es in ihrer Familie Frauen mit vielen Zysten in den Eierstöcken?

  • Hat sich Ihre Körperbehaarung verstärkt oder anderweitig verändert?

  • Hat sich Ihr Hautbild verändert, zum Beispiel Akne entwickelt?

  • Besteht bei Ihnen ein Kinderwunsch?

Anhand dieser und anderer Fragen kann Ihr Arzt schon eine erste Einschätzung treffen, ob ein PCOS vorliegen könnte.

Körperliche Untersuchung – Haut und Haare im Blick

Im Rahmen einer körperlichen Untersuchung verschafft sich der Arzt ein Bild von der Stärke und den Orten der Körperbehaarung. Beim PCOS ist der Haarwuchs meist verstärkt und entspricht eher einer männlichen Körperbehaarung. Starker Haarwuchs findet sich zum Beispiel am Bauch bis hin zu den Oberschenkeln, am Rücken, den Schultern und im Gesicht (Oberlippenbart). Auch die Haut gibt Hinweise auf ein PCOS. Die Frauen haben oft fettige Haut und leiden unter Akne. Am Kopf fallen die Haare aus und es zeigen sich lichte Stellen.

Der Arzt wird auch Ihren Blutdruck messen und Ihr Gewicht bestimmen. Der Body-Mass-Index zeigt, ob sie normalgewichtig, übergewichtig oder fettleibig sind. Auch die Fettverteilung des Körpers liefert wichtige Hinweise. So besitzen Männer mehr Bauchfett, während es sich bei Frauen eher an den Hüften, Oberschenkeln und Po ansammelt.

Blutuntersuchung – männliche Sexualhormone bestimmen

Der Arzt entnimmt eine Blutprobe, die im Labor analysiert wird. Im Zentrum stehen vor allem die Konzentrationen an männlichen Hormonen im Blut, allen voran der männlichen Sexualhormone Testosteron und Androstendion. Beide sind für die männliche Entwicklung sehr wichtig. Die Werte dieser Geschlechtshormone sind beim PCO-Syndrom zu hoch. Zudem ist die Menge des LH (luteinisierendes Hormon) erhöht. LH wird in der Hirnanhangdrüse ausgeschüttet und ist für die Produktion der männlichen Hormone im Eierstock verantwortlich. Die Werte des FSH (follikelstimulierendes Hormon) sind normal oder erniedrigt. Ein Bluttest zeigt außerdem, ob der Blutzucker und die Blutfette im Normbereich liegen.

Ein Ultraschall der Eierstöcke macht Zysten sichtbar

Eine Ultraschalluntersuchung der Eierstöcke deckt vorhandene Zysten auf. Der Arzt kann die Anzahl und Größe der Eierstockzysten bestimmen. Frauen mit PCOS haben oft viele flüssigkeitsgefüllte Bläschen an den Außenrändern der Eierstöcke. Die Eizellen sammeln sich an, weil der Eisprung nicht oder nur unregelmäßig stattfindet. Oft sind auch die Eierstöcke vergrößert.

PCOS-Diagnose nach den Rotterdam-Kriterien

Nach den sogenannten Rotterdam-Kriterien aus dem Jahr 2003 liegt ein PCOS vor, wenn zwei der drei folgenden Punkte erfüllt sind:

  1. Zyklusstörungen aufgrund seltener oder fehlender Eisprünge (Oligoovulation oder Anovulation)

  2. Erhöhte Mengen männlicher Sexualhormone im Blut, Anzeichen einer Vermännlichung wie starke Behaarung im Gesicht oder am Körper (Bauch, Oberschenkel, Rücken, Schultern), starke Akne

  3. Viele Bläschen an den Eierstöcken (polyzystische Ovarien)

Die Diagnose PCOS erhärtet sich, wenn der Arzt andere Ursachen für die Symptome ausgeschlossen hat, zum Beispiel:

  • Erkrankung der Hirnanhangdrüse
  • Krankheiten der Nebenniere (Cushing-Syndrom, Morbus Cushing)
  • Tumoren, die männliche Hormone produzieren
  • Erkrankungen der Eierstöcke

Wie Ärzte das polyzystische Ovarsyndrom behandeln

Die PCOS-Behandlung ist individuell verschieden und hängt von den Symptomen und deren Ausprägung ab. Entscheidend für die Therapiewahl ist außerdem die Frage des Kinderwunsches. Frauen mit einem PCOS sollten sich auf jeden Fall behandeln lassen, nicht nur wegen einer gewünschten Schwangerschaft. Ohne Therapie kann sich die Eierstockerkrankung verschlimmern und zum Beispiel einen Diabetes oder eine Schilddrüsenerkrankung nach sich ziehen. Auch erhöht sich das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen, zum Beispiel für einen späteren Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Abnehmen als Behandlungsziel Nummer eins

Frauen mit PCOS sind oft übergewichtig oder fettleibig. Das erste Therapieziel ist es deshalb, einige Kilos zu verlieren. Allerdings ist das oft leichter gesagt als getan. Denn der Energiestoffwechsel der betroffenen Frauen ist aus dem Gleichgewicht geraten und die Pfunde purzeln nicht so leicht wie gewünscht. Lassen Sie sich am besten von einem Ernährungsspezialisten (Ökotrophologen) beraten. Dort erfahren Sie, welche Lebensmittel in welchen Mengen die Pfunde besser schmelzen lassen. Gut ist eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit vielen pflanzlichen Lebensmitteln wie Obst und Gemüse, Vollkornprodukte, wenig Fett (pflanzlich statt tierisch!) und Zucker sowie einem maßvollen Konsum tierischer Produkte wie Fleisch und Wurst. Wer nur etwa zehn Prozent seines Körpergewichts verliert, hilft schon seinem Energiestoffwechsel und die Symptome des PCOS gehen zurück.

Bewegung hilft dem Stoffwechsel und senkt das Gewicht

Bewegung hat viele positive Effekte auf den Körper und die Psyche. So kurbelt Sport den Stoffwechsel an, senkt den Blutzucker, die Blutfettwerte, den Blutdruck und hilft beim Abnehmen. Auch die Seele profitiert, weil der Körper beim Sport "Glückshormone" ausschüttet, die trübe Gedanken und Stimmungen vertreiben. Empfehlenswert sind Ausdauersportarten wie Nordic Walking, Wandern, Schwimmen, Radfahren oder Joggen. Auch Kraftsport in Maßen ist gesund: Es erhöht die Masse der Muskeln, die wiederum mehr Energie verbrauchen – die Fettdepots schmelzen. Frauen, die lange Zeit keinen Sport getrieben haben und untrainiert sind, sollten sich einem sportmedizinischen Check unterziehen, bevor sie mit ihren sportlichen Aktivitäten beginnen.

PCOS mit Hormonen therapieren

Auch eine Behandlung mit Hormonen kann Frauen mit PCOS helfen. Für Frauen ohne Kinderwusch eignen sich hormonelle Verhütungsmittel wie die Pille. Ärzte wählen Präparate mit einer Gestagen-Östrogen-Kombination aus. Die Gestagene sollten antiandrogene Wirkung besitzen, also die Wirkung der männlichen Hormone dämpfen. Auf keinen Fall sollten Frauen ein Gestagen einnehmen, welches dem männlichen Hormon ähnelt – es würde das PCO-Syndrom verschlimmern. Die Hormone verringern zudem die Ausschüttung des Hormons LH im Gehirn, welches für die Produktion der männlichen Hormone im Eierstock verantwortlich ist. Auch das Hautbild (Akne), der Haarausfall und der männliche Haarwuchs verbessern sich. Erste Erfolge zeigen sich oft schon nach einigen Monaten.

Medikamente bei Insulinresistenz

Bei einem PCOS ist oft die Insulinempfindlichkeit der Körperzellen herabgesetzt. Diabetes-Medikamente, vor allem der Wirkstoff Metformin, verringern die Insulinresistenz und verbessern die Blutzuckerwerte. Auch sinkt die Produktion männlicher Hormone und der Fettstoffwechsel verändert sich. Allerdings ist Metformin in Deutschland nur für Typ-2-Diabetes, nicht aber für Zyklusstörungen zugelassen.

PCOS-Behandlung bei Frauen mit Kinderwunsch

Frauen, die schwanger werden möchten, raten Ärzte zu einer Kombination aus abnehmen, mehr Bewegung, falls nötig einem Rauchstopp und einer medizinischen Behandlung. Diese Maßnahmen verbessern in vielen Fällen die Fruchtbarkeit und steigern die Chancen, schwanger zu werden. Bei Übergewicht genügt oft schon eine Reduzierung des Körpergewichts um zehn Prozent, um die Fruchtbarkeit zu steigern.

Außerdem helfen Frauen mit Kinderwunsch Medikamente, welche den Eisprung auslösen. Ein Beispiel ist der Wirkstoff Clomifen in Tablettenform, der schon seit vielen Jahren eingesetzt wird. Allerdings müssen Ärzte mit der Dosierung vorsichtig sein, damit nicht zu viele Eizellen gleichzeitig heranreifen. Mit dem Wirkstoff steigt das Risiko für Mehrlingsschwangerschaften. Falls die Behandlung mit Clomifen nicht erfolgreich ist, sind sogenannte Gonadotropine eine Möglichkeit. Zu beachten ist, dass auch hier Mehrlingsschwangerschaften eintreten können. Nur erfahrene Ärzte sollten diese PCOS-Behandlungen anwenden.

Manchmal hilft auch eine Bauchspiegelung, bei der Ärzte die Bläschen mithilfe der sogenannten Laser-Stichelung entfernen. Dieser chirurgische Eingriff ist aber nicht die Therapie der ersten Wahl.

PCO-Syndrom erhöht Risiko für andere Krankheiten

Ein PCOS sollten Sie unbedingt behandeln lassen – und zwar nicht nur, wenn Sie sich Kinder wünschen. Denn unbehandelt bleiben die kosmetischen Probleme wie Akne, verstärkte Körperbehaarung und Haarausfall weiterhin bestehen. Frauen müssen gegen den Haarwuchs weiterhin mit Rasierern, Wachs und Epiliergeräten angehen. Auch eine Schwangerschaft auf normalem Weg ist meist nicht möglich.

Selbst bei PCOS aktiv werden

Eine PCOS-Behandlung lindert die Symptome, verbessert den Stoffwechsel und erhöht die Fruchtbarkeit. Neben der Einnahme von Medikamenten können Sie selbst etwas zur Verbesserung beitragen: Achten Sie auf einen ausgewogenen Lebensstil mit einer gesunden Ernährung, viel Bewegung und rauchen Sie am besten nicht. Versuchen Sie auch, einige Kilos abzunehmen – schon ein um zehn Prozent niedrigeres Köpergewicht verbessert die Fruchtbarkeit und den Stoffwechsel.

Was Stress in Frauen anrichtet

Vorsicht bei Schwangeren!

Schwangere Frauen müssen sich engmaschig überwachen und ausreichend behandeln lassen, denn sie haben ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten oder Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes). Auch bei Mehrlingsschwangerschaften sind häufige Kontrollen sehr wichtig. Zudem dürfen Schwangere kein Metformin einnehmen, sie müssen in der Regel auf Insulin umsteigen.

Unbehandeltes PCOS hat gesundheitliche Folgen

Ein unbehandeltes PCO-Syndrom kann weitreichende Folgen für die Gesundheit haben: Es drohen die Zuckerkrankheit Diabetes, Schilddrüsenerkrankungen sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, etwa ein Herzinfarkt, Schlaganfall oder Blutgerinnsel in den Gefäßen (Thrombosen). Zudem wird das Abnehmen mit der Zeit immer schwieriger. Gute Gründe also, um sich rechtzeitig in ärztliche Hände zu begeben!

Kann man einem PCOS vorbeugen?

Einem PCOS vorbeugen können Sie nicht, weil die Ursachen noch nicht geklärt sind. Betroffene Frauen können allerdings die unangenehmen und unschönen Beschwerden lindern, indem sie Gewicht verlieren und sich ausreichend bewegen. Eine Gewichtsabnahme beugt zudem den Folgen des polyzystischen Ovarsyndroms vor, zum Beispiel Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

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