Prostataentzündung

Eine Prostatitis hat viele Gesichter

Es gibt verschiedene Formen der Prostataentzündung (Prostatitis), denen unterschiedliche Ursachen zugrunde liegen. Nicht alle sind bekannt.

Prostata-Krebserkrankung–psychische-Folgen.jpg
Prostatitis: Neun von zehn der Betroffenen haben ein "chronisches Schmerzsyndrom des Beckens".
Getty Images/Hemera

Prostatitis ist eine Entzündung der Prostata (Vorsteherdrüse). Die Prostata ist etwa kastaniengroß und umschließt unterhalb der Blase die Harnröhre und die beiden Ejakulationskanäle, die das Sekret von Hoden, Nebenhoden und Samenbläschen bei der Ejakulation in die Harnröhre leiten. Die Vorsteherdrüse produziert das sogenannte Prostatasekret, das ebenfalls Teil der Samenflüssigkeit (Ejakulat) ist.

Prostata-Wissen: Zehn Fakten über die Männerdrüse

 

Fünf Formen der Prostatitis

Die Ursachen der Prostataentzündung (Prostatitis) sind vielfältig und bei einigen Prostatitisformen bis heute unbekannt. Unterschieden werden fünf Erscheinungsformen:

  • Akute bakterielle Prostatitis
  • Chronische bakterielle Prostatitis
  • Entzündliche chronische Prostatitis bzw. entzündliches chronisches Schmerzsyndrom des Beckens
  • Nicht-entzündliche chronische Prostatitis bzw. nicht-entzündliches chronisches Schmerzsyndrom des Beckens
  • Asymptomatische Prostatitis (ohne Symptome verlaufende Prostatitis)
Hilfe bei häufigem und nächtlichem Harndrang

Becken-Schmerzsyndrom am häufigsten

Etwa sieben Prozent aller Fälle von Prostatitis gehen auf akute oder chronische bakterielle Infektionen zurück. Rund 90 Prozent der Erkrankungen entfallen auf das entzündliche oder nicht-entzündliche Becken-Schmerzsyndrom, während die verbleibenden etwa drei Prozent der Patienten an einer asymptomatischen Prostatitis erkrankt sind, also keine aufweisen.

Bis zu zehn Prozent der Männer betroffen

Es wird angenommen, dass zwischen zwei und zehn Prozent aller Männer an einer Prostatitis leiden. Männer vor dem 50. Lebensjahr scheinen etwas häufiger betroffen zu sein als Männer im Alter von über 50 Jahren.

Prostataentzündung: Symptome

Die Symptome der Prostataentzündung (Prostatitis) können variieren je nachdem, welcher Form der Erkrankung vorliegt. Es gibt jedoch drei Leitsymptome, die häufig auftreten.

Häufige Symptome bei Prostataentzündung (Prostatitis)

  • Schmerzen an der Prostata oder im unteren Beckenbereich (Penis, Hoden, Damm, Analbereich, Leistengegend), die besonders während oder nach dem Samenerguss (Ejakulation) auftreten
  • Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen (Algurie) sowie
  • häufiger Harndrang (Pollakisurie).

Akute bakterielle Prostatitis kommt mit Fieber

Ein charakteristisches Symptom der akuten bakteriellen Prostatitis ist Fieber. Eine Erhöhung der Körpertemperatur tritt dann auf, wenn Bakterien aus der entzündeten Prostata in den Blutkreislauf gelangen. Es kommt zu einem ausgeprägten, oft sehr rasch einsetzenden Krankheitsgefühl mit hohem Fieber, das bis auf mehr als 40 Grad Celsius ansteigen kann. Typisch für diese Form der Prostatitis ist zudem eine vergrößerte Prostata. Die Prostatavergrößerung kann durch den Arzt, der bei einer bakteriellen Prostataentzündung hinzugezogen werden sollte, ertastet werden.

Sonderform Prostataabzess sofort behandeln lassen

Zu den weiteren Symptomen der akuten bakteriellen Prostatitis gehören Schmerzen der Prostata sowie Keimbefall oder Eiter im Harn. Bakterien aus der Prostata gelangen in die Harnröhre und können im Urin nachgewiesen werden. In schweren Fällen sind sie mit bloßem Auge als Eiter erkennbar. Weiterhin kann es zu Blutbeimengungen im Urin oder im Ejakulat kommen. Eine gefährliche Komplikation der akuten bakteriellen Prostatitis ist eine Eiteransammlung in der Prostata (Prostataabszess). Sie wird als Notfall angesehen und erfordert eine sofortige Behandlung.

Chronische bakterielle Prostatitis: Wiederkehrende Schmerzen

Typisch für die chronische bakterielle Prostatitis sind wiederkehrende Schmerzen im Becken, Blasenentzündung (Zystitis) und ein Anhalten der Prostataschmerzen über mehr als drei Monate. Zudem können bei der Untersuchung der Vorsteherdrüse (Prostata) Schmerzen auftreten. Das ist jedoch nicht bei allen Fällen von chronischer bakterieller Prostatitis der Fall.

Harnwegsbeschwerden bei Schmerzsyndrom des Beckens

Das Beschwerdebild des chronischen Schmerzsyndroms des Beckens ist uneinheitlich. Im Unterschied zu bakteriellen Formen der Prostataentzündung (Prostatitis) lässt sich bei dieser mit Abstand häufigsten Variante der Prostatitis kein Befall mit Bakterien - Mediziner sprechen deshalb von einer abakteriellen Krankheitsform - oder anderen Keimen nachweisen. Die Beschwerden sind anhaltend, auch Blase und Harnröhre können einbezogen sein. Die Prostata kann, muss jedoch nicht, schmerzhaft auf die Tastuntersuchung durch den Arzt reagieren.

Asymptomatische Prostatitis wird nicht bemerkt

Wie der Name es bereits ausdrückt, treten bei dieser Form der Prostatitis keine wahrnehmbaren Symptome auf. Die asymptomatische Prostatitis wird daher nur zufällig entdeckt, etwa im Rahmen von anderen Erkrankungen der Prostata oder des Harntrakts oder bei Fruchtbarkeitsuntersuchungen. Nicht selten liegt eine Prostatavergrößerung zugrunde.

Behandlung notwendig

Grundsätzlich sollte bei anhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerden im Beckenbereich oder an der Prostata frühzeitig der Arzt, am besten ein Urologe, aufgesucht werden. Neben verschiedenen Formen der Prostataentzündung (Prostatitis) können sich hinter den Symptomen auch andere schwerwiegende Erkrankungen verbergen, etwa übertragbare Geschlechtskrankheiten wie eine Gonorrhoe (Tripper) oder Entzündungen am Enddarm, die eine ärztliche Behandlung erfordern.

Die Erfahrung zeigt darüber hinaus, dass eine akute bakterielle Prostatitis seltener in die chronische Form der Erkrankung übergeht, wenn sie frühzeitig und konsequent behandelt wird. Allerdings sind die Symptome der akuten bakteriellen Prostatitis oft ohnehin so stark, dass die Patienten von sich aus den Arzt aufsuchen.

Prostataentzündung: Ursachen

Um den Ursachen der Prostataentzündung (Prostatitis) ganz auf den Grund zu gehen, sind noch eingehende Forschungen notwendig. Sicher ist: Die Ursachen der einzelnen Formen der Prostataentzündung (Prostatitis) unterscheiden sich stark und sind teilweise bis heute unbekannt.

Akute bakterielle Prostatitis meist spontan

Eine akute bakterielle Prostataentzündung (Prostatitis) entwickelt sich in rund 90 Prozent der Fälle spontan, ohne dass ein äußerer Anlass für die Erkrankung erkennbar ist. Zehn Prozent der Erkrankungen entstehen infolge eines ärztlichen Eingriffs an der Prostata, der Harnröhre, der Blase, des Enddarms oder an anderen Organen des unteren Beckens. Verursacher der Infektion sind in der Regel Bakterien, die den menschlichen Darm besiedeln. Insbesondere bei Männern bis 35 kann eine akute bakterielle Prostatitis auch im Rahmen von sexuell übertragbaren Erkrankungen vorkommen. Als Auslöser der Prostatitis kommen in diesem Zusammenhang vor allem Chlamydien- oder Trichomonaden-Infektionen sowie eine Gonorrhö (Tripper) in Betracht.

Chronische bakterielle Prostatitis oft nach Harnwegsinfekt

Ausgangspunkt von chronischen bakteriellen Prostatitiden sind zumeist Infektionen des Harntrakts, also der Harnröhre, der Blase, der Harnleiter oder der Nieren. Untersuchungen an Tieren haben gezeigt, dass es im Rahmen solcher Infektionen zur Absiedelung von Bakterien in die Vorsteherdrüse (Prostata) kommen kann. Dort können die Bakterien eine Schutzhülle (Biofilm) bilden, unter der sie dem Zugriff des menschlichen Abwehrsystems entzogen sind. Es bilden sich größere Bakterienkolonien, die den Körper wiederholt mit Bakterien überschwemmen und zu Krankheitssymptomen führen können.

Verschiedene Theorien über Chronisches Schmerzsyndrom des Beckens

Die Ursache eines chronischen Schmerzsyndroms des Beckens (kurz auch CPPS, chronic pelvic pain syndrome) lässt sich oft nicht sicher bestimmen. Wissenschaftler halten fünf unterschiedliche Entstehungsmechanismen für möglich:

  • Mikroorganismen: In einigen Fällen kann beim chronischen Schmerzsyndrom des Beckens Erbgut von Mikroorganismen nachgewiesen werden, deren Natur und Ursprung sich jedoch nicht genau klären lassen. Es erscheint deshalb möglich, dass das chronischen Schmerzsyndroms in einigen Fällen auf Keime zurückgeht, die mit heutigen Methoden noch nicht nachgewiesen werden können.
  • Blasenentleerungsstörung: In vielen Fällen leiden Patienten mit chronischen Schmerzsyndroms des Beckens an Blasenentleerungsstörungen. Dabei könnte sich unter Umständen innerhalb der Harnröhre, die durch die Prostata verläuft, ein erhöhter Druck aufbauen. Urin könnte so in die Ausführungsgänge und das Drüsengewebe der Vorsteherdrüse gepresst werden. Die Folge wäre eine chronische Entzündung der Prostata.
  • Überaktives oder fehlgeleitetes Immunsystem: Untersuchungen haben gezeigt, dass viele Patienten mit chronischem Schmerzsyndrom des Beckens ein besonders aktives, Entzündungen begünstigendes Abwehrsystem (Immunsystem) aufweisen. Außerdem scheinen Attacken des Immunsystems auf den eigenen Organismus (Autoimmunreaktion) bei diesen Patienten vermehrt aufzutreten. Es ist daher denkbar, dass die Erkrankung teilweise vom Abwehrsystem des eigenen Körpers ausgeht.
  • Entzündung des Blasengewebes: Amerikanische Wissenschaftler haben Hinweise darauf gefunden, dass bei Patienten mit chronischem Schmerzsyndroms des Beckens eine chronische Entzündung des Blasengewebes vorliegen könnte. Diese könnte ein Hinweis auf eine Fehlfunktion des Gewebes sein, das den Harntrakt auskleidet. Davon könnte auch die Prostata betroffen sein.
  • Nervenreizung: In der Nachbarschaft der Teildrüsen der Prostata verlaufen zahlreiche Nerven. Es ist daher denkbar, dass die Aktivität der Drüsen zu einer Reizung der Nervenfasern führt, die von den Patienten als Schmerz wahrgenommen wird.

Asymptomatischer Prostatitis als Krankheitsfolge

Die asymptomatische Prostataentzündung (Prostatitis) wird von den Betroffenen nicht wahrgenommen, weil keine auftreten. Bei der feingeweblichen Untersuchung (Histologie) lassen sich im Prostatagewebe jedoch Entzündungsprozesse nachweisen. Diese Form der Prostatitis tritt vor allem bei Prostataerkrankungen anderer Ursache auf, etwa bei der gutartigen Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie) oder beim Prostatakrebs (Prostatakarzinom).

Prostataentzündung: Diagnose

Wie bei jeder ärztlichen Diagnose sind auch zur Diagnose der Prostataentzündung (Prostatitis) das ausführliche Arztgespräch über aktuelle Beschwerden und zurückliegende Erkrankungen, in der medizinischen Fachsprache die Anamnese,  sowie die allgemeine körperliche Untersuchung die Ausgangspunkte. Oft ergibt sich dabei bereits der Verdacht auf eine Erkrankung der Harnwege oder des unteren Beckens. Grundsätzlich wird der Urin auf Bakterien untersucht, um eine Infektion auszuschließen. Ebenso gehören eine Ultraschalluntersuchung der Beckenorgane sowie eine Bestimmung des Urinflusses (Uroflowmetrie) zu den weit verbreiteten Standarduntersuchungen. Ein spezieller Fragebogen kann Hinweise auf das Vorliegen und das Beschwerdeausmaß einer Prostatitis liefern.

Vier-Gläser-Probe zum Nachweis von Bakterienbefall

Bei einer akuten bakteriellen Prostatitis sind die Krankheitszeichen und der Keimnachweis im Urin in der Regel so deutlich, dass keine weiteren diagnostischen Maßnahmen ergriffen werden müssen. Bei der chronischen bakteriellen Prostataentzündung (Prostatitis) kann mithilfe der sogenannten Vier-Gläser-Probe nachgewiesen werden, ob ein Bakterienbefall der Prostata vorliegt. Dabei werden der erste Urin beim Wasserlassen, der sich anschließende Mittelstrahlurin, durch Prostatamassage gewonnenes Prostatasekret sowie Urin nach der Prostatamassage getrennt gesammelt und auf Keimbefall untersucht. Zusätzlich können Untersuchungen am Ejakulat vorgenommen werden.

Zu den speziellen Untersuchungsverfahren zum Nachweis eines entzündlichen und nicht-entzündlichen chronischen Schmerzsyndroms des Beckens gehören neben dem Ausschluss einer bakteriellen Infektion die Vier-Gläser-Probe und die Uroflowmetrie, eventuell eine Druckmessung in der Blase (Zystomanometrie) sowie weitere urologische Spezialuntersuchungen.

Asymptomatische Prostatitis als Zufallsbefund

Die Diagnose einer asymptomatischen Prostatitis ist ein Zufallsbefund, der sich aus der feingeweblichen Untersuchung von Prostatagewebe oder -sekret in der Regel im Rahmen einer anderen Erkrankung ergibt. Die Diagnose der Prostataentzündung wird allein auf Grundlage der nachgewiesenen Veränderungen im Gewebe gestellt.

Prostataentzündung: Therapie

Die Behandlung einer Prostataentzündung (Prostatitis) ist stark von der jeweiligen Form der Erkrankung abhängig. Bei Schmerzen werden Schmerzmittel verabreicht, insbesondere aus der Gruppe der entzündungshemmenden Mittel, sogenannte nicht-steroidale Antiphlogistika, da diese sich günstig auf die Prostata auswirken. Entleert sich die Blase aufgrund der Prostatitis nicht vollständig, können sogenannte Alpha-1-Rezeptoren-Blocker eingesetzt werden, um den Abfluss des Harns durch die gereizte und geschwollene Vorsteherdrüse (Prostata) zu erleichtern. In schweren Fällen kann die Prostata ausgeschält oder in einer Operation vollständig entfernt werden.

Antibiotika gegen akute bakterielle Prostatitis

Die Therapie der akuten bakteriellen Prostatitis erfolgt mit Antibiotika. Nach Entnahme einer Urinprobe, um den auslösenden Erreger zu bestimmen, beginnt die Behandlung zunächst auf Verdacht mit einem Antibiotikum, das die häufigsten Verursacher der akuten bakteriellen Prostatitis bekämpft. Liegt nach einigen Tagen der Erregernachweis vor, kann die Therapie mit Antibiotika fortgesetzt werden, die sich gezielt gegen dieses Bakterium richten. Ist das Wasserlassen (Miktion) gestört, kann es erforderlich sein, für einige Tage einen Blasenkatheter einzulegen.

Vorhandener Eiter muss entfernt werden

Sollte sich eine Eiteransammlung in der Prostata (Abszess) gebildet haben, muss diese beseitigt werden. Dies geschieht zumeist durch Einlage eines Schlauchs, der den Abfluss des Eiters gewährleistet. Unter Umständen kann es jedoch auch erforderlich sein, von der Verbindungsregion zwischen Hodensack und After (Damm-Region) aus mit einer Nadel in die Prostata zu stechen, um den Eiter aus dem Organ abzuleiten.

Geduld gefragt bei der chronischen bakteriellen Prostatitis

Auch die chronische bakterielle Prostataentzündung (Prostatitis) wird mit Antibiotika behandelt. Aufgrund der Hartnäckigkeit der Erkrankung können jedoch mehrere Behandlungszyklen erforderlich sein, bis sich ein dauerhafter Erfolg einstellt. Im Rahmen der Behandlung werden in diesem Zusammenhang wiederholt Untersuchungen zum Keimbefall durchgeführt, um den Therapieerfolg zu ermitteln und die Wahl des Antibiotikums gegebenenfalls an die aktuellen Verhältnisse anzupassen.

Im Extremfall droht Entfernung der Prostata

Bei hartnäckigen Erkrankungsfällen können Antibiotika direkt in die Vorsteherdrüse gespritzt werden. Versagen alle anderen Therapieansätze, bleibt in Einzelfällen nur noch die operative Entfernung der Prostata als letzte Behandlungsmöglichkeit.

Optionen bei chronischem Schmerzsyndrom des Beckens

Beim chronischen Schmerzsyndrom des Beckens kommen eine Vielzahl von Therapieansätzen zum Einsatz. Die Wahl des Verfahrens richtet sich nach dem individuellen Erkrankungsfall und dem Erfolg der Behandlung. Bei neu diagnostizierten Patienten sollte versucht werden, die Erkrankung durch Antibiotika zu bessern, selbst wenn keine Bakterien als Verursacher nachgewiesen werden können. Zu den weiteren möglichen Behandlungsansätzen gehören Mittel zur Entspannung der Beckenmuskulatur (Muskelrelaxanzien), auf die Nerven wirkende Medikamente zur Verbesserung der Blasenentleerung, bestimmte Heilkräuter und Entspannungstechniken.

Beschwerden nicht immer vollständig heilbar

Grundsätzlich sollten sich die betroffenen Patienten darauf einstellen, dass die Therapie der Prostatitis langwierig ist. Nicht in allen Fällen können die Beschwerden vollständig behoben werden, auch wenn in der Regel Besserung erreicht und das Leben mit der Erkrankung erleichtert werden kann.

Asymptomatische Prostatitis: Grunderkrankung behandeln

Diese Form der Prostataentzündung (Prostatitis) tritt begleitend zu anderen Erkrankungen der Vorsteherdrüse auf. Die Therapie der Prostatitis diesen Typs richtet sich daher vor allem gegen die Grunderkrankung, etwa eine gutartige Prostatavergrößerung oder Prostatakrebs.

Prostataentzündung: Vorbeugen

Die Ursache einer Prostataentzündung (Prostatitis) kann in zahlreichen Fällen nicht genau bestimmt werden. So gibt verschiedene Erklärungsansätze dazu, was das chronische Schmerzsyndrom des Beckens auslöst, mit Sicherheit lassen sich die Ursachen dieser häufigsten Form der Prostataentzündung jedoch nicht benennen. Aus diesem Grund können auch keine vorbeugenden Maßnahmen (Prävention) gegen die Erkrankung oder ihr Wiederauftreten ergriffen werden.

Prostatitis durch Bakterien lässt sich vermeiden

Im Unterschied dazu kann eine durch Bakterien ausgelöste Prostataentzündung (Prostatitis) gezielt verhindert werden. Als Grundlage von bakteriellen Infektionen der Prostata erweisen sich häufig nach dem Wasserlassen in der Blase verbleibende Harnreste sowie Abflusshindernisse, die zu einer Druckerhöhung im Prostatagewebe führen. Beide Probleme können durch gezielte urologische Maßnahmen behoben werden. Besteht eine erhöhte Infektanfälligkeit im Harntrakt können vorübergehend oder langfristig Antibiotika eingenommen werden, um eine Infektion zu verhindern.

Kondome können vor bestimmten Prostatitisformen schützen

Prostataentzündungen aufgrund von sexuell übertragbaren Krankheiten können durch entsprechende Vorsichtsmaßnahmen vermieden werden. Dazu gehört insbesondere die Verwendung von Kondomen. Ist es zu einer Ansteckung mit einer sexuell übertragbaren Krankheit gekommen, muss diese vor einem erneuten sexuellen Kontakt vollständig ausgeheilt sein, um eine Weiterverbreitung auszuschließen.

Therapietreue wichtig

Wie bei allen infektiösen Erkrankungen gilt auch hier, dass die Therapie nur dann ihre volle Wirksamkeit entfalten kann, wenn alle Medikamente in der verordneten Dosis über den gesamten vom Arzt vorgegebenen Behandlungszeitraum eingenommen werden, um dem erneuten Auftreten einer durch Bakterien ausgelösten Prostataentzündung vorzubeugen.

Autor:
Letzte Aktualisierung:09. April 2014
Quellen: Hautmann, R.: Urologie. 4. Auflage, Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2010. Wagenlehner, F.M.E.; et al.: Prostatitis and Male Pelvic Pain Syndrome. Diagnosis and Treatment. In: Deutsches Ärzteblatt International 06 (2009): S. 175–83. Murphy, A.B.; et al.: Chronic prostatitis: management strategies. In: Drugs 69 (2009): 71-84.

Meistgeklickt zum Thema
Hilfe bei häufigem und nächtlichem Harndrang
Prostata

Häufiger und nächtlicher Harndrang, etwa durch eine gutartige Prostatavergrößerung, ist extrem lästig: Längere Autofahrten oder Meetings, aber auch der Schlaf müssen ständig unterbrochen werden. Doch gegen das... mehr...

Prostata: Vorsorge-Puzzle klug kombinieren
Früherkennung von Prostatakrebs

Für sich alleine ist keine Untersuchungsmethode aufschlussreich genug mehr...

Prostata-Wissen: Zehn Fakten über die Männerdrüse
Prostata

Die Prostata leistet einen großen Beitrag zur Fruchtbarkeit eines Mannes und kann als erogene Zone dienen. Das sollten Sie über die wichtige Drüse wissen! mehr...

Artikel zum Thema
  • Therapie von Skelettmetastasen bei ProstatakrebsTherapie von Skelettmetastasen bei...

    Skelettmetastasen verursachen nicht nur Schmerzen, sie bergen auch das Risiko einer Reihe ernster Komplikationen (Knochen- oder Wirbelbrüche, Kompressionen des Rückenmarks etc.).... mehr...

Fragen Sie unsere Experten!

Kostenlos. 24 Stunden täglich. Unsere Gesundheitsexperten beantworten Ihre Fragen.

mehr lesen...
Stichwortsuche in den Fragen und Antworten unserer Community

Durchstöbern Sie anhand der für Sie interessanten Begriffe die Beiträge und Foren in der Lifeline-Community.

Newsletter-Leser wissen mehr

Der kostenlose Gesundheits-Newsletter

Hier bestellen...
Umfrage

Zum Seitenanfang