Medikamente und mehr bei Potenzproblemen

Erektionsstörung behandeln: Was hilft?

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Zur Behandlung einer Erektionsstörung stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. Vor allem Medikamente spielen in der Therapie eine große Rolle. In manchen Fällen ist aber auch eine Operation nötig. Erfahren Sie hier mehr!

Alter Mann im Gespräch mit Arzt
© Getty Images/Westend61 (Symbolbild)

Kurzübersicht: Erektionsstörung: Was hilft?

Medikamente: Gegen Erektionsprobleme werden primär PDE-5-Hemmer verordnet. Die Wirkstoffe verbessern die Durchblutung im Penis und ermöglichen eine Erektion.

Mechanische Hilfen: Zum Einsatz kommen etwa eine Penispumpe oder ein Penisring. Sie ermöglichen es dem Mann, eine Erektion zu bekommen beziehungsweise aufrechtzuerhalten.

Therapie: Häufig hat die Störung psychische Ursachen. Dann kann eine Einzel- oder Paartherapie helfen.

Operation: Ein chirurgischer Eingriff ist das letzte Mittel der Wahl. Dabei werden künstliche Schwellkörper in den Penis eingebracht.

Im Überblick:

Erektionsstörung: 11 Hausmittel und Tipps

Erektionsstörung: Behandlung richtet sich nach Ursache

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, dass ein Mann eine Erektionsstörung (erektile Dysfunktion) entwickelt. Was dann zu tun ist beziehungsweise hilft, richtet sich generell nach der zugrundeliegenden Ursache. So müssen häufig zunächst bestimmte Risikofaktoren beziehungsweise eine körperliche Grunderkrankung – etwa Arteriosklerose, hoher Blutdruck oder Diabetes – therapiert werden.

Außerdem kann bei psychologischen Gründen eine Psychotherapie (als Einzel- oder Paartherapie) sinnvoll sein. Nicht zuletzt spielt bei der Behandlung der Erektionsstörung der Austausch innerhalb einer partnerschaftlichen Beziehung eine wichtige Rolle.

Erektionsstörung: Behandlung mit Medikamenten

Zur Behandlung einer Erektionsstörung werden primär sogenannte Phosphodiesterase-Hemmer, auch PDE-5-Hemmer genannt, eingesetzt. Zu den bekanntesten Mitteln auf dem Markt zählt beispielsweise Viagra.

Die Medikamente entspannen die glatten Muskelzellen in den Schwellkörpern des Penis und verbessern die Durchblutung, um so eine Erektion herbeizuführen. Entgegen der geläufigen Meinung steigern sie jedoch nicht die Libido.

Zu den bekanntesten Wirkstoffen gehören

  • Sildenafil,
  • Tadalafil sowie
  • Vardenafil.

Sie werden oral, also in Tablettenform, eingenommen. Alle PDE-5-Hemmer sind in Deutschland rezeptpflichtig und dürfen nur von Ärzt*innen verschrieben werden.

Mögliche Nebenwirkungen und Kontraindikationen

Bei der Einnahme kann es zu Nebenwirkungen kommen, darunter zu Kopf- und Magenschmerzen, Schwindel, Hautrötungen und einer verstopfte Nase. Medikamente gegen Erektionsstörungen sind zudem nicht für alle Männer geeignet. So dürfen sie nicht eingenommen werden

  • bei schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen (etwa Herzinsuffizienz),
  • nach einem Herzinfarkt,
  • nach einem Schlaganfall sowie
  • bei schweren Leberfunktionsstörungen.

Ebenso unterliegt die Anwendung Einschränkungen, wenn eine schwere Nierenfunktionsstörung oder eine Blutgerinnungsstörung vorliegen oder bestimmte Medikamente eingenommen werden.

Erektionsstörung behandeln mit Injektionen

Vor dem Einsatz von PDE-5-Hemmer waren Injektionen das Mittel der Wahl. Sie kommen heute nur noch selten zum Einsatz.

Dabei bedient man sich des körpereigenen Botenstoffs Prostaglandin. Das Gewebshormon erweitert die Blutgefäße, wirkt durchblutungsfördernd und kann eine Erektion des Penis unterstützen.

Mögliche Verfahren sind:

  • Schwellkörper-Autoinjektions-Therapie (SKAT): Dabei injiziert sich der Mann das Medikament vor dem geplanten Geschlechtsverkehr in den Penis.

  • Transurethrale Applikation vasoaktiver Substanzen (MUSE): Dabei führt der Patient vor dem geplanten Geschlechtsverkehr Prostaglandin als Kapsel, Stäbchen oder Pellets in die Harnröhre ein. Die Präparate lösen sich in der Harnröhre auf, entspannen die Muskeln des Schwellkörpers und ermöglichen so, dass mehr Blut in den Penis fließen kann.

Beide Verfahren haben Ausschlusskriterien und können mit Nebenwirkungen einhergehen. SKAT darf zum Beispiel nicht verwendet werden, wenn bestimmte Krankheiten (etwa einer Herzrhythmusstörung) vorliegen.

Bei der MUSE-Therapie kann es zum Austritt von Prostaglandinen kommen. Da die Hormone bei der Frau Wehentätigkeit auslösen, sollte bei der MUSE-Therapie ein Kondom benutzt werden, wenn die Partnerin schwanger ist. Als Nebenwirkungen beim Mann sind ein Brennen in der Harnröhre, Blutdruckabfall und Schwindel bekannt.

Testosteronmangel behandeln

Ungefähr ab dem 40. Lebensjahr nimmt bei Männern die Produktion des Sexualhormons Testosteron ab. Dieser altersbedingte Mangel wird auch als Altershypogonadismus bezeichnet.

Ein Testosteronmangel kann zu einer Störung der Erektionsfähigkeit führen. PDE-5-Hemmer haben in diesem Fall keine oder nur eine sehr abgeschwächte Wirkung. Der Testosteronspiegel kann dann mit Hormonpräparaten zum Beispiel als

  • Gel,
  • Kapsel,
  • Tablette oder
  • Injektion

ausgeglichen werden. Es gelingt jedoch nur in Ausnahmefällen, die Erektionsfähigkeit wieder vollständig herzustellen.

Eine Behandlung mit Testosteron ist nur möglich, wenn die Prostata gesund ist. Denn die Hormonpräparate können das Wachstum der Prostata ungünstig beeinflussen.

Erektionsstörung behandeln mit Penispumpe

Mechanische Hilfsmittel stellen eine Alternative zur medikamentösen Behandlung bei Erektionsstörungen dar. Sie kommen etwa in Frage, wenn ein Mann keine Arzneimittel nehmen kann oder möchte.

Verwendung einer Vakuumpumpe bei Potenzproblemen

Die Penispumpe besteht aus einem durchsichtigen Kunststoffzylinder, der mit einer Handpumpe verbunden ist. Der Mann führt den Penis mithilfe von Gleitgel in den Zylinder ein und erzeugt mit der Handpumpe einen Unterdruck. Dadurch fließt das Blut in die Schwellkörper, es kommt zur Erektion. Mit einem Stauring wird das Blut im Penis so lange zurückgehalten, bis der Geschlechtsakt beendet ist. Danach muss der Ring wieder entfernt werden.

Penisring bei Erektionsstörung

Ein Penisring ist für die Männer geeignet, die zwar eine Erektion bekommen, die jedoch nicht ausreichend kräftig ist oder nicht lange genug gehalten werden kann. Der Penisring (oder Cockring) besteht meist aus weichem Material, zum Beispiel Latex, Gummi, Silikon oder Leder. Sobald die Erektion eingetreten ist, wird er über den Penisschaft gezogen und verhindert, dass das Blut aus den Schwellkörpern wieder abfließen kann.

Nach dem Geschlechtsverkehr sollte er möglichst bald wieder entfernt werden, um den Blutstau abzubauen. Unerfahrene Anwender sollten zunächst einen Penisring wählen, der sich öffnen lässt.

Erektionsstörung: Wie eine Psychotherapie helfen kann

Gerade bei jüngeren Männern, die an einer Erektionsstörung leiden, spielen psychische Ursachen eine große Rolle. So können

  • Stress im Privat- und Berufsleben,
  • ein gemindertes Selbstwertgefühl,
  • Depressionen und
  • Konflikte in der Partnerschaft

Auswirkungen auf die Erektionsfähigkeit haben. Viele Männer mit Potenzproblemen haben zudem mit Versagensängsten zu tun und/oder schämen sich. Diese seelischen Belastungen wirken sich zusätzlich negativ auf die Potenz aus. Betroffene sollten sich daher nicht scheuen, therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Im Rahmen einer Einzeltherapie werden Ängste, Unsicherheit, Unzulänglichkeit und Minderwertigkeit thematisiert und Wege gefunden, wie der Mann sich davon freimachen kann.

In der Partnerschaft über Potenzprobleme reden

Erektionsprobleme stellen für eine Partnerschaft oft eine große Herausforderung dar. Umso wichtiger ist ein offener und vertrauensvoller Austausch. Indem das Paar das Problem in Worte fasst, erscheint es greifbarer, weniger diffus und somit weniger Angst auslösend.

Wenn der Mann über seine Gefühle sprechen kann, nimmt das oft zudem den Erwartungsdruck auf beiden Seiten. Hier stellt eine Paartherapie eine wertvolle Stütze dar.

Operation gegen Erektionsstörungen

Operationen zur Verbesserung der Erektionsfähigkeit stellen heutzutage den letzten Ausweg dar und werden nur in Erwägung gezogen, wenn andere Therapiemöglichkeiten ausscheiden oder nicht ausreichend wirken. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn die organische Schädigung, die zur Impotenz führt, sehr ausgeprägt ist.

Verschiedene Operationsverfahren

Generell gibt es zwei Methoden, die beide einen erhöhten Bluteinstrom in den Penis ermöglichen sollen:

  • Revaskularisationschirurgie: Wie bei einer Herzbypassoperation wird hierbei die Versorgung des Penis mit sauerstoffreichem Blut mithilfe eines zusätzlichen Gefäßes verbessert.
  • Venenchirurgie: Dieser Eingriff spielt bei einem erhöhten Blutabfluss in den Venen des Penis eine Rolle. Ziel ist zu verhindern, dass das aufgestaute Blut frühzeitig abfließt.

Welche Methode angewendet wird, hängt im Wesentlichen von den organischen Ursachen der Erektionsstörungen ab. Aufgrund mangelnder Erfolge kommen sie aber nur in Ausnahmefällen zum Einsatz.

Wann eine Penisprothese eingesetzt wird

Die letzte, heutzutage ebenfalls nur noch selten angewandte Methode zur Verbesserung der Erektionsfähigkeit stellt das Penisimplantat beziehungsweise die Penisprothese dar. Dabei wird nicht das gesamte Glied ersetzt, sondern künstliche Schwellkörper (Schwellkörperimplantate) in den Penis eingesetzt.

Es gibt zwei Arten von Prothesen:

  • Biegsame (semi-rigide) Prothese: Sie festigen den Penis dauerhaft. Umfang und Länge des Penis verändern sich während des Geschlechtsverkehrs nicht – der Mann biegt ihn hierfür einfach nach oben. Nach dem Sex kann er sein Glied in eine Richtung legen, die ihn im Alltag nicht stört.

  • Hydraulische Prothese: Sie sind komplexer und setzen sich aus einem Silikonzylinder, einer hydraulischen Pumpe und einem Flüssigkeitsreservoir zusammen. Die Modelle ermöglichen es, den Penis "aufzupumpen". Nach dem Geschlechtsverkehr kann der Mann die Erektion rückgängig machen und der Penis erschlafft wieder.

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