Gegen Völlegefühl und Co.

Ernährungstipps: Damit Weihnachten nicht auf den Magen schlägt

Die als besinnlich gedachte Weihnachtszeit ist für viele Menschen eine besonders hektische Zeit. Das Einkaufen in überfüllten Geschäften oder die Planung des Weihnachtsmenüs schaffen mitunter Stress, der gesundheitliche Beschwerden verursachen kann.

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Perfektion bis ins letzte Detail, dazu Alkohol und fettiges Essen? Diese an Weihnachten häufige Kombination nimmt der Magen übel!
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Zur Advents- und Weihnachtszeit ist der Magen nicht selten enormen Belastungen ausgesetzt: selbstgebackene, süße Weihnachtsplätzchen und üppige Weihnachtsmenüs – da rebelliert der Bauch schon mal.

Sodbrennen vorbeugen mit diesen Tipps

Oft kommt Stress dazu, etwa beim Kauf der Weihnachtsgeschenke kurz vor dem Fest in überfüllten Kaufhäusern oder beim Schreiben unzähliger Weihnachtskarten und Geschenke-Verpacken im Akkord.

Der Magen kommt an seine Grenzen

"Zu viel, zu heiß, zu schnell", fasst Peter Meier von der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) in Hamburg zusammen, was den Körper an den Weihnachtstagen besonders belastet.

Eigentlich ist man satt, aber es schmeckt so lecker, also gibt es noch einmal Nachschlag. Das Organ dehnt sich aus, um all die Speisen aufzunehmen, und irgendwann kommt es an seine Grenze. "Der Magen schlägt Alarm, dass er überfüllt ist", erklärt Sebastian Haag von der Gastro-Liga in Wiesbaden. Die Aufgabe des Magens ist es, die Nahrung zu durchmischen und vorzuverdauen. Erst dann kann der Nahrungsbrei nach und nach in kleinen Portionen in den Dünndarm gegeben werden.

Ganz in Ruhe essen und Pausen machen

Hastiges Essen macht es nicht besser. "Der Körper signalisiert erst nach 15 bis 20 Minuten, dass er satt ist", erklärt Gisela Olias vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam. Sie empfiehlt, auf das Sättigungsgefühl zu achten. "Gerade Weihnachten kann man in Ruhe essen, man sollte genießen und das gemeinsame Essen zelebrieren." Meier ergänzt: "Zwischendurch sollte man Pausen machen." Damit verhindert man, dass der Magen innerhalb kurzer Zeit vollgestopft wird. "Dann nämlich hat die Muskulatur des Magens keine Kraft mehr und erlahmt", erklärt Meier.

Außerdem kann dass Nervensystem zur Steuerung der Magenbewegung bei Stress und Hektik durcheinandergeraten. Die Folge sind Sodbrennen und säurebedingte Magenprobleme, welche durch ein Zurückfließen der Magensäure vom Magen in die Speiseröhre verursacht werden. In der Regel wird dieser Rückfluss durch einen Schließmuskel verhindert, doch können Essen, Alkohol und Stress diese Körperfunktion aus dem Gleichgewicht bringen.

Tipps für magenfreundliche Weihnachten

Um die Weihnachtzeit beschwerdefrei und ohne Stress genießen zu können, sollten Sie folgende Punkte beachten:

  • Wählen Sie ein Gericht aus, das einfach in der Zubereitung ist und gleichzeitig den Magen nicht belastet, zum Beispiel Fondue mit Gemüse oder Fleischbrühe, leichtes Kurzgebratenes, Fischgerichte oder Pute statt Gans.

  • Servieren Sie als Vorspeise statt einer mächtigen Cremesuppe einen Salat. Chicorée, Rucola oder Endiviensalat enthalten viele Bitterstoffe, die die Verdauungssäfte anregen sollen.

  • Ein Verdauungsschnaps nach dem Essen? Lieber nicht. Denn Alkohol setzt die Magenbeweglichkeit herab, so dass das Essen umso länger im Magen liegt. Zudem lockern fettiges Essen und Alkohol den Schließmuskel oben am Magen. Die Folge: Magensäure fließt in die Speiseröhre, Sodbrennen quält.

  • Tipps gegen das Völlegefühl nach dem Festschmaus bekommen Sie hier. Auch pflanzliche Arzneimittel, die es ohne Rezept in der Apotheke gibt, können gegen Magendrücken und Blähungen helfen. Sie enthalten etwa Öle aus Pfefferminze und/oder Kümmel.

  • Ein Spaziergang an frischer Luft nach dem Essen ist für die Verdauung eine gute Idee. Denn die Bewegung des Körpers sorgt für mehr Bewegung im Magen-Darm-Trakt, die Verdauung wird angeregt. Der Kreislauf kommt in Schwung und die Durchblutung des Magen-Darm-Trakts wird verbessert. Den gleichen Effekt  hat übrigens auch ein Nickerchen, sagen Mediziner.

  • Streben Sie nicht nach Perfektion: Sie müssen die Wohnung nicht aufwändig schmücken und die Familie plus den gesamten Freundeskreis mit selbstgemachten Plätzchen versorgen.

  • Nutzen Sie die Advents- und Weihnachtszeit für besinnliche Stunden, zünden Sie Kerzen an, hören Sie Musik oder lesen Sie ein gutes Buch – das verhindert Stress.

  • Jedes Jahr werden Weihnachtsgeschenke gemacht, die niemand braucht. Vermeiden Sie Einkaufsstress und den Umtausch nach dem Fest und vereinbaren Sie mit Ihren Angehörigen, auf Geschenke zu verzichten. Auch ein gemeinsames Essen und gute Gespräche am Weihnachtsabend können wertvoll sein.

  • Planen Sie nach den Festtagen einen Fitnesstag mit gesunder Kost und Bewegung an der frischen Luft.

Wer aber auf die traditionelle Weihnachtsgans nicht verzichten will, seinen Magen überbeansprucht und in der Folge nicht nur die Kerzen brennen, dem helfen sogenannte Antazida, die säurebedingte Magenbeschwerden schnell und verträglich lindern.

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