Laborwerte A-Z

Diese Hormone zeigen die Wechseljahre an

Hitzewallungen, Schweißausbrüche und Stimmungsschwankungen sind ab einem Alter von 40 Jahren deutliche Hinweise auf den Beginn der Wechseljahre. Treten die Symptome früher auf oder bleiben aus, gibt der Hormonstatus eine zuverlässige Aussage, ob der Wechsel gerade begonnen hat – oder nicht. Welche Werte für FSH, Progesteron und Östrogen sind normal und was bedeuten erhöhte oder zu niedrige Werte für Ihre Gesundheit?

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Am Telefon hat die Arzthelferin Ihnen die Laborwerte für FSH, Progesteron und Östrogene mitgeteilt. Aber was bedeuten sie für Ihre Gesundheit?
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Die Wechseljahre beginnen nicht von heute auf morgen. Es ist ein schleichender Prozess, der mit dem Spiegel der Sexualhormone FSH (Follikelstimulierendes Hormon), Progesteron und Östrogen zusammenhängt und sich über Wochen und Monate verändert, ab nicht über Nacht. So werden erste Anzeichen wie ein

nicht als Vorboten der Wechseljahre wahrgenommen und durch Alltägliches, wie Stress in der Arbeit, eine aktuell grassierende Grippewelle oder das Wetter erklärt. Diese und weitere Symptome, wie

nehmen aber unter Umständen schnell zu und sind bei Frauen über 40 Jahren ein deutlicher Hinweis auf den Beginn der Wechseljahre.

Wechseljahre: Die ersten Symptome

Lifeline/Wochit

Symptome der Wechseljahre unter 40 – Kann das sein?

Die Symptome der Wechseljahre treten bei manchen Frauen bereits deutlich vor dem 40. Lebensjahr auf. Doch nicht immer steckt das beginnende Klimakterium – wie Mediziner bei Frauen die Jahre der hormonellen Umstellung bezeichnen – hinter Scheidentrockenheit oder plötzlich auftretendem Hitzegefühl. Organe wie die Schilddrüse, aber auch hormonproduzierende Tumore können Wechseljahrssymptome auslösen, obwohl eigentlich eine andere Erkrankung zugrunde liegt.

Um eine Krankheit als Ursache für diese Beschwerden auszuschließen oder gegebenenfalls den Beginn der Wechseljahre zu bestätigen, wird der Spiegel der dafür entscheidenden Hormone FSH, Progesteron und der Östrogene über den Hormonstatus aus dem Serum im Blut (flüssiger Bestandteil) oder auch über einen Nachweis im Urin ermittelt. Da die Eierstöcke im Laufe des Lebens immer weniger Östrogene und Progesteron produzieren, sinkt der Spiegel dieser Sexualhormone und beeinflusst zugleich die Konzentration anderer Hormone im Blut, wie die des FSH, das in der Hypophyse im Gehirn gebildet wird.

 

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Wann haben Sie die ersten Symptome der Wechseljahre an sich bemerkt?

Normalwerte für den Hormonspiegel der Frau als Tabelle

Die folgenden Tabellen zeigen die für den jeweiligen Lebensabschnitt zutreffenden Normwerte im Serum für die Sexualhormone FSH, Progesteron und Östradiol, das als repräsentativer Vertreter aus der Hormongruppe der Östrogene gemessen wird, die noch Ostron und Östriol miteinschließt.

Die Werte sind auf den Bevölkerungsdurchschnitt gemittelt und können durchaus auch bei Abweichungen aus dem Normbereich individuell unbedenklich sein. Aufgrund unterschiedlicher Messtechniken können sich die Referenzbereiche je nach Labor geringfügig unterscheiden.

(Einheiten: IE/L = internationale Einheiten pro Liter; ng/l = Nanogramm pro Liter; µg/l = Mikrogramm pro Liter)

Normalwerte für den Hormonspiegel vor den Wechseljahren

Hormon

Referenzbereich

 

1. Zyklushälfte

Eisprung

2. Zyklushälfte

FSH

 

2,5 - 10 IE/l

3,5 - 33,5 IE/l

1,5 - 9 IE/l

Östradiol

25 - 200 ng/l

150 - 300 ng/l

> 80 ng/l

Progesteron

< 1 µg/l

 

 

Frühphase: > 5 µg/l

Spätphase: > 12 µg/l

Normalwerte für den Hormonspiegel in den frühen Wechseljahren

Hormon

Referenzbereich

 

1. Zyklushälfte

Eisprung

2. Zyklushälfte

FSH

10 - 12 IE/l

 

 

Östradiol

25 - 200 ng/l

150 - 300 ng/l

> 80 ng/l

Progesteron

< 1 µg/l

 

 

Frühphase: < 5 µg/l

Spätphase: < 12 µg/l

Normalwerte für den Hormonspiegel in den Wechseljahren

Hormon Referenzbereich

 

1. Zyklushälfte

2. Zyklushälfte

FSH

> 12 IE/l

 

Östradiol

: < 25 ng/l

< 80 ng/l

Progesteron

 

< 5 µg/l

Normalwerte für den Hormonspiegel nach den Wechseljahren

Hormon Referenzbereich
FSH

23 - 116 IE/l

Östradiol

< 20 ng/l

Progesteron

< 1 µg/l

Sind das die Wechseljahre? Symptome im Überblick

Autor:
Letzte Aktualisierung:27. Mai 2016
Quellen: Matthias Bastigkeit: Meine Laborwerte. Stiftung Warentest (Verlag), 2016, S. 153-154; Diedrich, K. et al. (Hrsg.): Gynäkologie und Geburtshilfe. Springer, Heidelberg 2007; Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. Walter de Gruyter GmbH & Co. KG, Berlin 2007; Prof. Dr. med. Seelig, H.-P., Meiners, M.: Laborwerte klar und verständlich. Gräfe und Unzer Verlag, München 2010; Leidenberger, F. et al. (Hrsg.): "Klinische Endokrinologie für Frauenärzte" (Springer Verlag, 2005) sowie Dudenhausen und Schneider (Hrsg.): "Frauenheilkunde und Geburtshilfe" (Walter de Gruyter, 1994); Neumeister B.: Klinikleitfaden Labordiagnostik. Urban & Fischer Verlag, München 2008 F.A. Brockhaus Gesundheit (Hrsg.): Der Brockhaus Gesundheit. F.A. Brockhaus Gesundheit, Leipzig 2006

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