Heiserkeit oft Hinweis auf Reflux

Heiserkeit und Sodbrennen

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Heiserkeit kann auch durch die Reflux-Krankheit hervorgerufen werden.
(c) George Doyle

Wer denkt schon bei Heiserkeit oder Husten an eine Magen-Darm-Erkrankung? Halten beide Symptome jedoch über längere Zeit an, kann ein Reflux dahinter stecken.

Sodbrennen, saures Aufstoßen oder Schmerzen beim Schlucken zählen zu den klassischen Beschwerden der Reflux-Krankheit. Nach Schätzungen von Experten klagen allerdings nur etwa 20 Prozent der Patienten mit zurückfließendem Magensaft darüber. Viel häufiger dagegen ist andauernde Heiserkeit: Von ihr werden bis zu 78 Prozent der Patienten geplagt. Bis zu 75 Prozent der Patienten mit einem Reflux weisen dauernden Husten als einziges Kennzeichen auf, so wissenschaftliche Untersuchungen. Reflux ist eine der drei häufigsten Ursachen chronischen - also mindestens drei bis acht Wochen anhaltenden - Hustens.

Reflux kann Räusper- und Hustenzwang hervorrufen

Heiserkeit wird unter anderem durch Schädigung oder Entzündung des Kehlkopfs hervorgerufen. Wie aber entsteht Heiserkeit bei der Reflux-Krankheit? Es werden zwei Wege diskutiert: Kommt die Schleimhaut des Kehlkopfes in direkten Kontakt mit dem hochsauren Magensaft, bilden sich dort Schäden, die zu einer Entzündung führen können. Ursache kann offenbar aber auch die Reizung des Vagusnervs (10. Hirnnerv) sein. Gelangt nämlich Magensaft in die Speiseröhre, erregt der Säuregehalt den Vagusnerv. Über Verschaltungen im Gehirn führt diese Nervenreizung zu Räusper- und Hustenzwang. Ständiges Räuspern und Husten können aber Läsionen (Schädigungen) am Kehlkopf hervorrufen.

Hustenzentrum im Gehirn wird eventuell aktiviert

Der chronische Husten wird bei Patienten mit Reflux-Krankheit wahrscheinlich auf ähnliche Weise hervorgerufen wie die Heiserkeit: Durch einen verstärkten Rückfluss von Magensaft kann auch hier der Vagusnerv gereizt werden. Dadurch kommt es zu einer vermehrten Schleimbildung in den Atemwegen, so dass der Patient husten muss. Die Reizung des Vagusnervs aktiviert möglicherweise zudem das Hustenzentrum des Gehirns. Gelangt obendrein Magensaft in die Lunge kann die Schleimbildung verstärkt werden. Der Patient wird sozusagen zum Husten "gezwungen".

Patienten deuten Schleim im Rachenraum oft falsch

Nicht selten ist unter Reflux-Patienten auch, dass Schleim in den Rachenraum läuft. Im Englischen wird dieses Phänomen auch "postnasal drip" genannt. Viele Betroffenen vermuten dann, dass der Schleim aus der Nase oder der Nasennebenhöhle stammt. In den meisten Fällen steht aber ein Reflux dahinter. Der "postnasal drip" ist sogar eine der häufigsten Beschwerden und erscheint oft als erstes Zeichen eines Refluxes. Dem "postnasal drip" liegt eine Schleimhautschädigung des Rachens und des Kehlkopfes zugrunde.

Mehr zu den medikamentösen Behandlungsansätzen bei Sodbrennen erfahren Sie hier.

Autor: Lifeline
Letzte Aktualisierung: 30. Januar 2012

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