Glaukomscreening

Grüner Star (Glaukom) - Früherkennung wichtig

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Bei stärkeren oder anhaltenden Augenbeschwerden hilft der Gang zum Augenarzt.
(C) 2006 Trevor Lush

Der Grüne Star (Glaukom) bezeichnet eine Reihe von Erkrankungen, die dem Sehnerv an die Substanz gehen. Grund ist ein zu hoher Augeninnendruck. Früherkennungsuntersuchungen verhindern bleibende Schäden.

Der Grüne Star ist keine Bezeichnung für eine bestimmte Erkrankung, sondern eine Zusammenfassung von unterschiedlichen Augenerkrankungen, die typischerweise mit einem erhöhten Augeninnendruck einhergehen und im fortgeschrittenen Stadium den Sehnerv schädigen können. Bleiben die Erkrankungen unbehandelt, drohen Sehstörungen oder sogar der Verlust des Augenlichtes. Der Berufsverband der Augenärzte schätzt, dass circa 800.000 Menschen in Deutschland vom Grünen Star betroffen sind. Anders als im Fall des Grauen Stars, wissen die Betroffenen in vielen Fällen nichts von ihrer Erkrankung. Nicht zuletzt, um die Abgrenzung zu erleichtern, wird der Grüne Star in Fachkreisen nahezu ausschließlich als Glaukom bezeichnet.

Die unterschiedlichen Formen des Glaukoms

Besonders schwierig gestaltet sich die Behandlung des häufig vorkommenden primären Offenwinkelglaukoms, denn die Erkrankung verläuft zumeist schleichend und ohne . Wenn die Betroffenen eine Einschränkung des Gesichtsfeldes oder der Sehstärke bemerken, ist die Schädigung der Nervenzellen und des Sehnervs aufgrund von zu hohem Augeninnendruck häufig schon weit fortgeschritten. Wird der Grüne Star früh erkannt, lässt sie sich mit Augentropfen effektiv behandeln. Das Winkelblockglaukom tritt wesentlich seltener auf und kann unbehandelt zur Erblindung führen. Kennzeichnend für diese akute Form des Grünen Stars ist, dass der Augeninnendruck massiv ansteigt und das betroffene Auge steinhart wird. Die Betroffenen klagen außerdem über Schmerzen, Übelkeit und schlechtes Sehen. Ebenso selten wie das akute Glaukom ist die angeborene Variante, die auf anatomische Fehlentwicklungen während der Embryonalzeit zurückgeht, sowie das sekundäre Glaukom, das als Folge einer Verletzung oder etwa eines Gefäßverschlusses des Auges entsteht.

Das Glaukomscreening besteht aus mehreren Untersuchungen

Die Linse des Auges benötigt Nährstoffe, die ihr vom Kammerwasser regelrecht zugespült werden. Das nährstoffreiche Wasser ist jedoch auch für den Erhalt des Augeninnendrucks wichtig. Kann es nicht ungehindert abfließen, steigt der Innendruck stetig an. Wird das Auge nicht behandelt, kann der erhöhte Innendruck letztendlich den Sehnerv schädigen – das ist dann Grüner Star. Die Beurteilung des Innendrucks allein jedoch reicht nicht aus, um ein Glaukom sicher diagnostizieren zu können. Der Arzt beurteilt außerdem den Sehnerv und kontrolliert mit Speziallupen und dem Mikroskop, ob Nervenfasern geschädigt sind. Eine weitere wichtige Untersuchung ist die Gesichtsfelduntersuchung. Hier kann der Augenarzt kleine Ausfälle des Gesichtsfeldes erkennen, bevor der Betroffene eine Einschränkung wahrnimmt.

Aufgrund der fehlenden Symptome wird Grüner Star zumeist nur durch Früherkennungsuntersuchungen wie eine Augeninnendruck-Messung beim Augenarzt festgestellt. Es wird empfohlen, die Untersuchung ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig durchführen zu lassen, da das Risiko, an einem Glaukom zu erkranken, mit steigendem Alter zunimmt.

Früh erkannt kann Grüner Star ausgebremst werden

Generell gilt, dass ein entstandener Schaden nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Die Behandlung von Grünem Star zielt darauf ab, den Verlauf der Erkrankung aufzuhalten, den Augeninnendruck zu senken und das noch verbliebene Sehvermögen zu retten. Im Falle des primären Offenwinkelglaukoms wird zunächst mit Augentropfen gearbeitet, die den Augendruck senken sollen. Schlägt die Behandlung nicht an, kann der Laser helfen. Hin und wieder ist es nötig, durch eine Operation einen künstlichen Ausfluss für das Augenwasser zu schaffen. Laser oder Operation kommen auch bei einem akuten oder angeborenen Glaukom zum Einsatz.

Autor: Sibylle Fünfstück
Letzte Aktualisierung: 08. Februar 2010
Quellen: Nach Informationen des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands e.V. und der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft

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