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Blutzuckermessgeräte zum Eigengebrauch

Möglichkeiten und Fehlerquellen bei der Selbstmessung

Diabetiker, die ihren Blutzucker regelmäßig selbstständig messen, können dadurch ihr Risiko für Folgeerkrankungen und Komplikationen deutlich verringern. In dieser Übersicht möchten wir Ihnen deshalb die gängigen technischen Verfahren der Blutzuckerselbstmessung, bekannte Fehlerquellen und einige Neuerungen vorstellen.

Einführung

Die ersten Geräte zur Blutzuckerselbstmessung (SMBG) wurden vor etwa 30 Jahren entwickelt. Damit haben sich besonders für die Behandlung mit Insulin neue Therapiestrategien ergeben. Die Messgeräte zur SMBG sind dafür geeignet, dass geschulte Diabetespatienten auf der Basis des geplanten Kohlenhydratverzehrs die benötigte Insulinmenge berechnen und sich so vor Unter- oder Überzuckerungen (Hypo- oder Hyperglykämien) schützen können. Bei der Therapie ohne Insulin ermöglicht es die SMBG, den Erfolg von Ernährungs- und Bewegungsmaßnahmen zur Stoffwechseloptimierung zu prüfen.

Auch wenn die Anzeige der Messgeräte genaue Werte suggeriert, handelt es sich bei den bisherigen Messverfahren um Schätzungen. Diese können bei 95 Prozent der gemessenen Werte bis zu 20 Prozent von den Laborstandards abweichen, was erheblich ist. Mit neuen Techniken wird daher versucht, die Fehlerrate zu senken und dadurch die Messgenauigkeit zu verbessern. In dieser Übersicht sollen die gängigen technischen Verfahren der SMBG und bekannten Fehlerquellen sowie einige Neuerungen vorgestellt werden.

Historisches

Den Blutzucker selbst testen zu können ist eine der größten Innovationen in der Behandlung von Menschen mit Diabetes seit der Entdeckung des Insulins im Jahr 1921. Durch Insulin konnte zunächst das Überleben von Typ-1-Diabetikern gesichert werden. Mit der SMBG war es dann zusätzlich möglich, den Zuckerstoffwechsel zu optimieren, um schwerwiegenden Diabeteskomplikationen (z.B. diabetesbedingte Augen-, Nieren oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen) entgegenzuwirken. Die SMBG ist zudem ein wichtiger Bestandteil der Schulung, des Trainings und des täglichen Selbstmanagements von Menschen mit Diabetes.

Die Anfänge der Blutzuckermessung reichen in die 1940er-Jahre zurück, als erstmals der Glukosegehalt (Zuckergehalt) im Urin bestimmt werden konnte. Rund 20 Jahre später wurden dann erste Methoden zur Bestimmung der Glukose im Blut anhand eines Farbumschlags auf einem Teststreifen entwickelt. Wenige Jahre darauf folgte das erste Blutzucker-(BZ-)Messgerät. Anfang der 1980er-Jahre kam das erste Gerät zur SMBG auf den Markt, mit dem photometrisch (Photometrie*) der Blutglukosegehalt bestimmt werden konnte. In den folgenden Jahren wurde die photometrische Glukosebestimmung jedoch weitgehend von elektrochemischen (amperometrischen*) Methoden abgelöst, die heute bei der Mehrheit der Blutzuckermessgeräte verwendet werden.

Die Entwicklung von BZ-Messgeräten, wie wir sie heute kennen, hat somit mehrere Jahrzehnte gedauert. Aktuelle Fortschritte beziehen sich hauptsächlich auf die benötigten Messzeiten, die Bedienerfreundlichkeit, Blutmengen, schmerzärmere Stechhilfen sowie Datenübertragung und -verarbeitung. Auch wenn viele Ansätze für eine blutlose Messung in der Entwicklung sind, ist ein marktreifes System zurzeit nicht absehbar.

Die richtige Blutentnahmestelle
Eigenschaften von Blutzuckermessgeräten
Ursachen für Abweichungen und Messfehler
Neue Technologien und Anwendungen

Glossar

Photometrie bzw. Fotometrie: Messverfahren im Wellenlängenbereich des sichtbaren Lichtes

Amperometrie: Elektrochemische Methode zur quantitativen Bestimmung von chemischen Stoffen. Verfahren bei dem es nach dem Anlegen von Elektroden abhängig von Anwesenheit und Konzentration der zu messenden Substanz direkt oder indirekt (BZ-Messung mithilfe der Glucose-Oxidase Methode) zu einem Stromfluss kommt. Beispiel BZ-Messung: Hohe Zuckerwerte führen zu einem entsprechend hohen Stromfluss.


Quelle: IN|FO|DIABETOLOGIE 2009; Vol. 3, Nr. 5: 38-41
Autor: Kerstin Kempf, Stephan Martin, Tim Heise / Von der Lifeline-Redaktion für Patienten überarbeitet
Stand: Sep 23, 2010


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