Blutgerinnsel verstopfen Gefäße oft unbemerkt

Thrombose: Symptome und Therapie des gefährlichen Gerinnsels

Thrombosen, also Blutgerinnsel in den Gefäßen, zählen zu den häufigsten Komplikationen eines längeren Krankenhausaufenthalts. Dabei kann der Blutpfropf oder Thrombus in wichtige Versorgungsgefäße einwandern und sie ganz oder teilweise verstopfen.

thrombose vorbeugen
Schutz vor Thrombose: Bewegung, ein gesundes Gewicht und Nichtrauchen senken das Risiko für ein Blutgerinnsel.
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Die Thrombose ist eine Gefäßerkrankung, während der sich in einem Gefäß (zumeist Venen, aber auch Arterien) ein Blutgerinnsel bildet. Das Risiko für einen solchen Blutpfropf steigt generell, wenn die normale Gerinnungsfähigkeit des Blutes krankhaft erhöht ist.

Im schlimmsten Fall führt das Blutgerinnsel zum Tod

Thrombosen zählen weltweit zu den häufigsten Komplikationen eines Krankenhausaufenthalts, der mit Bettlägrigkeit oder einer Operation verbunden ist. Die Thrombose selbst kann mehr oder weniger unangenehm sein.

Die große Gefahr des Blutgerinnsels besteht darin, dass ein von der Gefäßwand abgelöster Thrombus in den Gefäßen mit dem Blut fortgeschwemmt wird. Er kann je nach Größe als Embolus Versorgungsgefäße wichtiger Organe verstopfen, was möglicherweise fatale Folgen hat – zum Beispiel den Tod durch Lungenembolie.

Antibabypille und Rauchen erhöhen das Thrombose-Risiko

Der medizinische Begriff für einen Blutpfropf heißt Thrombus. Solche Blutgerinnsel entstehen, wenn innerhalb der Gefäße Blut gerinnt. Dies kann auf einen Gefäßschaden, eine Störung im Gerinnungssystem oder Durchblutungsstörungen zurückzuführen sein. Auch bestimmte Medikamente sowie die Antibabypille erhöhen die Thrombose-Gefahr selbst junger Frauen um ein Vielfaches. Rauchen, Übergewicht und Schwangerschaft zählen ebenfalls zu den Risikofaktoren, die sich häufig gegenseitig verstärken.

"Klassische" Thrombose betrifft die Beinvene

Die Thrombose kann sich als völliger oder teilweiser Verschluss eines Gefäßes zeigen. Der Thrombus ist meistens allmählich an dieser Stelle enstanden. Die klassische Thrombose ist die tiefe Beinvenenthrombose, doch auch andere Teile des Kreislaufsystems gelten geradezu als prädestiniert: Herzklappen, Herzspitze, Herzkranzgefäße, Hirngefäße, Arterien im Bereich des Darms, Beinarterien sowie Venen von Bein und Becken, des Mastdarms (Hämorrhoiden!) und des Armes.

Thrombose: Welche Ursachen stecken dahinter?

Verschiedenste Risikofaktoren begünstigen eine Thrombose. Dazu zählen langes Sitzen im Flugzeug, aber auch die Einnahme der Antibabypille, Krebs oder ein längerer Krankenhausaufenthalt mit Bettlägrigkeit.

Die Thrombose ist eine gefürchtete Komplikation, schließlich kann das Blutgerinnsel in schweren Fällen sogar eine Lungenembolie hervorrufen. Die Thrombose entsteht häufig nach Operationen im Krankenhaus, aber auch

  • infolge längerer Bettruhe/Bettlägrigkeit
  • durch langes Stillsitzen (Flugreise, Tagung oder ähnliches),
  • aufgrund jeder Form von Bewegungsmangel (im hohen Alter),
  • wegen Dehydratation (Flüssigkeitsmangel im Körper),
  • durch arteriosklerotische, gestaute, entzündliche Gefäßveränderungen oder
  • verengte Gefäße, etwa durch mechanische Quetschung oder einen Gipsverband.
  • Eine Thrombose begünstigen auch Krampfadern sowie Herzschwäche (Herzinsuffizienz)

Thrombosen und Gerinnungsstörungen haben vielerlei Auslöser

Auf einen Nenner gebracht, begünstigt jede Form von Durchblutungsstörung in den Blutgefäßen die Entstehung von Gerinnseln. Dabei kann sich die Blutzusammensetzung verändern und die Blutströmungsgeschwindigkeit verringern.

Weitere Risikofaktoren und Auslöser für eine Thrombose sind:

  • Krebserkrankungen
  • Schwangerschaft
  • angeborene Blutgerinnungsstörungen
  • Einnahme der Antibabypille, besonders neuere Präparate der dritten und vierten Generation mit dem Wirkstoff Drospirenon
  • Diabetes mellitus
  • Übergewicht
  • Rauchen
  • vorangegangene Thrombosen

Symptome einer Thrombose

Viele Menschen haben eine Thrombose, ohne sie zu bemerken. Doch nichts von dem Blutgerinnsel zu wissen, kann schwerwiegende Folgen haben. Woran Sie eine Thrombose erkennen.

Die Verstopfung eines Blutgefäßes durch einen Thrombus (Blutpfropf) kann eine Vielzahl an Krankheitsanzeichen hervorrufen. Typische Thrombose-Symptome sind:

  • Schmerzen durch das verstopfte Gefäß (zum Beispiel in der Wade, ein typisches Thrombose-Symptom)
  • Schwere- und Spannungsgefühl (zum Beispiel im Bein) sowie Schwellung desselben
  • bläuliche oder rote Verfärbung der Hautoberfläche
  • Überwärmung des geschwollenen Beins
  • eventuell Fieber
  • Druckschmerzen an der Fußsohle des betroffenen Beins
  • Linderung durch Hochlegen der vom Thrombus betroffenen Extremität
  • unter Umständen ein Ödem, also Wassereinlagerung, im thrombotischen Beim

Thrombose-Symptome in Wade oder Fuß

Häufig tritt eine Thrombose in den unteren Extremitäten auf, also im Bein oder dem Fuß. Die Symptome einer Thrombose in Wade oder Fuß sind nicht immer typisch. Viele Menschen haben eine Thrombose, ohne dass sie es bemerken. Doch nichts davon wissen, ist nicht im geringsten gleichbedeutend mit Sicherheit. Gerade die schleichend beginnende Thrombose, die keinerlei Beschwerden und Symptome verursacht und somit oft nur als Zufallsbefund vom Arzt entdeckt wird, kann dramatische Folgen haben: Denn wenn sich das Blutgerinnsel, der sogenannte Thrombus, von seinem zumeist venösen Entstehungsort löst, wird er verschleppt und gelangt in andere Gefäßsysteme.

Schwere Thrombose-Symptome gleichen Herzinfarkt oder Schlaganfall

Auch auf dem Weg durch die Blutbahn der Lungen kann es zur Verstopfung eines Gefäßes kommen. Je nach Größe des Thrombus macht sich dies für den Betroffenen wenig bemerkbar - oder aber die Thrombose äußert sich in heftigsten Beschwerden, die mit denen eines Herzinfarkts vergleichbar sind. Im schlimmsten Fall kann eine solche Lungenembolie zum Tode führen.

Ähnliche Auswirkungen hat der Verschluss einer Hirnarterie (Schlaganfall): Alle ihm nachgeschalteten Gebiete werden nicht mehr mit Blut, Nahrung und vor allem Sauerstoff versorgt. Bereits nach zwei Minuten beginnt das unwiderrufliche Absterben von Nervenzellen und damit der Verlust wichtiger geistiger und körperlicher Leistungen als Spätfolgen einer Thrombose.

Thrombose-Diagnose: So läuft die Untersuchung beim Arzt ab

Eine Beinvenenthrombose verursacht meist nur diffuse und unspezifische Symptome. Die Diagnose durch den Arzt ist entsprechend schwierig. Doch ihm stehen technische Hilfsmittel zur Verfügung.

Eine Thrombose zu diagnostizieren kann wegen der Fülle an verschiedenen Krankheitsanzeichen sehr schwierig sein. Die exakte Diagnose ist aber das A und O und Voraussetzung einer erfolgreichen Behandlung. Nur eine ausführliche Befunderhebung macht das Ausmaß der Thrombose deutlich und zeigt die Gefahr möglicher Komplikationen auf.

Thrombose-Untersuchung: Von Ultraschall bis Phlebografie

Dem Mediziner stehen im Fall eines Thrombose-Verdachts folgende Mittel zur Verfügung:

  1. Ärztliches Gespräch und Untersuchung: Inspektion (Ansehen) und Palpation (Abtasten) des betroffenen Körperbereiches (zum Beispiel Bein), Untersuchung auf Verfärbung, Ödeme und weiteres. Abfragen von Schmerzen des potenziellen Thrombose-Patienten.
  2. Ultraschall-Untersuchung (Doppler- oder Duplex-Sonographie): Auf einem Bildschirm werden die Blutgerinnsel sichtbar.
  3. Röntgendarstellung mit Kontrastmittel (Phlebografie): Hierbei bilden sich Thromben als Aussparungen im Gefäßverlauf ab, da durch den betroffenen Teil kein Kontrastmittel fließen kann.
  4. Die Untersuchungen verlaufen völlig schmerzfrei, lediglich bei der Phlebografie wird per Spritze oder Infusion das Kontrastmittel gegeben. Klären Sie den Arzt vorher über eine eventuelle Kontrastmittelallergie auf!
  5. Um eine Thrombose auszuschließen, bietet sich der D-Dimer-Test an, der zu 95 Prozent sicher funktioniert. Umgekehrt lässt sich mit diesem laborchemischen Verfahren aber kein Blutgerinnsel nachweisen.

Thrombose-Therapie: Diese Behandlungsoptionen stehen zur Verfügung

Bei der Behandlung eine Thrombose ist Eile geboten, damit keine bleibenden Schäden entstehen. Den Patienten mit einem Gerinnsel ruhig zu halten, ist allerdings nicht mehr zeitgemäß.

Die Behandlung einer Thrombose kann medikamentös erfolgen, aber auch durch Kompression und Mobilisation (Bewegung des Patienten mit Blutgerinnsel). Während Thrombose-Betroffenen früher 14 Tage lang strenge Bettruhe und das Hochlagern des betroffenen Beins verordnet wurde, greift man heute zu anderen Mitteln zur Bekämpfung des Blutgerinnsels. Dazu zählen:  

  • Der betroffenen Extremität (meist das Bein) wird ein Kompressionsverband angelegt. Dieser soll bewirken, dass das Blutgerinnsel an die Venenwand gepresst wird und sich nicht lösen kann.
  • Statt einer Immobilisation strebt man die Bewegung des Thrombose-Patienten mit Kompressionsverband an, um einen Stillstand des Blutes zu vermeiden. Er würde eine erneute Thrombose begünstigen.

Medikamentöse Thrombose-Behandlung im Wandel der Zeit

  • Als akuter Gerinnungshemmer wird Heparin in Form von Spritzen oder als Dauerinfusion gegeben.
  • Auch andere Antikoagulantien wie Faktor-Xa-Hemmer oder Cumarin-Derivate (etwa Marcumar) kommen bei einem Blutgerinnsel zum Einsatz, um den Thrombus aufzulösen und die Fähigkeit zur Blutgerinnung herabzusetzen. 
  • Je nach Beschwerden und sofern keine Gegenanzeigen vorliegen, kann über eine Lyse-Therapie der medikamentöse Versuch unternommen werden, das Gerinnsel aufzulösen. Diese Thrombose-Behandlung war noch vor 15 Jahren Standard, heute wird sie nur noch in Ausnahmefällen angewandt. Die Thrombolyse kann zudem nur zwei Tage nach dem Verschluss eines Gefäßes durch den Thrombus durchgeführt werden.

Der Thrombose vorbeugen: Unsere Tipps

Zur Vorbeugung einer Thrombose empfiehlt sich vor allem Bewegung, etwa durch Krankengymnastik. Im Krankenhaus kann außerdem Heparin zum Einsatz kommen, um ein Blutgerinnsel zu verhindern.

#Da eine Thrombose die Gefahr einer Embolie birgt, wird heute jeder Patient, sofern dies in seinen Möglichkeiten liegt, nach einer Operation zum Aufstehen und zur Bewegung animiert. Darüber hinaus wird vorsorglich bereits vor der OP begonnen, die Gerinnung des Blutes durch Heparin, das der Arzt oder auch der Patient selbst in den Bauch spritzen, erheblich einzuschränken.

Der Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) verdünnt zwar das Blut, wirkt aber vor allem in Arterien und nur geringfügig in Venen. Neuere Studien legen aber dennoch nahe, dass ASS nach großen Operationen an der Hüfte oder am Kniegelenk das Thrombose-Risiko signifikant senkt.

Stützstrümpfe und genug Trinken - aber keinen Alkohol

Einer Thrombose vorbeugen lässt sich auch mit Krankengymnastik und dem Tragen von Stützstrümpfen. Dies gilt besonders, wenn Sie Krampfadern haben. Wenn doch einmal längeres Sitzen erforderlich wird (auf langen Flugreisen, Tagungen und so weiter), sollten Sie vorbeugende Maßnahmen ergreifen: Achten Sie darauf, ausreichend Wasser und keinen Alkohol zu trinken - er entwässert und verdickt das Blut weiter.

Thrombose verhindern: Antibabypille absetzen, Rauchen aufhören

Alternative zur Antibaby-Pille

Frauen über 35 sollten, insbesondere wenn sie rauchen, über eine nachdenken.

Unter dem Begriff der Antikoagulantien versammeln sich Medikamente, die eine Verklumpung (Koagulation, Gerinnung) des Blutes vermeiden helfen. Im Wesentlichen sind dies Heparin (Spritzen) und solche vom Cumarin-Typ (Marcumar, Tabletten). Hiermit lassen sich Thrombosen und Embolien meist verhindern.

Antikoagulantien zur Thrombose-Vorbeugung

Die wichtigsten Gegenanzeigen für Antikoagulantien zur Vermeidung einer Thrombose: Erhöhte Blutungsneigung, Verdacht auf Gefäßverletzung, Epilepsie, Alkoholismus, Nierensteine.

Die wichtigsten Nebenwirkungen: Blutungen (Haut, Schleimhaut, Organe), Hautveränderungen, Haarausfall, Magen-Darm-Störungen (Durchfall, Übelkeit, Erbrechen), Wechselwirkungen mit zahlreichen Medikamenten im Sinne einer Wirkverlängerung oder Wirkverkürzung.

Liegen keine solchen Gegenanzeigen vor, ist die langfristige Gabe von Koagulantien zur Thrombose-Prophylaxe sinnvoll.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 11. März 2016
Durch: Sarah Wagner

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