Entzündung der Haut

Sonnenbrand

Dermatitis solaris (akute Lichtdermatose)

Gerötete Haut, brennende Schmerzen: Ein Sonnenbrand ist unangenehm. Doch nicht nur das: Jede Verbrennung erhöht das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Welche Hausmittel im Akutfall helfen, wie Sie Ihren Hauttypen bestimmten und wie Sie sich vor einem Übermaß an UV-Strahlen schützen, lesen Sie hier.

schwerer sonnenbrand haut schält sich
Jeder einzelne Sonnenbrand erhöht das Hautkrebs-Risiko.
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Ein Sonnenbrand äußert sich zunächst durch eine Rötung der Haut. Die betroffenen Partien erwärmen sich, weil sie stärker durchblutet werden, und schwellen leicht an. Drückt der Betroffene darauf, erscheint ein weißer Abdruck, der sich rasch wieder wie die umliegende Haut rot färbt. Die Haut brennt und schmerzt.

Wirkt die UV-Strahlung noch länger auf die Haut ein, sammelt sich Flüssigkeit und es bilden sich Blasen, ähnlich wie bei einer Verbrennung oder Verbrühung mit Wasser. Die Haut wird druckempfindlich, das Liegen auf der verbrannten Haut ist schmerzhaft bis unerträglich. Außerdem erhöhen sonnenbedingte DNA-Schäden – allen voran die sogenannten Thymindimere – das Risiko für Hautkrebs. In besonders schweren Fällen leiden Sonnenbrand-Betroffene sogar an Schocksymptomen wie Fieber, Kreislaufstörungen, Übelkeit und generellem Unwohlsein.

Gesund sonnen

Was wir als Sonnenbrand kennen, ist medizinisch gesehen eine Entzündung der Haut, die lateinisch Dermatitis solaris genannt wird. Diese entsteht, sobald die Haut einer für sie zu intensiven Sonnenbestrahlung ausgesetzt wurde. Unter natürlichen Bedingungen entsteht Sonnenbrand hauptsächlich durch die Wirkung der ultravioletten Anteile des Sonnenlichts, der UV-Strahlung. Ebenso kann künstliche UV-Strahlung von einem Bräunungsstudio oder Solarium einen Sonnenbrand hervorrufen. Die Krankheitszeichen sind mit denen bei einer Verbrennung vergleichbar - und sollten so behandelt werden.

Sonnenbrand: Die Haut juckt und schält sich ab

Ein Sonnenbrand – ob schwer oder leicht – wird meist erst nach einigen Stunden sichtbar, die Rötung erreicht dann innerhalb von 24 Stunden ihre Blüte. Bis die Beschwerden abklingen, kann über eine Woche verstreichen. Wenn ein Sonnenbrand abheilt, juckt die betroffene Haut und löst sich meist sogar ab. Im Fall eines leichten Sonnenbrands schlägt die Rötung hinterher meist in eine Bräunung der Haut um.

Die Ursache des Sonnenbrands ist eine lokale Entzündungsreaktion der Haut durch die kurzwelligen UV-Anteile der Sonnenstrahlung. Man unterscheidet UV-A, UV-B und UV-C. Während UV-C von der Ozonschicht gefiltert wird, erreichen Teile von UV-B- und UV-A-Strahlung die Erde. UV-A sorgt für die schnelle Pigmentierung der Haut mit Melanin – der Mensch wird braun. UV-B-Strahlen dagegen bewirken eine langfristigere Bräunung, die die Haut vor zukünftiger Sonnenstrahlung schützt. UV-B dringt jedoch dazu in tiefere Hautschichten vor. Dort schädigen die Strahlen einerseits das Erbgut, sorgen zugleich aber für die Produktion des lebenswichtigen Vitamins D.

Hauttyp entscheidet, wann ein Sonnenbrand entsteht

Je nach Hauttyp hat jeder Mensch eine unterschiedliche Eigenschutzzeit, was Sonnenstrahlung angeht. Hellhäutige Typen, etwa rot- oder blondhaarige Menschen, müssen sich mehr in Acht nehmen und brauchen einen höheren Lichtschutzfaktor in der Sonnencreme, um Sonnenbrand vorzubeugen. Dunklere Hauttypen halten es bis zu 40 Minuten ohne Schutz in der Sonne aus, länger sollten auch sie ihr Schicksal nicht herausfordern.

Wann die Zeit in der Sonne jeweils einen Sonnenbrand auslöst, ist aber nicht nur vom genetisch festgelegten Hauttyp abhängig, sondern auch von der Vorbräunung und der Intensität der UV-Strahlung. Letztere hängt unter anderem von der Jahres- sowie Tageszeit ab, vom Breitengrad wie auch von der Höhe über dem Meersspiegel sowie vom Maß der Reflexion der Strahlung durch Wasser, Sand oder Schnee.

Besonders stark sonnenbrandgefährdet sind dabei die sogenannten Sonnenterrassen, etwa Nase, Stirn, Schultern oder Füße. Hier ist ein höherer Lichtschutzfaktor angesagt. Außerdem muss Sonnencreme großzügig aufgetragen und regelmäßig nachgelegt werden. Lange Kleidung und eine Kopfbedeckung schützen zusätzlich zum Sonnenbrand vor dem sehr unangenehmen bis gefährlichen Sonnenstich.

Jeder Sonnenbrand erhöht das Risiko für Hautkrebs

Ein Sonnenbrand ist unangenehm, heilt jedoch nach einigen Tagen wieder ab. Doch die Haut vergisst keine dieser Schädigungen. Häufige Sonnenbrände sind ein wesentlicher Risikofaktor für Hautkrebs. Besonders Sonnenbrände im Kindesalter gelten als kritisch. Die beste Vorbeugung vor Sonnenbrand besteht deshalb in einem konsequenten Sonnenschutz. In der Mittagshitze ist es am besten, sich nur im Schatten aufzuhalten.

Sonnenbrand: Symptome und Stadien

Die typischen Symptome für einen Sonnenbrand sind Rötungen und Schwellungen sowie eine Überhitzung der Haut. All das tritt kombiniert mit brennenden Schmerzen und zuweilen auch einem quälendem Juckreiz auf. Bei einem schweren Sonnenbrand können noch Hautblasen hinzukommen, die sich später als Hautfetzen abpellen lassen.

Die Symptome treten je nach Hauttyp und Intensität der Sonnenstrahlen nach drei bis sechs Stunden auf. Achtung: Auch wer sich mit Sonnenschutzmitteln eingecremt hat, kann einen Sonnenbrand erleiden, wenn  er zu lange in der Sonne war!

Die Veränderungen der Haut sind meist scharf begrenzt und betreffen die Hautareale, die der UV-Strahlung ausgesetzt waren. Typische Stellen für einen Sonnenbrand sind die sogenannten "Sonnenterrassen" des Körpers: Schultern, Dekolleté, Stirn, Nasenrücken, Ohren, Fußrücken. Doch im Prinzip kann ein Sonnenbrand überall am Körper entstehen - wenn die Haut an diesen Stellen zu lange der Sonne ausgesetzt wird.

Schweregrade eines Sonnenbrandes

Wie bei der Verbrennung wird der Sonnenbrand in drei Schweregrade eingeteilt:

  • Beim Sonnenbrand Grad 1 ist die Haut gerötet. Drückt man mit dem Finger auf die Haut, so wird die Stelle zunächst weiß, um danach wieder die rote Farbe der restlichen sonnenverbrannten Haut anzunehmen. Schwellungen und eine Überhitzung der Haut sowie des gesamten Körpers kommen hinzu. Besonders quälend ist der brennende Schmerz, der mit einem Juckreiz kombiniert sein kann.
    Quark
    Bei leichtem Sonnenbrand helfen Hausmittel wie etwa kühlender Quark.
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  • Beim Sonnenbrand Grad 2 treten dieselben Krankheitszeichen auf, jedoch bildet die Haut zusätzlich Blasen. Nach dem Zerplatzen hinterlassen die Blasen oberflächliche Defekte (Erosionen), die zudem nässen können. Das Eintrocknen des Wundsekrets führt zur Bildung gelblicher Krusten. Später lassen sich die Blasen als Hautfetzen abpellen.
  • Beim Sonnenbrand Grad 3 wurde die Oberhaut und oberste Anteile der Lederhaut weitgehend zerstört. Schließlich löst sich die Oberhaut flächig ab.

Zum Sonnenbrand können weitere Symptome hinzukommen. Treten vor allem Hautausschläge und juckende Pusteln auf, kann es sich auch um eine Sonnenallergie oder "Mallorca-Akne" handeln. Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Benommenheit oder Schüttelfrost sind dagegen Anzeichen für einen Hitzschlag oder Sonnenstich - die entsprechend behandelt werden müssen.

Sonnenbrand: Ursachen und Auslöser

Wenn die Haut einer für sie zu intensiven UV-Strahlung ausgesetzt ist, entsteht ein Sonnenbrand. Die Strahlungsintensität hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab. Das sind unter anderem:

  • Jahreszeit
  • Tageszeit
  • Breitengrad
  • Höhe über dem Meersspiegel
  • Reflexion der Strahlung durch Wasser, Sand oder Schnee

Je stärker die UV-Strahlung ist, desto kürzer ist die Bestrahlungsdauer, die einen Sonnenbrand auslöst. Der Hauttyp, das heißt der genetisch festgelegte Grad der Lichtempfindlichkeit, und die Vorbräunung zum Zeitpunkt der Sonnenexposition beeinflussen, ob ein Sonnenbrand entsteht und wie schwer er ausfällt.  Was viele vergessen: auch bei bewölktem Wetter und im Schatten kann ein Sonnenbrand auftreten!

Formen von UV-Strahlung: Wirkung je nach Spektrum

Die UV-Strahlung ist eine Form der elektromagnetischen Strahlung, die energiereicher (kurzwelliger) ist als das sichtbare Licht und daher vom menschlichen Auge nicht wahrgenommen werden kann.

Sie wird in UV-A-, UV-B- und UV-C-Strahlung unterschieden:

Strahlungsart Eigenschaften Wirkung Vorkommen
UV-A energieärmer (langwelliger) als UV-B

-schnelle Bräunung

-vorzeitige Hautalterung (Falten, Pigmentverschiebungen)

erhöht das Risiko, Jahrzehnte später an Hautkrebs zu erkranken

als Teil der Strahlung der Sonne sowie im Solarium
UV-B energiereicher (kurzwelliger) als UV-A

-langsame Bräunung

-Sonnenbrand

erhöht das Risiko, Jahrzehnte später an Hautkrebs zu erkranken

als Teil der Strahlung der Sonne
UV-C energiereicher (kurzwelliger) als UV-A und UV-B

 

gelangt wegen der "Filterwirkung" der Erdatmosphäre praktisch nicht in die Nähe der Erdoberfläche

als Teil der Strahlung der Sonne

Auch die künstliche UV-Strahlung einer Sonnenbank kann einen Sonnenbrand hervorrufen. Wer sich oft im Solarium bräunt, setzt seine Haut einer übermäßigen Belastung durch UV-Strahlung aus.

Individueller Hauttyp und Verhalten bei Sonne

Je höher die Intensität der UV-Strahlung ist, desto kürzer ist die Bestrahlungsdauer, die einen Sonnenbrand auslöst. Der Hauttyp und das Ausmaß der Vorbräunung zum Zeitpunkt der Sonnenexposition, sind weitere Faktoren, die die Bestrahlungsdauer zur Auslösung eines Sonnenbrandes bestimmen.

Nach der Hautreaktion auf die erste 30-minütige Sonnenexposition im Sommer werden sechs unterschiedliche Hauttypen unterschieden.  Die Eigenschutzzeit der Haut gegenüber den Sonnestrahlen reicht bei hellhäutigen Menschen nur wenige Minuten aus, dunkelhäutige können sich dagegen bis zu einer Stunde ungeschützt der Sonne aussetzen.

Sonnenbrand: Diagnose und Arztbesuch

Ein Sonnenbrand lässt sich selbst für medizinische Laien leicht feststellen. Betroffene sollten jedoch einen Arzt aufsuchen, wenn weitere Symptome und Reaktionen hinzukommen.

Um einen Sonnenbrand festzustellen, genügt die Untersuchung der Haut in Kombination mit der Information, dass sich jemand einige Stunden vor Auftreten der Beschwerden der prallen Sonne ausgesetzt hat. Bei einem normalen Sonnenbrand wird in der Regel kein Arzt aufgesucht.

Ob der Betroffene Medikamente einnimmt, muss allerdings berücksichtigt werden. Denn manche Medikamente wie etwa Antibiotika wie Tetrazyklin, Doxyzyklin und Minozyklin können die Lichtempfindlichkeit steigern.

Sonnenbrand oder mehr: Wann zum Arzt?

Weitere Symptome wie Brennen der Haut treten spätestens sechs bis acht Stunden nach der Sonneneinwirkung auf. Bei stärkeren Reaktionen wie Bläschen auf der Haut sollte dann doch ein Arzt aufgesucht werden.

Treten Übelkeit, Erbrechen, Benommenheit, Fieber und andere schwerwiegendere Krankheitsanzeichen auf, ist ebenfalls medizinische Hilfe angebracht. Denn dann kann es sich um einen Hitzschlag handeln, der eine schnelle eine ärztliche Versorgung nötig macht. 

Was hilft gegen Sonnenbrand? Therapie und Hausmittel

Bis der Sonnenbrand vollständig ausgeheilt ist, sollte UV-Strahlung gemieden werden. Kühlende feuchte Umschläge, Lotionen oder Gele können den Schmerz und das Hitzegefühl lindern.

Ist der Sonnenbrand erst einmal da, heißt es zunächst: Raus aus der Sonne! Jetzt benötigt die Haut vor allem Kühlung. Extreme Kälte - zum Beispiel in Form von Eiswürfeln, ist jedoch kontraproduktiv. Dadurch wird die Haut nur noch mehr gestresst, es können sogar Kälteschäden auftreten.

Sonnenbrand-Soforthilfe: Kühlen, kühlen, kühlen

Bei einem leichten Sonnenbrand lindern kühlende feuchte Umschläge die brennenden Schmerzen und das Hitzegefühl. Bewährte Hausmittel bei Sonnenbrand sind zum Beispiel Umschläge mit Buttermilch oder Quark. Ein abgekochter und gekühlter Beutel Schwarztee, mit dem die Hautstellen betupft werden, hemmt die Entzündung, verdünnter Obstessig bringt Kühlung. Ebenso helfen natürlich wirkstofffreie Aprés-Sun-Lotionen oder Gele. Salben und Cremes sind für die Behandlung des Sonnenbrandes nicht geeignet: Unter dem Fettfilm kann kaum Hitze von der Haut abgeleitet werden.

Die besten Hausmittel gegen Sonnenbrand

Lockere, leichte Kleidung hilft, dass die Haut sich erholen kann und macht die nächsten Tage für den Sonnenbrand-Geplagten halbwegs erträglich. Bis der Sonnenbrand vollständig ausgeheilt ist, sollte die Sonne und  intensives Schwitzen möglichst gemieden werden, damit sich die Haut erholen kann. Betroffene sollten bei einem Sonnenbrand viel trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.

Der Sonnenbrand ist in der Regel in wenigen Tagen abgeheilt. Danach ist die Haut jedoch oft noch trocken und schuppig. Daher sollte die betroffene Haut zweimal täglich mit einer rückfettenden Creme oder Lotion nachbehandelt werden.

Bei Blasenbildung: Ab zum Arzt!

Ein Sonnenbrand mit Blasenbildung sollte vom Arzt behandelt werden. Wenn die Brandblasen ein ausgeprägtes Spannungsgefühl verursachen, kann der Hautarzt den Blaseninhalt unter Umständen mit einer sterilen Spritze abpunktieren (abziehen). Anschließend kann ein steriler Verband angelegt werden. Im Allgemeinen sollte die abgehobenen Oberhaut nicht entfernt werden. Dies schützt nämlich die darunter liegenden gesunden Hautschichten vor Infektionen.

sonnenbrand
Nach einem ausgeprägten Sonnenbrand löst sich die geschädigte Haut ab.

Ansonsten können bei einem Sonnenbrand zweiten Grades ähnlich wie bei einem Sonnenbrand ersten Grades kühlende feuchte Umschläge und/oder wirkstofffreie Lotionen oder Gele lindern. Eventuell braucht es zusätzlich Kortison-Präparate. Bei starken Schmerzen kannein rezeptfreies Schmerzmittel eingenommen werden.

Wenn ein Sonnenbrand zweiten Grades mehr als 50 Prozent der Körperoberfläche einnimmt, sollte über eine stationäre Behandlung im Krankenhaus nachgedacht werden.

Eventuell kann der Ersatz verloren gegangener Flüssigkeit und Mineralsalze durch Infusion sinnvoll sein. Durch die innerliche Gabe von Kortison-Präparaten über einige Tage kann die Entzündungsreaktion wirksam gedämpft werden.

Sonnenbrand dritten Grades: ein Fall für Hautspezialisten

Bei einem sehr seltenen Sonnenbrand dritten Grades ist eine stationäre Behandlung in einer Hautklinik nötig. Weil der Betroffene durch die zerstörte Oberhaut viel Flüssigkeit verlieren kann, werden Flüssigkeit und Mineralsalze durch Infusionen ersetzt. Zur Dämpfung der Entzündungsreaktion kann ein Kortison-Präparat als Tablette oder als Infusion gegeben werden. Zur Vorbeugung einer bakteriellen Infektion der Wunden wird gegebenenfalls ein Antibiotikum verabreicht.

Sonnenbrand: Verlauf, Heilung und Risiken

Ein Sonnenbrand mit Blasenbildung kann Verdickungen der Haut nach sich ziehen oder es bleiben hellere (depigmentierte) Narben zurück. Insbesondere bei Kindern und älteren Personen besteht die Gefahr eines Schocks.

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Das Fatale an Sonnenbränden ist, dass sie Tumore begünstigen, selbst wenn sie Jahrzehnte zurückliegen; daher auch der Spruch: Die Haut vergisst nichts. Häufige schwere Sonnenbrände in der Kindheit gelten inzwischen als ein Hauptfaktor für die Entstehung von Hautkrebs (Malignes Melanom, Basaliom) sein.

Sonnenbrand vorbeugen: So schützen Sie Ihre Haut

Um einen Sonnenbrand gar nicht erst zu bekommen, aber auch Tumoren der Haut wie Basaliom und malignes Melanom vorzubeugen, empfiehlt sich ein konsequenter Schutz vor UV-Strahlung. Eltern tragen hierbei eine hohe Verantwortung für ihre Kinder, zumal die Haut von Kindern gegenüber UV-Strahlung besonders empfindlich ist. Sonnenbrände in der Kindheit gelten als bedeutender Risikofaktor für eine mögliche spätere Erkrankung an einem malignen Melanom.

Generell ist von ausgiebigem Sonnenbaden abzuraten. Im Sommer sollte sich niemand mehr zur Mittagszeit zwischen elf und 15 Uhr der prallen Sonne aussetzen, sondern im Schatten bleiben. Allerdings beträgt die Intensität der UV-Strahlung im Schatten immerhin noch etwa 50 Prozent der Intensität in der prallen Sonne. Insbesondere in südlichen Urlaubsländern wie etwa am Mittelmeer oder in den Tropen sowie generell am Meer oder im Hochgebirge sollte dies beachtet werden.

Eincremen mit hohem Lichschutzfaktor

Im Badeurlaub wie auch im Sommer zu Hause tragen Sie besser statt Badehose oder Bikini zwischenzeitlich leichte Kleidung, die mit langen Ärmeln und Hosenbeinen oder mit einem langen Rock die UV-Strahlung abhält. Das Gesicht und Ihren Kopf sollten Sie zusätzlich mit einem Sonnenhut schützen. Und cremen Sie sich ein: Gesicht und alle weiteren, nicht von Kleidung bedeckte Körperregionen mit einem Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor. Der Lichtschutzfaktor (LSF) gibt den Faktor an, um den das Lichtschutzmittel die Sonnenbrandschwelle im Vergleich zu ungeschützter Haut erhöht.

Ein Beispiel dazu: Der Hauttyp I kann sich im Sommer in Mitteleuropa maximal zehn Minuten der prallen Sonne aussetzen, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen, bei Anwendung eines Lichtschutzmittels mit einem Lichtschutzfaktor von 16 ist ein zweieinhalbstündiges, bei Anwendung eines Lichtschutzmittels mit einem Lichtschutzfaktor von 32 ein fünfstündiges Sonnenbad ohne Sonnenbrand möglich.

Die folgende Tabelle gibt die Zeiten im Sommer in Mitteleuropa für die unterschiedlichen Hauttypen an:

Hauttyp Sonnenbrandschwelle ohne Schutz Sonnenbrandschwelle mit LSF 16 Sonnenbrandschwelle mit LSF 32
I etwa zehn Minuten 2,5 Stunden fünf Stunden
II zehn bis 20 Minuten 2,5 bis fünf Stunden fünf bis zehn Stunden
III 20 bis 30 Minuten fünf bis sieben Stunden über zehn Stunden
IV etwa 45 Minuten über zehn Stunden über zehn Stunden

Quelle: DKG

Diese Werte gelten für Mitteleuropa. Im Mittelmeerraum verwenden Sie vorsichtshalber einen Lichtschutzfaktor von etwa 25 und in den Tropen, im Hochgebirge und insbesondere auf Gletschern einen Faktor von mindestens 30.

Eine Verlängerung des Lichtschutzes kann durch wiederholtes Auftragen nicht erreicht werden. Das zweimalige Auftragen eines Lichtschutzmittels mit einem Lichtschutzfaktor von 16 bewirkt also keine Verdoppelung des Schutzes. Wichtig ist allerdings ein erneutes Eincremen nach dem Baden, da sich auch der Schutz so genannter wasserfester Sonnenschutzmittel beim Baden um etwa die Hälfte verringert.

Wenn die sonnenbrandfreie Zeit ausgeschöpft ist, hilft nur Sonnenschutz durch Kleidung. Die Haut braucht nämlich im Anschluss an ein Sonnenbad etwa zwanzig Stunden Zeit, um sich von der UV-Exposition zu erholen und wieder für ein neues Sonnenbad bereit zu sein. Da Lichtschutzmittel ihre volle Wirksamkeit erst etwa eine halbe Stunde nach dem Auftragen entfalten, sollte während dieser Zeit die pralle Sonne noch gemieden werden.

Nicht zu empfehlen: Solariumsbesuche

Ein vorbeugender Besuch im Solarium, um die Haut vor einem Urlaub an erhöhte UV-Strahlung zu gewöhnen, kann nicht empfohlen werden. Denn zur Hautbräunung in Solarien werden UV-A-Strahler eingesetzt, deren Strahlung nur Bräunung durch Pigmenteinlagerung erzeugt, keine verdickte Hornschicht aufbaut. Gerade diese verbessert jedoch den Eigenschutz der Haut, sie bildet sich nur bei Bestrahlung mit UV-B-Strahlungsanteilen aus, wie sie beim Sonnenbaden in der Natur vorkommen. Solariumsbesuche erhöhen nicht nur die Zahl der Sonnenbäder überhaupt, sondern fördern auch die Hautalterung und steigern das Hautkrebsrisiko.

Schützen herkömmliche Lichtschutzmittel vor einem erhöhten Hautkrebs-Risiko?

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Herkömmliche Sonnenschutzmittel filtern zwar den UV-B-, nicht aber den UV-A-Anteil der ultravioletten Strahlung. Daher schützen sie zwar vor Sonnenbrand, nicht aber vor UV-A-Exposition mit beschleunigter Hautalterung und der Entstehung von Hautkrebs als mögliche Spätfolgen. Beim Kauf sollte auf einen ausreichend hohen Schutz auch vor UV-A-Strahlung geachtet werden.

Wie schützt man Babys vor UV-Strahlung?

Neugeborene und Säuglinge, das heißt alle Kinder im ersten Lebensjahr, müssen gänzlich vor direktem Sonnenlicht, das heißt vor praller Sonne, geschützt werden, da ihre Haut extrem dünn ist und noch keine schützende Lichtschwiele (Verdickung der Oberhaut, insbesondere der Hornschicht, auf UV-B-Strahlung hin) bilden kann.

Kinder im ersten Lebensjahr sollten im Schatten bleiben. Nicht von der Kleidung bedeckte Hautareale sollten mit Sonnencreme mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 20 eingecremt werden.

Gesund sonnen

Autor: Lifeline
Letzte Aktualisierung: 08. Mai 2015
Quellen: Optische Strahlung, in: Webseite des Bundesamtes für Strahlenschutz, http://www.bfs.de/de/uv / Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention, Hamburg: http://www.unserehaut.de / Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA), Köln: http://www.kindergesundheit-info.de / Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.: http://www.kinderaerzte-im-netz.de

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