Entzündung der Haut

Sonnenbrand

Dermatitis solaris (akute Lichtdermatose)

Gerötete Haut, brennende Schmerzen: Ein Sonnenbrand ist unangenehm. Doch nicht nur das: Jede Verbrennung erhöht das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Welche Hausmittel im Akutfall helfen, wie Sie Ihren Hauttypen bestimmten und wie Sie sich vor einem Übermaß an UV-Strahlen schützen, lesen Sie hier.

schwerer sonnenbrand haut schält sich
Jeder einzelne Sonnenbrand ist einer zu viel.
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Was wir als Sonnenbrand kennen, ist medizinisch gesehen eine Entzündung der Haut, die lateinisch Dermatitis solaris genannt wird. Diese entsteht, sobald die Haut einer für sie zu intensiven Sonnenbestrahlung ausgesetzt wurde.

Unter natürlichen Bedingungen entsteht Sonnenbrand hauptsächlich durch die Wirkung der ultravioletten Anteile des Sonnenlichts, der UV-Strahlung. Ebenso kann künstliche UV-Strahlung von einem Bräunungsstudio oder Solarium einen Sonnenbrand hervorrufen. Die Krankheitszeichen sind mit denen bei einer Verbrennung vergleichbar - und sollten so behandelt werden.

Ob und wie schnell jemand einen Sonnenbrand bekommt, hängt vom genetisch festgelegten Hauttyp ab. Jeder Mensch hat eine unterschiedliche Eigenschutzzeit, was Sonnenstrahlung angeht. Hellhäutige Typen, etwa rot- oder blondhaarige Menschen, müssen sich mehr in Acht nehmen, dunklere halten es bis zu 40 Minuten ohne Schutz in der Sonne aus, länger sollten auch sie ihr Schicksal nicht herausfordern.

Wann die Zeit in der Sonne jeweils einen Sonnenbrand auslöst, ist auch abhängig von der Vorbräunung und der Intensität der UV-Strahlung. Letztere hängt unter anderem von der Jahres- sowie Tageszeit ab, vom Breitengrad wie auch von der Höhe über dem Meeresspiegel sowie vom Maß der Reflexion der Strahlung durch Wasser, Sand oder Schnee.

Jeder Sonnenbrand erhöht das Risiko für Hautkrebs

Ein Sonnenbrand ist unangenehm, heilt jedoch nach einigen Tagen wieder ab. Doch die Haut vergisst keine dieser Schädigungen. Häufige Sonnenbrände sind ein wesentlicher Risikofaktor für Hautkrebs, besonders wenn diese im Kindesalter auftreten.

Sonnenbrand: Symptome und Stadien

Die typischen Symptome für einen Sonnenbrand sind Rötungen und Schwellungen sowie eine Überhitzung der Haut. All das tritt kombiniert mit brennenden Schmerzen und zuweilen auch einem quälendem Juckreiz auf. Bei einem schweren Sonnenbrand können noch Hautblasen hinzukommen, die sich später als Hautfetzen abpellen lassen.

Die Symptome treten je nach Hauttyp und Intensität der Sonnenstrahlen nach drei bis sechs Stunden auf, die Rötung erreicht dann innerhalb von 24 Stunden ihre Blüte. Achtung: Auch wer sich mit Sonnenschutzmitteln eingecremt hat, kann einen Sonnenbrand erleiden, wenn  er zu lange in der Sonne war!

Sonnenterrassen sind besonders gefährdet

Die Veränderungen der Haut sind meist scharf begrenzt und betreffen die Hautareale, die der UV-Strahlung ausgesetzt waren. Typische Stellen für einen Sonnenbrand sind die sogenannten "Sonnenterrassen" des Körpers: Schultern, Dekolleté, Stirn, Nasenrücken, Ohren, Fußrücken. Doch im Prinzip kann ein Sonnenbrand überall am Körper entstehen - wenn die Haut an diesen Stellen zu lange der Sonne ausgesetzt wird.

Bis die Beschwerden abklingen, kann über eine Woche verstreichen. Wenn ein Sonnenbrand abheilt, juckt die betroffene Haut und schält sich meist sogar ab. Im Fall eines leichten Sonnenbrands schlägt die Rötung hinterher meist in eine Bräunung der Haut um.

Schweregrade eines Sonnenbrandes

Wie bei der Verbrennung wird der Sonnenbrand in drei Schweregrade eingeteilt:

  • Beim Sonnenbrand Grad 1 ist die Haut gerötet. Drückt man mit dem Finger auf die Haut, so wird die Stelle zunächst weiß, um danach wieder die rote Farbe der restlichen sonnenverbrannten Haut anzunehmen. Schwellungen und eine Überhitzung der Haut sowie des gesamten Körpers kommen hinzu. Besonders quälend ist der brennende Schmerz, der mit einem Juckreiz kombiniert sein kann.
    Quark
    Bei leichtem Sonnenbrand helfen Hausmittel wie etwa kühlender Quark.
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  • Beim Sonnenbrand Grad 2 treten dieselben Krankheitszeichen auf, jedoch bildet die Haut zusätzlich Blasen. Nach dem Zerplatzen hinterlassen die Blasen oberflächliche Defekte (Erosionen), die zudem nässen können. Das Eintrocknen des Wundsekrets führt zur Bildung gelblicher Krusten. Später lassen sich die Blasen als Hautfetzen abpellen.
  • Beim Sonnenbrand Grad 3 wurde die Oberhaut und oberste Anteile der Lederhaut weitgehend zerstört. Schließlich löst sich die oberste Hautschicht flächig ab.

Zum Sonnenbrand können weitere Symptome hinzukommen. Treten vor allem Hautausschläge und juckende Pusteln auf, kann es sich auch um eine Sonnenallergie oder "Mallorca-Akne" handeln. Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Benommenheit oder Schüttelfrost sind dagegen Anzeichen für einen Hitzschlag oder Sonnenstich - die entsprechend behandelt werden müssen.

Sonnenbrand: Ursachen und Auslöser

Die Ursache des Sonnenbrands ist eine lokale Entzündungsreaktion der Haut vor allem durch die kurzwelligen UV-Anteile der Sonnenstrahlung. Man unterscheidet UV-A, UV-B und UV-C. Während UV-C von der Ozonschicht gefiltert wird, erreichen Teile von UV-B- und UV-A-Strahlung die Erde.

UV-A ist Bestandteil des Sonnenlichts und wird auch in Solarien eingesetzt. Es sorgt für die schnelle Pigmentierung der Haut mit Melanin – der Mensch wird braun.

UV-B-Strahlen dagegen bewirken eine langfristigere Bräunung, die die Haut vor zukünftiger Sonnenstrahlung schützt. UV-B dringt jedoch dazu in tiefere Hautschichten vor. Dort verursachen die Strahlen den Sonnenbrand und schädigen das Erbgut, sorgen zugleich aber für die Produktion des lebenswichtigen Vitamin D. Sowohl UV-A- als auch UV-B-Strahlen erhöhen das Hautkrebsrisiko.

Auch die künstliche UV-Strahlung einer Sonnenbank kann einen Sonnenbrand hervorrufen. Wer sich oft im Solarium bräunt, setzt seine Haut einer übermäßigen Belastung durch UV-A-Strahlung aus.

Die Intensität  der UV-Strahlung hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab. Das sind unter anderem:

  • Jahreszeit
  • Tageszeit
  • Breitengrad
  • Höhe über dem Meersspiegel
  • Reflexion der Strahlung durch Wasser, Sand oder Schnee

Je stärker die UV-Strahlung ist, desto kürzer ist die Bestrahlungsdauer, die einen Sonnenbrand auslöst. Der Hauttyp und die Vorbräunung zum Zeitpunkt der Sonnenexposition beeinflussen, ob ein Sonnenbrand entsteht und wie schwer er ausfällt.

Nach der Hautreaktion auf die erste 30-minütige Sonnenexposition im Sommer werden sechs unterschiedliche Hauttypen unterschieden. Die Eigenschutzzeit der Haut gegenüber den Sonnestrahlen reicht bei hellhäutigen Menschen nur wenige Minuten aus, dunkelhäutige können sich dagegen bis zu einer Stunde ungeschützt der Sonne aussetzen.

Sonnenbrandgefahr auch im Schatten

Was viele vergessen: auch bei bewölktem Wetter und im Schatten kann ein Sonnenbrand auftreten. Zwar halten Wolken, Smog oder Sonnenschirme halten einen Teil der UV-Strahlung ab. Der größte Teil wird aber von Staubpartikeln und anderen Luftbestandteilen gebrochen, verläuft parallel zur Erdoberfläche und trifft uns von der Seite. Im Schatten bekommen wir noch ungefähr 30 bis 40 Prozent der UV-Strahlung ab. Sogar im Schatten ist also Vorsicht geboten, sonst reagiert die Haut mit Alarmstufe Rot.

Sonnenbrand: Diagnose und Arztbesuch

Ein Sonnenbrand lässt sich selbst für medizinische Laien leicht feststellen. Betroffene sollten jedoch einen Arzt aufsuchen, wenn weitere Symptome und Reaktionen hinzukommen.

Um einen Sonnenbrand festzustellen, genügt die Untersuchung der Haut in Kombination mit der Information, dass sich jemand einige Stunden vor Auftreten der Beschwerden der prallen Sonne ausgesetzt hat. Bei einem normalen Sonnenbrand wird in der Regel kein Arzt aufgesucht.

Ob der Betroffene Medikamente einnimmt, muss allerdings berücksichtigt werden. Denn manche Medikamente wie etwa Antibiotika wie Tetrazyklin, Doxyzyklin und Minozyklin können die Lichtempfindlichkeit steigern.

Sonnenbrand oder mehr: Wann zum Arzt?

Weitere Symptome wie Brennen der Haut treten spätestens sechs bis acht Stunden nach der Sonneneinwirkung auf. Bei stärkeren Reaktionen wie Bläschen auf der Haut sollte dann doch ein Arzt aufgesucht werden.

Treten Übelkeit, Erbrechen, Benommenheit, Fieber und andere schwerwiegendere Krankheitsanzeichen auf, ist ebenfalls medizinische Hilfe angebracht. Denn dann kann es sich um einen Hitzschlag handeln, der eine schnelle eine ärztliche Versorgung nötig macht. 

Was hilft gegen Sonnenbrand? Therapie und Hausmittel

Bis der Sonnenbrand vollständig ausgeheilt ist, sollte UV-Strahlung gemieden werden. Kühlende feuchte Umschläge, Lotionen oder Gele können den Schmerz und das Hitzegefühl lindern.

Ist der Sonnenbrand erst einmal da, heißt es zunächst: Raus aus der Sonne! Jetzt benötigt die Haut vor allem Kühlung. Extreme Kälte - zum Beispiel in Form von Eiswürfeln, ist jedoch kontraproduktiv. Dadurch wird die Haut nur noch mehr gestresst, es können sogar Kälteschäden auftreten.

Sonnenbrand behandeln: Kühlen, kühlen, kühlen

Bei einem leichten Sonnenbrand lindern kühlende feuchte Umschläge die brennenden Schmerzen und das Hitzegefühl. Diese sollten mindestens 20 bis 30 Minuten auf der Haut bleiben beziehungsweise mehrfach erneuert werden, bis der Schmerz nicht mehr zu spüren ist.

Kühlende Hausmittel finden sich sogar in der Küche. So sind zum Beispiel Quarkwickel und  Umschläge mit Buttermilch und Jogurt hilfreich, auch mit Wasser verdünnter Apfelessig kühlt. Ein abgekochter und gekühlter Beutel Schwarztee, mit dem die Hautstellen betupft werden, hemmt die Entzündung.

Ebenso helfen natürlich wirkstofffreie Aprés-Sun-Lotionen oder Gele. Aloe-Vera-Gel oder Lotionen mit Kamillenextrakt beruhigen die gestresste Haut, versorgen sie mit Feuchtigkeit und beschleunigen die Heilung.

Salben und Fettcremes sind für die Behandlung bei Sonnenbrand nicht geeignet: Unter dem Fettfilm kann kaum Hitze von der Haut abgeleitet werden.

 

Die besten Hausmittel gegen Sonnenbrand

Lockere, leichte Kleidung hilft, dass die Haut sich erholen kann und macht die nächsten Tage für den Sonnenbrand-Geplagten halbwegs erträglich. Bis der Sonnenbrand vollständig ausgeheilt ist, sollte die Sonne und intensives Schwitzen möglichst gemieden werden, damit sich die Haut erholen kann.

Immer wichtig, bei Sonnenbrand aber umso mehr: Ausreichend trinken, denn Schwellung der Haut oder Blasenbildung entziehen dem Blut Flüssigkeit. Experten empfehlen in diesem Fall rund zwei bis drei Liter, ansonsten reichen eineinhalb bis zwei Liter aus.

Der Sonnenbrand ist in der Regel in wenigen Tagen abgeheilt. Danach ist die Haut jedoch oft noch trocken und schuppig. Daher sollte die betroffene Haut zweimal täglich mit einer rückfettenden Lotion nachbehandelt werden.

Bei Blasenbildung: Ab zum Arzt!

Ein Sonnenbrand mit Blasenbildung sollte vom Arzt behandelt werden. Wenn die Brandblasen ein ausgeprägtes Spannungsgefühl verursachen, kann der Hautarzt den Blaseninhalt unter Umständen mit einer sterilen Spritze abpunktieren (abziehen). Anschließend kann ein steriler Verband angelegt werden. Im Allgemeinen sollte die abgehobenen Hautschicht nicht entfernt werden. Dies schützt nämlich die darunter liegenden gesunden Hautschichten vor Infektionen.

sonnenbrand
Nach einem ausgeprägten Sonnenbrand löst sich die geschädigte Haut ab.

Ansonsten können bei einem Sonnenbrand zweiten Grades ähnlich wie bei einem Sonnenbrand ersten Grades kühlende feuchte Umschläge und/oder wirkstofffreie Lotionen oder Gele lindern. Eventuell braucht es zusätzlich Hydrokortison-Präparate, die als Gel oder Lotion aufgetragen werden. Bei starken Schmerzen kann ein rezeptfreies Schmerzmittel (wie Acetylsalicylsäure (ASS) oder Paracetamol) eingenommen werden.

Wenn ein Sonnenbrand zweiten Grades mehr als 50 Prozent der Körperoberfläche einnimmt, sollte über eine stationäre Behandlung im Krankenhaus nachgedacht werden.

Eventuell kann der Ersatz verloren gegangener Flüssigkeit und Mineralsalze durch Infusion sinnvoll sein. Durch die innerliche Gabe von Kortison-Präparaten über einige Tage kann die Entzündungsreaktion wirksam gedämpft werden.

Sonnenbrand dritten Grades: ein Fall für Hautspezialisten

Bei einem sehr seltenen Sonnenbrand dritten Grades ist eine stationäre Behandlung in einer Hautklinik nötig. Weil der Betroffene durch die zerstörte Haut viel Flüssigkeit verlieren kann, werden Flüssigkeit und Mineralsalze durch Infusionen ersetzt. Zur Dämpfung der Entzündungsreaktion kann ein Kortison-Präparat als Tablette oder als Infusion gegeben werden. Zur Vorbeugung einer bakteriellen Infektion der Wunden wird gegebenenfalls ein Antibiotikum verabreicht.

Sonnenbrand: Verlauf, Heilung und Risiken

Ein leichter Sonnenbrand verheilt normalerweise innerhalb weniger Tage von selbst. Bis zur vollständigen Heilung können jedoch rund zwei Wochen vergehen. In dieser Zeit sind die vom Sonnenbrand betroffenen Hautstellen sehr empfindlich, reagieren gereizt auf Druck oder wenn etwas darüber streift. Die Sonnenbrandstellen sollten vorerst nicht mehr der Sonne ausgesetzt werden.

Ein Sonnenbrand mit Blasenbildung kann Verdickungen der Haut nach sich ziehen oder es bleiben hellere (depigmentierte) Narben zurück. Insbesondere bei Kindern und älteren Personen besteht die Gefahr eines Schocks.

Größtes Risiko: Hautkrebs

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Das Fatale an Sonnenbränden ist, dass sie Tumore begünstigen, selbst wenn sie Jahrzehnte zurückliegen; daher auch der Spruch: Die Haut vergisst nichts. Häufige schwere Sonnenbrände in der Kindheit gelten inzwischen als ein Hauptfaktor für die Entstehung von Tumoren der Haut (Malignes Melanom, Basaliom) sein.

Schon lange vor dem Sonnenbrand entstehen bleibende Hautschäden

Was die wenigsten wissen: Bleibende Hautschäden durch Sonne entstehen schon lange vor den sichtbaren Zeichen eines Sonnenbrandes. So muss selbst derjenige mit bleibenden Hautschäden rechnen, der seine Haut rechtzeitig vor einem Sonnenbrand in Sicherheit bringt.

Zwar verfügt unsere Haut über Reparaturmechanismen, um sonnenbedingte Schäden sofort zu beheben. Doch wenn die Sonnendosis zu groß ist, kommt die Haut mit den Ausbesserungsarbeiten nicht mehr nach. Ein natürlicher Sonnenschutz ist dann nicht mehr gegeben.

Viele Sonnenanbeter haben einen chronischen Lichtschaden. Dieser zeigt sich als vorzeitige Hautalterung an sonnenexponierten Stellen. Typischerweise erscheint die Gesichtshaut lederartig verdickt mit groben Falten, manchmal von feinen blauroten Äderchen überzogen. Oft sind Arme und Hände überpigmentiert, das heißt die Haut ist mit kleinen braunen Flecken bedeckt. Bei häufigem und unbedachtem Sonnen ohne ausreichend Sonnenschutz treten solche Erscheinungen bisweilen sogar schon vor dem 30. Lebensjahr auf.

Sonnenbrand vorbeugen: So schützen Sie Ihre Haut

Um einen Sonnenbrand gar nicht erst zu bekommen, aber auch Tumoren der Haut wie Basaliom und malignes Melanom vorzubeugen, empfiehlt sich ein konsequenter Schutz vor UV-Strahlung. Eltern tragen hierbei eine hohe Verantwortung für ihre Kinder, zumal die Haut von Kindern gegenüber UV-Strahlung besonders empfindlich ist.

Generell ist von ausgiebigem Sonnenbaden abzuraten. Im Sommer sollte sich niemand mehr zur Mittagszeit zwischen elf und 15 Uhr der prallen Sonne aussetzen, sondern im Schatten bleiben. Doch auch im Schatten beträgt Intensität der UV-Strahlung immerhin noch etwa 50 Prozent der Intensität in der prallen Sonne. Insbesondere in südlichen Urlaubsländern wie etwa am Mittelmeer oder in den Tropen sowie generell am Meer oder im Hochgebirge sollte dies beachtet werden.

Lange Kleidung und Eincremen

Im Badeurlaub wie auch im Sommer zu Hause tragen Sie besser statt Badehose oder Bikini zwischenzeitlich leichte Kleidung, die mit langen Ärmeln und Hosenbeinen oder mit einem langen Rock die UV-Strahlung abhält. Das Gesicht und Ihren Kopf sollten Sie zusätzlich mit einem Sonnenhut schützen.

Und cremen Sie sich ein: Gesicht und alle weiteren, nicht von Kleidung bedeckte Körperregionen mit einem Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF). Der Wert gibt den Faktor an, um den das Lichtschutzmittel die Sonnenbrandschwelle im Vergleich zu ungeschützter Haut erhöht.

Die folgende Tabelle gibt die Zeiten im Sommer in Mitteleuropa für die unterschiedlichen Hauttypen an:

Hauttyp Sonnenbrandschwelle ohne Schutz Sonnenbrandschwelle mit LSF 16 Sonnenbrandschwelle mit LSF 32
I etwa zehn Minuten 2,5 Stunden fünf Stunden
II zehn bis 20 Minuten 2,5 bis fünf Stunden fünf bis zehn Stunden
III 20 bis 30 Minuten fünf bis sieben Stunden über zehn Stunden
IV etwa 45 Minuten über zehn Stunden über zehn Stunden

Quelle: DKG

Diese Werte gelten für Mitteleuropa. Im Mittelmeerraum verwenden Sie vorsichtshalber einen Lichtschutzfaktor von etwa 25 und in den Tropen, im Hochgebirge und insbesondere auf Gletschern einen Faktor von mindestens 30.

Eine Verlängerung des Lichtschutzes kann durch wiederholtes Auftragen nicht erreicht werden. Wichtig ist allerdings ein erneutes Eincremen nach dem Baden, da sich auch der Schutz so genannter wasserfester Sonnenschutzmittel beim Baden um etwa die Hälfte verringert. Da Lichtschutzmittel ihre volle Wirksamkeit erst etwa eine halbe Stunde nach dem Auftragen entfalten, sollte während dieser Zeit die pralle Sonne noch gemieden werden.

Wenn die sonnenbrandfreie Zeit ausgeschöpft ist, hilft nur Sonnenschutz durch Kleidung. Die Haut braucht nämlich im Anschluss an ein Sonnenbad etwa zwanzig Stunden Zeit zur Regeneration, um wieder für ein neues Sonnenbad bereit zu sein.

Ausführliche Tipps zum optimalen Sonnenschutz, zu Hauttypen, Lichtschutzfaktor und Sonnencreme lesen Sie hier.

Nicht zu empfehlen: Solariumsbesuche

Ein vorbeugender Besuch im Solarium, um die Haut vor einem Urlaub an erhöhte UV-Strahlung zu gewöhnen, kann nicht empfohlen werden. Denn zur Hautbräunung in Solarien werden UV-A-Strahler eingesetzt, deren Strahlung nur Bräunung durch Pigmenteinlagerung erzeugt, keine verdickte Hornschicht aufbaut. Gerade diese verbessert jedoch den Eigenschutz der Haut, sie bildet sich nur bei Bestrahlung mit UV-B-Strahlungsanteilen aus, wie sie beim Sonnenbaden in der Natur vorkommen. Solariumsbesuche erhöhen nicht nur die Zahl der Sonnenbäder überhaupt, sondern fördern auch die Hautalterung und steigern das Hautkrebsrisiko.

Schützen herkömmliche Lichtschutzmittel vor einem erhöhten Hautkrebs-Risiko?

Herkömmliche Sonnenschutzmittel filtern zwar den UV-B-, meist aber nicht den UV-A-Anteil der ultravioletten Strahlung. Daher schützen sie zwar vor Sonnenbrand, nicht aber vor UV-A-Exposition mit beschleunigter Hautalterung und der Entstehung von Hautkrebs als mögliche Spätfolgen.

Wie schützt man Babys vor UV-Strahlung?

Neugeborene und Säuglinge, das heißt alle Kinder im ersten Lebensjahr, müssen gänzlich vor direktem Sonnenlicht, das heißt vor praller Sonne, geschützt werden, da ihre Haut extrem dünn ist und noch keine schützende Lichtschwiele bilden kann.

Kinder im ersten Lebensjahr sollten im Schatten bleiben. Nicht von der Kleidung bedeckte Hautareale sollten mit Sonnencreme mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 20 eingecremt werden.

Gesund sonnen

Autor:
Letzte Aktualisierung: 02. März 2017
Durch: es
Quellen: Optische Strahlung, in: Webseite des Bundesamtes für Strahlenschutz, http://www.bfs.de/de/uv / Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention, Hamburg: http://www.unserehaut.de / Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA), Köln: http://www.kindergesundheit-info.de / Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.: http://www.kinderaerzte-im-netz.de

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