Hautreaktion auf Sonne

Sonnenallergie – was tun?

Pickel und juckender Ausschlag statt makellos braune Haut: Bei Sonnenallergie reagiert die Haut auf UV-Licht mit unangenehmen Veränderungen. Alles, was Sie bei Sonnenallergie über Vorbeugung, Behandlung und Hausmittel wissen sollten, lesen Sie hier.

sonnenallergie sonnencreme
Bei Sonnenallergie hilft zuerst mal nur: Raus aus der Sonne und die richtige Creme benutzen!
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Rund jeder fünfte Deutsche, darunter vor allem Frauen, verträgt Sonnenlicht schlecht. Statt Bronzetönung werden die Hautbereiche, auf die UV-Strahlen treffen, rotfleckig, es kommt zu Pusteln, die auch noch extrem jucken. Die Selbstdiagnose lautet dann meist: Sonnenallergie.

Übersicht: Sonnenallergie

Genau genommen handelt es sich jedoch nicht um eine Allergie, sondern um ein Sonnenekzem, medizinisch polymorphe Lichtdermatose (PLD) genannt. Der Begriff stammt aus dem Griechischen und setzt sich zusammen aus polymorph = vielgestaltig sowie Dermatose = Hauterkrankung. Denn die Anzeichen der "Sonnenallergie" variieren stark und reichen von brennendem, juckendem Ausschlag bis zu Hautverdickungen und Bläschen.

Sonnenallergie: Welche Ursachen dahinterstecken

Bis jetzt steht noch nicht exakt fest, welche Mechanismen eine PLD auslösen. Bislang gibt es dazu nur folgende Hypothesen:

  • Der Körper bildet unter dem Einfluss von UV-Licht eine Substanz, auf die das Immunsystem mit einer Entzündung reagiert. Um welchen Stoff es sich dabei handelt, ist aber noch unbekannt.

  • Bei jedem Menschen bildet der Körper beim Kontakt mit Sonnenlicht freie Radikale, also Oxidantien, die Zellen angreifen und zu Reaktionen wie der Sonnenallergie führen. Normalerweise treten sofort Antioxidantien auf den Plan. Sie weisen freie Radikale in ihre Schranken und die Hautreaktion bleibt aus. Warum das bei einigen Menschen nicht passiert und sie eine Sonnenallergie entwickeln, kann die Wissenschaft noch nicht erklären.

Phototoxische Reaktion oder Nesselsucht durch Sonne

Daneben gibt es noch weitere Hauterkrankungen, die durch Sonne entstehen und allgemein oft einfach als Sonnenallergie bezeichnet werden. Das sind:

  • Phototoxische Reaktion (Phototoxizität). Ursache ist die chemische Reaktion der UV-Strahlen auf und in der Haut mit einem anderen Stoff – etwa in der Sonnencreme. Dann bezeichnet man die Erscheinung als Mallorca-Akne. Aber auch Bestandteile einer Hautcreme oder eines Medikaments (bestimmte Entwässerungsmittel, Antibiotika oder Herz-Kreislaufmedikamente), das der Betroffene eingenommen hat sowie Pflanzenstoffe in Gräsern kommen als Auslöser infrage. So kann beim Liegen auf einer Wiese unter dem Einfluss von Sonnenlicht diese Hautreaktion auftreten.

  • Lichturtikaria (Urticaria solaris). Dabei schwillt die Haut unter dem Einfluss von UV-Licht an. Es bildet sich Urtikaria, also Nesselsucht, mit stark juckenden, großen Quaddeln, die sich über den gesamten Körper ausbreiten. Im schlimmsten Fall droht ein anaphylaktischer Schock. Allerdings ist die Lichturtikaria relativ selten.

Behandlung einer Sonnenallergie

Doch was ist bei einer Sonnenallergie zu tun? Bei den ersten Anzeichen einer polymorphen Lichtdermatose sind diese Tipps sinnvoll:

  • Gehen Sie sofort in den Schatten oder in einen Raum. Vermeiden Sie auf jeden Fall, dass Ihre Haut weiterhin UV-Strahlung ausgesetzt ist.

  • Kühlende Salben, Lotionen und Gels mit Antihistaminika und Hydrokortison lindern den Juckreiz und helfen der Haut dabei, sich wieder zu erholen. All diese Produkte zur Behandlung einer Sonnenallergie gibt es rezeptfrei in der Apotheke.

  • Bei schwereren Fällen verschreibt der Arzt orale Antihistaminika (also Medikamente zum Einnehmen) sowie höher dosierte Kortisonpräparate.

Bis die Sonnenallergie abgeklungen ist, sollten Sie auf jeden Fall strikt die Sonne meiden.

Die besten Hausmittel gegen Sonnenallergie

Daneben gibt es eine ganze Reihe von wohlgemeinten Ratschlägen, die bei Sonnenallergie helfen sollen. Allerdings sind nicht alle davon empfehlenswert, manche können die Hauterkrankung sogar noch verschlimmern. Die bekanntesten Hausmittel bei Sonnenallergie und was Sie davon halten sollten:

  • Kalte Umschläge: Kühlung ist sinnvoll. Achten Sie jedoch darauf, ein sauberes Tuch zu verwenden. Sonst können sich die Pusteln entzünden.

  • Quarkumschläge tun bei Sonnenallergie gut. Das Milchprodukt wirkt gegen Entzündungen, kühlt und beruhigt, Juckreiz wird gelindert.

  • Aloe vera beruhigt gereizte Haut. Benutzen Sie jedoch unbedingt ein Aloe-vera-Produkt, das nicht parfümiert ist. Duftstoffe können die gereizte Haut zusätzlich irritieren. 

  • Olivenöl als Hausmittel gegen Verbrennungen, Sonnenbrand und Sonnenallergie einzusetzen, ist keine gute Wahl! Es kann den Schaden an der Haut noch vergrößern.

Wie Sie Sonnenallergie gezielt vorbeugen

Wer bereits weiß, dass seine Haut auf Sonne mit einer polymorphen Lichtdermatose reagieren kann, sollte vor allem im Frühling oder beim Urlaub im Süden in den ersten Tagen sehr vorsichtig sein. Die Haut sollte sich ganz langsam an die UV-Strahlen gewöhnen können. Weitere Vorbeugungsmaßnahmen:

  • Tragen Sie einen breitkrempigen Sonnenhut.

  • Versuchen Sie es mal mit UV-Schutzkleidung. Das sind Textilien, die durch ihre spezielle Webart oder eine Beschichtung wirksamen UV-Schutz bieten.

  • Denken Sie daran, dass UV-Strahlen bis zu einer bestimmten Grenze auch durch Fensterglas gelangen. Vergessen Sie also bei langen Autofahrten oder einem sonnigen Fensterplatz im Büro nie den UV-Schutz.

  • Auch im Schatten sollte man sich schützen: Durch das Blätterwerk und reflektiert von hellen Flächen sind UV-Strahlen vor allem mittags allgegenwärtig, wenn auch nicht in so hoher Intensität wie in der prallen Sonne.

  • Ob Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin E, Beta-Carotin und Kalzium einer Sonnenallergie vorbeugen, konnten Studien noch nicht zweifelsfrei nachweisen.

Die richtige Sonnencreme bei Sonnenallergie

Die wichtigste Vorbeugungsmaßnahme gegen Sonnenallergie ist jedoch ein geeignetes Sonnenschutzmittel. Eine Sonnecreme für Menschen, die zu einer Sonnenallergie neigen, sollte folgende Kriterien erfüllen:

  • Schutz vor UVA- und UVB-Strahlen
  • Hoher Lichtschutzfaktor von mindestens 30
  • keine Duftstoffe
  • keine Konservierungsstoffe

Mit der richtigen Sonnencreme und UV-Kleidung sind Sie also gut vor Sonnenallergie geschützt . Die einzige Schattenseite dieser Maßnahmen: Sie werden nicht mehr richtig braun. Lassen Sie sich dadurch nicht die Sommerstimmung verderben: Nur leicht gebräunte oder helle, makellose Haut ist auf jeden Fall wesentlich schöner als Haut, welche Symptome einer Sonnenallergie zeigt.

Außerdem entwickelt gebräunte Haut mehr Falten und wird schneller alt. Und nicht zuletzt ist Bräune, medizinisch auch als Lichtschwiele bezeichnet, ein Signal dafür, dass sich die Hautfunktion verändert hat und damit bereits das Risiko für Hautkrebs steigen kann.

Gesund sonnen

Autor:
Letzte Aktualisierung: 21. Mai 2016
Quellen: Nach Informationen vom Deutschen Grünen Kreuz (DGK)

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