Hitzeschäden

Hitzeerschöpfung: Symptome und was tun?

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Die Hitzeerschöpfung, auch Hitzekollaps genannt, ist die häufigste Form eines Hitzeschadens. Gefährdet sind vor allem ältere Menschen, Kleinkinder und chronisch Kranke – doch auch junge und gesunde Menschen können eine Hitzeerschöpfung erleiden. Wie lange sie dauert und was man tun kann.

Hitzekollaps vorbeugen
Einem Hitzekollaps am besten durch viel Trinken und eine Kopfbedeckung vorbeugen.
© iStock.com/Ridofranz

Bei hochsommerlichen Temperaturen und großer Hitze ist die körpereigene Wärmeregulation besonders gefordert, um die Körpertemperatur auf dem Sollwert von um die 37 Grad Celsius zu halten. Bei Senioren, chronisch Kranken oder Kleinkindern sind die Mechanismen zur Wärmeregulation allerdings eingeschränkt oder noch nicht so effektiv. Für sie besteht an heißen Tagen ein erhöhtes Risiko für eine Hitzeerschöpfung.

Artikelinhalte im Überblick:

Sonnenstich: Diese Symptome sind typisch

Wie entsteht eine Hitzeerschöpfung an heißen Tagen?

Wer jung und gesund ist, kann zwar besser mit Hitzebelastungen umgehen, ist dennoch gegen eine Hitzeerschöpfung nicht gefeit. Körperliche Anstrengung bei hoher Umgebungstemperatur, vor allem wenn eine hohe Luftfeuchtigkeit hinzukommt, fördern das Entstehen eines Hitzekollaps. Zu den Risikofaktoren gehört auch eine fehlende Luftzirkulation bei Hitze. Dies passiert vor allem bei großen Menschenansammlungen auf öffentlichen Plätzen oder in Stadien.

Der wichtigste Mechanismus zur Wärmeregulation ist Schwitzen, denn durch Verdunstung kühlt der Schweiß die Haut. Bei starkem Schwitzen gehen dem Körper viel Flüssigkeit und Mineralien verloren. Wer den Verlust nicht durch viel trinken ausgleicht, dem droht ein Flüssigkeitsmangel und das Blutvolumen nimmt ab. Weniger Blut bedeutet einen niedrigeren Blutdruck. Zur zusätzlichen Belastung des Kreislaufs wird ein weiterer Mechanismus der Wärmeregulation: Die Blutgefäße unter der Haut weiten sich und nehmen mehr Blut auf, um die Wärmeabgabe über die Haut zu verbessern.

Mittel gegen starkes Schwitzen

Symptome bei Hitzeerschöpfung

In der Folge kann es zu den typischen Symptomen einer Hitzeerschöpfung kommen:

Wichtiger Unterschied zum Hitzschlag: Kein hohes Fieber

Die Körpertemperatur ist dabei nicht oder kaum verändert. Das ist ein wichtiger Unterschied zum Hitzschlag, dem gefährlichsten Hitzeschaden. Zu dessen Leitsymptomen gehören eine stark erhöhte Körpertemperatur auf über 40 Grad Celsius und eine heiße, trockene Haut.

Trinken und Schatten: Hitzeerschöpfung behandeln

Wer bei sich oder einer anderen Person Symptome der Hitzeerschöpfung feststellt, sollte umgehend handeln: Zunächst sollten Betroffene aus der Sonne gehen und sich hinlegen, um den Kreislauf zu entlasten. Jede Anstrengung ist zu vermeiden. Elektrolythaltige Getränke wie Mineralwasser oder Brühe helfen, den Flüssigkeits- und Mineralienmangel auszugleichen. Bei Frösteln kann eine leichte Decke helfen.

In der Regel reichen diese Maßnahmen aus, sodass sich Betroffene nach einiger Zeit erholen. Kommt es zur Bewusstlosigkeit, muss der Notarzt gerufen und Betroffene in eine stabile Seitenlage gebracht werden.

Kreislaufprobleme bei Hitze: Was tun?

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Hitzeerschöpfung gezielt vorbeugen

Einer Hitzeerschöpfung kann man wie anderen Hitzeschäden durch folgende Maßnahmen bei bei schwül-warmer Witterung vorbeugen:

  • leichte, luftdurchlässige Kleidung tragen

  • viel trinken, mindestens zwei bis drei Liter pro Tag

  • Alkohol meiden, da er den Kreislauf zusätzlich belastet

  • körperliche Anstrengung bei großer Hitze vermeiden. Diese besser in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegen

  • direkte Sonneneinstrahllung meiden, besonders zwischen elf und 15 Uhr

  • nicht ohne Kopfbedeckung in die Sonne gehen

Pflegebedürftigen Menschen Kühlung verschaffen

Bei älteren oder kranken Menschen ist es wichtig, neben den genannten Maßnahmen zur Vorbeugung einer Hitzeerschöpfung für ausreichend Kühlung im Wohnbereich zu sorgen, zum Beispiel durch Ventilatoren. Außerdem kann ein Trinkplan sinnvoll sein, damit der*die Pflegebedürftige genügend trinkt.

Bestimmte Medikamente wie Beruhigungsmittel, Antidepressiva, Diuretika und verschiedene blutdrucksenkende Wirkstoffe können die körperliche Anpassung an Hitze verschlechtern. Am besten ärztlichen Rat einholen, ob bei einer Hitzewelle eine Änderung der Medikation sinnvoll ist.

Kinder sind besonders hitzeempfindlich

Auch Säuglinge und Kinder sind besonders anfällig für Hitzeschäden. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte rät Eltern unter anderem, die Kleinen bei Außentemperaturen ab 25 Grad Celsius zwischen elf und 16:30 Uhr nicht im Freien toben zu lassen und ihnen bei Temperaturen ab 30 Grad Celsius doppelt bis dreimal soviel zum Trinken zu geben wie sonst.


Außerdem sollte bei Sonnenschein kein Kind im Auto gelassen werden. Denn durch die fehlende Luftzirkulation im engen Raum steigen die Temperaturen im Fahrzeug rasch auf kritische Werte an, die einen Hitzeerschöpfung oder sogar einen gefährlichen Hitzschlag auslösen können.

Erste Hilfe bei Sonnenstich

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