Heuschnupfen und Allergien behandeln

Cetirizin: Dosierung und Nebenwirkungen des Allergiemittels

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Das Allergiemittel Cetirizin ist rasch und lang anhaltend wirksam bei Allergien. Deshalb wird es häufig bei Menschen mit Heuschnupfen eingesetzt, um die lästigen Symptome zu lindern. Welche Rolle spielt Histamin bei der Wirkung des Arzneimittels und welche Nebenwirkungen treten auf – abgesehen von der typischen Müdigkeit?

Mann nimmt Tablette gegen Heuschnupfen ein
© Getty Images/PeopleImages

Um Allergien wie Heuschnupfen zu behandeln, wird häufig der gut verträgliche und rasch wirksame Wirkstoff Cetirizin verschrieben. Da er die Wirkung von Histamin im Körper hemmt, hilft er gegen allergische Reaktionen wie Schnupfen und Juckreiz. Allerdings klagen viele Menschen über verstärkte Müdigkeit nach der Einnahme als Nebenwirkung des Arzneimittels.

Artikelinhalte im Überblick:

Heuschnupfen: 14 Hausmittel und Tipps, die helfen

Was ist Cetirizin und wann wird es eingesetzt?

Als wirksames Arzneimittel gegen Allergien wird Cetirizin oft eingesetzt. Die häufigste Form der Allergie ist Heuschnupfen, hier wirkt das Antiallergikum gegen die typischen Symptome tränende Augen, Fließschnupfen oder eine verstopfte Nase durch Schleimhautschwellungen. Auch allergische Hautreaktionen wie Jucken, Rötungen und Quaddeln können mit Cetirizin gelindert werden. Das gilt auch für eine allergisch bedingte Nesselsucht (Urtikaria). Da die Wirkung bereits innerhalb von 10 bis 30 Minuten einsetzt, können akute Beschwerden schnell gelindert werden.

Wie lange die Behandlung dauert, hängt von den Beschwerden und ihren Ursachen ab. Während einer akuten Phase des Heuschnupfens reichen oftmals mehrere Wochen aus, leiden Betroffene zusätzlich an asthmaähnlichen Symptomen, ist eher eine mehrmonatige Behandlung erforderlich. Kinder sollten Cetirizin dagegen nur für kurze Zeit einnehmen. Die genaue Behandlungsdauer wird nach der Diagnose von dem*der Arzt*Ärztin abgestimmt.

Wirkung des Allergiemittels

Bei einer allergischen Reaktion reagiert der Körper mit einer überschießenden Immunantwort auf einen körperfremden Stoff, dabei wird unter anderem der Botenstoff Histamin freigesetzt. In der Folge können Beschwerden wie Schnupfen, juckende Augen, Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme) oder Hautausschläge auftreten. Der Wirkstoff Cetirizin blockiert spezifische Histamin-1-Rezeptoren im Körper, deshalb wird er auch als H1-Antihistaminikum bezeichnet. Durch die Blockade kann Histamin bei einer allergischen Reaktion nur noch in deutlich verringertem Umfang an die Rezeptoren binden und seine Wirkung entfalten. Gleichzeitig verhindert der Wirkstoff Sofortreaktionen auf der Haut und die Einlagerung von Wasser im Gewebe.

Levocetirizin

Der Wirkstoff gilt als Antiallergikum der dritten Generation, ist also eine Weiterentwicklung des antiallergischen Wirkstoffs Cetirizin. Auch Levocetirizin hemmt Histamin-Rezeptoren. Das Nebenwirkungsprofil ist mit dem von Cetirizin vergleichbar.  

Dosierung des Antiallergikums

Der Wirkstoff Cetirizin ist in Form von Cetirizindihydrochlorid als Filmtablette, Lutschtablette, Tropfen oder Saft in der Apotheke erhältlich. Da die Wirkung des Antiallergikums lange anhält, muss es nur einmal täglich eingenommen werden. Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren nehmen eine Filmtablette (10 mg) oder 20 Tropfen pro Tag ein.

Kinder zwischen zwei und zwölf Jahren erhalten je nach Körpergewicht eine niedrigere Dosis:

  • unter 30 kg Körpergewicht: Eine halbe Filmtablette (5 mg) oder zweimal fünf Tropfen täglich
  • über 30 kg Körpergewicht: Eine Filmtablette am Tag (jeweils eine halbe morgens und abends) oder zweimal 10 Tropfen täglich

Wenn die tägliche Einnahme des Antiallergikums vergessen wurde, sollte nicht die doppelte Menge eingenommen, sondern mit der verordneten Dosis am nächsten Tag fortgesetzt werden. Eine Überdosierung des Wirkstoffs kann zu Schläfrigkeit, Schwindel, Durchfall und erhöhtem Herzschlag führen.


Hinweise zur Einnahme

Die Einnahme von Cetirizin ist unabhängig von Mahlzeiten, Tabletten sollten unzerkaut mit einem Glas Wasser eingenommen werden. Wer unter starker Müdigkeit und Schläfrigkeit leidet, kann die Einnahmezeit auf abends legen, um diese Nebenwirkungen abzufedern. Solche Patient*innen sollten besondere Vorsicht walten lassen, wenn sie unter der Einnahme Fahrzeuge führen oder Maschinen bedienen. Der Konsum von Alkohol kann sich bei gleichzeitiger Einnahme von Cetirizin auf die Aufmerksamkeit auswirken.

Mögliche Nebenwirkungen von Cetirizin

Das Antiallergikum zählt zu den Arzneimitteln der zweiten Generation und überwindet die Blut-Hirn-Schranke im Gehirn in deutlich reduziertem Umfang, verglichen mit der ersten Generation. Dennoch klagen viele nach der Anwendung über Müdigkeit, Benommenheit und Schläfrigkeit als Nebenwirkung.

Daneben treten folgende Nebenwirkungen häufig auf:

In seltenen Fällen kann es auch zu neurologischen Nebenwirkungen nach der Einnahme von Cetirizin kommen, zum Beispiel aggressives Verhalten, Halluzinationen oder Verwirrtheit. Manche Patient*innen berichten auch von Krämpfen, Schlaflosigkeit, Gewichtszunahme oder Herzrasen (Tachykardie). Weitere Informationen dazu sind in der Packungsbeilage enthalten oder bei dem*der Apotheker*in erhältlich. Wer unerwünschte Wirkungen während der Anwendung von Cetirizin bemerkt, sollte umgehend ärztliche Hilfe einholen.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind bisher nicht bekannt. Bei der gleichzeitigen Einnahme von Antihistaminika und Heparin kann sich die Wirkung gegensätzlich abschwächen, da es im Körper zur Salzbildung durch Heparin kommt.

Kontraindikationen: Wann darf Cetirizin nicht angewendet werden?

Zugelassen ist der Wirkstoff für Kinder ab einem Jahr, davor darf er nicht eingesetzt werden. Auch wenn eine Überempfindlichkeit bekannt ist, darf Cetirizin nicht eingenommen werden. Da der Wirkstoff hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden wird, dürfen ihn Patient*innen mit schweren Nierenerkrankungen ebenfalls nicht einnehmen. Außerdem sollten Menschen mit einem Laktase-Mangel, einer Glukose-Galaktose-Malabsorption oder Galaktose-Intoleranz auf die Einnahme verzichten.

Schwangerschaft und Stillzeit

In Tierstudien konnte bislang keine fruchtschädigende (teratogene) Wirkung nachgewiesen werden. Dennoch sollte Cetirizin in der Schwangerschaft nur nach ärztlicher Rücksprache eingenommen werden. Auch in der Stillzeit wird die Einnahme des Wirkstoffs nicht empfohlen, da er in Tierversuchen in die Muttermilch übergegangen ist. Ein entsprechender Nachweis für Menschen steht allerdings noch aus.

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