Orale Antidiabetika als Option bei Typ-2-Diabetes

Tabletten gegen Diabetes

Insulin nicht immer notwendig

Bei Typ-2-Diabetes ist die Gabe von Insulin nicht immer notwendig. Mitunter kann auch eine Ernährungsumstellung, Bewegung sowie die Einnahme von oralen Antidiabetika (Tablette gegen Diabetes) erfolgreich sein.

Tabletten gegen Diabetes
Orale Antidiabetika können bei Typ-2-Diabetes eingesetzt werden.
© iStock.com/Tijana87

Beim Typ-2-Diabetiker stehen zunächst die geregelte Lebensweise, Ernährungsumstellung, Reduktion des Körpergewichts, vermehrte körperliche Bewegung sowie Nikotin- und Alkoholverzicht im Vordergrund. Viele Patienten können damit über viele Jahre hinweg behandelt werden.

Tabletten, wenn allgemeine Maßnahmen nicht mehr ausreichen

Reichen diese allgemeinen Maßnahmen nicht oder nicht mehr aus, so sind dann zusätzlich Tabletten (orale Antidiabetika) oder eine Insulintherapie angezeigt. Orale Antidiabetika dienen alle der Reduktion des Blutzuckers – maßgeblich ist dabei der Langzeit-Blutzucker (HbA1c-Wert) – und haben aber unterschiedliche Wirkprofile:

  • Metformin hemmt die Glukosebildung in der Leber und fördert die Glukoseaufnahme in Fett- und Muskelzellen.
  • Sulfonylharnstoffe fördern die Ausschüttung von Insulin in der Bauchspeicheldrüse.
  • Glinide steigern kurzfristig die Insulinfreisetzung in der Bauchspeicheldrüse.
  • Glitazone machen die Fett-, Muskel- und Leberzellen empfindlicher für Insulin.
  • Alpha-Glukosidasehemmer hemmen bestimmte Prozesse im Zusammenhang mit der Glukoseaufnahme im Darm.
  • Dipeptidylpeptidase IV (DPP-IV)-Hemmer fördern indirekt die Bildung und Freisetzung von Insulin aus der Bauchspeicheldrüse

Welche oralen Antidiabetika Einsatz finden, hängt von den individuellen Voraussetzungen des Patienten ab. Zum Teil können sie auch in Kombination Anwendung finden. Ist die Therapie mit den Tabletten unzureichend, wird Insulin zusätzlich eingesetzt. Die Therapie des Typ-2-Diabetes darf sich nicht auf die Normalisierung des Blutzuckers beschränken: Es müssen Blutdruck, Blutfette und andere Störungen konsequent mitbehandelt werden, um insbesondere auch Folgeerkrankungen an den großen Gefäßen zu verhindern. Nach 15 bis 20 Jahren Krankheitsverlauf brauchen aber auch Typ-2-Diabetiker häufig Insulin.

Diabetikerschulung gehört zur Diabetestherapie

Sehr wichtig für Typ-2-Diabetiker sind spezielle Diabetikerschulungen, in denen man sich umfassend über die Erkrankung, die Therapiemöglichkeiten und das Leben mit Diabetes informieren kann. Diese Hilfe zur Selbsthilfe ist ein wesentlicher Bestandteil einer modernen Diabetestherapie.

Die klinische Forschung zum Diabetes verfolgt das Ziel der Identifizierung von neuen Substanzen bzw. der Optimierung bereits vorhandener Wirkstoffe. Ein Ergebnis dieser Bemühungen ist die Entwicklung der neuen Substanzklasse der DPP-IV-Hemmer. Zurzeit laufen umfangreiche Studien zur weiteren Erforschung dieser neuen, in Deutschland bereits zugelassenen Wirkstoffe zur Therapie des Typ-2-Diabetes.

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