Hoffnung bei der Diabetes-Behandlung

Nur eine Spritze pro Jahr statt täglich

Ziele der Diabetes-Behandlung

Bei der Diabetesbehandlung geht es darum, vorhandene Symptome zu lindern und den Blutzuckerspiegel zu regulieren. Denn Blutzuckerentgleisungen können Nieren oder Augen schaden. Ein neu entdecktes Hormon der Leber scheint dauerhaft die natürliche Insulin-Bildung anzuregen. Jährliche Injektionen mit Betatrophin könnten damit das tägliche Insulinspritzen ersetzen. Die Behandlung von Diabetes wird wesentlich einfacher.

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Noch müssen Diabetiker täglich Insulin spritzen.
(c) Stockbyte

Typ-2-Diabetes kommt nicht auf einmal, sondern ganz langsam. Nach und nach verliert der Körper seine Fähigkeit, Zucker abzubauen. Die Ursache: Die Anzahl der so genannten Betazellen in der Bauchspeicheldrüse, die Insulin produzieren, nimmt ab. Doch Insulin ist nötig, um Zucker zu verstoffwechseln. So kommt es zu einem „Zuckerstau“ im Körper. Umgewandelt als Glukose führt die süße Last zu einem hohen Blutzuckerspiegel, Herz und Gefäße werden belastet, Nieren und Augen.

Diabetiker müssen sich täglich pieksen und spritzen

Ausgleichen lässt sich dieses Glukoseüberangebot nur durch Insulin, das in Form von Spritzen von außen zugeführt wird. Für den Diabetiker heißt das: Ständig den Blutzuckerspiegel überwachen mit Bluttropfen aus der Fingerkuppe und entsprechend Insulin spritzen. Trotz jahrzehntelanger Forschung ist es der Wissenschaft bis jetzt noch nicht gelungen, diese Behandlung, die die Lebensqualität stark einschränken kann, zu vereinfachen.

Anzahl der Betazellen in der Bauchspeicheldrüse nimmt zu

Experten des Harvard Stem Cell Institutes haben jetzt jedoch in der Leber ein Hormon entdeckt, das die Neubildung von Betazellen anregt – und auf diese Weise der Körper wieder ganz natürlich ausreichend Insulin selber bilden kann. Das neu entdeckte Hormon heißt Betatrophin. In Versuchen mit Mäusen, die an Diabetes-Typ-2 erkrankt waren, zeigte sich, dass Injektionen mit Betatrophin zu mehr Betazellen führte. Innerhalb einer Woche erhöhte sich die Anzahl der Betazellen um den Faktor 30.  So wurde wieder ausreichend Insulin gebildet und der zuvor erhöhte Blutzuckerspiegel normalisierte sich.

Betatrophin gentechnisch herstellen

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Auf den ersten Blick entsteht der Eindruck, dass diese Entdeckung für den Patienten keine Verbesserung bringt: Statt Insulin wird Betatrophin gespritzt. Doch Studienleiter Doug Melton sagt im Fachjournal „Cell“, dass eine Injektion mit Betatrophin lange wirkt. Momentan scheint sich abzuzeichnen, dass eine Spritze pro Monat ausreichen würde. Die Forscher hoffen, das Hormon gentechnisch herstellen zu können und so zu bearbeiten, dass die Wirkung einer einzigen Spritze ein ganzes Jahr anhalten würde .

Vielversprechender Ansatz, doch noch kein Insulinersatz

Allerdings sind noch mehrere Studien nötig, bis ein entsprechendes Medikament erstmals am Menschen getestet werden kann. Andere Experten, wie beispielsweise John Anderson, der Präsident der American Diabetes Association, sehen das ganz nüchtern: Zwar als sehr vielversprechenden Ansatz in der Forschung, aber noch keinen Ersatz für das tägliche Insulin spritzen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 30. April 2013
Quellen: Cell

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