Auch Fett und Eiweiß können Blutzucker beeinflussen

Fett-Protein-Einheit als neue Berechnungshilfe?

Nicht nur der Zucker in den Lebensmitteln, sondern auch Fette und Eiweiße lassen den Blutzuckerspiegel steigen. Deshalb ist es naheliegend, auch den Fett- und Eiweißgehalt in die Berechnung des Insulinbedarfs aufzunehmen. Ein Maßstab hierfür ist die Fett-Protein-Einheit (FPE).

Fett-Protein-Einheit als neue Berechnungshilfe?
Auch Fette und Eiweiße lassen den Blutzuckerspiegel steigen und sollten in die Berechnung des Insulinbedarfs einbezogen werden.
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Die FPE ist noch kein etablierter Parameter, vielmehr wird ihr Nutzen derzeit von Experten diskutiert. Sinnvoll könnte die FPE-Berechnung von allem für Diabetiker sein, die mit ihren Blutzuckerwerten unzufrieden sind, obwohl sie die Kohlenhydrate richtig berechnen und das Insulin passend dosieren. Am stärksten profitieren Träger von Insulinpumpen. Außerdem könnten Eltern, deren Kinder manchmal unerklärlich hohe Blutzuckerwerte haben, davon einen Nutzen aus der FPE-Berechnung ziehen.

Was ist eine FPE?

    Eine Fett-Protein-Einheit entspricht der Menge an Fett und Eiweiß, die 100 kcal liefern.

    1 g Fett enthält 9 kcal,

    1 g Eiweiß enthält 4 kcal.

Berechnung der FPE

Die FPE-Berechnung aller Nahrungsmittel wäre zu umständlich. Einfacher ist es, die FPE nur bei denjenigen Nahrungsmitteln zu berechnen, nach deren Verzehr die Blutzuckerwerte besonders häufig zu hoch sind, zum Beispiel Döner, Salamipizza, Grillwürste, Nüsse, Chips. Auf der Verpackung von Lebensmitteln ist meistens der Fett- und Eiweißgehalt pro 100 g angegeben.

  • Berechnen Sie, wie viel Fett und Eiweiß in der von Ihnen verzehrten Portion stecken.
  • Multiplizieren Sie die Fettmenge mit 9 kcal.
  • Multiplizieren Sie die Eiweißmenge mit 4 kcal.
  • Addieren Sie die beiden Werte.
  • Teilen Sie die Summe durch 100: Das Ergebnis ist die FPE.

Beispiel: 360 g Döner - 671 kcal

Anpassen des Insulinbedarfs

Bevor Sie damit beginnen, Ihren Insulinbedarf entsprechend der Berechnung der FPE anzupassen, sollten Sie mit Ihrem Arzt, Diabetes- und Ernährungsberater darüber sprechen. Es wird angenommen, dass der Insulinbedarf einer FPE dem einer Kohlenhydrat-Einheit (KE) entspricht. Um das Risiko für Unterzuckerungen zu verringern, kann anfangs nur die halbe Insulindosis eingesetzt werden. Da der Blutzucker erst drei bis neun Stunden nach der Zufuhr von Fetten und Eiweißen ansteigt, ist der Erfolg des angepassten Insulinbedarfs am größten, wenn das Insulin mit einer Insulinpumpe dosiert wird. Dabei sollte zusätzlich eine einmalige Insulindosis (Bolus) nach drei bis acht Stunden gegeben werden.

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