Formen der Depression

Bipolare Depression: Berg- und Talfahrt der Gefühle

Die bipolare Depression wurde früher auch als manisch-depressive Erkrankung bezeichnet. Typisch ist ein mitunter häufiger und schneller Wechsel zwischen depressiven und manischen Phasen. Während in der depressiven Phase vor allem Antriebslosigkeit und Niedergeschlagenheit vorherrschen, ist die Manie von einem regelrechtem Hochgefühl gekennzeichnet.

Manische Episode - Berg - und Talfahrt der Gefühle
Die manische Phase ist von einem regelrechten Hochgefühl gekennzeichnet.
(c) Getty Images/Hemera

Bei einer bipolaren Depression wechseln sich meistens manische Episoden des Hochgefühls mit depressiven Episoden der Niedergeschlagenheit ab. Die Betroffenen leiden unter ihren starken Stimmungsschwankungen, die ihren gesamten Alltag beeinflussen können. Je nach Schweregrad und Verlauf unterscheidet man zwischen einer manischen Episode, einer Zyklothymie und einer rezidivierenden bipolaren Störung.

Manische Episoden – himmelhoch jauchzend

Manische Episoden können unbehandelt bis zu drei Monate dauern. Die zentralen Merkmale einer Manie – Hochgefühle, Hyperaktivität, Hemmungslosigkeit – verändern sich mit dem Schweregrad. Das Stimmungshoch wird oft von Reizbarkeit und Feindseligkeit begleitet, dann folgt eine depressive Episode. Je nach Intensität und Dauer, vor allem aber dem Grad der sozialen Beeinträchtigung, werden bestimmte Formen der Manie unterschieden:

  • Hypomanie: Geringere Intensität der Symptome und Beeinträchtigung der Lebensführung,
  • Manie: Deutlich abnormes Ausmaß der Symptomatik und schwere Störung der Lebensführung,
  • Manie mit psychotischen Symptomen: Das Selbstvertrauen steigert sich zum Größenwahn.

Manische Episoden entbehren jeglicher Krankheitseinsicht.

Auch Kinder und Jugendliche können unter einer Manie leiden. In der Vorpubertät sind allerdings Irritierbarkeit, emotionale Labilität, gesteigerte Aktivität und gefährliche Verhaltensweisen häufiger als eine gehobene Stimmung. In der Pubertät gleicht sich die Symptomatik dann der des Erwachsenen an. Jugendliche mit Manie präsentieren aber häufiger psychotische Symptome und zeigen schwere Beeinträchtigungen im Sozialverhalten.

Zyklothymie – chronische Stimmungsschwankungen

Bei der Zyklothymie handelt es sich um eine andauernde, also chronische Instabilität der Stimmung, mit zahlreichen Phasen leichter Depression und leichter Manie (Hypomanie). Diese Instabilität entwickelt sich in der Regel im frühen Erwachsenenalter und nimmt einen chronischen Verlauf, auch wenn die Stimmung gelegentlich normal und Monate lang stabil sein kann.

Rezidivierende bipolare Störung

Die bipolare Störung ist eine chronische Krankheit, bei der sich immer wieder manische Episoden mit Episoden depressiver Störungen abwechseln. Die Dauer einzelner manischer und depressiver Episoden beträgt durchschnittlich vier bis zwölf Monate. Die Länge der Zyklen zwischen überbordender Begeisterung und abgrundtiefer Verzweiflung variiert von Patient zu Patient.

Der Beginn einer depressiven Phase kann sowohl schleichend als auch plötzlich einsetzen, während manische Episoden typischerweise rasch innerhalb von Stunden oder wenigen Tagen einsetzen.

Unter geeigneter Behandlung können manische Episoden kontrolliert werden. Bei über 70 Prozent der Patienten kann die Anzahl der Episoden und ihre Intensität deutlich reduziert werden oder sogar ganz verschwinden. Einer der wichtigsten Risikofaktoren für die bipolare Störung ist eine familiäre Belastung bei Verwandten ersten Grades.

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Letzte Aktualisierung: 10. Januar 2012
Quellen: Literatur beim Verfasser

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