Darmkrebs rechtzeitig erkennen

Angst vor Darmspiegelung ist unbegründet

Die Darmspiegelung ist die sicherste Methode, um Krebs bereits im frühesten Stadium zu entdecken. Trotzdem weigern sich viele, zum Darmkrebsscreening zu gehen. Eine Studie zeigt, dass nicht nur Angst schuld daran ist – und wie unbegründet sie ist.

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Die Darmspiegelung ist schmerzfrei und sicher, Ängste sind unbegründet.
Getty Images/iStockphoto

Ab 55 Jahren sollte jeder zur Darmspiegelung gehen. Die Krankenkassen zahlen diese Vorsorgeuntersuchung. Besteht ein familiäres Risiko, hat also ein naher Verwandter Darmkrebs, ist eine wesentlich frühere Darmspiegelung ratsam. Dabei entdeckt der Arzt erste Veränderungen in der Darmschleimhaut, die auf Krebs hinweisen können. Darmpolypen, die sich im Laufe der Zeit zu Krebs entwickeln, werden im Rahmen der Untersuchung in wenigen Minuten entfernt. Die Darmspiegelung ist deshalb die effektivste Diagnosemöglichkeit um Darmkrebs und seine Vorstufen zu erkennen und teilweise sogar bereits zu behandeln.

Nur jeder Fünfte der Zielgruppe geht zur Darmspiegelung

Trotzdem gehen die meisten Deutschen nicht zur Darmspiegelung. Nur 18 Prozent der Berechtigten ab 55 Jahren nehmen diese Vorsorgeuntersuchung in Anspruch. In den europäischen Nachbarländern ist das ganz ähnlich. Gastroenterologen vom Medizinischen Zentrum der Universität Rotterdam haben deshalb eine Studie durchgeführt, die nach den Gründen für diese Verweigerung suchte.

Von Angst bis fehlenden Darmbeschwerden

Die Fachärzte schickten an 4000 Niederländer zwischen 50 und 75 Jahren eine persönliche Einladung zum Darmkrebsscreening. Die Einladung enthielt auch einen Frageboden, der sich mit den Gründen für die Zusage und die Absage beschäftigte. Rund 52 Prozent lehnten die Untersuchung ab. Ihre Gründe:

  • Angst vor der unangenehmen Untersuchung,
  • Angst vor Nebenwirkungen und Folgen der Untersuchung,
  • keine Zeit,
  • keine Darmbeschwerden, deshalb sei die Untersuchung nicht nötig.

Darmspiegelung tut nicht weh und ist risikoarm

Dabei sind außer terminlichen Gründen alle Einwände unbegründet. Bekannt ist, dass die Untersuchung keinerlei Schmerzen bereitet, wenn sie unter einer Kurzzeit- oder Schlummernarkose erfolgt. Das ist in Fachpraxen und Kliniken Standard. Komplikationen wie eine Verletzung der Darmwand, kommt laut einer Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums nur bei fünf von 10.000 Untersuchungen vor.

Darmreinigung vor der Spiegelung entschlackt

Die vorhergehende Darmreinigung, die den Darm vollständig entleert, damit der Arzt alles genau inspizieren kann, wird von vielen Betroffenen als willkommenes „Entschlacken“ erlebt. Der Einwand, die Darmspiegelung sei nicht nötig, weil es keine körperlichen Beschwerden in diesem Bereich gibt, ist schlichtweg unüberlegt. Darmkrebs bereitet erst im fortgeschrittenen Stadium Beschwerden wie Schmerzen und Blutungen. Die Ärzte raten deshalb, diese Beweggründe nicht gelten zu lassen und sich zur Darmspiegelung zu entscheiden.

Mehr Zuspruch könnte die unbeliebte Diagnosemöglichkeit jedoch ab 2016 bekommen. Dann tritt das „Gesetz zur Weiterentwicklung der Krebsfrüherkennung und zur Qualitätssicherung durch klinische Krebsregister“ in Kraft. Die Versicherten erhalten dann regelmäßig eine persönliche Einladung zu Krebsvorsorgeuntersuchungen, auch zur Darmspiegelung.

Krebs: Die größten Risikofaktoren

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Letzte Aktualisierung: 18. Juli 2013
Quellen: European Journal of Cancer

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