Merksätze helfen in Angstsituationen

Panikattacken mit Herzrasen: Behandlung der Panikstörung

Panikattacken zählen zu den Angststörungen. Oft überfallen sie Betroffene plötzlich, ohne Vorwarnung und ersichtlichen Grund. Schweißausbrüche, Herzrasen, Atemnot und Todesangst sind nur einige Symptome der Panikstörung. Die Situationen, in denen Patienten in Panik geraten, sind verschieden: Orte mit vielen Menschen, etwa im Bus, Kino oder Geschäft, aber auch auf freien Plätzen. Weil sie diese anschließend meiden, ist ein normaler Alltag kaum mehr möglich. Eine Panikstörung lässt sich gut behandeln mit Psychotherapie und Medikamenten.

Panikattacke
Betroffene einer Panikstörung vermeiden Situationen und Orte, die sie in Panik versetzen.
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Panikattacken zählen zu den Angststörungen. Meist beginnen die Ängste überfallartig und ohne Vorwarnzeichen, eine realistische Bedrohung von außen gibt es nicht. So plötzlich, wie die Panikattacke gekommen ist, verschwindet sie oft auch wieder. Das massive Angstgefühl setzt in verschiedenen Situationen ein. Panikattacken können zum Beispiel auftreten, wenn Betroffene ein Flugzeug besteigen oder sich in einer größeren Menschenmenge aufhalten, etwa im Kaufhaus und Kino. Frauen leiden häufiger als Männer unter der Panikstörung.

Bei Panikattacken gerät der Körper in eine Extremsituation

Menschen mit Panikattacken empfinden zunächst keine Angst im eigentlichen Sinn. Vielmehr setzen körperliche Symptome ein, die sie als äußerst bedrohlich erleben. Dazu zählen Atemnot, Herzrasen, Zittern und Todesangst. Innerhalb kurzer Zeit erreichen die Symptome ein Maximum und klingen dann meist von selbst wieder ab. Dazwischen können aber wenige bis viele Minuten vergehen. Nach einer Panikattacke fühlen sich viele oft hilflos und seelisch aufgelöst. Wiederholen sich solche Zustände, befürchten sie, unter einer schweren Krankheit zu leiden. Dieses Phänomen – die Furcht vor einer körperlichen oder geistigen Katastrophe – bezeichnen Ärzte als Panikattacke.

Herzangstsyndrom – Der "falsche Herzinfarkt"

Lifeline/Dr. Heart

Panikstörung ist eine Krankheit

Der Begriff Panikstörung oder Paniksyndrom wurde bereits 1964 geprägt. Die American Psychiatric Association (APA) nahm ihn 1980 in das Diagnosesystem für psychische Erkrankungen auf (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, DSM). So verbreitete sich das Krankheitsbild in kürzester Zeit unter Fachleuten und ist heute international weltweit anerkannt. Die Panikstörung findet sich auch in der aktuellen Klassifikation ICD-10 (International Classification of Diseases) der Weltgesundheitsorganisation WHO.

Patienten laufen oftmals von Arzt zu Arzt

Nur selten ist ein Arzt unmittelbarer Zeuge einer Panikattacke, denn während des Arztbesuchs erleiden die wenigsten einen Angstanfall. In der Regel sind die Betroffenen körperlich gesund und es lässt sich kein auffälliger organischer Befund finden. Menschen mit Panikattacken beruhigt dies allerdings meist nicht. Im Gegenteil: Erst zweifeln sie an den Ärzten, dann an sich selbst. So suchen rund 70 Prozent der Patienten mit einer Panikstörung zehn oder mehr verschiedene Fachärzte auf, bevor sie ein Psychiater untersucht. Im Schnitt dauert es sieben Jahre, bis die Panikstörung diagnostiziert wird und eine geeignete Behandlung beginnt.

Symptome von Panikattacken – von Herzrasen bis Todesangst

Menschen erleben während einer Panikattacke oft sehr unterschiedliche körperliche und psychische Symptome, die meist sehr intensiv ausgeprägt sind. Dazu gehören beispielsweise:

  • Atemnot, Erstickungsgefühle
  • schneller, rasender Herzschlag
  • Zittern
  • Schwitzen
  • Übelkeit
  • Benommenheit
  • Ohnmachtsgefühle
  • die Furcht, verrückt zu werden, einen Herzinfarkt zu erleiden oder zu sterben

Panikattacken steigern sich innerhalb von Sekunden oder Minuten auf ein Maximum. Das Herz rast so extrem, dass Betroffene glauben, sie würden wegen einer Herzattacke auf der Stelle tot umfallen. Meist verschwinden die Symptome binnen weniger Minuten von selbst, sie können aber auch etwa 30 Minuten anhalten. Zurück bleiben Todesangst, Hilflosigkeit, seelische Auflösung und Tränen. Eine Panikattacke ist ein sehr quälendes Erlebnis für Betroffene.

Typisches Verhalten bei Angst

Diese heftig erlebten Symptome ziehen wiederum Verhaltensweisen nach sich. Die Betroffenen

  • laufen davon,
  • suchen Hilfe,
  • rufen Partner, Freunde oder Eltern über das Mobiltelefon an,
  • versuchen die Situation, in denen sie möglicherweise in Panik verfallen, zu vermeiden.

Wer einmal in einem Bus, im Supermarkt oder auf dem Bahnsteig von Panik erfasst wurde, wird diese Orte und Situationen nach Möglichkeit künftig meiden. Viele haben im Anschluss ständig Angst vor einer erneuten Attacke. Psychiater sprechen von Erwartungsangst.

Zwei Grundtypen von Panikattacken

Panikattacken können individuell unterschiedlich oft auftreten. Die einen geraten nur einmal in ihrem Leben in einen panischen Zustand, andere täglich oder sogar mehrmals am Tag. Es gibt zahlreiche Situationen, in denen Menschen Panik erfassen kann. Von einer Panikstörung ist aber nicht immer sofort die Rede.

Fachleute unterscheiden zwei Grundtypen von Panikattacken:

  • Spontaner Angstanfall: Die Betroffenen quälen verschiedene Symptome ohne ersichtlichen Grund oder vorherige Warnzeichen. Die Auslöser sind meist innere Reize, zum Beispiel die Wahrnehmung von Atembeschwerden oder Herzklopfen.

  • Situationsbedingter Angstanfall: Darunter versteht man einen Anfall, der zwar unter einem bestimmten situativen Reiz mit höherer Wahrscheinlichkeit auftritt, aber nicht zwangsläufig sofort und immer durch diesen ausgelöst wird.

Die erste Panikattacke entsteht nicht immer direkt nach einer belastenden Lebenskrise, sondern oft mehrere Tage oder Wochen später.

Panikstörung mit und ohne Agoraphobie

Experten unterscheiden eine Panikstörung, die mit oder ohne Agoraphobie einhergeht. Betroffene haben bei Agoraphobie Angst vor öffentlichen Plätzen und Menschenansammlungen. Sie fürchten außerdem, sich nicht schnell und problemlos wieder an einen sicheren Platz zurückziehen zu können, meist nach Hause. Die Angstanfälle mit oder ohne Agoraphobie zeigen bestimmte Merkmale, die in zwei internationalen Systemen zur Klassifikation von Krankheiten festgelegt sind (ICD-10 und DSM-IV).

Die Agoraphobie bezieht sich beispielsweise auf Kaufhäuser, Kinos, Restaurants, öffentliche Verkehrsmittel, Fahrstühle, Brücken, Höhen oder weite Plätze ohne Bauwerke. Patienten mit Agoraphobie versuchen, solche Situationen strikt zu umgehen.

Dieses Vermeidungsverhalten kann die Folge einer Panikattacke (sekundäres Angstsyndrom) sein. Es beginnt manchmal erst Tage oder sogar Jahre nach der ersten Angstattacke, kann aber rasch dazu führen, dass ein normales Leben unmöglich wird. Betroffene fürchten sich davor, nicht mehr entkommen zu können, die Kontrolle zu verlieren, öffentlich zu kollabieren und damit in eine peinliche Situation zu geraten oder im Verlauf einer Attacke zu sterben. Auch wenn das Ausmaß der Angst und des Vermeidungsverhaltens individuell unterschiedlich ist, so ist diese Form der Phobie besonders einschränkend.

Viele gehen nicht mehr oder nur noch in Begleitung aus dem Haus, wählen beim Einkaufen kleine überschaubare Geschäfte, die eine Flucht leicht ermöglichen. Aus dem gleichem Grund nehmen sie im Restaurant, Theater oder Kino nahe am Ausgang Platz. Das Fehlen eines sofort nutzbaren Fluchtwegs ist eines der Schlüsselsymptome vieler agoraphobischer Situationen. Außerdem meiden Betroffene öffentliche Plätze und reisen nicht allein mit dem Zug, Bus oder Flugzeug. Oft versuchen sie, sich mit Alkohol und Beruhigungsmitteln, vor allem Benzodiazepinen, selbst zu behandeln –  jedoch ohne große Wirkung. Die Angst ist weiterhin präsent. Nur wenige Agoraphobiker zeigen kein Vermeidungsverhalten, sondern ertragen die Angst.

Ursachen einer Panikstörung: normale Angst oder Panikattacke?

Panikattacken haben selten eine einzige Ursache. Meist löst ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren die Panikstörung aus. Ärzte vermuten, dass genetische und biologische Faktoren sowie die Lebensgeschichte und persönlichen Erfahrungen an der Entstehung beteiligt sind.

So kann eine Panikstörung entstehen

Die Ursachen für eine Panikstörung sind vielfältig. Grob lässt sich das Zusammenspiel verschiedener Faktoren so verdeutlichen:

  • Angst ist prinzipiell ein notwendiges, normales Gefühl – ein Trick der Natur, der letztlich das Überleben ermöglicht.

  • Forscher gehen heute davon aus, dass eine Fehlfunktion des Noradrenalin-Systems an der Entwicklung der Panikstörung beteiligt ist. Noradrenalin ist ein Botenstoff, der die Wachheit und Aufmerksamkeit steigert.

  • Aus einem kurzen Aufflackern von Angst entwickelt sich bei manchen eine Panikattacke.

  • Die Panik beeinflusst wiederum das Verhalten des Betroffenen. Es entsteht ein Teufelskreis aus Angst und der Angst vor der Angst.

Diagnose von Panikattacken – das macht der Arzt

Personen mit Panikattacken haben oft eine Odyssee bei Ärzten hinter sich. Etwa 70 Prozent der Patienten suchen zehn oder mehr verschiedene Fachärzte auf, bevor sie zu einem Psychiater kommen. Bis zur Diagnose Panikstörung und dem Beginn einer Behandlung vergehen im Schnitt sieben Jahre. Vertrauen Sie sich am besten einem Psychiater an, der auf die Diagnose und Behandlung von Angsterkrankungen spezialisiert ist. Panikattacken können isoliert auftreten, also ohne weitere Beeinträchtigungen. Sie können aber auch im Rahmen organischer und psychiatrischer Grunderkrankungen entstehen. Und diese gilt es, herauszufinden.

Anamnese bei Panikattacken – Ihre Krankengeschichte zählt

Der Arzt wird Ihnen zunächst einige Fragen zu Ihren Beschwerden und der Krankheitsgeschichte stellen (Anamnese), die schon erste Rückschlüsse auf das Vorliegen einer Panikstörung zulassen. Meist tritt die erste Panikattacke spontan, ohne vorherige Warnzeichen auf. Darum ist die Entwicklungsgeschichte der Krankheit sehr wichtig.

  • Wann ist die erste Attacke aufgetreten?
  • Unter welchen Umständen und in welcher Situation ist die Panikattacke entstanden?
  • Haben Sie Zeiten mit plötzlicher starker Angst und Symptomen wie Herzrasen, Schmerzen im Brustbereich, Kurzatmigkeit, Zittern, Schwindel oder Schwächeanfällen erlebt, ohne dass Sie wirklich in Gefahr waren?
  • Verspüren Sie Angst, wenn Sie Tunnel und Brücken befahren, in Aufzüge steigen oder belebte Orte aufsuchen?

Körperliche Untersuchung

Ein Arzt muss ausschließen, dass körperliche Ursachen für die Panikattacken verantwortlich sind. Einige körperliche Erkrankungen gehen mit Angstanfällen einher, zum Beispiel eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) oder Vergiftung mit Koffein. Allerdings ist das eher selten.

Psychische Grunderkrankungen können bei Panikattacken eine Rolle spielen

Ebenso wichtig ist eine psychiatrische Differenzialdiagnose. Der Arzt prüft, ob die Panikattacken im Rahmen anderer Störungen auftreten, zum Beispiel bei:

  • generalisierter Angststörung: eine ständige Besorgnis und innere Anspannung, Angst verselbstständigt sich
  • Depression
    • zum Test

      Sie haben den Verdacht, an einer Depression zu leiden? Oder Sie machen sich Sorgen um einen Angehörigen? Der Selbsttest bringt mehr Klarheit.

  • Hypochondrie: Angst vor Krankheiten
  • spezifischen Phobien, zum Beispiel Angst vor Höhe, Schlangen, Spinnen oder Flügen
  • sozialer Phobie: Angst vor Menschen und Menschenansammlungen
  • Zwangsstörung, zum Beispiel Waschzwang oder Ordnungszwang

Besonders wichtig ist es, die Panikstörung von einer Depression abzugrenzen. Menschen mit Panikattacken haben oft auch jenseits der Attacken depressive Phasen. Die Diagnose Depression ist vermutlich treffender bei Personen, die schon vor dem Auftreten der Angstanfälle ausgeprägt depressiv waren. Ein Hinweis darauf ist es, wenn die Panikstörung später im Leben begonnen hat.

Psychometrische Verfahren bei Panikattacken

Ergänzend setzen Ärzte spezielle Interviews und Fragebögen ein, um die Symptome näher zu beleuchten. Damit lässt sich zuverlässig feststellen, unter welcher Art von Angststörung ein Patient leidet. Außerdem, ob andere psychische Störungen das Krankheitsbild verkomplizieren.

 Einige Beispiele:

  • DIPS: Das diagnostische Interview bei psychischen Störungen wird häufig zur Diagnose von Angsterkrankungen eingesetzt. DIPS gibt es auch für Kinder, es berücksichtigt die Angaben von Eltern und Kindern.

  • ACQ: Der Anxiety Cognition Questionnaire erfasst verschiedene Aspekte der Symptomatik, zum Beispiel körperliche Krisen, Kontrollverlust und Vermeidungsverhalten.

  • MI: Das Mobilitätsinventar gibt den Schweregrad agoraphobischen Vermeidungsverhaltens wieder.

  • BSQ: Der Body Symptoms Questionnaire erfasst das Ausmaß der Angst vor der Angst sowie die Furcht vor körperlichen Symptomen.

Steht die Diagnose Panikstörung mit/ohne Agoraphobie fest, ist es wichtig zu wissen, dass sich die Krankheit gut behandeln lässt. Je nach Schweregrad kann die Therapie jedoch einige Monate dauern. Sie brauchen also Durchhaltevermögen. Ärzte klügeln einen Therapieplan aus, der individuell auf Sie zugeschnitten ist.

So wird die Panikstörung behandelt

Die Therapien bei isolierten Panikattacken und der isolierten Agoraphobie sind nicht identisch. Es gibt verschiedene Behandlungsstrategien, deren Einsatz vom Schweregrad der Erkrankung, dem vorherrschenden Beschwerdebild, zusätzlichen Symptomen und Patientenwünschen abhängt. Meist werden mehrere Therapien miteinander kombiniert. Bevor die Behandlung beginnt, sollte der Arzt Ihnen nachvollziehbar erklären, wie die Symptome zustande kommen und Ihnen das Gefühl vermitteln, dass er sie ernst nimmt und versteht.

Kognitive Verhaltenstherapie und Reizüberflutung

Die Wirksamkeit von kognitiver Verhaltenstherapie (KVT) in Kombination mit Konfrontation und Reizüberflutung (massierte Konfrontation) ist für Panikstörungen und Agoraphobie am besten untersucht – sie gelten als effektivste Maßnahmen. Ein wesentliches Element der kognitiven Verhaltenstherapie ist die Konfrontation mit den inneren Reizen. Bei einer alleinigen oder im Vordergrund stehenden Agoraphobie zeigt die Reizüberflutung die besten Erfolge.

Medikamente gegen Panikattacken

Gegen die Panikattacken und Panikstörung können Psychopharmaka Wirkung zeigen. Meist kommen Antidepressiva aus der Gruppe der Selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) zum Einsatz. Wichtig ist, dass Sie die Medikamente konsequent über mehrere Wochen einnehmen und diese nicht einfach absetzen.

Entspannungsmethoden bei Panikstörung

Hilfreich sind auch Verfahren der so genannten angewandten Entspannung. Sie erhalten zum Beispiel Informationen zu den Grundlagen der Panikstörung und üben die Selbstbeobachtung, bei der Sie frühe Angstsignale zu identifizieren lernen. Auch andere Entspannungsverfahren, vor allem die progressive Muskelentspannung nach Jacobson, sind immer einen Versuch wert.

Panikattacken vorbeugen: Umgang mit Angstsituationen

Der Entstehung von Panikattacken können Sie vermutlich nicht vorbeugen, weil sehr viele verschiedene Faktoren bei der Entstehung am Werk sind. Wohl aber können Sie erneuten Angstanfällen mit Hilfe verschiedener Maßnahmen vorbeugen. Im Verlauf der Therapie vermitteln Ihnen Therapeuten alltagstaugliche Strategien, mit deren Hilfe Sie die erreichten Veränderungen stabilisieren und verstärken können.

Panikattacken – so helfen Sie sich selbst

Neuen Panikattacken vorbeugen können Sie durch folgende Maßnahmen:

  • Wenden Sie das Erlernte regelmäßig und konsequent an, dann normalisiert sich das Angstverhalten in den belastenden Situationen.

  • Versuchen Sie, neben den neuen Handlungsweisen auch neue Sichtweisen zu entwickeln.

  • Absolvieren Sie eine Konfrontationstherapie zur Vorbeugung neuer Panikattacken. Therapeuten ermutigen Sie, allein oder in Begleitung im Zug zu fahren, eine Sauna, ein Kaufhaus und ein volles Kino zu besuchen oder mit dem Fahrstuhl in das letzte Stockwerk eines Hochhauses zu fahren, dort auszusteigen und hinunterzugucken.

Letztlich zielen diese Strategien darauf ab, die Eigenverantwortung zu übernehmen und die Ängste und das Verhalten wieder selbst zu kontrollieren. Auch geht es darum, mit kleinen und großen Rückfällen fertig zu werden, deren Auslöser oft ganz alltägliche Angst- und Stresserlebnisse sind. Patienten werden darin bestärkt, nicht den Mut zu verlieren, die Probleme aus eigener Kraft zu bewältigen und bestimmte Situationen nicht zu vermeiden oder aus diesen zu fliehen.

Zehn Tipps für Angstpatienten

Einige Selbsthilfeinstrumente unterstützen Sie im Alltag. Beispiele sind das Marburger Angsttagebuch und das Marburger Aktivitäts-Tagebuch, in denen Sie Ihre Symptome, mögliche Auslöser und Gegenmaßnahmen notieren.

Folgende zehn Merksätze haben sich im Umgang mit Angstsituationen bewährt. Sie können die Regeln unabhängig vom Behandlungsverfahren jederzeit anwenden. Lesen Sie sich die Sätze immer wieder laut vor, damit Sie diese gut verinnerlichen:

  1. Angstgefühle und dabei auftretende körperliche Symptome sind nichts anderes als verstärkte normale Stressreaktionen.

  2. Angstreaktionen schaden der Gesundheit nicht.

  3. Verstärken Sie Angstreaktionen nicht durch furchterregende Fantasievorstellungen.

  4. Bleiben Sie in der Realität, beobachten und beschreiben Sie innerlich, was um Sie herum wirklich geschieht.

  5. Bleiben Sie in der Situation, bis die Angst vorüber ist.

  6. Beobachten Sie, wie die Angst von allein wieder abnimmt.

  7. Vermeiden Sie keine Angstsituationen!

  8. Setzen Sie sich allen Situationen aus, die Ihnen Angst machen.

  9. Seien Sie stolz auf kleine Erfolge, auch die ganz kleinen!

  10. Nehmen Sie sich in Angstsituationen Zeit.

Entscheidend bei einer Panikstörung ist es, dass Sie sich rechtzeitig Hilfe suchen und sich nicht in Ihren vier Wänden verkriechen, um angstauslösende Situationen zu vermeiden. Die Panikattacken lassen sich gut in den Griff kriegen mit Psychotherapie, Medikamenten, Entspannungstechniken und Strategien zum Selbstmanagement. Alkohol und andere Mittel zur Beruhigung sind dagegen keine Lösung bei Panikattacken.

Sanfte Hilfe für die Seele: Psychopharmaka aus der Natur

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Letzte Aktualisierung: 04. Juli 2017
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