Symptome der Hypoglykämie

Unterzuckerung erkennen

Zittern, Kopfweh und Schwäche zeigen einen Unterzucker im Blut an

Die meisten Diabetiker fürchten einen Unterzucker, fachsprachlich als Hypoglykämie bezeichnet. Er geht mit Schwäche, Schweißausbruch, Verwirrtheit und manchmal auch Krampfanfällen einher. Hypoglykämie kann aber auch unbemerkt auftreten.

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Symptome einer Unterzuckerung: Kopfschmerzen, Muskelzittern und Unruhe.
© iStock.com/Fertnig

Bei einer Unterzuckerung, also einem zu geringen Gehalt an Glukose im Blut, können die Zellen ihre Funktionen nicht mehr angemessen ausführen. Ihnen mangelt es an der nötigen Energie.

Die Unterzuckerung macht sich zunächst im Gehirn bemerkbar, das nicht auf andere Energielieferanten als Zucker zurückgreifen kann. Die Hirnleistung ist eingeschränkt. Insbesondere sind

  • Konzentrationsfähigkeit
  • Bewusstsein,
  • Bewegungskoordination,
  • Sprachvermögen,
  • Orientierungsfähigkeit und
  • Bewegungssinn

beeinträchtigt.

Symptome für eine Unterzuckerung

Hypoglykämien können durch eine verzögerte Mahlzeit, körperliche Anstrengung oder auch die verordneten Medikamente begünstigt werden – beim Insulin beispielsweise entweder durch Überdosierung oder eine zu geringe Kohlenhydrataufnahme. Am häufigsten kommt es zur Unterzuckerung unter einer Therapie mit sogenannten Sulfonylharnstoffen.

Außerdem fördert Alkohol nicht nur das Hypoglykämierisiko an sich, sondern mindert daneben auch die Wahrnehmung der ersten Anzeichen einer Unterzuckerung. Daher sollten alkoholische Getränke nur in Maßen genossen werden.

Symptome einer Unterzuckerung: Anzeichen im Überblick

Für den Patienten selber fühlen sich Unterzuckerungen vor allem wegen der spürbaren Reaktionen des autonomen Nervensystems oft bedrohlich an. Dazu zählen:

  • innere Unruhe

  • Herzklopfen oder -jagen

  • Muskelzittern

  • Heißhunger

  • Frieren

  • kalter Schweiß

  • Kopfschmerzen

  • starkes Gähnen

  • Sprachprobleme, etwa Lallen

  • weite Pupillen

  • Sehstörungen

  • Gangunsicherheiten wie Torkeln

  • Blässe um Mund und Nase

Das vegetative (adrenerge) Nervensystem kann bei einer drohenden Unterzuckerung aber auch gegensteuern, ohne dass der Patient dies bewusst wahrnimmt. Dies gilt insbesondere beim Typ-2 Diabetes, bei dem der Körper schneller und bei höheren Blutzuckerwerten gegensteuert als beim Typ-1 Diabetes. Dann fehlen die Warnsymptome und es kann zu einer schweren Hypoglykämie kommen. Nur die Blutzuckermessung offenbart die asymptomatische Blutzuckerkrise und die Notwendigkeit für eine Therapieanpassung.

Mögliche Folgen einer Unterzuckerung

Dass die Unterzuckerung unbemerkt bleibt, heißt keineswegs, dass sie ungefährlich ist. Bereits eine einzige schwere Hypoglykämie kann tödlich sein.

So ist das Risiko eines Herzinfarktes in den zwei Wochen nach einer Hypoglykämie um zwei Drittel erhöht.

Das erhöhte Risiko für einen Herzinfarkt nach einer schweren Unterzuckerung bleibt auch langfristig bestehen. So ist innerhalb von sechs Monaten nach einer Hypoglykämie die Infarktrate noch um 20 Prozent erhöht und im gesamten Einjahreszeitraum immerhin noch um zwölf Prozent.

Inzwischen weiß man, dass bei wiederholten Hypoglykämien das Risiko für eine Demenz deutlich zunimmt. Viele leichte Unterzuckerungen steigern wiederum das Risiko für eine schwere und verringern die Wahrnehmungsfähigkeit für Hypoglykämien. Gerade nächtliche Unterzuckerungen bleiben oft unbemerkt.

Der Hypoglykämie vorbeugen

Daher sollte der Blutzucker gut eingestellt sein und durch Blutzuckerselbstmessung kontrolliert werden. Definitionsgemäß spricht man von einer Hypoglykämie bei Blutzuckerwerten unter 40 Milligramm pro Zehntelliter (mg/dl), und zwar unabhängig davon, ob typische Anzeichen einer Unterzuckerung auftreten oder nicht.

Bei Werten zwischen 40 und 50 mg/dl liegt eine Unterzuckerung vor, wenn gleichzeitig nachweisbare Störungen des Zentralnervensystems vorliegen. Leichte Unterzuckerungen mit einem Blutzuckerwert zwischen 50 und 60 mg/dl treten genauso bei Gesunden auf, insbesondere wenn länger als 24 Stunden keine Nahrung aufgenommen wird.

Was tun bei Unterzuckerung?

Treten erste Anzeichen einer Unterzuckerung auf, muss umgehend gegengesteuert werden:

Daher sollten Diabetiker immer Traubenzucker bei sich haben. Auch Limonade kann als "Antidot" (Gegenmittel) eingesetzt werden. Bei Ohnmacht sollte nicht durch Dritte versucht werden, Flüssigkeit einzuflößen (Erstickungsgefahr).

Eine weitere Möglichkeit sind bei schweren Unterzuckerungen Glukagonspritzen durch Angehörige. Glukagon neutralisiert als Gegenspieler des Insulins die blutzuckersenkende Wirkung. Glukagon ist in einem Hypoglykämie-Notfallset vorhanden. Gegebenenfalls muss der Notarzt verständigt werden.

Wichtiger Hinweis: Lassen Sie sich von Ihrem Arzt genau beraten, was im Falle einer Unterzuckerung zu tun ist.

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