Beschwerden nicht tatenlos hinnehmen

Schwindel natürlich behandeln

Was für ein Albtraum! Plötzlich gerät die Welt ins Wanken. Alles dreht sich oder der Boden beginnt unter den Füßen zu schwanken. Auch wenn man sich vielleicht gerade noch festhalten und einen Sturz vermeiden kann, die allererste Schwindelattacke vergisst man nie. Das betrifft in Deutschland viele Menschen – vor allem ältere. Wenn Schwindel immer wiederkehrt, spricht vieles für eine Therapie mit homöopathischen Arzneimitteln. Insbesondere Komplexmittel bieten Vorteile.

Mensch geht Treppe hinunter
Beim Treppensteigen oder einer Fahrt mit dem Aufzug kann einem schon mal schwindelig werden. Doch wenn solche Attacken immer wieder auftreten, ist eine Therapie sinnvoll.
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Schwindel hat jeder einmal – meist aus klar ersichtlichem Grund und nur für ein paar kurze Augenblicke. Kinder holen sich ihren allerersten Drehwurm mit dem allergrößten Vergnügen auf dem Spielplatz. Später sorgen dann eher eine Fahrt mit dem Aufzug, ein Blick aus großer Höhe oder eine Bootsfahrt für Schwindelgefühle. Etwas ganz anderes sind jedoch immer wiederkehrende oder anhaltende Schwindelbeschwerden. Vor allem mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit dafür an. Etwa jeder Fünfte über 65-Jährige, jeder Dritte über 70-Jährige und sogar jeder Zweite über 80-Jährige leidet unter Schwindelbeschwerden.

Homöopathie: 15 häufige Beschwerden und welche Arznei hilft!

Beschwerden und Einschränkungen nicht tatenlos hinnehmen

Aus dem Nichts auftretender Taumel wird von Betroffenen als besonders beängstigend empfunden und schränkt die Aktivität im Alltag stark ein. An Fahrrad- oder Autofahren ist oft nicht mehr zu denken. Viele trauen sich auch zu Fuß ohne Begleitung nicht mehr aus dem Haus. Die Folgen eines solchen Rückzugs sind zum einen soziale Isolation und Einsamkeit. Zum anderen kommt es durch die Vermeidung als gefährlich empfundener Situationen oft auch zu Bewegungsmangel. So bauen bei alten Menschen die Muskulatur, Koordination und Körperkraft ab. Die Wahrscheinlichkeit für einen Sturz steigt dadurch noch an. Aus all diesen Gründen sollte man Schwindelbeschwerden nicht einfach tatenlos hinnehmen. Auch Angehörige sollten Betroffene dazu ermuntern, bei Schwindelbeschwerden den Hausarzt aufzusuchen.

Unbedingt zum Arzt, wenn …

  • Schwindel plötzlich und ohne ersichtlichen Grund auftritt,
  • manchmal der Boden unter den Füßen schwankt oder die Umgebung sich dreht,
  • Schwindel bei bestimmten Kopfbewegungen auftritt,
  • begleitende Beschwerden wie Übelkeit, Kopfschmerzen, Ohrenschmerzen, Hörprobleme, Benommenheit, Ohnmacht, Fieber, Müdigkeit, Herzstolpern oder Atemnot hinzukommen,
  • Schwindel während einer Erkrankung wie Mittelohrentzündung, Grippe oder Herpes zoster auftritt,
  • Schwindel in ganz bestimmten Situationen wie im Fahrstuhl, in Menschenmengen oder vor wichtigen Terminen auftritt.
Alle Informationen zu den verschiedenen Schwindelformen sowie zur konventionellen Therapie finden Sie im Lifeline-Special zum Thema.

Wie homöopathische Arzneimittel helfen können

Neben physiotherapeutischen Maßnahmen, Gleichgewichtsübungen und chemischen Schwindelmedikamenten können auch homöopathische Mittel die Beschwerden bessern. Dabei richtet sich die klassische Homöopathie nicht nur nach Krankheitssymptomen, sondern der praktizierende Homöopath bezieht den ganzen Menschen mit seinen Lebensgewohnheiten ein.

So kann es sein, dass verschiedenen Menschen ganz unterschiedliche Mittel zur Behandlung der gleichen Beschwerden empfohlen werden. Folgende Einzelmittel können bei Schwindel eingesetzt werden:

  • Anamirta cocculus (Schwindel vor allem beim Aufstehen, häufig mit Übelkeit und Ohrensausen, Verschlimmerung durch Schlafmangel und gestörten Schlafryhthmus)

  • Conium maculatum (Drehschwindel bei Aufsetzen oder Umlagern in horizontaler Lage durch mangelnde Durchblutung)

  • Ambra grisea (Erschöpfungszustände, Demenz, Verstopfung, Schlafstörungen)

  • Petroleum rectificatum (Reisekrankheit mit Übelkeit und Erbrechen, Schwindel, Kopfschmerzen, Ohrgeräusche/Tinnitus)

  • Argentum nitricum (Schwindel infolge Nervosität und Angst)

  • Arnica (nach Kopfverletzungen; bei Drehschwindel, der zum Sturz führt)

  • Gelsemium (Schwindel mit Schmerzen im Nacken oder Hinterkopf, möglicherweise mit Sehstörungen oder Ohrensausen)

  • Kalium phosphoricum (Schwindel beim Aufstehen oder Kopf in den Nacken legen; wenn geistige Erschöpfung und körperliche Schwächezustände Auslöser sind)

  • Ferrum phosphoricum (Schwindel verursacht durch Kreislaufbeschwerden oder Blutandrang im Kopf)

  • Belladonna (Schwindel bei jeder Bewegung wie Augenrollen, Bücken oder Umdrehen im Bett; bei Angstzuständen oder großer Müdigkeit)

  • Nux vomica (bei Schwindel mit Übelkeit und vergeblichem Brechreiz; katerartige Kopfschmerzen über einem Auge oder im Hinterkopf; nach Alkoholgenuss, bei Vergiftungen oder Chemotherapie)

  • Bryonia (Schwindel mit Übelkeit und Erbrechen, rasenden Kopfschmerzen und Verschlimmerung bei Bewegung)

Mit vereinten Kräften: Natürliche Komplexmittel

Besondere Vorteile bieten jedoch sogenannte Komplexmittel. Sie enthalten mehrere natürliche Inhaltsstoffe, die sich gegenseitig in ihrer Wirkung ergänzen und verstärken. Bei Schwindel beispielsweise die Kombination von Anamirta cocculus (Indische Kokkelskörner), Conium maculaturm (Gefleckter Schierling), Ambra grisea (Grauer Amber) und Petroleum rectificatum (Steinöl). Diese lässt sich aufgrund ihrer guten Verträglichkeit auch problemlos mit anderen, bereits bestehenden Medikationen kombinieren – was vor allem im Alter wichtig ist. Im Vergleich zu den Einzelmitteln ist die Anwendung von Komplexpräparaten für betroffene Patienten einfacher und durch das Zusammenspiel verschiedener Wirkstoffe oft auch effektiver. Guten Rat gibt es hierzu in der Apotheke.

Tipp: Bestimmte homöopathische Komplexarzneimittel können vom Arzt auf dem grünen Rezept verordnet werden und werden in den ärztlichen Leitlinien zur Behandlung von Schwindel empfohlen.

Schwindel: Die besten Übungen gegen Vertigo

Autor:
Letzte Aktualisierung: 01. November 2017
Quellen: Jahn K, et al.: Dizziness and unstaible gait in old age. DOI: 10.3238/arztebl.2015.0387

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