Symptome

Blut im Stuhl: Das kann dahinterstecken!

Blut im Stuhl ist ein Symptom, das vielfältige Ursachen haben kann und immer abgeklärt werden sollte. Lesen Sie hier alles über Blut im Stuhl.

Blut im Stuhl: Frau auf Toilette
Verschiedene Krankheiten können Ursache für Blut im Stuhl sein.
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Dem Stuhl aufgelagertes oder im Stuhl enthaltenes Blut (Hämatochezie/Meläna) ist ein sehr häufiges Symptom, hinter dem sich verschiedenste Krankheiten oder Verletzungen verbergen können.

Blut im Stuhl: Grundlagen

Grundsätzlich stammt Blut im Stuhl aus dem Magen-Darm-Trakt, sein Aussehen hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab. Das Blut kann einerseits sichtbar oder auch mit bloßem Auge nicht erkennbar (okkult) sein.

Darüber hinaus kann Blut im Stuhl als alleiniges Symptom oder auch in Zusammenhang mit anderen Beschwerden auftreten (zum Beispiel Kreislaufprobleme bei einer starken Blutung, Bauchschmerzen, Bauchkrämpfe, starker Stuhldrang).

Mediziner unterscheiden unter anderem folgende Arten von Blut im Stuhl:

1. Verdecktes (okkultes) Blut im Stuhl:

Mit dem bloßen Auge nicht sichtbare Blutbeimengung im Stuhl. Verdecktes Blut im Stuhl kann nur durch einen speziellen Stuhltest (Hämoccult-Test) nachgewiesen werden.

2. Hämatochezie (Blutstuhl):

Sichtbare Auflagerung oder Vermischung von hell- bis dunkelrotem Blut auf oder mit dem Stuhl. Grund ist meist eine Blutung im unteren Verdauungstrakt, seltener in den oberen Bereichen des Verdauungstrakts.

3. Meläna (Teerstuhl):

Unter Teerstuhl versteht man eine Schwarzfärbung des Stuhls mit unangenehm stechendem Geruch (Geruch nach Erde). Grund ist meist eine Blutung im oberen Verdauungstrakt. Teerstuhl entsteht dadurch, dass sich das Blut langsam durch den Dickdarm bewegt und dabei durch Bakterien teilweise zersetzt wird. Tritt Teerstuhl auf, liegt die Blutung daher meist bereits mehrere Stunden oder sogar Tage zurück. Doch auch Blutungen im unteren Verdauungstrakt können zu Teerstuhl führen, wenn die Darmpassage besonders langsam ist.

Davon abzugrenzen ist das sogenannte Kindspech, der ebenfalls schwarz gefärbte erste Stuhlgang von Neugeborenen. Er ist nicht auf Blut im Stuhl zurückzuführen, sondern auf Gallenflüssigkeit. 

Grundsätzlich empfehlen Experten, bei Blut im Stuhl einen Arzt aufzusuchen, um die Ursachen abklären zu lassen und entsprechende Behandlungen einzuleiten.

Blut im Stuhl: Ursachen

Die Ursachen für Blut im Stuhl (Hämatochezie) sind ebenso vielfältig wie die Erscheinungsformen des Symptoms. Bei Blutungen im unteren Verdauungstrakt ist in neun von zehn Fällen der Dickdarm betroffen. Dabei handelt es sich meist um Blutungen aus Hämorrhoiden im Rektum, dem untersten Abschnitt des Dickdarms. Zu Blut im Stuhl kann es etwa kommen, wenn Patienten mit Hämorrhoiden auf der Toilette stark pressen.

Blut im Stuhl durch Blutungen im unteren Verdauungstrakt

Weitere mögliche Ursachen für Blutungen im Dickdarm sind Darmpolypen (gutartige Wucherungen), eine Divertikulose (Ausstülpungen an verschiedenen Stellen der Darmwand nach außen), Darmkrebs sowie krankhafte Fehlbildungen von Blutgefäßen (Angiodysplasie).

Vor allem bei jüngeren Patienten sind chronisch entzündliche Erkrankungen des Darms wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn eine häufige Ursache für Blutungen im Dickdarm.

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Im Dünndarm kommen für Blutungen folgende Ursachen in Betracht: Tumoren, Fehlbildungen von Blutgefäßen (Angiodysplasie), Meckel-Divertikel (Ausstülpung der Darmwand nach außen) oder Morbus Crohn.

Hier noch einmal zusammengefasst häufige Ursachen für Blutungen im unteren Verdauungstrakt:

Blut im Stuhl durch Blutungen im oberen Verdauungstrakt

Blutungen im oberen Verdauungstrakt gehen meist auf Geschwüre (Ulcus) im Magen oder im oberen Abschnitt des Dünndarms, eine Entzündung der Magenschleimhaut (Gastritis) oder Krampfadern der Speiseröhre (Ösophagusvarizen) zurück.

Seltenere Ursachen für Blut im Stuhlgang sind Tumoren, Fehlbildungen von Blutgefäßen (Angiodysplasie) und sogenannte Mallory-Weiss-Blutungen. Letztere entstehen durch starkes Erbrechen bei Alkoholexzess, wenn die Schleimhaut an der Grenze zwischen Magen und Speiseröhre infolge langjährigen hohen Alkoholkonsums bereits vorgeschädigt ist.

Häufige Ursachen für Blutungen im oberen Verdauungstrakt im Überblick:

  • Geschwür des Magens oder oberen Dünndarmabschnitts (bei Infektion mit Helicobacter pylorus oder durch Medikamente bedingt, wie nicht-steroidale Antirheumatika, zum Beispiel Azetylsalizylsäure, Ibuprofen)

  • Magenschleimhautentzündung (Gastritis)

  • Krampfadern der Speiseröhre (Ösophagusvarizen)

  • Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis)

  • Mallory-Weiss-Blutung

  • Angiodysplasie

  • gutartige Tumore

  • Krebs der Speiseröhre oder des Magens

Arten von Blut im Stuhl je nach Ursache

Aus der Art des Bluts im Stuhl lassen sich Anhaltspunkte für die zugrunde liegende Ursache gewinnen. So kommt es bei Hämorrhoiden meist dazu, dass sich hellrotes Blut auf den Stuhl auflagert (Blutstuhl).

Bei Darmkrebs hingegen handelt es sich meist um sehr geringe Blutmengen. Sie bleiben eher im Stuhl verdeckt (okkult) und können in diesem Fall  nur durch einen gezielten Stuhltest (Hämoccult-Test) entdeckt werden. Allerdings ist auch bei Blutstuhl mit hell- bis dunkelrotem Blut im Stuhl Darmkrebs nicht ausgeschlossen.

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Meläna, also Teerstuhl, ist meist Ausdruck einer weniger starken Blutung im oberen Magen-Darmtrakt. Geht Blutstuhl mit hell- bis dunkelrotem Blut auf eine Blutung im oberen Verdauungstrakt zurück, deutet dies dagegen eher auf eine starken Blutverlust hin.

Blut im Stuhl immer ärztlich abklären lassen

Blut im Stuhl ist niemals ein Normalzustand: Harmlosere, aber auch schwerwiegende Erkrankungen wie Darmkrebs können sich dahinter verbergen. Deshalb sollte bei Auftreten von Blut im Stuhl immer eine Untersuchung bei einem Facharzt für Gastroenterologie erfolgen.

Da Blut im Stuhl nicht immer mit bloßem Auge sichtbar ist, gilt zusätzlich, auch bei gemeinsam auftretenden allgemeinen Krankheitssymptomen wie Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung und einer Abnahme der körperlichen Leistungsfähigkeit den Arzt aufzusuchen, um gefährliche Auslöser für das Blut im Stuhl auszuschließen.

Blut im Stuhl: Diagnose

Bei der Anamnese (Erhebung der Krankengeschichte) wird der Arzt den Patienten mit Blut im Stuhl (Hämatochezie) unter anderen nach bestehenden Vorerkrankungen, wiederkehrenden Bauchbeschwerden, dem Alkoholkonsum und der Einnahme von Schmerzmitteln fragen.

Handelt es sich um eine akute Blutung, ermittelt der Arzt zunächst die Blutungsstärke, um abzuschätzen, ob es sich um einen Notfall handelt oder nicht. Bei Blutungen im oberen Verdauungstrakt ist dies deutlich häufiger der Fall, als bei Blutungen im unteren Verdauungstrakt.

Körperliche Untersuchung und Analspiegelung

Insbesondere bei Verdacht auf Hämorrhoiden wird in der Regel zunächst eine Tastuntersuchung durchgeführt. Als zusätzliche Diagnose-Methode für Blut im Stuhl hat sich hier die sogenannte Anoskopie (Analspiegelung) bewährt. Gegebenenfalls ist auch eine Darmspiegelung notwendig.

Spiegelungen von Magen und Darm bei Blut im Stuhl

Besteht der Verdacht auf eine Blutung im oberen Magen-Darmtrakt, wird eine Magen-Dünndarmspiegelung (Endoskopie) durchgeführt. Hierbei kann der Arzt erkennen, wo sich die Blutung befindet und welche Ursache ihr zugrunde liegt. Außerdem kann er die Blutung in den meisten Fällen noch unmittelbar während des Eingriffs verschließen.

Lässt die Art des Blutes im Stuhl eine Blutung im unteren Verdauungstrakt vermuten, kann eine Darmspiegelung (Koloskopie) Aufschluss über den genauen Ort und die Ursache geben. Auch bei dieser Untersuchung kann der Blutungsherd oft verschlossen werden.

Darstellung der Blutgefäße

Ist es unmöglich, die Blutungsquelle durch die Spiegelung des oberen oder unteren Magen-Darmtrakts zu identifizieren, schließen sich eine Röntgen-Kontrastmitteluntersuchung der Blutgefäße (Angiographie) und/oder Szintigraphie (bildgebende Untersuchung mit radioaktiv markierten Stoffen) an.

Nur wenn mit allen genannten Maßnahmen die Blutungsquelle nicht erkennbar wird, eine starke Rektalblutung aber anhält, muss unter Umständen eine Notfalloperation durchgeführt werden.

Untersuchung auf verborgenes Blut im Stuhl: Hämoccult-Test

Verdecktes Blut im Stuhl ist oft ein Hinweis für Dickdarmkrebs. Der Test auf verborgenes Blut, Hämoccult-Test genannt, wird deshalb im Rahmen der Krebsfrüherkennung und –vorsorge von den gesetzlichen Krankenkassen angeboten. Ab dem 50. Lebensjahr können alle gesetzlich Krankenversicherten einmal pro Jahr eine entsprechende Untersuchung kostenlos durchführen. Dabei muss an drei aufeinander folgenden Tagen eine kleine Menge Stuhl auf das Testfeld eines Testbriefchens aufgetragen und dem Arzt übergeben werden. Schon kleinste Mengen Blut im Stuhl lassen sich auf diese Weise erkennen.

Bei einem positiven Befund wird im Allgemeinen eine Darmspiegelung (Koloskopie) empfohlen, um festzustellen, ob es sich tatsächlich um Krebs oder um eine andere Erkrankung handelt. Vom 55. Lebensjahr an können die Versicherten wählen: Entweder lassen sie alle zwei Jahre einen Test auf verdecktes Blut im Stuhl durchführen oder man zwei Darmspiegelungen im Abstand von mindestens zehn Jahren.

Regelmäßiger Test auf Blut im Stuhl kann Leben retten

Wird der Test auf verborgenes Blut im Stuhl regelmäßig einmal im Jahr durchgeführt, kann damit laut Experten die darmkrebsbedingte Sterblichkeit um bis zu 33 Prozent gesenkt werden. Dies ist möglich, weil sich Tumore bei regelmäßigen Tests bereits in einem frühen Stadium erfassen lassen, in dem sie noch keine Symptome verursachen.

Dennoch gehen Experten davon aus, dass der Hämoccult-Test als Früherkennungs- und Vorsorgemethode von Darmkrebs weniger effektiv ist als die Darmspiegelung. So senken Darmspiegelungen, wie sie im Rahmen der gesetzlichen Früherkennung im Mindestabstand von zehn Jahren angeboten werden, die Sterblichkeit an Darmkrebs um schätzungsweise 60 Prozent – und damit nahezu um das Doppelte verglichen mit dem Test auf verborgenes Blut im Stuhl.

Blut im Stuhl: Therapie

Welche Therapie notwendig ist, wenn Blut im Stuhl gefunden wurde, hängt im Wesentlichen davon ab, ob es sich um eine akute Blutung handelt und welche Ursache zu der Blutung aus dem Po geführt hat.

Behandlung der akuten Rektalblutung

Liegt eine akute Blutung vor, wird bei der Magen-Dünndarmspiegelung bzw. der Dickdarmspiegelung (Koloskopie) versucht, sie zu stoppen, z.B. durch gefäßverschließende Substanzen (Fibrinkleber), den Einsatz eines Gefäßclips oder das Abkoppeln des blutenden Gefäßes vom Blutfluss, indem ein Ballonkatheter eingesetzt wird. Ist dies nicht möglich, kann unter Umständen eine Notfalloperation notwendig werden. Bei schweren akuten Blutungen müssen kreislaufstabilisierende Maßnahmen ergriffen werden, etwa durch eine Infusion von Flüssigkeit oder die Gabe von Spenderblut (Bluttransfusion).

Behandlung der Ursachen von Blut im Stuhl (Hämatochezie)

Grundsätzlich gilt es bei Blut im Stuhl, die Ursache der Blutung zu beheben und so den Blutverlust zu stoppen.

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    Wissen Sie, welche Behandlungen es bei Hämorrhoiden gibt und wie Sie dem schmerzhaften Leiden am besten vorbeugen?

Bei Hämorrhoiden beispielsweise haben sich antientzündliche Salben zur lokalen Anwendung oder auch kortisonhaltige Zäpfchen bewährt. Gegebenenfalls ist eine Verödung von Hämorrhoiden angezeigt, als Selbsthilfe hat sich darüber hinaus ballaststoffreiche Ernährung zur Regulierung des Stuhlgangs als effektiv erwiesen.

Bei einer Blutung aus einem Divertikel (Aussackung der Darmwand) bei einer Divertikulose des Dickdarms wird empfohlen, den betroffenen Darmabschnitt nach der zweiten Blutungsepisode operativ zu entfernen. Auch bei Darmkrebs erfolgt in den meisten Fällen ein operativer Eingriff. Je nach Krankheitsstadium und Lage des Tumors werden weiteren Behandlungen durchgeführt (Chemo-, Strahlentherapie, zielgerichtete Therapien).

Darmpolypen werden gleich bei der Spiegelung entfernt

Darmpolypen, die als Vorstufe von Darmkrebs gelten, können meist schon während der Darmspiegelung entfernt werden, sodass das Risiko für Darmkrebs reduziert wird und vorerst kein Blut mehr im Stuhl zu finden ist.

Blut im Stuhl: Link-Tipps

Die Auslöser von Blut im Stuhl sind vielfältig. Viele Betroffene reagieren mit Angst oder regelrechter Panik auf das Symptom, das meist am Toilettenpapier entdeckt wird. Deshalb empfehlen wir eine möglichst rasche Abklärung durch den Hausarzt oder den Proktologen, um die Ursache zweifelsfrei feststellen und behandeln zu können.

Solange Sie auf den Termin warten, können Sie hier weiterlesen. 

  • Alles über Hämorrhoiden finden Sie auf unserem Partnerportal zum Thema, www.haemorriden.net
  • Weitere Informationen zur Früherkennung und Behandlung von Darmkrebs als Auslöser von Blut im Stuhl finden Sie hier.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 01. Juni 2016
Durch: sw
Quellen: Gölder, S.K. & Messmann, H.: Akute gastrointestinale Blutungen. In: Der Gastroenterologe 7(1), (2011), S. 57-70 Schmiegel, W. et al.: S3-Leitlinie „Kolorektales Karzinom“ Ergebnisse evidenzbasierter Konsensuskonferenzen am 6./7. Februar 2004 und am 8./9. Juni 2007 (für die Themenkomplexe IV, VI und VII) S3-Guideline „Colorectal Cancer“ 2004/2008. In: Zeitschrift für Gastroenterologie 46, (2008), S. 1-73 Schneider, A.R.J. & Caspary, W.F.: Diagnostik kolorektaler Karzinome. Aktueller Stand. In: Der Radiologe 43(2), (2003), S. 105-112

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