Oft begleitet von Rötung, Sehstörung und Lichtempfindlichkeit

Augenschmerzen

Augenschmerzen treten oft mit weiteren Symptomen wie Augenrötung auf

Stark gerötetes Auge
Augenschmerzen treten oft mit weiteren Symptomen wie Augenrötung auf.
Getty Images/iStockphoto

Unter dem Begriff Augenschmerzen werden alle Schmerzen zusammengefasst, die das Auge und die Augenhöhle (Orbita) betreffen. Selten treten Augenschmerzen allein auf, in der Regel sind weitere Symptome wie Augenrötung, Augentränen, Sehstörungen (verschlechtertes Sehen, Auftreten von Doppelbildern) und Lichtempfindlichkeit zu beobachten.

Hinsichtlich des Schmerzcharakters von Augenschmerzen werden fünf Schmerztypen unterschieden, die bereits auf die Ursache hinweisen können:

Schmerzen bei Augenbewegungen
entstehen durch Zug auf entzündete Strukturen, zum Beispiel bei Entzündungen der Muskelscheiden der Augenmuskeln oder Entzündungen der Nervenscheiden des Sehnerven. Bewegungsschmerzen am Auge sind auch typisch bei einem grippalen Effekt oder einer Retrobulbärneuritis (Entzündung des Sehnervs).

Berührungsschmerzen der Augen
entstehen bei Entzündungen der Knochenhaut der knöchernen Augenhöhle oder des Bandapparates der Augen, zum Beispiel Entzündungen der Lederhaut des Auges (Skleritis, Episkleritis), der Tränendrüse (Dakryoadenitis) oder des Augenlids („Gerstenkorn“, Hordeolum).

Schmerzen der Augenhöhle (orbitale Schmerzen)
äußern sich als tief hinter dem Auge sitzender, konstanter Schmerz; er entsteht bei entzündlichen Erkrankungen der Augenhöhle, einer Blutung hinter dem Augapfel oder bei Krebs der Tränendrüse (Tränendrüsenkarzinom).

Schmerzen am Augapfel (Bulbusschmerz)
ist die häufigste Schmerzform am Auge. Als Auslöser kommen verschiedene Ursachen in Frage, zum Beispiel:

  • eine Reizung und Entzündung der Bindehaut (Konjunktivitis) oder Hornhaut (Keratitis) durch Infektionen oder Allergien
  • Verletzungen oder Entzündungen des Augapfels
  • Schmerz bei der Einstellung des Auges auf unterschiedliche Entfernungen (Akkommodationsschmerz) entsteht durch eine Entzündung der Regenbogenhaut (Iris) und des Ziliarkörpers (Iridozyklitis)
  • Reizung des Ziliarkörpers durch Erhöhung des Augeninnendrucks bei Glaukom (Grüner Star)
  • Fremdkörper mit Abschürfung (Erosion) der Hornhaut
  • Starke Lichteinwirkung, die zur Entzündung der Hornhaut führt (Keratitis photoelectrica, „Verblitzung“, „Schneeblindheit“), zum Beispiel bei Schweißarbeiten, Skitouren, im Solarium
  • Verätzungen des Auges durch die Einwirkung von Chemikalien, zum Beispiel Gips, Beton, saure und basische Lösungen
  • Kontaktlinsen, die zu Trockene Augen , Abschürfung (Erosion) der Hornhaut, einer Infektion oder einem Abszess führen
  • Überanstrengung der Augen bei angestrengter Naharbeit, vielem Lesen oder schlecht korrigierten Sehfehlern (zu schwache oder starke Brillengläser): müde, brennende, schmerzende Augen, Schmerzen mitunter bis in Augenhöhle und Stirn reichend, verschwommenes Sehen, Doppelbilder; tritt bevorzugt gegen Abend auf.

Schmerzen anderen Ursprungs, die in die Augenhöhle ausstrahlen:

  • Migräne 
  • Trigeminusneuralgie: äußerst schmerzhafter Reizungszustand des 5. Hirnnervs (Nervus trigeminus)
  • Erkrankungen im Sinus cavernosus, einem erweiterten Venenraum in der harten Hirnhaut an der Schädelbasis, gehen oft mit Augenmuskellähmung einher.

Diagnose

Bei Augenschmerzen ist der Augenarzt der richtige Ansprechpartner. Er fragt im Rahmen der Anamnese zunächst danach, welcher Art die Beschwerden sind, wann sie in welchem Zusammenhang zum ersten Mal auftraten und welche Vorerkrankungen bestehen.

Anschließend führt er verschiedene Untersuchungen am Auge durch, zum Beispiel Sehschärfentest, Spaltlampenmikroskopie (Untersuchung des Auges mit mehrfacher Vergrößerung), Messung des Augeninnendrucks, Bestimmung der Tränenaufreißzeit sowie Spiegelung des Auges und des Augenhintergrunds, insbesondere der Netzhaut und deren Blutgefäße (Ophthalmoskopie).

Therapie von Augenschmerzen

Welche Behandlung bei Augenschmerzen eingeleitet werden muss, hängt im Wesentlichen von der zugrunde liegenden Ursache ab. Überanstrengungen des Auges können häufig durch eine Korrektur der Brillengläser oder Kontaktlinsen gebessert werden. Bei einer Unverträglichkeit von Kontaktlinsen können diese entweder gewechselt oder durch eine Brille ersetzt werden. Auch eine Laserbehandlung oder der Einsatz künstlicher Linsen kann mitunter eine Option sein.

Ein Fremdkörper im Auge wird entfernt, chemische Substanzen werden, soweit möglich, gründlich ausgespült. Beschwerden aufgrund trockener Augen lassen sich oft mithilfe künstlicher Tränenflüssigkeit lindern. Entzündungen infolge von Infektionen können mit Antibiotika, antientzündlichen und abschwellenden Wirkstoffen (Kortison) in Form von Salben, Augentropfen oder Tabletten behandelt werden. Bei einem Glaukom (Grüner StarGrüner Star) wird der Grüner Star (Glaukom) - Früherkennung wichtigAugeninnendruck durch Medikamente gesenkt. Bei einigen Erkrankungen ist eine Operation unumgänglich, etwa bei einem Tumor.

Autor: Kathrin Sommer / Lifeline
Letzte Aktualisierung: 22. November 2011
Quellen: Bochmann, F. & Schipper, I.: Das schmerzhafte Auge. In: Schweizerisches Medizin-Forum 37, (2001), S. 917-922

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