Anatomie & Funktion
Folgen von nicht behandeltem Sodbrennen
Speiseröhrenkrebs - durch rechtzeitige Therapie vermeidbar
Tritt das Sodbrennen regelmäßig auf, sollte der Arzt aufgesucht werden. Besteht bereits eine chronische Speiseröhrenentzündung, entwickelt jeder zehnte Betroffene Speiseröhrenkrebs, eine Krebsart, die als schwer heilbar gilt. Durch frühzeitige Behandlung des Sodbrennens kann die Entstehung eines Tumors verhindert werden.
Gefährlich sind die Folgen der Refluxkrankheit, die eine Entzündung der Speiseröhre, die so genannte Refluxösophagitis mit Blutungen und entzündlichen Geschwüren nach sich ziehen kann. Als längerfristige Folgen einer chronischen Speiseröhrenentzündung können narbige Einengungen der Speiseröhre und nicht mehr rückgängig zu machende Umwandlungen der Speiseröhrenschleimhaut in Magenschleimhaut entstehen. Bei etwa zehn Prozent der Betroffenen mit einer Speiseröhrenentzündung kann es zu diesen charakteristischen strukturellen Veränderungen der Schleimhaut im unteren Teil der Speiseröhre kommen, diese nennt man Barrett-Ösophagus. Davon entwickeln etwa 10 Prozent ein Karzinom, einen aggressiven und schnell voranschreitenden Tumor der Speiseröhre.
Der Rückfluss der Magensäure schädigt die Schleimhaut
Kann man von häufigem Sodbrennen auch Krebs bekommen? Leider muss man diese Frage bejahen. Die Magensäure, die in die Speiseröhre zurückfließt, schädigt dort die Schleimhaut und sie entzündet sich. Geschieht das über mehrere Jahre, kann sich die Schleimhaut verändern und ein sogenannter Barrett-Ösophagus entsteht. Wie lange es dauert, bis sich bei einer Speiseröhrenentzündung die Schleimhaut so verändert, dass die Veränderungen nicht mehr rückgängig zu machen sind, ist bisher nicht genau bekannt. Daraus kann sich bei einem Teil der Patienten Speiseröhrenkrebs entwickeln. Die Schleimhautveränderungen, wie Geschwüre oder narbige Verengungen, gelten als Vorstufe zum Krebs.
Männer leiden acht mal häufiger an Speiseröhrenkrebs als Frauen
Speiseröhrenkrebs ist der Krebs mit der höchsten Zuwachsrate: 31 Prozent Zunahme seit 1975, so das Robert Koch Institut. Magenkrebs nahm in demselben Zeitraum um 61 Prozent ab.
Männer sind acht mal häufiger betroffen als Frauen.
Schlechte Prognose für Betroffene: Nach fünf Jahren leben nur noch 7 bis 22 Prozent der Krebspatienten, was vom Krebsstadium zum Zeitpunkt der Diagnosestellung abhängig ist. Auch hier heißt es wie bei allen Krebsformen: Je frühzeitiger der Krebs erkannt wird, um so mehr kann geholfen werden. Gefördert wird das Krebsrisiko durch täglichen Alkoholkonsum um den Faktor 18. Kommen Zigaretten hinzu, steigt das Risiko auf den Faktor 44.
Eine Magenspiegelung dauert zehn Minuten
Ehe es aber dazu kommt, lässt eine relativ einfache Untersuchung den Arzt die genauen Ursachen erkennen: Die Magenspiegelung. Im ersten Moment ein unangenehmer Gedanke, einen Schlauch zu schlucken, aber nach 10 Minuten ist die Spiegelung vorbei und der Arzt hat sich ein Bild gemacht. Mit regelmäßigen endoskopischen Kontrolluntersuchungen lassen sich bei 90 Prozent der Patienten mit Barrett-Ösophagus entartete Flächen in der Speiseröhrenschleimhaut erkennen.
Chronisches Sodbrennen kann also zu ernsten Folgen führen. Es sollte ernst genommen werden.
Suchen Sie deshalb einen Arzt auf, wenn das Sodbrennen länger als ein paar Tage anhält. Probieren Sie aus, ob sich ein Zusammenhang zwischen Ihrer Ernährung beziehungsweise Ihrer Lebensweise (Stress) und dem Sodbrennen herstellen lässt. Berichten Sie davon Ihrem Arzt.





