Junge Frau wird beim Zahnarzt behandelt.

Folgeerkrankungen

Sodbrennen schlecht für Mund und Zähne

Neben den nachhaltigen Problemen, die Sodbrennen verursachen kann, treten diese schädlichen Einflüsse oft in den Hintergrund: Der saure Magensaft setzt der Mundhöhle und den Zähnen gehörig zu. Folgen können Karies und Fehlstellungen sein. Sodbrennen-Patienten sollten gezielt vorbeugen, um Schäden am Zahnschmelz, Reizungen des Zahnfleisches und Mundgeruch zu verhindern.

Normalerweise herrscht in der Mundhöhle ein neutraler pH-Wert von 7. Sinkt der pH-Wert durch eine Übersäuerung des Speichels dauerhaft, kann das Zahnfleisch gereizt und mit leichten Entzündungen reagieren. Am schlimmsten jedoch wirkt sich das saure Milieu auf den Zahnschmelz aus. Aus der Schmelzschicht werden zunehmend Mineralien "ausgewaschen" (Erosion). Der Zahnschmelz kann mechanischen Einflüssen nicht mehr richtig standhalten und wird beim Essen oder Putzen stetig stärker abgenutzt. Die Erosion des Zahnschmelzes schreitet immer dann fort, wenn der pH-Wert in der Mundhöhle unter 5,5 fällt. Da die Magensäure, die beim Sodbrennen zurückfließt, einen pH-Wert von 2,0 hat, begünstigt der Reflux das Auswaschen des Zahnschmelzes. Wissenschaftler der University of Alabama haben bereits vor Jahren nachgewiesen, dass 83% ihrer Patienten mit stark beschädigten Zähnen meist auch unter Sodbrennen litten.

Schäden am Zahnschmelz sind irreversibel

Die Langzeitfolgen von Erosionen können gravierend sein: Karies, Zahnwanderungen, Fehlstellungen und das Absenken des Bisses. Das Schlimme an den Schmelzschäden aber ist: Sie sind irreversibel. Der abgetragene Zahnschmelz ist für immer verloren. Vor einer weiteren Zerstörung kann der Zahn oft nur durch eine Überkronung geschützt werden.

Um Folgeschäden zu verhindern, sollten Sodbrennen-Patienten auf ihre Mundpflege besonders achten:

  • Regelmäßig fluoridhaltige und säurebindende Mundspüllösungen benutzen.

  • Einmal in der Woche ein Fluorid-Gel auftragen.
  • Keine aufhellenden Zahnpasten verwenden. Sie greifen den Schmelz zusätzlich an.
  • Säurehaltige Lebensmittel meiden, wie Fruchtsäfte, Cola, kohlensäurehaltige und alkoholische Getränke, Obst und Vitamin-C-Tabletten. Nach ihrem Genuss nicht sofort die Zähne putzen, da der Schmelz dann besonders angreifbar ist.
  • Regelmäßig medizinische Kaugummis essen, die zur Regulierung des pH-Wertes beitragen, und den Mund häufig mit Wasser ausspülen.
  • Viele neutralisierende Nahrungsmitteln zu sich nehmen, wie Getränke mit hohem Kalziumgehalt, z.B. Milch.
  • Säurehaltiges Essen mit Getränken neutralisieren, z.B. Obst mit Milch.
  • Regelmäßig mit starkem, lauwarmem Kamillentee gurgeln, um Zahnfleischreizungen vorzubeugen.

Tipps gegen Mundgeruch

Viele Reflux-Patienten leiden unter Mundgeruch. Ihm mit Mundwasser und Gurgellösungen zu begegnen, hilft wenig. Im Gegenteil. Diese Mittel schädigen auf Dauer das bakterielle Gleichgewicht der Mundhöhle. Effektiv ist es letztlich nur, die Ursache - also das Sodbrennen - zu bekämpfen. Dennoch können einige Verhaltensregeln Besserung bringen:

  • Sehr gute Mundhygiene, die das Säubern der Zahnzwischenräume mit Zahnseide einschließt.
  • Täglich die Zunge mit der Zahnbürste oder einer speziellen Zungenbürste aus der Apotheke reinigen.
  • Dinge meiden, die Mundgeruch begünstigen, z.B. einen trockenen Mund, durch den Mund atmen, eine verschleimte Nase, Rauchen, Schnarchen und Stress.


Autor: Springer Medizin
Stand: Feb 6, 2008


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