Kehlkopfkrebs
(Larynxkarzinom)
Kehlkopfkrebs, in der Fachsprache als Larynxkarzinom bezeichnet, entwickelt sich fast ausschließlich aus der obersten Zellschicht des Kehlkopfinneren, dem sogenannten Plattenepithel.
Die bösartigen Tumoren werden deshalb auch als Plattenepithelkarzinome bezeichnet. Äußerst selten sind hingegen sogenannte kleinzellige Larynxkarzinome.
Klassifizierung nach dem Aussehen
Nach dem mikroskopischen Aussehen des Kehlkopfkrebses (Larynxkarzinom) werden folgende Plattenepithelkarzinome des Kehlkopfes unterschieden:
- Plattenepithelkarzinom: geschwürig nach innen wachsend, 98 Prozent aller Fälle;
- Verruköses Karzinom: warzenförmig nach außen wachsend, 1,5 Prozent aller Fälle, langsames Wachstum und gute Prognose;
- Spindelzelliges Plattenepithelkarzinom: spindelförmige Zellen, 0,5 Prozent aller Fälle; schnelles Wachstum und schlechte Prognose.
Klassifizierung nach der Lage (Lokalisationstypen)
Plattenepithelkarzinome des Kehlkopfes werden zudem nach der Lage des Tumors unterschieden. Sie hat Einfluss auf die Ausbreitung in die Lymphknoten und daraus resultierend den Krankheitsverlauf.
- Glottiskarzinom (Stimmbandkarzinom): Glottiskarzinome betreffen unmittelbar die Stimmlippen der Stimmbänder und verursachen deshalb schon früh Heiserkeit. Aus diesem Grund können sie oftmals noch in einem frühen Stadium entdeckt und behandelt werden.
- Supraglottiskarzinom: Diese Tumoren wachsen oberhalb der Stimmbänder und greifen erst später auf die Stimmbänder über. Symptome wie Heiserkeit treten deshalb später auf, sodass zum Zeitpunkt der Diagnose oft schon Lymphknoten beteiligt sind.
- Subglottiskarzinom: Auch bei den unterhalb der Stimmbänder (bis ein Zentimeter unterhalb der Stimmlippen) entstehenden Tumoren kommt es erst spät zu entsprechenden Symptomen.
Krankheitsstadien
Die Stadieneinteilung von Kehlkopfkrebs erfolgt mithilfe der sogenannten TNM-Klassifikation nach Größe und Ausbreitungsgrad des Tumors: T = Tumor, N = Befall von organnahen Lymphknoten (Nodi lymphatici), M = Metastasen (Tochtergeschwülste) in anderen Organen. Sie unterscheidet sich bei den drei Lokalisationstypen von Kehlkopfkrebs (Larynxkarzinom, Plattenepithelkarzinom):
Glottiskarzinom
Klassifikation Merkmale
| T1 | T1a | Tumor auf eine Stimmlippe begrenzt; Stimmlippen sind noch normal beweglich |
| T1b | Tumorbefall beider Stimmlippen; Stimmlippen sind noch normal beweglich | |
| T2 | Tumor breitet sich auf den Bereich oberhalb (Supraglottis) und/oder unterhalb (Subglottis) der Stimmlippen aus und/oder Beweglichkeit der Stimmlippen ist eingeschränkt | |
| T3 | Tumor auf den Kehlkopf begrenzt, hat sich aber innerhalb des Kehlkopfes stark ausgebreitet; Stimmlippen sind nicht mehr beweglich | |
| T4 | T4a | Tumor hat den Schildknorpel des Kehlkopfes durchbrochen und/oder breitet sich außerhalb des Kehlkopfes aus, zum Beispiel in die Luftröhre, die Weichteile des Halses (inklusive der äußeren Muskulatur der Zunge), die Halsmuskeln, die Schilddrüse, die Speiseröhre |
| T4b | Tumor befällt den Raum vor der Wirbelsäule oder das Mediastinum (Gewebsraum in der Brusthöhle) oder umschließt die innere Halsschlagader | |
Supraglottiskarzinom
Klassifikation Merkmale
| T1 | Tumor auf einen Unterbezirk der Supraglottis begrenzt; normale Beweglichkeit der Stimmlippen | |
| T2 | Tumor hat die Schleimhaut von mehr als einem benachbarten Unterbezirk der Supraglottis oder Glottis oder einen Bereich außerhalb der Supraglottis (zum Beispiel Zungengrund) befallen | |
| T3 | Tumor auf den Kehlkopf begrenzt; Stimmlippen sind nicht mehr beweglich und/oder Tumor hat sich innerhalb des Kehlkopfes stark ausgebreitet | |
| T4 | T4a | Tumor hat den Schildknorpel des Kehlkopfes durchbrochen und/oder breitet sich außerhalb des Kehlkopfes aus, zum Beispiel in die Luftröhre, die Weichteile des Halses (inklusive der äußeren Muskulatur der Zunge), die Halsmuskeln, die Schilddrüse, die Speiseröhre |
| T4b | Tumor befällt den Raum vor der Wirbelsäule oder das Mediastinum (Gewebsraum in der Brusthöhle) oder umschließt die innere Halsschlagader | |
Subglottiskarzinom
Klassifikation Merkmale
| T1 | Tumor auf die Subglottis begrenzt | |
| T2 | Tumor breitet sich auf eine oder beide Stimmlippen aus, diese sind normal oder eingeschränkt beweglich | |
| T3 | Tumor auf den Kehlkopf begrenzt; Stimmlippen sind nicht mehr beweglich | |
| T4 | T4a | Tumor hat den Schildknorpel des Kehlkopfes durchbrochen und/oder breitet sich außerhalb des Kehlkopfes aus, zum Beispiel in die Luftröhre, die Weichteile des Halses (inklusive der äußeren Muskulatur der Zunge), die Halsmuskeln, die Schilddrüse, die Speiseröhre |
| T4b | Tumor befällt den Raum vor der Wirbelsäule oder das Mediastinum (Gewebsraum in der Brusthöhle) oder umschließt die innere Halsschlagader | |
Die N- und M-Klassifikation gelten für alle Kehlkopftumore gleichermaßen.
N-Klassifikation
Klassifikation Merkmale
| NX | Regionäre Lymphknoten können nicht beurteilt werden | |
| N0 | Kein Lymphknotenbefall | |
| N1 | Befall eines einzelnen regionären, auf der gleichen Seite gelegenen Lymphknotens; Größe ≤ 3cm | |
| N2 | N2a | Befall eines einzelnen regionären, auf der gleichen Seite gelegenen Lymphknotens; Größe ≤ 3cm und ≥ 6cm |
| N2b | Befall mehrerer, auf der gleichen Seite gelegener Lymphknoten; Größe ≤ 6cm | |
| N2c | Befall mehrerer, auf der gleichen und anderen Seite gelegener Lymphknoten; Größe ≤ 6cm | |
| N3 | Lymphknotenmetastasen; Größe > 6cm | |
M-Klassifikation
Klassifikation Merkmale
| MX | Fernmetastasen können nicht beurteilt werden |
| M0 | Keine Fernmetastasen |
| M1 | Fernmetastasen |
Häufigkeit von Kehlkopfkrebs (Larynxkarzinom, Plattenepithelkarzinom)
Knapp ein Drittel aller bösartigen Tumoren im Kopf-Halsbereich betreffen den Kehlkopf. Pro Jahr gibt es in Deutschland rund 4.000 neue Fälle an Kehlkopfkrebs bei Männern und etwa 500 neue Fälle bei Frauen. Im Laufe des Lebens erkrankt in Deutschland derzeit einer von 150 Männern, aber nur eine von 1.200 Frauen. Das mittlere Erkrankungsalter beträgt bei Frauen und Männern etwa 64 Jahre.
Gesundheit und Medizin
Blasenschwäche
Je nach auf Art, Ausmaß und Entstehung der Blasenschwäche unterscheiden Mediziner unterschiedliche... mehr...
Sorbitintoleranz
Die Verwertung von Sorbit im Dünndarm ist bei Menschen mit Sorbitintoleranz gestört. Demzufolge... mehr...
Heuschnupfen
Heuschnupfen (Rhinitis allergica) ist eine allergische Erkrankung der oberen Atemwege, deren... mehr...





