Erkrankungen des Enddarms

Analfissur

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Blut auf dem Toilettenpapier kommt mitunter durch eine Fissur im Analbereich.
Getty Images/iStockphoto

Eine Analfissur bezeichnet einen länglichen Riss in der Analhaut, die den Analkanal von innen auskleidet. Charakteristische Beschwerden sind stechende Schmerzen beim Stuhlgang, Juckreiz, Brennen und Blut im Stuhl sowie Verstopfung.

Eine Analfissur – auch als Afterriss bezeichnet – entsteht fast immer an der Hinterseite des Analkanals in Richtung des Steißbeins und verläuft in der Regel strahlenförmig. Unter Umständen kann sich die entstehende Wunde durch eindringende Keime entzünden, was die Heilung deutlich hinauszögert. Die Analfissur zählt zu den häufigen Erkrankungen des Enddarms, die je nach Art, Ausmaß und Dauer der Erkrankung einen akuten oder chronischen Verlauf nehmen kann.

Symptome einer Analfissur: Stechende Schmerzen

Die typischen stechenden Schmerzen beim Stuhlgang führen dazu, dass Betroffene den Stuhl aus Angst vor den Beschwerden zurückhalten. Dieses Vermeidungsverhalten führt zu einem Teufelskreis, durch den sich die Schmerzen verstärken: Der Stuhl dickt weiter ein, wird härter und macht den Stuhlgang noch schmerzhafter als zuvor. Zudem verkrampft sich der Schließmuskel, was die Durchblutung verringert und damit den Heilungsprozess verzögert. Die Anspannung des Schließmuskels kann zudem weitere Risse hervorrufen.

Nicht erst bei Blut im Stuhl zum Arzt!

Aus Scham suchen die meisten Betroffenen den Arzt bei einer Analfissur erst dann auf, wenn bereits ein erheblicher Leidensdruck in Folge der starken Schmerzen sowie der Blutungen im Analbereich besteht. Bis dahin versuchen sie, die Symptome mit verschiedenen Hausmitteln, Salben oder Cremes selbst zu behandeln. Dieses Vorgehen kann den Heilungsverlauf deutlich verzögern, da sich die Wunde leicht durch eindringende Keime entzündet. Das erhöhte Infektionsrisiko geht vor allem auf die hohe Erreger-Dichte im Analbereich zurück.

Eine Analfissur kann grundsätzlich in jedem Lebensalter auftreten, bei Kindern ebenso wie bei Erwachsenen mittleren Alters oder bei älteren Menschen. Zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr entwickelt sich die Erkrankung jedoch besonders häufig.

Autor: Thomas Kresser / medproduction
Letzte Aktualisierung: 11. Juli 2014
Quellen: Online-Informationen der Klinik und Poliklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Gefäß- und Kinderchirurgie an der Universitätsklinik Würzburg: http://www.zom-wuerzburg.de (Abrufdatum: 07. Juli 2014) Online-Informationen des Berufsverbands der Coloproktologen: www.coloproktologen.de. (Abrufdatum: 07. Juli 2014) Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. 265. Auflage, Berlin 2013 Herold, G.: Innere Medizin 2014. Selbstverlag, Köln 2014 Hirner, A., Weise, K.: Chirurgie. Thieme, Stuttgart 2008

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