Tabuthema Peniskarzinom

Peniskrebs: Ein bundesweites Register soll Hilfe verbessern

Peniskrebs ist eine seltene Erkrankung. Mangelnde Aufklärung und schamhaftes Verschweigen führen dazu, dass viele Betroffene erst sehr spät den Weg zum Arzt finden. Ein bundesweites Register für Peniskarzinom-Fälle soll nun Abhilfe schaffen und Erkenntnisse aus der Forschung bündeln.

mann_krank_verzweifelt108857cor.jpg
Damit Männer sich über ein Peniskarzinom informieren können, gibt es das bundesweite Register.
(c) George Doyle/Getty Images

Die geringen Fallzahlen der Erkrankung - etwa 600 Betroffene pro Jahr - führen zu einem Mangel an Aufmerksamkeit in Bevölkerung und medizinischen Fachkreisen. Nicht nur, dass man(n) ungern öffentlich darüber spricht, es fehlt auch an standardisierten Behandlungsverfahren und Therapiestudien.

Aus diesem Grund hat die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) jetzt ein bundesweites Peniskarzinomregister gestartet, das für mehr Aufklärung, fundierte Forschung und Therapiefortschritte sorgen soll.

Es gibt Risikofaktoren

Über Forschungsaspekte hinaus liegt den Initiatoren des Forums vor allem an Aufklärung, Information und Vorsorge. Denn auch wenn die Entstehungsmechanismen der Erkrankung nicht abschließend geklärt sind, gibt es bekannte und vermeidbare Risikofaktoren, von denen aber die wenigsten wissen.

So ist Peniskrebs beispielsweise bei Männern mit Vorhautverengung (Phimose) oder Genitalwarzen sowie bei Trägern des sexuell übertragbaren Humanen Papilloma Virus (HPV) häufiger zu finden. Auch Tabakkonsum und ultraviolette Strahlung (UV-Licht) erhöhen das Risiko für eine Erkrankung.

Dementsprechend können schon einige einfache Verhaltensmaßnahmen der Entstehung von Peniskrebs vorbeugen: die Einhaltung einer guten Genitalhygiene und bei ausgeprägten Vorhautverengungen evtl. auch eine Beschneidung. Für Jungen wird eine Impfung gegen HPV diskutiert, zum gegenwärtigen Zeitpunkt aber nicht empfohlen. Außerdem sollten Männer Symptome wie Hautveränderungen, Verhärtungen oder Schwellungen an Eichel oder Vorhaut, Ausfluss oder Blutungen aus dem Penis ernst nehmen und die gesetzlichen Krebsfrüherkennungsuntersuchungen beim Urologen regelmäßig wahrnehmen.

Ziel ist es, neue Therapien zu entwickeln

In dem Register können sich Betroffene und Mediziner gleichermaßen austauschen und informieren. Ziel der Plattform und ihrer Initiatoren ist es, über die gesammelten Daten zu Diagnostik, Therapie und Krankheitsverlauf von möglichst vielen Patienten, Rückschlüsse auf die Wirksamkeit verschiedener Behandlungsansätze zu ziehen und neue Therapien zu entwickeln.

Grundvoraussetzung für das Gelingen dieses ambitionierten Vorhabens, so DGU Generalsekretär Prof. Dr. Oliver Hakenberg, sei das Engagement der behandelnden urologischen Fachärzte: An ihnen hänge die möglichst vollständige und korrekte Dokumentation aller notwendigen Informationen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 08. Februar 2012
Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. vom 21.12.2011: Peniskrebs: Karzinomregister soll Forschung und Therapie verbessern.

Reden Sie mit!

Sie möchten Informationen zu bestimmten Krankheitssymptomen oder wollen medizinischen Rat? Hier können Sie Ihre Fragen an unsere Experten oder andere Lifeline-Nutzer stellen!

Meistgeklickt zum Thema
Die verblüffendsten Fakten über Sperma
Männergesundheit

Sex ist gut für die Spermien, rauchen nicht: verblüffende Fakten über Samen und Ejakulat mehr...

Pilz am Penis
Pilzinfektionen im Genitalbereich

Auch wenn Frauen zehn Mal häufiger von einer Pilzinfektion im Genitalbereich betroffen sind, ganz gefeit sind Männer nicht vorm Pilz am Penis. Tritt die Pilzinfektion immer wieder auf, raten Ärzte zum Entfernen... mehr...

Jelqing und Co.: Alles, was den Penis länger macht
Männergesundheit

Warum Abnehmen den Penis verlängert und weitere Maßnahmen - von simpel bis hochmedizinisch mehr...

Fragen Sie unsere Experten!

Kostenlos. 24 Stunden täglich. Unsere Gesundheitsexperten beantworten Ihre Fragen.

mehr lesen...
Stichwortsuche in den Fragen und Antworten unserer Community

Durchstöbern Sie anhand der für Sie interessanten Begriffe die Beiträge und Foren in der Lifeline-Community.

Newsletter-Leser wissen mehr

Der kostenlose Gesundheits-Newsletter

Hier bestellen...

Zum Seitenanfang