Homöopathie für den Kreislauf

Digitalis – Fingerhut fürs Herz

Der Rote Fingerhut ist hochgiftig, entfaltet aber gleichzeitig herzstärkende und blutdrucksenkende Wirkung. In der Homöopathie wird die Pflanze auch bei Depressionen, Angstzuständen und Leberleiden eingesetzt.

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Der Rote Fingerhut: In den Blättern der Giftpflanze stecken herzstärkende Substanzen.
© iStock.com/destillat

Roter Fingerhut sollte eigentlich pinker Fingerhut heißen: Die Blüten leuchten in einem grellen Rosa und können auch violett schimmern. In einem Wiesenblumenstrauß hat die Pflanze aber nichts verloren: Blätter, Stängel und Blüten sind hochgiftig und können bereits bei Berührung Hautausschläge und Übelkeit auslösen. Das Verspeisen rauer Mengen ist sogar tödlich.

Heimisch ist die Giftpflanze, botanisch Digitalis purpurea, die manche auch unter dem Namen Fuchskraut, Waldschelle oder Waldglöckchen kennen, an Wegrändern und in Waldlichtungen Mitteleuropas. Dort zeigt sie ihre schönen fingerhutförmigen Blüten von Juni bis August. Durch ihr Verschleppen findet man den Roten Fingerhut heute aber auch auf anderen Kontinenten wie Südamerika.

Heilpflanze in Fertigarznei

Als Arznei- und Heilpflanze machen sich Mediziner den Fingerhut bereits seit Jahrhunderten zunutze. Offiziell eingeführt wurde die Pflanze Ende des 18. Jahrhunderts vom englischen Arzt William Withering, der die harn- und wassertreibende Wirkung des Fingerhuts im Rahmen der Behandlung von Ödemen erstmals publizierte.

Es sind gerade die giftigen herzwirksamen Glykoside, die den Fingerhut heute hauptsächlich als Mittel gegen Krankheiten wie Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen sowie erhöhten Blutdruck für die Medizin interessant machen. Die Digitalisglykoside blockieren die Natrium-Kalium-Pumpe am Herzen, welche die beiden Mineralstoffe in den Zellen austauscht. Folge ist ein langsamer, aber kräftiger Herzschlag. Außerdem steigern die Substanzen im Fingerhut die Kontraktionskraft des Herzmuskels.

Homöopathie: Wichtige Mittel und ihre Wirkung

Inhaltsstoffe des Fingerhuts zeigen nicht nur herzwirksame Effekte, sondern ähneln in ihrem Aufbau Vitamin D und Geschlechtshormonen. Daher gibt es Patienten, die von sexueller Übererregung durch die Behandlung erzählen.

Wegen der hohen Vergiftungsgefahr werden die Naturstoffe aus dem Fingerhut heute ausschließlich in Form von Fertigarzneimitteln verabreicht und nicht als Tee oder anderen von Apothekern hergestellten Präparaten.

Typische Potenzen und Dosierung von Rotem Fingerhut

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    Was sind Potenzen und Leitsymptome? Auf welchen Prinzipien homöopathische Mittel basieren und wie sie funktionieren

Homöopathisch ausgebildete Ärzte und Heilpraktiker empfehlen Digitalis purpurea als homöopathisches Fertigarzneimittel ab dem Verdünnungsgrad D4. Zur Selbstbehandlung eignen sich alkoholhaltige Tropfen (Dilutionen), Globuli oder Tabletten in den Potenzen D6 bis D12. Dabei sind alle Präparate apotheken- und bis einschließlich D3 verschreibungspflichtig.

Die Dosierung beträgt je nach Befund etwa fünf Kügelchen dreimal am Tag, fünf bis 20 Tropfen dreimal täglich oder eine Tablette am Tag.

Fünf homöopathische Sofort-Helfer bei akuten Beschwerden

Lifeline/Wochit

Leitsymptome für die Anwendung

Kennzeichnend für Digitalis-Patienten sind folgende Beschwerden:

  • schwacher und langsamer Puls
  • langsamer, teilweise unregelmäßiger Herzschlag
  • Herzschwäche
  • Gefühl, als ob das Herz stehen bleiben würde
  • Übelkeit und Erbrechen
  • nicht enden wollendes Erbrechen in der Schwangerschaft
  • Druck- und Krampfgefühl im linken Oberbauch
  • ständiger Urindrang; kann man auf die Toilette gehen, kommt nur wenig Urin, der dunkel und trüb aussieht
  • Brennen beim Wasserlassen
  • Blasenhalsreizung
  • Prostatahypertrophie
  • Fallträume
  • unruhiger Schlaf mit häufigem Erwachen durch Angst und Furcht zu versterben
  • es fällt schwer, links oder rechts zu liegen; flach auf dem Rücken empfindet man als die beste Position
  • kalte Glieder
  • Leberleiden und -schwellung bei Herzleiden
  • Ödeme
  • stechende Schmerzen in der Nierengegend

Die Beschwerden verschlechtern sich:

Die Beschwerden verbessern sich durch:

  • fasten und wenig essen
  • kühle Luft
  • Ruhe
  • flaches Liegen auf dem Rücken

Anwendungsgebiete von Digitalis purpurea

In der Homöopathie verwendet man wie bei Pflanzenarzneien (Phytopharmaka) die Blätter der Pflanze. Die Einzel- und Komplexmittel mit Rotem Fingerhut enthalten allerdings nur kleinste Spuren der Inhaltsstoffe, weshalb sie richtig angewendet unbedenklich sind.

Die herzwirksamen Glykoside des Fingerhuts machen die Pflanze auch in der Homöopathie in erster Linie zum Herzmittel bei leichten Beschwerden.

Anwendungsgebiete von Rotem Fingerhut in der Homöopathie:

  • Herzschwäche
  • Bradykardie (Herzschlagfrequenz unter 60 Schlägen pro Minute)
  • Herzblock (gestörte Reizweiterleitung am Herzen)
  • Migräne
  • Prostatahypertrophie (vergrößerte Prostata)
  • Schlaflosigkeit
  • Unruhe
  • Angstzustände
  • Depressionen
  • hormonelle Störungen

Homöopathische Mittel mit vergleichbaren Leitsymptomen:

  • Lachesis (Buschmeister; Schlange)
  • Cactus grandiflorus (Königin der Nacht)
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