Gefahr im Alltag

Krank vom Klo: Öffentliche Toiletten im Test

Nur der Nase folgen muss mitunter, wer nach dem stillen Örtchen in Gaststätten oder öffentlichen Gebäuden sucht. In der Heimatstadt lässt sich der Gang auf öffentliche Toiletten ja meist vermeiden. Auf Reisen ist es schon schwieriger. Dabei finden sich schon auf den Klobrillen und Türgriffen vieler Raststätten massenhaft Bakterien und Keime.

Toilette_getty_Pilzinfektionen lauern
Öffentliche Toiletten sind oft ein Tummelplatz für Viren und Keime.
(c) Getty Images/iStockphoto

95 europäische Raststätten hat der ADAC im vergangenen Jahr genauer unter die Lupe genommen. Dabei zeigte jede zweite Laborprobe von Toilettensitzen, Türgriffen und Baby-Wickeltischen eine Besiedelung mit Keimen und Bakterien, die als Gefährdung für die Gesundheit gilt. Noch schlimmer ist es um Sanitäranlagen in öffentlichen Schwimmbädern bestellt, wie Forscher der Fachhochschule Gießen-Friedberg herausfanden. Studien haben ergeben, dass bei jeder Toilettenspülung etwa 25.000 Viren und 600.000 Bakterien in winzigen Wassertröpfchen durch die Luft geschleudert werden. Diese landen im Umkreis von zwei Metern auf dem Boden und vermehren sich dort bestens.

Einem gesunden Menschen können diese Erreger in der Regel nicht viel anhaben. Ist das Immunsystem indes geschwächt oder gelangen die Keime durch kleine Verletzungen in den Körper, kann es zu Infektionen kommen. Besonders gefährdet sind Kinder und ältere Menschen.

Um so beunruhigender ist die Tatsache, dass es viele Menschen mit der Sauberkeit offenbar nicht so genau nehmen. 31% der Männer und 17% der Frauen waschen sich nach dem Besuch der Toilette nicht die Hände, hat die britische Food and Drink Federation durch eine Befragung von rund 2.000 Briten herausgefunden. Dabei ist die Zahl der Bakterien auf der Handfläche nach dem Besuch des stillen Örtchens doppelt so hoch wie vorher.

Was sich auf der Brille tummelt

Wer in Sachen Hygiene so nachlässig ist und dann auch noch Lebensmittel anfasst, läuft Gefahr, sich Darminfektionen, wie Typhus, Cholera, Salmonellen, Enteritis oder Darmgrippe zu holen. In seltenen Fällen kann es auch zu Hepatitis A, Wurmerkrankungen, Chlamydien und Geschlechtskrankheiten kommen.

Auf den Toiletten drohen aber auch Pilzinfektionen, die hauptsächliche Fuß- und Fingernägel sowie die Haut befallen. Beunruhigend ist die Auswertung von 9.000 Patientenakten, die zeigt, dass bei Nagelmykosen im Durchschnitt über vier Jahre vergehen, bis der Patient sich in ärztliche Behandlung begibt. Viel Zeit, um die Krankheit weiterzuverbreiten.

Toilettenbesucher, die ein paar einfache Regeln einhalten, können sich jedoch vor all diesen Erregern schützen:

  • Sitze, Spülknopf, Toilettendeckel nur mit einem Papiertuch anfassen.
  • Niemals auf die Klobrille setzen und wenn, dann nur mit Papierunterlage.
  • Die Tür, soweit möglich, mit dem Fuß aufschieben. Muss die Klinke angefasst werden, dann auch hier nur mit Papiertuch.
  • Die Hände anschließend mit Seife und möglichst warmem Wasser waschen.
  • Zum Abtrocknen Papiertücher benutzen, keinesfalls Stoffhandtücher. Denn sie bieten den Keimen und Bakterien einen idealen Aufenthaltsort.
  • Auf Campingplätzen oder in Schwimmbädern nicht barfuß auf das stille Örtchen gehen.
  • Für das Wickeln kleiner Kinder zuvor Papier oder ein Handtuch auf der Wickelunterlage ausbreiten.

Viele Keime sterben ohne Feuchtigkeit

Zur Panik vor Keimen sehen Experten, wie Dr. Andreas Sammann, Leiter der Abteilung für Hygiene und wissenschaftlicher Direktor des staatlichen Hygiene Instituts in Hamburg, jedoch trotz allem keinen Grund, da viele Erreger absterben, sobald sie trocken werden.

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Letzte Aktualisierung: 14. Oktober 2013

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