Schutz vor Zeckenstich

FSME: Was tun, wenn die Zecke bereits gestochen hat?

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Zeckenstiche übertragen FSME.

Alles Wissenwerte zu FSME und einem Zeckenstich finden Sie hier. Wie schütze ich mich als Ungeimpfter vor Zecken? Wenn ich einen Zeckenstich bemerke, was soll ich dann tun?

Wie schütze ich mich als Ungeimpfter vor Zecken?

Vornehmlich durch die richtige Kleidung: hell und geschlossen – vor allem am Knöchel, möglichst keine nackte Haut im unteren Körperbereich. Zecken werden bekanntlich vom Gebüsch abgestreift, fallen nicht von Bäumen. Nicht nur am Abend, auch zwischendurch sollte der Körper nach Zecken abgesucht werden, da eine Übertragung der FSME-Viren schon früh nach dem Stich erfolgen kann. Repellents können zum Zeckenschutz beitragen. Wichtig ist auch, bei dieser Gelegenheit darauf hinzuweisen: Die FSME-Impfung ist keine "Zecken-Impfung". Auch mit einer Impfung sind diese Schutzmaßnahmen anzuraten. Denn sie schützen auch vor einer Borreliose. Das Risiko einer Infektion mit Borrelien nach einem Zeckenstich ist weit höher als das mit FSME-Viren.

Wenn ich einen Zeckenstich bemerke, was soll ich dann tun?

Sowohl die Einstichstelle als auch der ganze Körper müssen beobachtet werden. Treten innerhalb von ein bis zwei Wochen nach dem Zeckenstich unspezifische Symptome wie bei einer Erkältung auf – auch Fieber und Kopfschmerzen – sollte ein Arzt aufgesucht werden. Vorsichtig ist auch geboten, wenn es Veränderungen an der Einstichstelle gibt. Entsteht dort nach Tagen bis Wochen ein roter Kreis, der sich nach außen hin ausdehnt, heißt es: sofort zum Arzt! Denn dieses Erythema migrans ist das Zeichen einer Borreliose. Dann sind dringend Antibiotika nötig.

Wie wird eine Zecke entfernt?

Das geht am besten mit einer Pinzette oder speziellen Zeckenzange. Dabei wird das Spinnentier vorsichtig herausgerüttelt oder -gedreht (die Richtung ist egal!) Auf keinen Fall darf die Zecke mit Öl, Klebemittel oder anderem bedeckt werden. Denn das führt dazu, dass die Zecke erbricht: ein hohes Risiko für eine Übertragung von Borrelien.

Wie hoch ist das Risiko, sich bei einem Zeckenstich mit FSME zu infizieren?

Es gibt bisher keine Daten dazu, wie viele Zecken wie viele Menschen stechen müssen, damit es zu einer Infektion kommt. Die FSME ist und bleibt eine seltene Erkrankung, die aber im Einzelfall schwerwiegende Folgen haben kann. Davor soll die Impfung schützen.

Woher weiß ich, ob ich in einem Endemiegebiet wohne oder dorthin fahre?

Eine Karte mit allen 129 Kreisen, die das Robert-Koch-Institut als Risikogebiete deklariert hat, gibt es im Internet: www.rki.de – unter Infektionskrankheiten von A bis Z, dann weiter bei FSME. Dort gibt es eine aktuelle Karte der FSME-Risikogebiete. Die liegen vornehmlich in Bayern und Baden-Württemberg.

Wodurch wird ein Gebiet zu einem FSME-Risikogebiet?

Als Risikogebiet gelten Kreise, in denen die FSME-Erkrankungszahlen erhöht sind. Aufgrund der zunehmenden FSME-Meldungen der letzten Jahre auch aus Kreisen, die an Risikogebiete grenzen, wurden dieses Jahr 33 Stadt- und Landkreise neu als Risikogebiete definiert (davon 19 in Bayern).

Wie viele Impfungen sind nötig, um vor FSME geschützt zu sein?

Zwei Impfungen. Daher sollten jetzt alle Menschen mit hohem Infektionsrisiko zwei Impfungen haben. Das Risiko ist hoch, wenn Menschen in einem Risikogebiet wohnen oder dorthin fahren und sich viel in der freien Natur aufhalten. Mediziner sprechen von einem hohen Infektions- und hohen Expositionsrisiko.

Meine erste FSME-Spritze habe ich schon bekommen? Bis wann habe ich Zeit mit der Zweiten?

Die zweite Impfung kann bis zu einem Jahr zurückgestellt werden. Das gilt für Personen, die nicht in einem Risikogebiet leben. Das gilt auch für Menschen in einem Risikogebiet, die aber kein hohes Expositionsrisiko haben, sich also nicht in der freien Natur aufhalten.

Und wie lange kann mit der dritten Impfung gewartet werden?

Die dritte Spritze ist wichtig für den Langzeitschutz gegen FSME. Diese Impfung kann noch innerhalb von drei Jahren nach der Ersten erfolgen. Ab September soll aber wieder ausreichend Impfstoff verfügbar sein.

Ich wurde beim ersten Mal mit Encepur® geimpft, geht die zweite Impfung mit einem anderen Impfstoff?

Ja, von der Austauschbarkeit der in Deutschland zugelassenen Impfstoffe Encepur® und FSME-IMMUN® kann ausgegangen werden. Das wird durch mehrere klinische Studien gestützt. Auf keinen Fall dürfen jedoch Kinder mit dem Erwachsenen-Impfstoff geimpft werden und umgekehrt. Der Antigengehalt der Produkte ist präzise auf die jeweilige Altersgruppe abgestimmt.

FSME-Symptome

Der Erkrankungsverlauf einer FSME ist ganz typisch.

Phase 1: Ein bis zwei Wochen nach der Infektion kommt es zu eher unspezifischen Symptomen wie Erkältungssymptome mit mäßigem Fieber (meist nicht über 38 °C), Kopfschmerzen, Erbrechen oder Schwindel. Im anschließenden fieberfreien Intervall von etwa einer Woche (bis zu 20 Tagen) fühlen sich die Patienten wieder besser.

Phase 2: In der zweiten Phase entwickelt sich bei etwa jedem zehnten FSME-Infizierten eine Meningoenzephalitis mit höherem Fieber, Erbrechen, meningealen Reizerscheinungen, Stupor oder Koma. Vor allem bei Älteren kann sich zudem eine Myelitis entwickeln.

Autor: lifeline.de-Redaktion
Letzte Aktualisierung: 28. März 2013
Quellen: Interview der Ärzte Zeitung mit Michael Pfleiderer, Leiter des Fachgebiets Virusimpfstoffe beim Paul-Ehrlich-Institut

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