FSME - Symptome und Behandlung
Die Zahl der durch Zeckenstiche verursachten FSME-Krankheitsfälle ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Lesen Sie hier, was Zeckenstiche für Symptome haben und was Sie über den Krankheitsverlauf von FSME wissen müssen.
Zeckenstiche verursachen Symptome. Der Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird zunächst grob in zwei Phasen eingeteilt. Die FSME beginnt wie eine leichte Grippe auch: mit Beschwerden wie etwa erhöhter Temperatur, Kopf-, Glieder-, und Halsschmerzen. In seltenen Fällen können auch Bauchschmerzen oder Durchfall auftreten. Zu diesem Zeitpunkt ist FSME jedoch noch nicht diagnostizierbar, da im Blut noch keine Antikörper nachweisbar sind.
Es folgt ein beschwerdefreies Intervall von einigen Tagen, bevor die zweite Phase beginnt, die sogenannte Manifestationsphase. Zu diesem Zeitpunkt bekommen FSME- Infizierte plötzlich sehr hohes Fieber. Die Symptome der der zweiten Phase können sehr unterschiedlich sein.
Ursache für die Symptome ist eine Entzündung der Hirnhäute – im Fachjargon Meningen genannt (Meningitis). Am häufigsten sind Kopfschmerzen, Nackenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Schwindel. Das Allgemeinbefinden ist durch Fieber und Schmerzen erheblich beeinträchtigt. In seltenen Fällen können Herzrhythmusstörungen oder eine Bauchspeicheldrüsenentzündung auftreten. Beim einfachen Krankheitsverlauf bilden sich die Beschwerden innerhalb von 10 Tagen zurück. Die Befindlichkeit kann anschließend noch für 2 bis 6 Wochen beeinträchtigt sein. Spätere Beschwerden sind bei dieser einfacheren Manifestation jedoch nicht zu befürchten.
Liegt eine schwerere Manifestation vor, greift die Entzündung auf wichtige Körperfunktionen über. Bei einer beträchtlichen Zahl von Patienten überträgt sich die Entzündung von den Hirnhäuten auf das Hirngewebe (Enzephalitis). Die Behandlungsdauer im Krankenhaus ist deutlich länger als bei der einfachen Hirnhautentzündung. In diesem Fall sind die Patienten in ihrer Bewusstseinslage deutlich beeinträchtigt: Die Veränderungen reichen von der einfachen Schläfrigkeit (Somnolenz) bis zur Bewusstlosigkeit (Koma). Ein Teil der Patienten leidet dabei unter unangenehmen Träumen, Visionen oder gar Wahnvorstellungen. Ein typisches Merkmal der Hirnentzündung als Folge von FSME ist die Koordinationsstörung. In schweren Fällen können epileptische Anfälle, Sprechstörungen, Schluckstörungen und Lähmungen der Atmung und der Arme und Beine auftreten. Wenn sich diese Zeichen rasch entwickeln, ist der Krankheitsverlauf meist ernst. Nach der akuten Erkrankung sind einige Patienten noch über Wochen bis Monate in ihrer Befindlichkeit und allgemeinen Leistungsfähigkeit erheblich beeinträchtigt. Mit zunehmendem Abstand zur Erkrankung kommt es jedoch zu einer meist vollständigen Genesung.
Bei einem sehr geringen Teil von Patienten führt die Infektion mit FSME zu längerfristigen Schäden, wie anhaltenden Kopfschmerzen oder Lähmung. Letztere betreffen vornehmlich die Schulter- und Oberarmmuskeln. Bei günstigen Verläufen bilden sich diese Lähmungen innerhalb weniger Wochen bis Monate zurück. In anderen Fällen dauert die Rehabilitation jedoch einige Jahre. Je älter der oder die Patientin, desto schwerwiegender sind die Konsequenzen.
Zeckenstiche: Symptome und deren Behandlungsmöglichkeiten
Da eine antivirale Behandlung derzeit noch nicht möglich ist, orientiert sich die Therapie der FSME an den Beschwerden der Patienten, wie etwa Schmerz- und Anfallsbehandlung, Fiebersenkung, Beatmung und dergleichen und lindert die Folgen der Zeckenstiche, also die Symptome, nicht aber die ursächliche Entzündung.
Impfung schützt vor FSME durch Zecken
In den vergangenen Jahren hat sich das Verbreitungsgebiet der FSME übertragenden Zecken stetig ausgeweitet – und damit auch die Zahl der Erkrankungen. Die Möglichkeit, sich zu schützen, sollten Sie unbedingt nutzen, vor allem wenn Sie aufgrund eines geplanten Urlaubs oder dauerhaft in einem Risikogebiet aufhalten! Viele FSME- übertragende Zecken gibt es derzeit vor allem in Regionen Süddeutschlands, besonders in Bayern und Baden-Württemberg, aber auch in Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen. Wer in diese Bundesländer reist, bespricht die Notwendigkeit einer FSME- Impfung am besten vorab mit seinem Hausarzt.
Es gibt die Möglichkeit einer Aktiv-Immunisierung, die bis zu 3 Jahre wirksam bleibt, besonders gut für solch eine Impfung sind die Sommermonate zwischen April und Oktober geeignet. Je nach Präparat werden zwei oder drei aktive Impfungen innerhalb von zwei bzw. drei Wochen durchgeführt. Die Impfung bietet Ihnen einen raschen Schutz. Außerdem ist eine passive Immunisierung nach dem Zeckenstich möglich. Diese sollten Sie jedoch als zweitrangige Hilfsmaßnahme verstehen, denn die Wirksamkeit ist nur zu 60 Prozent gesichert.
Bitte beachten Sie, dass die Impfung gegen die FSME nicht vor einer Infektion mit dem Bakterium Borrelia schützt. Eine Borrelieninfektion ist in der Regel jedoch antibiotisch gut behandelbar.
Zeckenstiche haben Symptome schnell zur Folge. Daher sollten Sie vor allem nach Aufenthalten in der Natur wachsamer Ihren Körper beobachten.
