Krebserregende humane Papillomviren

Unterschätzt: Impfen gegen Gebärmutterhalskrebs

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Seit 2007 gibt es die vorbeugende Impfung gegen humane Papillomviren (HPV), die im späteren Verlauf Gebärmutterhalskrebs auslösen können.
Getty Images/Hemera

Gegen Gebärmutterhalskrebs können sich junge Mädchen seit wenigen Jahren mit einer Impfung schützen. Aber diese wirksame Form der Vorbeugung wird bislang wenig genutzt. Jetzt soll verstärkte Aufklärung die Impfrate erhöhen.

Vorbeugen ist besser als heilen - besonders bei Krebs. Im Fall von Gebärmutterhalskrebs wird seit 2007 die Möglichkeit der vorbeugenden Impfung gegen humane Papillomviren (HPV) für alle Mädchen zwischen zwölf und 17 Jahren von der ständigen Impfkommission Deutschland empfohlen. Für Mädchen in diesem Alter übernehmen die Krankenkassen die Kosten. Insgesamt sind drei Impfungen notwendig. Die Entwicklung des Impfstoffes basiert auf der Forschung des deutschen Mediziners Harald zur Hausen, der für seine Arbeiten über krebserregende humane Papillomviren im Jahr 2008 mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet wurde.

"Das Interesse an dieser Impfung in Deutschland ist erstaunlich gering", sagt der Vorsitzende des Landesapothekerverbandes Sachsen-Anhalt, Mathias Arnold. Er spricht von einer unterschätzten Chance. "Dabei ist das bislang die einzige Krebsart, bei der eine Impfung möglich ist und einen wirkungsvollen Schutz bietet", sagt Arnold. Im Durchschnitt liege die Impfrate in Deutschland bei 30 Prozent, wobei Sachsen-Anhalt laut "Deutscher Ärzte Zeitung" mit rund 26 Prozent neben Hessen (21 Prozent) und Brandenburg (20 Prozent) zu den Schlusslichtern gehört.

"Die Impfung schützt vor einer andauernden Infektion mit den HPV Typen 16 und 18. Diese beiden Virus-Typen sind für fast Dreiviertel aller Gebärmutterhalskrebsfälle verantwortlich", erläutert Arnold. In Deutschland erkranken pro Jahr etwa 6200 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, 1700 sterben daran. Rund zwei Drittel der Erkrankten sind jünger als 59 Jahre, 20 Prozent zwischen 15 und 39 Jahre alt.

Der Grund für die bislang niedrige Impfrate sei hauptsächlich mangelnde Information. "Die Aufklärung über diese Impfung kostet Zeit und das bei vollen Arztpraxen", sagt die Landesvorsitzende des Berufsverbandes der Frauenärzte Sachsen-Anhalt, Dörte Meisel. Meisel befürwortet auch die Impfung der Jungen, weil geimpfte Männer ihre Partnerinnen nicht mehr infizieren und auch selbst einen hohen Schutz gegen Krebs der Genital- und Analregion haben. "Ich habe meine Söhne geimpft", berichtet Meisel.

Autor: dpa
Letzte Aktualisierung: 04. November 2011
Durch: sl

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